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    Nach dem Horrorjahr

    02-bauer-obsternte-Das Geschäftsklima in der Landwirtschaft hat heuer einen Tiefpunkt erreicht, vor allem aufgrund der niedrigen Verkaufspreise in der Obstwirtschaft. Für 2016 erwarten aber neun von zehn Genossenschaften wieder ein positives Jahr. 

    Vor allem für die Obstwirtschaft war 2015 ein schwieriges Jahr. Die Apfelernte im Herbst 2014 war europaweit sehr ertragreich, was zusammen mit dem russischen Importstopp zu einem Überangebot und zu fallenden Preisen führte. Die Großhandelspreise der wichtigsten Sorte „Golden Delicious“ waren heuer um fast ein Fünftel niedriger als 2014. Folglich konnte nur knapp ein Drittel der Obstgenossenschaften zufriedenstellende Erzeugerpreise auszahlen.

    Für das kommende Jahr erwartet man aber auf allen Märkten eine deutliche Steigerung der Verkaufspreise und der Umsätze. Dies geht aus dem Wirtschaftsbarometer des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.

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    Die europäische Apfelproduktion war heuer etwas geringer als 2014, besonders in den nordeuropäischen Ländern. Darüber hinaus erleichtern die niedrigen Lagerbestände und der günstige Euro-Wechselkurs die Vermarktung. Auch Südtirols Obstgenossenschaften setzen immer mehr auf Exporte außerhalb Europas.

    Aufgrund der verbesserten Marktlage gehen 95 Prozent der Obstgenossenschaften davon aus, dass sie im Jahr 2016 befriedigende oder sogar gute Auszahlungspreise bezahlen werden können.

    Auch in der Weinwirtschaft bessert sich das Geschäftsklima wesentlich. Neun von zehn Kellereien bewerten die Auszahlungspreise an die Weinbauern und -bäuerinnen für das Jahr 2015 als positiv. Vor allem wird aber ein sehr positives Jahr 2016 erwartet.

    Die Weinlese war heuer qualitativ ausgezeichnet und auch die Erntemengen haben wieder das gewohnte Niveau erreicht. Aus diesem Grund gehen für das kommende Jahr alle Kellereien von zufriedenstellenden bis guten Auszahlungspreisen aus.

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    Die Stimmung in der Milchwirtschaft ist grundsätzlich positiv. Milchhöfe und Sennereien bewerten zu 88 Prozent die Auszahlungspreise für 2015 als positiv, in über drei Viertel der Fälle sogar als gut. Für 2016 erwarten 86 Prozent befriedigende Auszahlungspreise. Sorgen bereiten aber die steigenden Kosten, welche die Rentabilität vieler kleiner Grünlandbetriebe belasten.

    Handelskammerpräsident Michl Ebner unterstreicht die wichtige Rolle der Bergbauern und -bäuerinnen: „Die Berglandwirtschaft hat in Südtirol eine große kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung und ist wesentlich für die Landschaftspflege. Es braucht Anreize, um die existenzbedrohten Bergbauernhöfe zu erhalten.“

    Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler sagt: „Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Verkaufsjahr sind heuer positiv. Wir haben nicht nur eine sehr gute Qualität bei Äpfel, Wein und Milchprodukten, sondern auch Vermarktungsbetriebe, die eine hervorragende Arbeit im Verkauf machen. Die Fokussierung auf Qualität und Professionalität zahlt sich immer mehr aus.“

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    Kommentare (10)

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    • dulio

      Iatz Jammern sie wenn mol uan fohr nitt gonz guat gongen isch.

      In der Baubranche und in Bauhandel haben wir 7 Jahre lang keine Lohnerhöhungen bekommen.
      Haben als Unternehmen Umsatz und Gewinn verloren.
      haben müssen auf die Lohnausgleichskasse zurück greifen
      Haben müssen Investitionen verschieben oder streichen
      Konnten keine Arbeitskräfte nachbesetzen
      Haben müssen der bestehenden Belegschaft mehr an Arbeit geben.

      Und was ist die Botschaft.
      Es muss nicht jedes Jahr a neuer FEndt oder Knecht sein.

      Iatz haben die Apfel Landwirtschaftlichen Betriebe 10 fette Jahre hinter sich. Dann tut es nur mal gut, dass alle wieder mit beiden Beinen auf die Erde zurück geholt werden.

    • Cif

      Es wird nicht gejammert dulio, man versucht positive Stimmung zu verbreiten, man will wieder die Kauflaune steigern. Ob es nun ein Fendt oder Fiat ist, spielt keine Rolle, hauptsache es wird fleissig investiert. Davon lebt die Wirtschaft und die Arbeitsplätze…

    • dulio

      Wenn diese Sparte sich so äussert, dann ist das für mich jammern auf einem Niveau vom Mount Everest!

    • Andreas

      Dass Golden Absatzprobleme haben, weiß sogar ich, obwohl ich sonst keine Ahnung von den Apfelpreisen habe. Man kann halt nicht immer noch Hufeisen produzieren, nur weil man jahrelang damit Geild verdient hat, wenn lange schon Autoreifen gefragt sind.
      Nebenbei wären konkrete Zahlen besser als Stimmungtabellen, da Obstbauern grundsätzlich jammern, sonst wäre es ja keine Bauern 🙂
      Mit tun die Überetscher Bauern bei ihren Feiertagen, bei Regenwetter, immer leid, da haben sie immer ihr größtes Problem, sie tun sich schwer einen vierten zum Blindwatten zu finden 🙂

    • Hans

      Das heißt also im Klartext statt 300000 Gewinn nur mehr 240000… Wahnsinn!! Wo bleibt das Spendenkonto?

    • Rasputin

      Jammer über Jammer, Landesvater hilf !!!!!!!!!!!!

    • Unterwind

      Können die armen Schlucker jetzt um einen Beitrag ansuchen?????

    • Spaltpilz

      Ich war im Bauernladen von Naturns, dort kostet der Liter vinschger Golden-Apfelsaft 7,7€.

      • Yannis

        @Spaltpilz
        dann ist man in DE bei „Norma oder Netto“ mit 3,49 € für 1 Liter Etschtaler Edelvernatsch der „Cantina Gadoro“ aus Auer richtig gut bedient
        „Natur trüben“ Apfelsaft gibt’s bei Lidl oder Aldi immer unter einen €. / Liter, manchmal sogar für 0,69 €.

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