Du befindest dich hier: Home » News » „Viel um die Ohren“

    „Viel um die Ohren“

    „Viel um die Ohren“

    Der SVP-Abgeordnete Oswald Schiefer über fleißige Hinterbänkler im Landtag, die Gesundheitsreform im Unterland – und über geschwätzige Fraktionskollegen.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Schiefer, laut Ihrem Kollegen Sepp Noggler sind auch Sie ein „Herausforderer“. Wen fordern Sie heraus?

    Oswald Schiefer: (lacht) Na geah! Es geht hier nicht darum, irgendjemanden herauszufordern. Die TAGESZEITUNG hat eh schon geschrieben, was wir „Hinterbänkler“ wollen.

    Nämlich?

    In bestimmten Bereichen ist es einfach schwer, etwas zu bewegen. Man denkt sich: Es geht so gut, warum soll man etwas ändern? Wir als SVP haben uns zu Beginn der Legislatur verpflichtet, in bestimmten Bereichen etwas weiterzubringen und Dinge zu verbessern. Zum Beispiel im geförderten Wohnbau. Und das tun wir auch, indem wir eigene Gesetzentwürfe einbringen. Wenn es nicht weitergeht, nehmen wir halt selbst das Heft in die Hand.

    Sie sagen: Die Landesregierung arbeitet zu langsam?

    Nein, nein! Aber es ist so, dass bei bestimmten Themen wenig weitergeht, weil die Landesräte mehr Sachen um die Ohren haben als wir einfache Abgeordnete. Nehmen wir als Beispiel den Mietbeitrag: Hier geht zurzeit wenig weiter. Es ist ein Bereich, der mittlerweile in den Händen der Italiener ist (Landesrat Christian Tommasini trägt die Verantwortung, A.d.R), der aber für unsere Leute sehr wichtig ist. Als Abgeordnete ist es unsere Aufgabe, Dinge anzugehen, die den Menschen unter den Fingernägeln brennen.

    Ein weiteres wichtiges Thema ist die Gesundheitsreform. Der Bezirksausschuss Unterland hat sich unlängst mit Landesrätin Martha Stocker und ihre Mitarbeiter getroffen. Was ist da herausgekommen?

    Es ist wichtig, dass die medizinische Grundversorgung in der Wohnortnähe – das heißt im Sprengel Neumarkt – gestärkt und ausgebaut wird und die Krankenhäuser mit der Peripherie vernetzt werden. Wichtig ist auch, dass einige seit langem eingeforderte neue Dienste vor Ort aufgebaut werden können und somit die Menschen nicht mehr den Weg ins Krankenhaus nehmen.

    Zum Beispiel?

    Ich meine damit die Erste Hilfe oder bestimmte Facharztvisiten. Die Zusammenarbeit der Hausärzte mit den Fachärzten, dem Krankenpflegepersonal und dem Hauspflegedienst muss verstärkt werden, um durch eine umfassende Betreuung die Erste Hilfe zu entlasten und nicht erforderliche Krankenhausaufenthalte zu verhindern. Die Landesrätin hat mir als Bezirksobmann diesbezüglich ihre Zusicherung gegeben.

    Wie steht das Unterland zur Verwaltungsreform?

    Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der steigenden Kosten muss eine Finanzierbarkeit des Systems gesichert werden. Dies soll durch eine Vereinheitlichung und eine Verschlankung der Führungs- und Verwaltungsstruktur erfolgen. Das Unterland spricht sich einstimmig für das Modell Vier der Reorganisation des Sanitätsbetriebes aus, das ein landesweites Krankenhausnetzwerk und die Einrichtung von vier Direktionen des Territoriums zur Verstärkung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung vorsieht.

    Im 4. Gesetzgebungsausschuss, dem Sie vorstehen, gab es Stunk, weil Details aus der Anhörung von Generaldirektor Thomas Schael an die Öffentlichkeit gelangt waren …

    Ja. Wir haben intern vereinbart, hierzu vorerst einmal keine öffentlichen Stellungnahmen abzugeben, sondern erst den Entwurf der Landesregierung abzuwarten.

    Trotzdem standen am nächsten Tag Aussagen von Paul Köllensperger, Andreas Pöder und Dieter Steger in der Zeitung. Haben Sie Ihre Kollegen deshalb zur Rede gestellt?

    Es kann nicht sein, dass derjenige, der nicht redet und sich an die Abmachungen hält, der Depp ist. Steger und Köllensperger sind darüber hinaus auch keine Mitglieder der Kommission und wohnten der Sitzung nur als Gasthörer bei. Ich habe mit Steger aber noch nicht gesprochen, weil er diese Woche im Urlaub ist. Anfangs haben mich die öffentlichen Aussagen schon etwas gestört. Aber jetzt habe ich mir die Zitate nochmals durchgelesen und muss feststellen, dass sie so irrelevant sind, dass sie vom Inhalt der Anhörung eigentlich nichts preisgeben. Dieselben Aussagen hätte ich als Vorsitzender der Kommission auch machen können – aber ich habe mich dagegen entschieden. Weil bei euch Journalisten muss man immer etwas aufpassen, wie ihr das danach in die Zeitung bringt (lacht) …

    Interview: Matthias Kofler

    Clip to Evernote

    Kommentare (17)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Bärig

      Bärig: ein „Waiser“ der SVPkonformisten“!

    • Darwin

      Ein verhafteter Flüchtling (Kurde aus Irak und IS Fanatiker) bekommt monatlich 500 € und eine bezahlte Wohnung, Geld für 21 Händis und niemand weiß, was ihm die Caritas und andere noch geben (FF vom Donnerstag) ein kerngesunder Mann um die 30 Jahre, der zwischen Italien und Türkei hin und her fliegt!
      Die Hausfrauenrente mußte gekauft werden und liegt auch bei 500 €,
      Un dann will das Land zwecks Geldmangel noch Spitäler ruinieren. Ja gehts noch?

      • Kruat

        und die Invaliden speisen sie mit Punkten ab, weil mit Punkten leben kann, bezahlt als Arbeitnehmer für Kotz, Gesundheit bei der Arbeit ruinieren dann lassen sie die Einheimischen Arbeiter auf der Strecke. schämt Euch nit, SVPeler.

        • luise

          SVP. zum schämen ,alles sesslkleber nix passiert .
          kann nicht sein mir einheimische schlechter behandeln
          alls die zugeloffenen so viele keine Miete bezahlen
          Wohn.da sieht man wos hinführt.so eine Führung von unseren
          Landl.zum kotzen .unsere Kinder werdn keine Gute zeit haben .
          wir dürfen hoffen bald unter der Erde zuwohnen .

    • Silvius M.

      Etwas ändern zum Beispiel im geförderten Wohnbau – konkret?
      WElches Heft nehmen Sie wo in welchem Bereich in die Hand – konkret?
      Bestimmte Themen gehen nicht weiter – konkret welche?
      Dinge, die den Menschen unter den Fingernägeln brennen – konkret welche?…
      Welche neuen Dienste vor Ort in den Sprengeln aufbauen – konkret was…
      usw usw aber NICHTS KONKRET!!!

      Das sind nur ein paar Beispieler einer solchen nichtssagende Politik.

    • Franz I

      De Schreier in den SVP Reihen, Schuler und Noggler wissen ein Lied davon zu singen.
      Genau diese, von Klein auf in den SVP Reihen tätigen „Möchtegerne“ und die Partei beweihräuchernd solten alle mal von der Bildfläche verschwinden!

      • luise

        ja Franz stimme dir zu .anfangs dachte man ohh die tanzen aus
        der Reihe wolln was verändern .leider alles umsonst .
        SVP mitsinger gewordn endeuscht von dehnen 2.
        wichtig sessels und Brieftasche voll .deswegen braucht es Köllensberger.

    • BATMAN

      Es Dieterle, es Paulchen und der Andi hobn gepetzt. Es nächstemol terfts nimmer zuelousn!

    • x

      Wahnsinn was für Leute in diesem „Landtag“ landen!

    • Silvius M.

      Teil II zu Schiefer:
      Gesundheitsreform:
      a) medizinische Grundversorgung in Wohnortnähe: NoNa, was denn sonst – warum regen sich die Leute überall auf ? Ein Phrasendreschersatz!
      b) Krankenhäuser mit der Peripherie vernetzen: seit 20 Jahren wird davon geredet, noch immer nicht passiert – SVP Leutchen was macht ihr so den ganzen Tag über, dass ihr so viel um die Ohren habt: einen Kopfpolster zum schlafen?
      c) Was sind die Dienste vor Ort, die man anbieten will – wer das nicht genau sagt, der sagt wieder einen Phrasendreschersatz, der nichts aussagt!
      d) Erste Hilfe entlasten? Erstens wird das ja schon über die Kategorien dringend, weniger dringend, nicht dringend gemacht nur werden keine SAnktionen in Form von hohen Gebühren für jene verhängt, die die ERste Hilfe tagtäglich mit „mit mal die fegato“ oder mit „esaurimento nervoso“ verstopfen.
      e) Ein Beispiel: der einzige sinnvollen Dienst, die „guardia medica“ für Bozen und weite Umgebung zuständig – klagt über fehlende Mittel um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Es wäre sinnvoller, solche „guardie mediche“ überall vor Ort einzurichten und zu besetzen mit freiberuflich tätigen Ärzten und Hausärzten dies sich in Rotation abwechseln. Das ganze Geschwafel über neue Strukturen würde sich dann erübrigen – denn wie sollen neue Strukturen geschaffen werden, wenn in anderen Bezirken die Krankenhäuser ressourcenmäßig ausgeblutet werden?

      f) Was genau hat die Landesrätin Stocker zugesagt? Die hat schon so viel verspochen und nicht gehalten: plattitüde politische SVP-Phrasendrescherei die vielleicht gerade ein paar Stammtischbrüder vom Hocker reißt
      g) VErschlankung der Führungs- und Verwaltungsstruktur? Meldung Stocker vor ein paar Tagen: wir nehmen alle Ärtze! WELCOME „Verschlankung“ und wie reimt sich das mit dem gleichzeitigen Vorhaben, die Dienste vor Ort auszubauen zusammen?

      Nicht nur die Krankenhäuser sind nicht vernetzt, auch unsere Politiker sind untereinander wohl nicht vernetzt, wenn ich solche Phrasendrescherei höre und unsere politischen „Oberlehrer“ dann auch noch meinen, etwas „GEscheites“ von sich gegeben zu haben, um in den Medien wieder einmal zu punkten. Wenn es das war, was ihr auf der Couchalm gelernt habt, dann war die Beraterin keinen Euro wert!

    • Josef

      Hier vergessen einige, dass es zur noblen Pflicht der Abgeordneten gehört, dass sie Gesetzesvorschläge ausarbeiten und vorbringen.

      • Silvius M.

        Stimmt! Noblesse oblige – Edelmänner wären verpflchtet, Gesetzesvorschläge auszuarbeiten, aber unsere LAbg. kriegen leider wenig bis nichts auf die Reihe!
        Die für Bürger nicht mehr lesbaren Horrorgesetze, die unsere Politik auch im Zeichen einer ad personam Gesetzgebung in der Vergangenheit hervorgebracht hat, ja bitte – es ist doch klar, dass bei unseren „Drei-Hanseln“, die sich alle untereinander kennen und wo der eine den anderen nicht loslassen kann weil es hier mehr als nur um politische Gefälligkeiten geht und sie sich gegenseitig eventuell belasten müssten – Paradebeispiel SEL Skandal – ja bitte worum geht es hier, wenn nicht um wechselseitige BEFANGENHEITEN, um eine „Augenzwinker“ und „Schulterklopf“-Politik, wo aber letztlich niemand die Verantwortung übernimmt oder übernehmen will und letztlich alles „verjährt“ bzw. „ausgessesen“ wird. Und das alles unter dem Zeichen „autonom“. Ist es das, was wir Südtiroler wollen?

    • George

      Schiefer, der Ploderer. Er drischt nur leeres Stroh.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen