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    Keine Schließung

    Keine Schließung

    Klärendes Gespräch zwischen der SVP-Leitung und Generaldirektor Thomas Schael: Die Geburtenabteilungen in Sterzing und Schlanders müssen nicht am 1. Januar 2016 schließen.

    von Matthias Kofler

    Ungewöhnlich lange dauerte am Montag die Sitzung der erweiterten SVP-Leitung. Erst um 18:30 Uhr verließen die Teilnehmer, sichtbar gezeichnet von der vierstündigen Debatte, den Parteisitz in der Brennerstraße. Eine Reihe von Themen standen zur Debatte: die Mehrsprachigkeit, die Gemeindenfinanzierung – und auch die Zukunft der kleinen Geburtenabteilungen.

    Für letzteres Thema wurde eigens der Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Thomas Schael, in die Leitungssitzung einberufen. Gegen 17 Uhr traf die rechte Hand von Gesundheitslandesrätin Martha Stocker im SVP-Sitz ein.

    Es fand ein klärendes Gespräch statt, das nach den widersprüchlichen Aussagen der vergangenen Wochen bitter nötig war. „Wir wollen die Geburtenabteilungen von Sterzing und Schlanders aufrechterhalten“, erklärte SVP-Obmann Philipp Achammer am Ende der Sitzung. Eine Schließung der Abteilungen zum 1. Januar 2016 – wie sie Thomas Schael noch vor zwei Wochen in den Raum gestellt hatte – ist vom Tisch. „Als er diese Aussagen gemacht hat, gab es noch kein Dekret“, erklärt Achammer den plötzlichen Meinungswechsel des Generaldirektors.

    Klar ist: Mit dem Dekret, das die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin vor kurzem unterschrieben hat, haben Geburtenabteilungen, die von den vorgeschriebenen 500 Geburten im Jahr abweichen, die Möglichkeit, um eine Sondergenehmigung anzusuchen.

    Die Landesregierung hat aus diesem Grund bereits die Mitglieder eines technischen Komitees ernannt. Dieses wird die Situation in den Geburtenabteilungen analysieren sowie in der Folge die Datenübermittlung und die Anträge zu den Standards an die gesamtstaatliche Kommission vorbereiten.

    Zwar will die Landesregierung in Rom auch um eine Abweichung vom 24-Stunden-Dienst der vier Spezialisten ansuchen. „Parallel haben wir dennoch die derzeit fehlenden Ärzte ausgeschrieben, sollte Rom an dem 24-Stunden-Dienst festhalten“, so Achammer. Unter anderem dafür hat die Landesregierung 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (15)

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    • Andreas

      Quo vadis SVP?
      Es scheint als würde Schael ein Schmerzensgeld dafür bekommen um teilweise als Sündenbock für die zwar notwendige, aber stümerhaft ausgeführte Sanitätsreform, herzuhalten.
      Jeder knickt bei etwas Gegenwind ein und fällt Stocker und Schael in den Rücken, sobald es politisch opportun scheint.
      Seit Sauer war die Rede von der Sanitätsreform und keiner hat sich rangetraut, nun ist es die Stocker endlich angegangen und die Parteihäuptlinge, Führung würde ich sie nicht mal nennen, widersprechen sich ein ums andere Mal.
      Sollte die SVP einen konkreten strategischen Plan für die Reform haben, haben sie diesen bis jetzt jedenfalls sehr gut geheimgehalten. Überlegte Strategie kann ich jedenfalls keine erkennen.

    • frieda

      Das nenne ich mal klare und präzise Aussagen: „Man werde die Geburtenabteilungen in Sterzing und Schlanders nicht zum 1.1.2016 schließen“. Endlich hat die Bevölkerung die Antwort von den zuständigen Politikern erhalten, auf die sie schon lange gewartet hat. Meine Meinung dazu: Auf solch schwammige und ausweichende Antworten kann man gerne verzichten.

      • INSIDER

        %%% nicht zum 1.1.2016 schließen
        @@@
        aber dann zum 2.7.2016 schließen ! nach der Volksbefragung im Juni 2016
        der Frage um den Flughafen
        je nachdem ob es den Steuerzahlern gefällt den Politikern den „Luxus Flughafen“ zu finazieren oder nicht …
        der Flughafen wird weiterhin ein Druckmittel für die Sanität bleiben
        (können wir nicht gratis fliegen, Bürger das geht an eure Gesundheit …!)

    • Silvius M.

      Es ist leider genau so! Jede Partei kann zu bestimmten Themen einen Kurs fahren, egal wie, man kann dann heftige Befürworter oder heftige Gegner haben – aber die Konfliktkultur ist uns Südtirolern total abhanden gekommen. Und das, was uns da von der herrschenden politischen Klasse vorgelebt und vorgeführt wird, das ist ein reines Kasperletheater! Was soll man als Bürger denken, wenn bisher immer immer der SVP-Sparstift hochgehalten wurde? Gut, dass die Geburtenabteilungen nach dem ganzen politischen Klamauk jetzt aufrecht erhalten bleiben? Kommt morgen dann wieder die selbst ernannte parteiinterne Gruppe daher, die das totale Gegenteil davon behauptet? Da will – so scheint es eben – die herrschende Partei mit Gewalt die nur Bürger für sich vereinnahmen um künftige Wahlen zu gewinnen. Umgekehrt darf sich die herrschende Partei fragen: was wollen die Bürger denn? Aber diese multiple Spaltung der Bevölkerung, diesen Schlamassel hat sich die SVP selber eingebrockt!

      • Andreas

        Politiker sind permanent im Wahlkampf.
        I.d.R. treffen Politiker in ihrer letzen Amtsperiode, sofern sie nicht mehr antreten können oder wollen, die mutigsten und besten Entscheidungen.
        Direkte Demokratie erhöht diesen Druck nur noch mehr den größten Schreiern nach dem Mund zu reden, was kontraproduktiv wäre.
        Ich halte Kompatscher für sehr klug, er verstrickt sich aber zu sehr in Widersprüche, da er x Baustellen gleichzeitig in Ordnung bringen will und Achammer ihm meiner Meinung nach nicht hilft, sondern mit seinen andauernden Beschwichtigungen schadet. Achammer sollte endlich mal Farbe bekennen und nicht nur den braven netten Bubi spielen, Zeller sollte Parteiobmann werden, der scheut sich auch nicht vor Konflikte.

        • Silvius M.

          Ja, wenn sie Sachpolitik machen- und für ihre Überzeugungen eintreten würden, dann wäre das permanenter Wahlkampf in Auseinandersetzung mit den Bürgern.

          Hierzulande werden aber lediglich Hochglanz-broschüren mit dem oft unbekannten Konterfei der Kandidaten oder Kandidatinnen verteilt, verschickt und den Medien beigelegt mit seitenweise Erklärungen wofür die Kandidaten eintreten, aber ohne klare Botschaften, ohne klare Ziele und ohne stimmige Maßnahmenkataloge.

          Dann vegetieren die so gewählten Abgeordneten mehr schlecht als recht im Landtag herum, wissen im Grunde selbst nicht was sie dort zu suchen haben, hüpfen beim Klang der Glocke zu den Abstimmungen, schauen welches Stimmverhalten die Fraktion vorgibt und drücken dann aufs Knopfele. Das wars!

          Die meiste Zeit aber schwirren sie in irgend welchen Institutionen herum oder sind zur Beschwicktigung bei Bürgerversammlungen zugegen wo um die Nase der Bürger „herummoderiert“ wird, dann werden wieder Broschüren gedruckt oder ganze Zeitungsseiten PR bezahlt, wo die moderierten Thesen für eine gute …politik (für … kann man einsetzen, was man will: Raumordnungs, Arbeitsmarkts, Mobilitäts, Sanitäs, Wohnbau usw) veröffentlicht werden.

          Recht gerne fahren unsere Abgeordneten zu „Lokalaugenscheinen“ ins Ausland, wo sie fürstlich speisen und nächtigen, überschwemmen dann die hiesigen Redaktionen mit Pressemitteilungen – mit Verlaub – „del cazzo“ (Beispiel Dubai), wo sie dann über ihre angebliche Arbeit berichten. So viel zum permanenten Wahlkampf.

          Abschließend: Zeller als Parteiobmann sehe ich nicht so gut. Zeller ist der mit den „dicken Brillen“ – so ein bißchen ein Alfons Benedikter, der die vielen vom Landtag verabgeschiedeten Landtagsgesetzte (die es aber nicht gibt) und Vereinbarungen mit paraöffentlichen Institutionen recht gut querlesen könnte, damit sie nicht jedesmal von Rom zurückgewiesen – oder juristisch beanstandet werden…

    • störzing isch doo

      war der Wipptaler Vertreter zufrieden?

    • Doc

      Standards sind einzuhalten…jedes Leben ist zu wertvoll, als dass es durch nicht eingehaltene standards aufs Spiel gesetzt wird….so dr. Hubert messner zuletzt in der Tageszeitung…. Wie recht er hat…und unsere Politiker möchten sich immer über die vorgegebenen Standards hinwegsetzen, um einige Wählerstimmen zu halten….

    • Demosthenes

      Die Debatte in der SVP-Leitung geht wieder am Hauptproblem vorbei. Die Gesundheitskosten (Sanität) sind zwar kontinuierlich gestiegen (wie in alle anderen Ländern auch), aber diese Kosten haben die Südtiroler immer aus eigener Tasche bezahlt. Dabei haben manche Krankenhäuser schwarze Zahlen geschrieben, andere- und hier vor allem Bozen- eben rote. Einsparungen sollen und können gemacht werden, aber nicht bei den wichtigen peripheren Grundversorgungsdiensten, sondern zuallererst in Verwaltung, Management und Vernetzung.

      Nun gilt allgemein die Regel: Wer zahlt, schafft an. Nicht so in Südtirol, wo Italien mit seinen gierigen Fingern in den Steuertopf fasst und die ausgewogene Finanzierung und das kapillare Gesundheitsnetz zertrümmert.

      Die SVP verbittet sich diese unbotmäßige Einmischung nicht etwa, sondern dienert sich Rom als staatlicher Sparhelfer an und bereitet damit den Boden zu Schließungen, Einsparungen und Streichungen.

      Mit ihrer Bitt- und Aufschiebe- Politik wird nichts besser, sondern nur für einige Monate verzögert. Der römische Griff in die Landesschatulle geht weiter, durch die zögerliche und devote Haltung der SVP immer dreister und tiefer.

      Und das Südtiroler Volk?
      Mürbe gemacht von ständigen Debatten und Versprechungen glaubt am Ende alles und schluckt die Zerschlagung seines funktionierend Gesundheitssystems.

      „Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit.“
      Bert Brecht

    • Bauer

      Was für einen Faschingsvorstellung unserer Politiker.

    • devilhard

      Da sieht man mal wieder, wohin der vorauseilende Gehorsam der SVP gegenüber Rom führt.

      Die Schließung der Geburtenabteilung in Innichen ist somit eindeutig von der SVP gewollt?

    • Frage

      Opportunismus, wie immer?

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