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    Diskussion ohne Ende?

    Drei Zinnen Sexten123rtNach fünf ruhigen Wochen geht die Debatte um die Reform der Tourismusorganisationen weiter. Der Landeshauptmann hat eine klare Position, die bei den Touristikern weiterhin Bedenken hervorruft.

    von Heinrich Schwarz

    Seit fünf Wochen ist es ruhig geworden um die Reform der Tourismusorganisationen. Nachdem die Steuerungsgruppe bei der Sitzung Mitte Oktober auf keinen gemeinsamen Nenner zur konkreten Umsetzung kam, hat man sich noch einmal Zeit gegeben, um neue Vorschläge zu definieren. Gestern fand wieder eine Sitzung der Steuerungsgruppe statt.

    Zur Erinnerung:

    Die zehn bestehenden Tourismusverbände sollen durch vier oder fünf sogenannte „Regionale Managementeinheiten“ (RME) ersetzt werden. Diese sollen unter der SMG (künftig IDM) und über den Tourismusvereinen stehen und somit eine Brückenfunktion haben. Allerdings stieß dieses Modell auf heftigen Widerstand – vor allem aus den Tourismushochburgen Gröden uns Hochpustertal, die um ihre relative Eigenständigkeit und die Stärke ihrer Marke bangen.

    Prompt legte der LTS mehrere Änderungsvorschläge vor, um die Reform abzuschwächen. Unter anderem sollen die RME vom Land bzw. der SMG unabhängig sein. Der LTS erklärte sogar, andernfalls seine Zustimmung zu verweigern. Auch vonseiten des HGV gab es Bedenken.

    Jetzt gibt es einen neuen technischen Vorschlag, der gestern zur Diskussion stand.

    Landeshauptmann Arno Kompatscher konnte aufgrund seiner Wien-Reise nicht teilnehmen. Angesprochen auf die angespannte Situation sagte er aber bereits im Vorfeld gegenüber der TAGESZEITUNG: „Unabhängige RME wären nicht im Sinne des Erfinders. Wir müssen sicherstellen, dass zwischen Landestourismuswerbung und Vereinen eine Brücke besteht. Ansonsten haben wir wieder drei Einzelplayer, die nicht miteinander kommunizieren.“

    DEN GESAMTEN ARTIKEL LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (20)

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    • Andreas

      Dieselbe Problematik wie bei der Sanität.
      Jeder hält sich für unentbehrlich, niemand will seine Privilegien aufgeben, was zur Folge hat, dass alle unzufrieden sind und es eigentlich nur zu einem faulen Kompromiss kommen kann, um alle Gemüter etwas zu beruhigen.

      Der LH sollte endlich das machen für was er gewählt wurde, nämlich führen und entscheiden und nicht jeden um seine Meinung fragen.
      Dies wäre eine ergebnisorientierte Verwaltung und die, welche es als Diktatur bezeichnen, sollten das Wort Diktatur mal googeln.

      • Peter

        Der Vergleich mit der Sanität hinkt, denn die heutige Basis (Tourismusvereine und Verbände) sind privatrechtlich organisiert und die heutige SMG hängt nicht im Organigramm dieser Tourismusorganisationen. Diese Organisationen verfolgen ihre Kernkompetenzen und finanzieren sich in der Zwischenzeit (es hat 20 Jahre gebraucht!!) dank der GAA und privater Kofinanzierungen.
        Der Landeshauptmann, der auch LR für Tourismus ist (manche haben dies vergessen), sollte Reformen zulassen und nicht ein Gesetz schaffen, welches nur das Ziel verfolgt in Zukunft die Dachorganisation IDM zu finanzieren.

    • Hubert

      wie oft hat man nun schon von oben herab versucht irgend etwas Besseres auf die Beine zu stellen? Und immer wieder wurde es nur noch ein größerer Verwaltungshaufen, der auf Besserungen warten lässt – eben Verwaltungsapparat ohne Grenzen mit vielen Kosten, die von oben herab mit Abgaben und Steuern bestimmt werden.
      Dabei wird auch in den „neuen“ Vorschlägen überhaupt nicht auf homogene Gebiete geachtet, sondern künstliche (hat mit Kunst nichts zu tun) „Regionen“ geschaffen – das kann nicht gut gehen.
      Aber nach einigen Jahren „Aufbauarbeit“ kommt es dann halt wieder zu einer Änderung.
      Wie sollen Hirngespinste auch Erfolg haben, wenn man seitens der Verwaltung sogar alle Jahre wieder einen neuen Namen für ein wieder mal unnützes Konstrukt sucht?

    • bergbauer

      die lösung ist EIN EINZIGER TOURISMUSVERBAND, in Südtirol und basta…….

      • Peter

        … das hast du dir wohl vom SBB abgeschaut – oder?

      • Stephan Mair

        Deiner Meinung.
        Nur so können wir genug gut dotierte Posten für die nächste Generation von SVP-Lakeien machen.
        Man stelle sich mal vor wie viele Posten.. in jedem größeren Ort ein Tourismusbüro geleitet von irgend ein SVP-Kader Mitglied. Ideales Spungbrett für eine Karriere in der Gemeindpolitik und noch viel weiter.
        Und das alles unter Kontrolle des Einen.Unter dem natürlich in Bozen noch weitere sind die ja die ganzen Außenbüros koordinieren müssen und …
        Das ergibt ein Potenzial von Posten und Pöstchen das schier unendlich ist.
        Und alles finanziert vom Gastgewerbe!

    • roadrunner

      Meines Erachtens würde eine solche Struktur nur folgendes Bewirken: Zerstörung des jahrelangen Imageaufbau einiger erfolgreichen Tourismusvereine und Entzug derer Entscheidungsbefugnisse. Benachteiligung kleiner Tourismusvereine, da nur mehr das Ganze vermarktet wird. die MGM promoted z.B. Meran ganzheitlich, wie sieht es aber mit Verdings, Maling usw. aus? Diese werden komplett vernachlässigt. Schenna konnte sich zum Glück noch halten, da sie zu erfolgreich sind.

      • Andreas

        Stimmt, aber im Umkreis von 25 km von Meran sind 16 oder 17 Tourismusvereine.
        Kurverwaltung macht eigentlich Meran, MGM ist über denen.
        Die MGM macht anscheinend die Webseite aller TV und hat den Auftrag ins Ausland vergeben.

        • roadrunner

          Sie macht nicht nur die Website und TV, sondern die Gelder, welche vorher die Tourismusvereine von den Tourismusbetriebe, sprich Hotels, erhalten hatten, gehen jetzt an die Marketinggesellschaften, welche „übergreifendes“ Marketing machen. Von Website, Seo, PR ecc. aber immer nur für das Meraner Land. Somit wird auch den starken Tourismusvereinen wie z.B. Schenna, welche in Eigenregie sich erfolgreich positioniert haben, der Geldhahn zugedreht. Jetzt führen „externe“ das Marketing fort und dies die das gesamte Meraner Land.
          In Gröden haben sich schon einzelne Gemeinden aufgregt, weil sie sich benachteiligt werden und keine Möglichkeit mehr haben, in ihrer Feriendestination zu investieren. Für Gröden steht halt St. Ulrich und Wolkenstein, die restlichen Gemeinden geraten in den Hintergrund…

          • Andreas

            Meines Wissens arbeiten die großen TV im Meraner Land noch eigenständig, müssen/sollen aber die Vorgaben der MGM einhalten, wenigstens bis heute war es noch so.
            Dass sie das Geld von der MGM bekommen, ist mir neu.
            Dass Schenna und Dorf Tirol das akzeptieren, kann ich mir jetzt schwer vorstellen.

            • Peter

              Bitte vergiss nicht, dass die MGM der „Verband der Vereine“ ist und als ihre Werbeabteilung verstanden werden muss. MGM hat in den vergangenen Jahren einige tolle Produkte auf die Beine gestellt und macht ihren Job gut.

            • roadrunner

              Nur Schenna meines Wissens und können tun was sie wollen. Dorf Tirol weiß ich nicht. Vorher haben die Hotels die Beiträge den örtlichen Tourismusvereinen gezahlt, jetzt gehen sie an die Marketinggeselleschaften.

            • roadrunner

              @Peter. Aber nicht jedes Hotel, welches bis dato die Tourismusvereine mitfinanziert hat, ist damit einverstanden. Stell dir vor, du hast ein Hotel in Verdings und musst ab jetzt die MGM bezahlen, damit sie das Meraner Land vermarkten. Da kommen wieder die Goßen zum Handkuss und die Kleinen sind die Geleimten. Was ich so gehört habe, habe sehr viel mit Hotels zu tun, werden in der nächsten Zeit sehr sehr viele Hotels dieses Spiel nicht mehr mitmachen, hauptsächlich jene von den Randdestinationen.

            • Andreas

              @Peter
              Dein Lob an die Adresse der MGM kann ich jetzt so spontan nicht nachvollziehen, was waren denn die großartigen Produkte, welche sie geschaffen haben?
              Sind z.B. die ganzen Veranstaltungen in Meran ein Verdienst der Kurverwaltung oder des MGM?
              Jedenfals finde ich die Entscheidung den Auftrag der Webseite ins Ausland zu vergeben für einen groben Fehler.

              Der Erfolg oder Misserfolg der Hotels hängt primär vom Haus selbst ab, was sich auch belegen lässt.

    • Martin Senoner

      Das Ziel soll sein, die vorhandenen Mittel effizienter einzusetzen, der Vorschlag von oben, sieht eine mögliche Lösung vor, ist aber nicht die einzige! Finde wichtig, dass die Zahl der Verbände reduziert wird, aber es müssen vier oder fünf organische Verbände herauskommen! 10 sind noch viel zu viele!

      Diese (ob 10 oder drei) müssen sich mit der Südtirolwerbung und den Mitgliedsvereinen absprechen. Letztere müssen sie auch koordinieren). Dass alle diese Verbände von Fachleuten geführt werden müssen, ist offensichtlich, was aber nicht heißt, dass diese nicht auch mal (zeitlich begrenzt, wie immer) in die Politik wechseln!

      • Peter

        Die Tourismusverbände (in Südtirol sind dies die Regionalorganisationen) sollen ihre Kernkompetenz ausüben und das bedeutet, dass sie touristische Produkte schaffen müssen. Diese Produkte sollten den Charakter des damit verbundenen Gebietes (Destination) ausdrücken. Derartige Regionen kann man nicht am Reißbrett schaffen. Wieso sollen gut funktionierende Destinationen wie Gröden, Alta Badia, Vinschgau und Meraner Land usw. zur Zwangsehe verpflichtet werden?
        Kleinere TVBs (Rosengarten und Seiseralm) könnten durchwegs mit ihren größeren Nachbarn fusionieren, aber es sollte immer die Entscheidung dieser privaten Strukturen sein.

      • roadrunner

        Effizienz ist nicht gleich Effektivität. Dass man einzelne Tourismusvereine zusammenschließen könnte, mag schon sein, doch sollte meiner Meinung nach nicht eine einzelne Gesellschaft das Marketing einer ganzen Destination übernehmen. Diese sollte sich hauptsächlich für die Image- und Markenbildung kümmern. Für die Gästegewinnung und -bindung sollten die lokalen Tourismusbetriebe mit den Hotels der Region zuständig sein. Auch, weil diese die Situation im Ort am Besten kennen.

        • Peter

          Für die Markenbildung ist die Destination „Südtirol“ zuständig. Die Verbände bündeln die Produkte mehrerer Vereine und die Vereine betreuen die Gäste vor Ort. Die Destination ist, was der Gast als Ganzes empfindet, weit über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinaus. Oder hast du dich mal gefragt, welche Gemeinden du berührst, wenn du die Sellaronda machst oder im Chianti Wein trinkst?

          • roadrunner

            Das stimmt schon, da hast du schon recht. Doch musst du auch bedenken, dass die großen Destinationen zum Handkuss kommen, während die kleinen verdrängt werden. Ein gutes Beispiel ist La Villa in Badia, welches als kleine Destination immer mehr an Gäste verliert. St. Kassian, St. Vigil, usw. sind Synonym für Badia und die meisten Gäste verbinden eben die großen Gemeinden mit diesem Tal. Es ist schon soweit gekommen, dass einzelne Hotels vom Tourismusverein ausgetreten sind, mit der Argumentation, warum soll ich in La Villa für die Promotion der großen Gemeinden beisteuern? Da nehmen sie das Geld lieber selbst in die Hand und vermarkten ihr Hotel selbst. (Beiträge von Hotels gingen vorher in die örtliche Tourismusorganisation, jetzt in die Marketinggesellschaften)

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