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    Landen verboten

    Landen verboten

    Touristische Hubschrauber-Rundflüge sind in Südtirol mit strengen Auflagen verknüpft. Im Sarntal werden diese regelmäßig verletzt. Die Wahrheit über verbotene Flüge.

    Von Anton Rainer

    Über den Wolken mag die Freiheit grenzenlos sein, über den Bergen ist sie es nicht: Seit sich die Landesregierung im Jahr 1997 zum ersten Mal mit den beliebten Hubschrauber- Panoramaflügen in Südtirol beschäftigte, ringt die Tourismus-Branche mit den strengen Auflagen der Ämter – und setzt sich regelmäßig über sie hinweg.

    So geschehen etwa vor kurzem im Sarntal:

    Anfangs hatte sich die geschlossene Gesellschaft noch im Touristen-Bus auf das 1.622 Meter gelegene Wohnrestaurant Auener Hof „gequält“, wenig später ging es noch einmal deutlich komfortabler zu.

    „In nur einer halben Stunde landete fünfmal ein Hubschrauber, um Gäste abzuholen und auf Rundflüge mitzunehmen“, erinnert sich ein Augenzeuge, „der Lärm störte die Tiere und ärgerte die Wanderer“. Und war vor allem alles andere als legal.

    Denn obwohl der touristische Flugverkehr in Südtirol nicht vollständig verboten ist, gelten strenge Einschränkungen, die Kaffeefahrten auf über 1.600 Metern explizit ausschließen. Mindestens 500 Meter Abstand zum Boden müsste ein Hubschrauber auf dieser Höhe in jedem Fall einhalten – eine Landung ist ausgeschlossen, wie man in der Landesabteilung für Mobilität bestätigt.

    „Zonen über 1.600 Metern müssen mit einem Abstand von 500 Metern überflogen werden“, erklärt eine Mitarbeiterin auf Anfrage, „Starts und Landungen wären verboten, da gibt es auch bei 20 Metern prinzipiell keine Kulanz. Wenn jemand hinfliegt und dort landet, ist das eindeutig, da gibt es keine Diskussion. Das lässt sich schließlich nachprüfen.“

    Für die Ausstellung von Strafen wäre die Abteilung Forstwirtschaft, beziehungsweise die Forststation Sarntal zuständig, dort will man von Hubschrauberlandungen jedoch nichts mitbekommen haben. „Das letzte Mal hatten wir vor drei Jahren mit Flügen zum Auener Hof zu tun“, erklärt der Vize-Stationsleiter auf Anfrage.

    Der TAGESZEITUNG vorliegende Aufnahmen beweisen das Gegenteil – und auch Besitzer Heinrich Schneider erklärt im Gespräch: „Ja, wir hatten an diesem Sonntag eine Veranstaltung. Unsere Gäste haben hier gegessen, sich dann aber selbst einen Helikopter für Rundflüge organisiert.“

    Die Botschaft: Wir haben mit diesen Flügen nichts zu tun.

    In der Tat wird die Geldstrafe von 1.000 bis 6.000 Euro pro Übertretung in der Regel von den Fluggesellschaften entrichtet – Angebote im Internet beweisen jedoch: Combo-Pakete mit Rundflug und „Degustationsmenü im Gourmetrestaurant Auener Hof“ können online ohne große Schwierigkeiten gebucht werden. Die Betreiber nehmen die Gesetzesübertretung auf ihrem Grund zumindest in Kauf.

    Dass die Fluggesellschaften das Risiko durchaus mit Kalkül eingehen, beweist ein Blick in die Statistik. Nur 10 Meldungen gingen beim Amt für Mobilität in den letzten 12 Monaten ein, keine einzige ausgestellte Strafe betraf die Flüge zu den Sarntaler Luxus-Chalets. Das könnte sich ändern: „Wir schauen uns die Sache an“, erklärt Paul Profanter, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft, „Ausnahmen machen wir eigentlich nie.“ Früher, so Profanter, habe man noch von Strafen abgesehen, „wenn der Hubschrauber nicht gerade den Hut vom Kopf fegte“, diese Zeiten hätten sich aber geändert.

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    Kommentare (17)

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    • Nachdenklich

      Auf dem golfplatz von eppan landen auch täglich hubschrauber…

    • gutulax

      die Neureichen unter sich, Hubschrauber für alle!

    • Zero

      Die Arroganz derjenigen, die unbedingt auch den Flugplatz Bozen fordern!
      …..und die Forstbeamten haben nie was gehört oder gesehen!????

    • puschtra-org

      Siehe Olang / Geiselsberg………

    • Ortler

      Hubschrauber beschlagnahmen!

    • Hubert

      Auch hier greifen die „Verordnungen“ nicht für die eh schon privilegierte Klasse.
      Die Forstbeamten trauen sich an diese Kategorie erst gar nicht ran. Wenn es um ein „Baudelikt“ geht, wo ein Fenster in einer Hütte ausgeschnitten wird, oder wenn ein WC eingebaut wird, scheint es für diese Exekutive kein Problem zu sein, „amtlich vorzugehen“.
      Das Gesetz ist doch nicht für alle gleich, oder?

    • Robert

      Da sieht man wie wichtig regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen durch die Arbeitsmedizin sind. Die Sarntaler Forstbeamten haben – scheint es – alle zusammen schwerwiegende Gehörprobleme. Wieso hilft hier niemand?

    • hugo

      In diesem Forum sind wohl nur Neidhammel unterwegs!

    • Alex

      ich bitte euch, privilegiert sind wir doch alle hier in Südtirol,
      viele zu verwöhnt und eiern wegen jeder unwichtigen Kleinigkeit herum.
      Warum hackt ihr über diese Berufsgruppe so herum, die machen doch auch nur ihren Job wie der Bauer mit seien Traktor und Motorsäge, der LKW Fahrer für seine Transporte, wie der Schneekatzenfahrer die Pisten präpariert, die Schneekanone ihren Schnee macht, wie der Busfahrer seien Touristen bringt usw.
      Alle machen Lärm und eigentlich dinge, die im Grunde nicht alle brauchen, oder ?
      Übrigens ist die besagte Alm wo der Helikopter landete auf genau 1599 mt.ü.M. und damit Legal unterwegs wie der Busfahrer und alle LKW und PKW welche auf diese Alm fahren.
      Deswegen bitte keine Anschuldigungen gegen die Förster !!!
      Habe auch gesehen das ein Rundflug mit dem Heli fast gleich viel kostet wie eine Tageskarte zum Skifahren ca. 50 € also ist das nicht nur für eine privilegierte Kaste.

      • x

        Am meisten Lärm machen die Proleten: man kann mit einem Traktor auch vernünftig fahren, manche jedoch fahren – stink stink – mit Vollgas durch die Dörfer und kompensieren so auch noch ihr Aufmerksamkeitsdefizit! Ein Hubschrauber ist wenigstens cool

    • Moidl

      Jeder Bergbauer hat ein Anrecht auf einen eigenen (natürlich vom Land finanzierten) Hubschrauber, das hat schon Magnago mal gesagt, und dann wird es wohl auch das Recht haben auf seinem Berghof zu landen, oder?

    • Alex

      Nicht nur jeder Bergbauer, jeder Bürger hat das gleiche recht,
      ob mit dem Lkw, Auto, Traktor, Schneemobil, Motorrad oder Heli,
      nur mit dem unterschied das der Heli in 1-2 min.wieder mit Staub und Lärm weg ist und die anderen Fahrzeuge machen im vergleich über 30 min Lärm im Ort.
      Leider gilt hier zu Lande “ für wenige Nörgler“ ein Heli, komischerweise noch als etwas außergewöhnliches, aber gut, nicht jeder entwickelt sich weiter, vielleicht ist es gut so….

    • George

      Leute, was stänkert ihr herum? Bestimmung ist Bestimmung und Gesetz ist Gesetz. Wer diese nicht einhält und wer der Einhaltung nicht Gebot macht, ist zu verurteilen, solange diese Bestimmungen aufrecht bleiben. Sonst sind diese Bestimmungen abzuändern oder abzuschaffen und jeder kann wieder frei seine Umwelt belasten wie er will. Dann aber nicht jammern, wenn jemand erkrankt oder sich belastet fühlt oder die Natur wieder einmal zurückschlägt. Die absolute Freinahme an Freiheit des einen ist der völlige Entzug der Freiheit des anderen. So ist es und diese „Juxausflügler“ wollen das einfach nicht wahrhaben.

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