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    Wildwest im Zug

    Wildwest im Zug

    Auf der Zugstrecke Meran-Bozen kommt es immer wieder zu Vandalismus, aber auch zu Drohgebärden gegenüber Mitreisenden und Schaffnern. Die sporadisch mitreisenden Wachkräfte bieten kaum Abhilfe.

    von Karin Gamper

    Es ist ein Freitag Ende Oktober. Der Zug Bozen-Meran fährt in der Früh pünktlich in der Landeshauptstadt ab, die Wagons sind voll besetzt. Irgendwo auf halbem Weg der Strecke taucht die Schaffnerin auf, sie möchte die Fahrscheine kontrollieren.

    Eine Gruppe mitreisender junger Männer hat keine Tickets – und wird ungemütlich. Das geht so weit, dass der Schaffnerin ihr Kontrollgerät aus der Hand geschlagen wird. Am Ende wird der Zug angehalten, es kommt die Polizei und die Pendler müssen mit dem nächsten Zug weiterfahren.

    Dieser Augenzeugenbericht ist kein Einzelfall. Immer wieder soll es auf der Strecke Bozen-Meran zu Formen von Vandalismus, aber auch zu Drohgebärden gegenüber Mitreisenden und Schaffnern kommen. Dann müssen die Züge angehalten werden, es kommt zu Verzögerungen und Verspätungen mit unangenehmen Folgen für die Mitreisenden.

    Die SAD betont auf Anfrage, dass sich der geschilderte Vorfall auf einem Trenitalia-Zug zugetragen habe. Allerdings räumt die Nahverkehr AG auch ein, dass allgemein im Bahnverkehr rüdere Methoden Einzug halten.

    Aufgrund mehrerer unangenehmer Vorfälle auf der Strecke Bozen-Franzensfeste reiste im vergangenen Juni jeweils ein unbewaffneter Wachmann einer privaten Überwachungsgesellschaft mit. Weil sich das Piloprojekt bewährt hat, wurde der Dienst nun bis Dezember verlängert.

    Somit ist auch auf der Strecke Bozen-Meran regelmäßig ein Wachmann mit dabei, allerdings nicht immer.

    Die Sicherheitskräfte mussten in den vergangenen zwei Jahren auf den von SAD bedienten Zügen sieben Mal eingreifen, weil ein oder mehrere Fahrgäste gegenüber den Zugkontrolleuren aggressiv wurden. In jedem der sieben Fälle wurde Strafanzeige erstattet.

    In vier Fällen wurde der auffällig gewordene Fahrgast laut SAD verurteilt, in einem Fall wird der Gerichtstermin abgewartet, zwei Fälle wurden archiviert.

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