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    „Harter Schlag“

    Weissteiner1_Paris_05032011Paukenschlag in der Südtiroler Leichtathletik: Die Antidoping-Staatsanwaltschaft hat gegen zwei Südtiroler Athleten eine zweijährige Sperre beantragt.

    Die Nachricht hatte in der Luft gelegen:

    Es war bekannt, dass die Antidoping-Staatsanwaltschaft gegen 26 Athleten ermittelt – darunter die Südtiroler Mittelstreckenläufer Christian Obrist und Silvia Weissteiner.

    Nun hat die Antidoping-Staatsanwaltschaft eine zweijährige Sperre für Christian Obrist und Silvia Weissteiner beantragt. Die Begründung: Die beiden Südtiroler Athleten hätten ihre Aufenthaltsorte für etwaige Dopingkontrollen nicht ordnungsgemäß mitgeteilt.

    Der Präsident des Südtiroler Leichtathletikverbandes Bruno Cappello spricht in einer ersten Redaktion von einem „harten Schlag“ – und dies nur wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janiero 2016.

    Für weitere  39 Athleten – darunter Lukas Rifesser und Alex Schwazer – wurde hingegen die Archivierung beantragt.

    Bruno Cappello hat „selbstverständlich Vertrauen in die Arbeiter der Antidoping-Staatsanwaltschaft des CONI“. Er hofft, dass die Ermittlungen „möglichst bald abgeschlossen werden“.

    Cappello möchte aber auch unterstreichen, dass die Nichtangabe des Aufenthaltsortes zwar sehr fahrlässig und oberflächlich sei, dass man aber „nicht gleich von gedopten Athleten sprechen“ könne.

    In den Fällen Obrist und Weissteiner sei die Rede von einer fehlender Mitteilung (filling failure) und nicht von einer Kontrolle, die verweigert wurde (missed test). Cappello: „Für die Antidoping-Gesetze des CONI werden diese beiden Vergehen zwar gleich gewertet, es handelt sich aber um zwei ganz unterschiedliche Vergehen.“

    Silvia Weisseiner und Christian Obrist erklärten, sie hätten bei der Abgabe der Meldungen zum Aufenthaltsort „geschlampt“ bzw. den entsprechenden Zettel „einen Tag zu spät abgegeben“, zeigten sich aber über den Antrag der Antidoping-Staatsanwaltschaft „verwundert“.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (4)

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    • Visionär

      Wo liegt das Problem? Vermutlich dopen alle Spitzenathleten.

    • Roberto

      Zettel hin oder Zettel her, jetzt hat man das Schlamassel am Hals. Wozu hat man Trainer und Betreuer, wenn man etwas vergesslich ist? Das Thema Doping bleibt mal etwas aktuell angesichts der laufenden Verfahren in der Provinz Bozen.

      Trotzdem bleibt die Verwendung unerlaubter oder verbotener Mittel im Amateursport auf breiter Basis auf der Tagesordnung. Für den Sieger einen „Fresskorb“ und einen Zeitungsartikel in der lokalen Presse als Dankeschön für die getürkte Leistung bei einer lokalen Volkssport Veranstaltung. 🙂 🙂

    • Martin Senoner

      Muss mühsam sein, immer zu sagen wohin man in ein paar Monaten fahren will, einen Lastminuteurlaub ins Blaue können sich Leistungssportler nicht leisten, gebe Roberto Rechts ein großes Problem ist Doping im Breitensport!

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