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    Die Rekordernte

    Während es bei den Kirschen heuer eine Rekordernte gab, lag die Erntemenge bei den Erdbeeren 35 Prozent unter jener des Vorjahres.

    Die stabile Wetterlage im Sommer beeinflusste Ernteverlauf und Qualität von Beeren und Gemüse in Südtirol. Die Genossenschaften sowie die Versteigerung zeigen sich mit den Ergebnissen zufrieden.

    Auf Südtirols Feldern ist die Gemüse- und Beerenernte abgeschlossen.

    Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma Obstversteigerung in Vilpian, resümiert: „Das Frühjahr hat ruhig begonnen. Der langsame Temperaturanstieg hat einen stetigen Mengenanstieg bei den Beeren bewirkt. Zwar waren die Früchte im Schnitt etwas kleiner als letztes Jahr, allerdings mit sehr guter Qualität. Auch die Preise waren im Schnitt höher als im Vorjahr“.

    Mit den erwirtschafteten Mengen ist die Egma Obstversteigerung ebenfalls recht zufrieden: Nur bei den Beeren gab es aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer einen Rückgang in der Menge.

    So wurden bei den Erdbeeren 130 Tonnen, das sind 35 % weniger als im Vorjahr, und bei den Himbeeren 27,5 Tonnen, und somit 20 % weniger als im Vorjahr, geerntet. Bei den Kirschen hingegen wurde ein Rekordertrag erzielt: Hier lag der Ertrag bei 120 Tonnen (+90 %).

    Gerhard Eberhöfer, Geschäftsfeldleiter VI.P Beeren erklärt:

    „Der Sommer 2015 war bekanntlich sehr warm und trocken, was das herausragende Aroma der Erdbeeren begünstigte.“ Allerdings beschleunigten die hohen Temperaturen den Reifeprozess und die Bauern waren extrem gefordert, mit der Ernte Schritt zu halten. Der Ernteverlauf und die Vermarktungssaison fielen kürzer aus als letztes Jahr und ab Mitte August wurden nur mehr kleine Mengen angeliefert. „Durch die schnelle Reife blieben die Beeren etwas kleiner; schlussendlich fehlten den Bauern einige Gramm pro Pflanze bzw. wichtige Kilogramm pro Hektar. Die Gesamternte 2015 fiel mit knapp 520 Tonnen schlussendlich um knapp 2 % geringer aus als 2014.“

    Südtiroler Beeren und Kirschen gedeihen im Freien im Martell-, Ulten-, Eisack-, Pustertal, Vinschgau, Jenesien und am Ritten.

    Das gesamte Anbaugebiet umfasst eine Fläche von circa 200 Hektar und Höhen zwischen 500 und 1.800 Metern. Sie werden vorwiegend in Südtirol und dem restlichen Italien verkauft.

    Die Kartoffelernte ist aufgrund des trockenen und warmen Wetters sehr gut ausgefallen. Trotz Rückgangs bei den Anbauflächen (-5 %) konnte in etwa die gleiche Menge wie letztes Jahr, das sind ca. 6.000 Tonnen, davon 25 Tonnen aus biologischem Anbau, geerntet werden. „Die Qualität der Kartoffeln ist sehr gut. Dank des stabilen Wetters auch während der Ernte konnten sämtliche Partien trocken eingelagert werden, was auf eine gute Lagerfähigkeit schließen lässt“, berichtet Hanspeter Felder, Direktor der Pustertaler Saatbaugenossenschaft. Das Pustertal ist das Hauptanbaugebiet der Kartoffeln mit Qualitätszeichen. Im Durchschnitt werden auf den Südtiroler Äckern circa 37 Tonnen Kartoffeln pro Hektar geerntet.

    Der Südtiroler Blumenkohl ist Marktführer in Italien und auch dieses Jahr wurde er wieder in allen wichtigen italienischen Großmärkten täglich frisch zum Verkauf angeboten.

    „Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit dem modernen Lebensmitteleinzelhandel intensiviert“, so Reinhard Ladurner, Geschäftsfeldleiter VI.P. Gemüse und Kirschen. Von der gesamten Gemüseproduktion im Vinschgau nimmt der Blumenkohl 95 % ein. Insgesamt konnten 2.360 Tonnen geerntet werden, das entspricht einer leichten Steigerung von 60 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei den Kirschen konnte eine sehr gute Ernte erzielt werden, mit 380 Tonnen wurde eine Mengensteigerung von über 50 % im Vergleich zum Vorjahr erzielt.

    Überhaupt hat die Kirschproduktion im Vinschgau großes Potential, da aufgrund der Höhenlage und der klimatischen Bedingungen in einem interessanten Zeitfenster geerntet werden kann, wenn die Kirschen aus den europäischen Hauptanbaugebieten Italien und Deutschland nicht mehr am Markt vertreten sind.

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