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„Frustrierende Vetos“

Dioezesian Synode 2Die 2. Diözesansynode ist Geschichte. Der Kirchenkritiker Robert Hochgruber analysiert, ob die Synode nur eine Show war – und er erklärt, was gut und weniger gut war.

von Artur Oberhofer

Die Synode habe ihn geerdet. „Die Synode hat mich auf den Boden heruntergeholt“, sagt Bischof Ivo Muser zum Abschluss des 2. Diözesansynode.

Nun ist die große Frage: Was bleibt von der Synode?

Die TAGESZEITUNG hat den Kirchenkritiker Robert Hochgruber um eine Analyse gebeten.

Was war gut? Was war weniger gut?

Bei der Session vor einer Woche hatten sich 55 % der Synodalinnen und Synodalen  dafür ausgesprochen, „im angemessenen Rahmen eine Segensfeier“ für Geschiedene-Wiederverheiratete zu halten. „Das war konsequent, hatten sich doch Ende Jänner 83 % für eine Zulassung der Geschiedenen-Wiederverheirateten zu den Sakramenten ausgesprochen“, so Robert Hochgruber.

Bischof Ivo Muser erklärte daraufhin, dass er diese Maßnahme nicht unterschreiben könne, da die Betroffenen dies meist als zweite kirchliche Trauung missverstehen würden. „Simulatio sacramenti“ wäre die Gefahr, so der Bischof.

Robert Hochgruber hat dieses Veto nicht goutiert.

„Ich und manche anderen fühlten sich durch diese zwar vom Kirchenrecht gedeckte Machtentscheidung entmündigt und gedemütigt. Damit hat unser Bischof leider die Hoffnungen vieler Betroffener enttäuscht und die Mehrheit der Synode vor den Kopf gestoßen.

Es ist zudem ein bitteres Signal in diesem bald beginnenden Jahr der Barmherzigkeit. Kirchliche Normen scheinen wichtiger zu sein als die Menschen in ihrer Not und über eine Mehrheit der Synode setzt sich der Bischof, wenn ihm etwas nicht zusagt, hinweg.

Wir haben jetzt die Situation, dass die Mehrheit der Synode eine Position und der Bischof eine andere vertritt. Am Samstag haben eine Reihe von Synodalinnen und Synodalen den Bischof gebeten, sein Veto nochmals zu überdenken (…).

Die zweimaligen Vetos des Bischofs waren frustrierend und die Vertröstung darauf, dass man ja über alles reden dürfe, ein Hohn auf die Mündigkeit und Wertschätzung eines engagierten Gremiums.“

LESEN SIE AM MITTWOCH IN DER PRINT-AUSGABE:

  • Welche positiven Signale Robert Hochgruber einfangen hat.
  • Warum es in der Kirche ohne echte Beteiligung der Frauen nicht aufwärts gehen wird.
  • Und: Warum die Kirchlichkeit zurückgeht, nicht aber das spirituelle Bedürfnis.

 

 

 

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