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    Streik der Hausärzte

    Südtirols Hausärzte haben die Nase gestrichen voll: Am 16. und 18. Dezember treten sie geschlossen in ganztägige Streiks. Die Hintergründe.

    von Heinrich Schwarz

    Die Streitigkeiten zwischen Südtirols Hausärzten und dem Sanitäts-Assessorat des Landes nehmen kein Ende. Jetzt ist das Fass endgültig übergelaufen: Die Allgemeinmediziner nehmen am 16. Dezember an einem nationalweiten Streik teil – und haben für den 18. Dezember einen eigenen geplant.

    „Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen – auch für die Bevölkerung“, betont Eugen Sleiter, Hausarzt in Dorf Tirol und Gewerkschafter von Cisl Medici. Bei Verhandlungen zum neuen Landeszusatzvertrag sei seit Monaten nichts weiter gegangen.

    Der Hausarzt weiter:

    „Wir bekommen immer mehr Einblick in das, was für die Sanität in Südtirol geplant ist. Und das ist eine Katastrophe. Es wird ein Pool an Krankheiten angedacht, wobei sich jeder Hausarzt in eine Richtung spezialisieren soll. Damit geht aber die Vertrauensposition, die wir gerade wegen unseres Allgemeinwissens bei den Familien haben, verloren. Warum muss man in Südtirol das Rad neu erfinden, wenn es sich bereits dreht? Man sollte lieber das verbessern, was noch nicht gut funktioniert, anstatt über Jahre hinweg etwas Neues anzufangen, das keinen Sinn hat.“

    LESEN SIE IN DER WOCHENEND-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:

    • Wie es zur heiklen Situation gekommen ist
    • Was die Bürger über den Ablauf eines Hausärzte-Streiks wissen müssen

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (9)

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    • ......

      Ich weiß nicht, wer sich mehr aufregen soll, derjenige dem monatlich die Hälfte des Gehaltes konfisziert wird für Sozialabgaben, Pension die es nicht mehr geben wird, Verwaltung die gegen ihn arbeitet,
      oder diejenigen die ihren Anteil daran schwinden sehen.
      Fakt ist, dass sich diese enormen Summen die aktuelle Politik unter den Nagel reisst und einen Scherbenhaufen hinterlässt.

    • Franz

      So ist es,
      “Fakt ist, dass sich diese enormen Summen die aktuelle Politik unter den Nagel reißt und einen Scherbenhaufen hinterlässt.“
      z B. enorme Summen für Flüchtlinge – Clandestini & Jihadisten. Mindestrentnern ihre Rente aufzustocken hat man kein Geld.
      Und Patienten II Kategorie kann man ja die Kostengünstigeren Prothesen inplantieren so meint Dr Schael
      http://www.tageszeitung.it/2015/08/17/thomas-der-schreckliche/
      Knieprothesen gibt es zu einem Preis von 1.000 oder zu 2.000 Euro. Ist der Patient 70 Jahre alt, könne man die billigere nehmen, er habe nur noch eine Lebenserwartung von 15 Jahren –
      Jetzt will Frau Stocker und thomas der Schreckliche also auch noch betsimmen wie lange wir zu leben haben. 🙂

    • Othmar

      Kann mich dem Vorgänger nur voll und ganz anschliessen und bestätigen
      gut getroffen erübrigt sich weitere Kommentare abzugeben Super !!!

    • zampa

      Der Streik richtet sich nicht gegen die Patienten, sondern gegen eine arrogante, ineffiziente Bürokratie, die die Allgemeinmedizin kaputt macht.
      wenn mehr für EDV ausgegeben wird als für die Grundversorgung, dann wird dieses weder die überfüllten Erste Hilfe Stationen der Krankenhäuser entlasten, noch die die Wartezeiten reduzieren !

    • Helga Sparber

      100% solidarisch mit den Hausärzten! So ein Wirrwarr der Politik, bzw. der Inkompetenten ist nicht mehr tragbar!

    • wellen

      Die Hausärzte sind selber schuld. Hat nicht eine der ihrigen Gewerkschaften den guten Landesvertag ausgehebelt zugunsten von staatlichen Bestimmungen? Und jetzt muss mühsam nachgebessert werden.
      Außerdem gibt es ein Generationenproblem: ältere Hausärzte mit über 2000 Patienten, die sich deppat verdienen, die jungen mit wenigen Patienten nagen am Hungertuch.Logisch dass die Alten keine Gemeinschaftspraxen mit den Jungen zusammen wollen.Und aufwendige alte Patienten schickt man lieber ins Spital.Sie kriegen die Kopfquote trotzdem.Leine Leistungsbezogene Bezahlung, obs ein guter Hausarzt ist, der sich wirklich kümmert um die Leute, oder ein Hausarzt in der Stadt, der sich weigert, Hausbesuche zu machen, weil vom „Vertrag nicht vorgesehen“.Und man 10 Tage warten muss, um einen Befund zu besprechen.

      • zampa

        Hausbesuche dienen der Untersuchung vor Ort bei bettlägrigen Patienten, und nicht nach dem Motto: bitte erst abends kommen, weil nachmittags bin ich mit der Oma bei Friseur und beim Einkaufen !
        Dumm und dähmlich verdienen kann man sich auch nicht da bei einer Jahresbruttokopfquote von circa 45€ nach Unkosten und Steuern wenig überbleibt.
        Typischer Fall von medialer Hetzte mit Sozialneid, Wenn sich kein Nachwuchs findet, ein paneuropäisches Problem, dann muss man aktiv die Arbeitsbedingungen verbessern, anstatt südtiroltypisch die Fehler des Sanitätswesens den Hausärzten anzulasten.

    • Robby

      „Jetzt will Frau Stocker und thomas der Schreckliche also auch noch bestimmen wie lange wir zu leben haben.“

      Natürlich. Die Frau Stocker hat ja auch Erfahrung. Sie hat mit ihren „Kollegen“ ja auch bestimmt wie alt Politiker werden um entsprechend hohe Renten abzocken zu können. Gaunerbande!

    • C

      Also mal ganz ehrlich
      In Bozen heisst es bei viele Hausärzte: „appuntamento tra 4-5 giorni“, wenn überhaupt per Telefon erreichbar. Da ist ein Hausarzt wenig nützlich und die bozner Erste Hilfe ist chronisch überfüllt!!!
      In andere Täler machen die Hausärzte viel: Wunden nähnen, EKGs, Röntgen und gipsen, … und sind telefonisch erreichbar. Eine schöne Zwei-Klassen Medizin! Aber beide Hausärzte verdienen gleich viel (mehr oder weniger).
      In Bozen wird man somit vom Streik nicht viel merken, bzw. man kann in der Ersten Hilfe gehen und für nur 15 Euro (wie lange noch, wenn dieser Dienst so ausgenützt wird??? Salurn südwerts zahlt man 50-75 Euro!!!) bekommt man Röntgen, Blutproben mitFacharztvisite inkluse!!!! In den Täler wird man den Streik mehr zu spüren bekommen.
      Es ist höchste Zeit in der Basismedizin Ordnung zu schaffen und Qualität hinein zu bringen!!!

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