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    „Es geht nicht nur um Bombardierung“

    „Es geht nicht nur um Bombardierung“

    Mario Gretter, Leiter des Referats für interreligiösen Dialog, über den Umgang mit radikalen Jugendlichen, „Islam for Dummies“ – und die absurde Diskussion um gewalttätige Religionen.

    TAGESZEITUNG: Herr Gretter, in Meran wurden Ende vergangener Woche mehrere mutmaßliche Dschihadisten festgenommen – und in Paris starben 132 Menschen in einer terroristischen Anschlagsserie. Wie haben Sie auf diese islamisch motivierte Gewalt reagiert?

    Mario Gretter: Ich habe mir zwei Überlegungen dazu gemacht. Erstens: Jeder Anschlag ist eine Tragödie. Leider bemerke ich aber, dass es Tote erster und zweiter aber auch dritter und vierter Klasse zu geben scheint. Heute sagen Menschen in aller Welt „Je suis Paris“, aber als vor zwei Wochen mehr als 200 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, sagte niemand „Ich bin Russland.“ Niemand sagt „Ich bin Kenia“ oder „Ich bin Nigeria“. Das macht nachdenklich.

    Und Ihre zweite Überlegung?

    Es ist 10 Jahre her, seit Jugendliche in Frankreich Schwierigkeiten und Missstände in gewaltsamen Aufständen signalisiert haben. Was haben wir in der Zwischenzeit getan, um Antworten auf diese Hilferufe zu finden? Nichts. Stattdessen haben wir darauf geschaut, dass das Erdöl weiter fließt. Die zentrale Frage lautet aber auch: Wie kann sich die große Mehrheit der Muslime aktivieren und sich die theologische Frage stellen, welche Elemente des Islam aus welchem Grund missverstanden werden.

    Nach den Anschlägen erklärten Muslime auf der ganzen Welt, der Terror habe nichts mit Religion zu tun. Haben sie Recht?

    Wenn Attentäter nachweislich eine Art „Islam for Dummies“ mit sich führen, frage ich mich, worüber wir überhaupt reden. Das sind keine wohlausgebildeten Muslime, die durch eine theologische Reifung zu einem Punkt kommen, an dem sie Anschläge verüben. Ich verstehe gut, dass einfache „Alltags-Muslime“ nun damit überfordert sind, sich von allem und jedem distanzieren zu müssen. Das wäre so, als müsste ich mich von jedem Mafia-Geschäft distanzieren, weil ich Italiener bin.

    Wie erklären Sie sich dann, dass so viele Attentäter ihre Anschläge mit der islamischen Religion begründen?

    Der Islam braucht eine theologische Reform, diese Aussage vertrete ich durchaus. Auf der anderen Seite gibt es die große Versuchung, Macht durch theologische Aussagen zu untermauern, nicht nur im Islam. Auch George W. Bush hat den Einmarsch in den Irak mit Gott untermauert. Bush war ein perfekter Partner der Fundamentalisten. Im Koran mag man vieles finden, in der Bibel aber auch.

    Hat der interreligiöse Dialog mit dem Islam versagt?

    Reden wir doch einmal davon, wie viele Christen am interreligiösen Dialog interessiert sind. Ein Beispiel: Wenn bei einem in Südtirol organisierten Treffen zwischen Juden und Katholiken 6 von 36 Personen aus der jüdischen Gemeinde kommen – wie viele Tausende Katholiken müssten dann vorbeischauen, um das Gleichgewicht zu halten? Dasselbe gilt für Meran: Keine der jetzt festgenommenen Personen wurde je in den Gebetsorten gesehen. Man sagt schnell: „Diese Leute gehören zum selben kulturellen Raum und haben denselben Wortschatz – also sind sie wahrscheinlich ‚gute Moslems’“. Das würde bedeuten, dass jeder, der „Frohe Weihnachten“ sagt, automatisch Kirchgänger und „guter Katholik“ ist. Da merkt man erst, wie absurd diese Diskussion geführt wird.

    Gibt es ein Rezept, um mit radikalen Muslimen ins Gespräch zu kommen?

    Wer sich selbst als radikal sieht, schließt den Dialog von vornherein aus. Das ist wie beim Autofahren: Hat sich jemand radikalisiert, ist der Unfall schon geschehen. Sinnvoller wäre es, vorher die Bremsen zu checken und den Führerschein anzuschauen.

    Um Bremsen und Führerscheine kümmern sich Werkstätten und Polizei. Braucht es also mehr Kontrollen?

    Wir können nicht alle Autos ständig kontrollieren – darum müssen sich auch Fahrer und Mitfahrer kümmern. Kontrollen sollten der letzte Schritt sein. Aber die Muslime haben in ihren Gemeinschaften die Pflicht, ihre theologische Methode zu überdenken und sie in die große islamische Tradition zu setzen. Viele junge Muslime sind bereit, diesen Weg zu gehen. Wir dürfen die Fehler, die in Frankreich gemacht wurden, nicht noch einmal machen. Wir können nicht Aufstände unterdrücken, aber dann keine Antworten geben.

    Papst Franziskus sprach bereits vom dritten Weltkrieg. Hat nun eine Religion der anderen den Krieg erklärt?

    Nein, Papst Franziskus sagt: Wir befinden uns schon in einem dritten Weltkrieg – weil weltweit ständig Kriege stattfinden. Die Tatsache, dass wir nicht direkt involviert sind, heißt noch lange nicht, dass wir nicht Teil dieser weltweiten Krise sind. Das ist kein Krieg der Religionen oder der Kulturen, es geht um Unterdrückung und immer wieder um die Kontrolle natürlicher Ressourcen. Wenn wir wollten, könnten wir ISIS sofort zerstören – aber es geht nicht nur um Bombardierung.

    Worum sollte es der Politik gehen?

    Echte Sicherheit funktioniert nur, wenn wir eine solidarische Gesellschaft aufbauen. Das ist der notwendige Schritt. Das gemeinsame Wohl ist in den Hintergrund geraten, dieses Netz müssen wir neu knüpfen. Wir können Kameras und Polizisten aufstellen – aber jedes einzelne Auto werden wir nie kontrollieren können.

    Interview: Anton Rainer

     

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    Kommentare (52)

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    • Hubert

      dem kann ich vollinhaltlich zustimmen.

    • michl

      Endlich mal ein Artikel der die Wahrheit bringt!
      Wir werden von Lügnern,Blendern,Räubern,Terroristen,regiert, und von den Medien erfolgt nur weitere Verblödung!
      Die Amis machen den Ölraubzug wie von einer Tankstelle zu nächsten.Nimmt natürlich keine Flüchtlinge auf,die senden die in der Rest der Welt.Legen Europa Exportstopp für Russland fest(Sanktionen), um ihren Export zu erhöhen.
      Besetzen fremde Gebiete auch mit Gewalt,testen mit Nuklearraketen,ist der größte Waffenproduzent,und sind nebenbei genauso eingestellt wie sie es den Deutschen vor 80 Jahren vorwerfen.Rassismuss ist in Amerika mehr zu finden wie in Afrika!Ganz legal gibt es auch noch den KKK(Kuckuksklan),NSDAPAO,….
      Alle wissen es und alle schauen zu!Da ich selbst Bekannte habe die dort leben bekommt man so mit wie es drüben und hier verkauft wird.Verarschung pur,mehr nicht!

    • Andreas

      Ob eine Religion, welche das Naziregime unterstützte, sich in den Jahren danach massiv an Kinder vergangen hat und deren ehemaliger oberster Hirte Ratzinger dies vertuschen wollte, der richtige Ansprechpartner ist, wage ich mal zu bezweifeln.
      Frankreich wurde von Innen und nicht von Außen angegriffen, ein grundlegender Gedankenfehler von Holland. Franzosen haben Franzosen ermordet, nur wäre diese Einsicht auch die Einsicht darüber, dass der Staat versagt hat.
      Was nützt ein Dialog gemäßigter Muslime und Katholiken, wenn die Fundamentalisten in den Moscheen trotzdem ihre radikalen Predigten verbreiten können und westliche Staaten auf Grund ihrer herzensguter und toleranten Gesellschaft keine Handhabe dagegen haben oder keine haben wollen?
      Frühzeitige Skepsis und konsequentes Handeln wäre angebracht, doch anscheinend wird lieber erst gewartet bis die Gegenseite agiert um darauf überzogen zu reagieren.
      Die IS Führung sind keine verrückten Muslime, dass sind irakische Generäle, welche strategisch einen detaillierten Plan verfolgen. Die Attentäter sind Marionetten für sie und je mehr Muslime, welche zu uns kommen, merken, dass unsere Gesellschaft eigentlich keine gemeinsamen Werte hat, außer Geld, um so leichter wird sich der IS tun, neue Leute zu rekrutieren. Die Zeiten zwischen den Attentaten werden momentan immer kürzer.

      • Ulrich

        Wir haben gemeinsame Werte, nur scheinen die für manche mittlerweile so selbstverständlich zu sein, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen werden; vielleicht auch deshalb, weil sie durch unser Wirtschaftssystem etwas in den Hintergrund gerückt sind. @außer Geld: Meinungsfreiheit, Demokratie, keine Todesstrafe, grundlegende Menschenrechte, wir können uns in ganz Europa frei bewegen, Trennung von Kirche und Staat (noch weiter ausbaufähig!!!), Gesundheitsversorgung, Rechtssystem, Chancengleichheit, um einige zu nennen. Das Problem ist, die fallen einem leider erst auf wenn sie nicht mehr da sind. Diese Werte und Errungenschaften waren aber nicht schon immer da, sie wurden in einem langwieriger und z.T blutigen Prozess hart erkämpft. Das sollten wir nicht vergessen.

        • Ulrich

          Bei „Trennung von Kirche und Staat“ sollte es „dringend ausbaubedürftig“ heißen

          • Andreas

            Mutti hebelt mit 2-3 Sätzen ohne Rücksprache mit den 27 anderen Staaten das Dublinabkommen aus, wir streiten wer wie viele Flüchtlinge aufnimmt und Du meinst immer noch wir hätten irgendwelche Werte? Wir sind Egoisten wo sich jeder das heraus nimmt, was für ihn grad opportun ist.
            Grundgesetze werden nicht eingehalten, Menschenrechte zählen nur für die anderen, Guantanamo und die Bombardierung des Krankenhauses der Ärzte ohne Grenzen sind gute Beispiele dafür. Es wird vertuscht und gelogen. Die IS weiß mehr über unsere Gesellschaft, als wir über sie. Unsere ist ein fragiles Gebilde, welches mit kleinen Aktionen sofort aus dem Gleichgewicht kommt, wie man jetzt in Frankreich und Belgien sieht. Jetzt wird mal alles festgenommen, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist. Warum wurde nicht früher gegengesteuert?

            • Ulrich

              Am politischen Zank um die Flüchtlingsaufnahme willst du also fest machen, dass wir alle keine Werte haben? Das ist hoffentlich nicht dein ernst. Wenn du von Egoisten sprichst, kannst du höchstens für dich sprechen und nicht für alle.

              Welches fragiles Gebilde? Wer kommt denn bei uns aus dem Gleichgewicht? DIe rechten Schreier? Die hatten nie kein Gleichgewicht. Denen ist doch jeder Anlass recht ihre Hau-Drauf-Parolen unter die Leute zu bringen. @Guantanamo: dass alles glatt läuft hat niemand behauptet, aber das ist kein Grund das Kind mit dem Bade auszuschütten.

            • Andreas

              Eurokrise, Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, alles Themen, an welchen unsere „Wertegemeinschaft“ in letzter Zeit zu scheitern drohte und immer geht es ums Geld, außer bei den Flüchtlingen, da geht es noch zusätzlich um Ideologieen.

              Nun verhalten sich Belgien und Frankreich wie ein Stall aufgeschreckter Hühner und Amis und Franzosen scheinen sich in martialischen Geschwafel gegenseitig überbieten zu wollen, obwohl die Probleme schon lange bekannt und größtenteils hausgemacht sind.

              Ich teile deine sozialromantischen Ansichten nicht und jede Kritik als rechte Schreier abzutun ist sowieso Unsinn. Sind de Maziere oder Schäuble etwa Rechte?

            • Ulrich

              Du musst meine Ansichten nicht teilen, das ist einer der „Werte“, die unserer Gesellschaft ausmachen. Wenn du nicht willst, dass es um Geld geht, dann solltest du dich für eine Änderung des Wirtschaftssystems einsetzen anstatt zu behaupten, wir hätten keine Werte.

              Du hast von einem „fragilen Gebilde“ gesprochen, welches, ZItat:“mit kleinen Aktionen sofort aus dem Gleichgewicht kommt“
              War das in Paris etwa eine kleine Aktion?
              Was heißt denn jede Kritik als „rechte Schreier“ abtun? Wo habe ich das gemacht? De Maziere oder Schäuble sind nicht aus dem Gleichgewicht gekommen, sondern haben, so viel ich weiß, angemessen reagiert. Oder sollen sie die Geschehnisse einfach ignorieren? Also deine Thesen werden immer konfuser.

            • Andreas

              Mossad, NSA, CIA, BND, usw., alles Geheimdienste, welche mit Milliarden ausgestattet sind und dann kommen 8-9 junge Männer mit wenig militärischer Ausbildung und Ausrüstung für ein paar tausend Euro und destabilisieren einen ganzen Kontinent und zeigen dem Westen wie leicht verwundbar er ist. Der Vorteil des Terrors ist der, dass Terrorbekämpfer immer Glück brauchen um erfolgreich zu sein, Terroristen nur 1x.
              Natürlich war das eine kleine Aktion, der Organisations-, Personal- und Waffenaufwand war minimal und könnte theoretisch täglich wiederholt werden, der Angriff auf das WTC war ein anderes Kaliber.
              Frankreich hätte durch Charlie Hebdo gewarnt sein müssen, hat aber vor diesem Anschlag Warnungen anderer Länder ignoriert.

            • Franz

              Andreas
              ( Mutti ) Merkel: De Maizière hat Kanzleramt nicht informiert
              Bundeskanzlerin Merkel wusste nicht, dass das im August ausgesetzte Dublin-Verfahren seit 21. Oktober auch bei Syrern wieder angewendet wird.
              Quelle:Süddeutsche Zeitung
              °Welche Werte haben scheinheilge Gutmenschen mit ihren Willkommensgruß indem sie alle auffordern zu uns zu kommen und ihnen etwas versprechen, was wir dann nicht allen bieten können. Ein besseres Leben Arbeit für alle. vielleicht ein bequemes Leben in einen 4 Stern Hotel mit Nichtstun auf unseren Kosten ?
              Und italienische bedürftige Staatsrürger vergisst man.
              Mit solchen Versprechen löst man nur die sogenannte zur Zeit viel zitierte Schäubl- Lawine los.++++

      • THEMA

        Ich kann nicht zustimmen. Frankreich wurde von Franzosen im Auftrag einer ausländischen Macht
        (IS) angegriffen. Dies waren keine Revolutionäre die die Gesellschaft verbessern wollen, sondern
        arme Fanatiker, die glauben sie könnten, für ihre Auftragsgeber, den Staat zerstören um dann ein
        islamisches Reich aufzubauen. Bei 20 Millionen Ausländern die in Europa leben, ist es ganz natürlich dass man ein Dutzend Verrückte findet. Südtirol hat nur 500000 Einwohner und wir hatten auch unseren Fedinanbd Gamper der die Leute auf der Strasse wahllos erschoss.

        • Franz

          THEMA
          Nur ein Verrückter wie der “ User Thema“ kann Ferdinand Gamper mit den IS vergleichen
          Und nicht Frankreich hat den Islamisten den Krieg erklärt ganz im Gegenteil man hat diesen Fanatiker des Islam in aller Freiheit erlaubt sich frei zu bewegen und ihren Fanatismus zu verbreiten.
          Und nicht Frankreich oder Amerika hat den Islamisten den Krieg erklärt, es waren die Fanatiker von Al-Qaida mit den Anschlag auf die Zwillingstürme -auf das World Trade Center in New York 9/11 und die jetzigen ISIS des IS Kalifats die den Rest der Welt den Krieg erklärt haben mit den Anschlag auf Charly Hebdo und den Anschlag vom Freitag den 13,#.11.2015 in Paris, bzw. den Flugzeugabschuss über den Sinai (ISIS bekennt sich zu Flugzeug-Abschuss im Sinai ) ++++

      • Ploner Helmuth

        Deinen Beitrag finde ich sehr zutreffend…ganz besonders den ersten Teil! Schönen Sonntag.

      • christian waschgler

        Andreas – versuche es einmal mit den Problemen der Gegenwart nicht mit der Vergangenheit

    • Eva

      Die katholischen oder auch andere Christen sind im Laufe ihrer Geschichte um kein Haar weniger gewalttätig vorgegangen, bis sie ihre Monopolstellungen erobert hatten. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums

      • hubert

        Hallo Eva, es ist ein Unterschied, ob der Religionsgründer selbst ein den Krieg und Terror vorgeführt hat, oder ob eine Religion von einer Institution mißbraucht wurde. Frage: hat Jesus die Ehebrecherin, etwa verurteilt oder begnadigt? Ebenso hat er auch geagt: Das wichtigste Gebot ist: Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben, und Deinen Nächsten wie Dich selbst. – – Tun wir das?

    • Rebek

      Mit den Missionen (Expansionsbestrebungen der Religionen) in Afrika, aber auch anderswo, werden ortsübliche kulturelle und infolge auch wirtschaftliche Strukturen zerstört, Konflikte ausgelöst, die auch in Kriege münden und viele Menschen zur Flucht zwingen, Die Folgen bekommen wir auch bei uns zu spüren.

    • Heinz

      Bombardierungen provozierten Terroranschläge, die man mit Bombardierungen bekämpfen will, logisch nicht?

    • Verwunderlich

      solidarische gesellschaft aufbauen…. was für eine illusion… und das in südtirol… vielleicht in 10.000 jahren…

    • Ulrich

      „Heute sagen Menschen in aller Welt „Je suis Paris“, aber als vor zwei Wochen mehr als 200 Menschen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, sagte niemand „Ich bin Russland.“
      Welch scharfsinnige Beobachtungen Herr Gretter, sind die mit dem Bischof abesprochen, oder dürfen sie sich frei äußern? Schon mal daran gedacht Herr Gretter, dass jemand der sich mit Rußland solidarisiert, sich mit einem Despoten solidarisieren würde? Den Opfern gilt überall die gleiche Solidarität, den Staaten aber nicht. Dass es leichter fällt, sich mit einem demokratischen Staat, in dem Menschenrechte nicht nur auf dem Papier gelten, zu solidarisieren, sollte sogar Ihnen einleuchten, Herr Gretter.

      • samy

        Dass beim Flugabsturz niemand Russland war, lag wohl eher auch daran, dass längere Zeit nicht feststand, ob es denn ueberhaupt ein Terrorangriff war bzw. Russland selber das verneint hat. Und nach zeitlicher Distanz nimmt auch die Solidarität ab.

      • Yannis

        >>>Schon mal daran gedacht Herr Gretter, dass jemand der sich mit Rußland solidarisiert, sich mit einem Despoten solidarisieren würde?<<<

        und wenn man sich mit den USA oder noch ein paar anderen solidarisiert ?

    • Ulrich

      „Das würde bedeuten, dass jeder, der „Frohe Weihnachten“ sagt, automatisch Kirchgänger und „guter Katholik“ ist.“

      Totaler Schwachsinn!

    • helmut

      Hochwürden Mario Gretter erklärt uns den missverstandenen Islam. Freilich ohne die Suren zu zitieren, die „Ungläubige“ als Wesen minderster Sorte verhöhnen und zum Töten freigeben.

      Ach Entschuldigung, ich muss alles zurücknehmen: Das sind ja nur die „missverstandenen Elemente“ des Islam !

      Und natürlich darf man von den „überforderten Alltags-Muslimen“ nicht erwarten, dass sie sich von Mord und Totschlag im Namen Allahs distanzieren.

      Auch Gretter kann sich als „Italiener“ schließlich nicht von jedem Mafia-Geschäft distanzieren.

      Bitte, sehr geehrter interreligöser Unterhaltungsspezialist: Gehen Sie nach Saudi-Arabien und führen Sie dort Ihren geliebten Dialog mit den Anhängern Allahs!

      Wir werden von Ihnen in der Zeitung lesen.

    • martasophia

      Ich bin mit Mario Gretter voll und ganz einverstanden. Europa muss mehr über Sicherheit nachdenken und das in einem umfassenden Sinn. Politische Entscheidungen die sich nur oder vorwiegend nach dem Prinzip mehr und mehr im wirtschaftlichen Sinne richten, werden den Menschen nicht gerecht. Ein Paradigmenwechsel ist dringend notwendig.

    • Franz

      Mario Gretter auf die Frage“ Papst Franziskus sprach bereits vom dritten Weltkrieg. Hat nun eine Religion der anderen den Krieg erklärt?
      Würde meine ja, es waren die Fanatiker von Al-Qaida mit den Anschlag auf die Zwillingstürme -auf das World Trade Center in New York 9/11 und die jetzigen ISIS des IS Kalifats die den Rest der Welt den Krieg erklärt haben mit den Anschlag auf Charly Hebdo und den Anschlag vom Freitag den 13,#.11.2015 in Paris, bzw. den Flugzeugabschuss über den Sinai (ISIS bekennt sich zu Flugzeug-Abschuss im Sinai ) ++++
      Der Islam braucht eine theologische Reform, da haben Sie wohl recht, die Frage ist ob sich Muslime reformieren lassen. ich glaube eher nicht .
      Schon die Tatsache dass Islamisten zum Großteil nicht bereit sind sich von Anschlägen wie auf CHARLY HEBDO sowie den Anschlag vom 13.11.2015 in Paris klar zu distanzieren, zeigt was in ihren Köpfen vor sich geht.
      Scheich Abu Bakir Muhammad aus GB sagt unverblümt, die Wahrheit über den Islam:
      *Das Blut und Gut eines Nichtmoslems gehöre dem Moslem
      *Die Scharia gelte auch für Nichtmoslems in ihren nichtmoslemischen Ländern
      *Gleichheit der Menschen gilt nur für Muslime, nicht für Nichtmuslime
      http://michael-mannheimer.net/2013/01/24/scheich-in-england-scharia-gilt-auch-fur-europaische-christen/
      Dass bisher gegen die Finanzquellen nichts des IS sprich Ölquellen nichts oder nur wenig unternommen wurde stimmt.
      Was sich mit der Beteiligung von der Allianz Russland – Frankreich und den USA sowie den Kurden-Peschmerga gegen den IS durchaus ändern könnte.
      Wie letzte Berichte zeigen
      http://derstandard.at/2000025993872/Russland-bombardiert-IS-Oelanlagen
      Russland bombardiert IS-Raffinerien und Öltanker
      18. November 2015, 21:07
      Beobachter: 33 IS-Kämpfer binnen 72 Stunden getötet bildspricht sogar von tausenden toten IS -Kämpfer.
      Bei russischen Luftangriffen in den vergangenen Tagen bisher rund 500 Öltanklaster zerstört. Am Montag hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt, US-Kampfjets hätten nahe der vom IS gehaltenen Stadt Bukamal an der syrisch-irakischen Grenze 116 Tanklaster zerstört. Mit den Angriffen soll einer der Finanzströme des IS
      Mit den Anschlägen in Paris und den Abschuss de russischen Flugzeugs haben deise Fanatiker des IS den großen Bären geweckt.
      Auch Adolf wollte die ganze Welt erobern, was ihn schließlich zum Verhängnis wurde. Gott sei Dank.

    • Steve

      Vorweggenommen:
      Religion sollte in meinen Augen ausschließlich eine Dienstleistung sein, die uns dabei unterstützt wichtige Lebensabschnitte rituell zu begleiten, da uns Menschen rituelle Abläufe den notwendigen Halt im Leben geben.
      Es sollte aber niemand so fundamentalistisch sein, den Glaubensinhalt wirklich für wahr zu halten.

      So lernt jeder angehende Pfarrer spätestens im dritten Semester, dass die historische Existenz von Abraham, Issak und Jakob ungeklärt ist, dass die Evangelien keine historischen Biographien sondern literarische Texte sind, und dass die Berichte über die Auferstehung den _Glauben_ an die Auferstehung voraussetzen.

      Deshalb haben für mich politische Aussagen von Geistlichen immer einen Beigeschmack.

      Ich weiß nicht, ob die Welt friedlicher wäre, wenn wir ohne Religionen leben würden.

      Aber ein Ausspruch hat mich nachdenklich gestimmt:
      „Mit oder ohne Religion würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.“

    • milf

      Küchenweisheiten, Don Mario.

    • Franz

      Andres Du findest es also, dass die “Gegenseite des IS“ überzogen reagiert. ?
      bzw. Frankreich wurde von Innen und nicht von Außen angegriffen, ein grundlegender Gedankenfehler von Holland. Franzosen haben Franzosen ermordet, nur wäre diese Einsicht auch die Einsicht darüber, dass der Staat versagt hat.
      So einen Schwachsinn glaubst Du wohl selbst nicht.
      Schon gut, dass es einen Gutmenschen schwer fällt zur die Realität so zu sehen wie sie eben ist, aber das geht zu weit.
      Die Anschläge wurden von Französischen Staatsbürgern mit Islamischen Hintergrund ( z.B. Algerier usw. ) verübt
      Wenn Du meinst der Staat hat versagt, bzw. was nützt ein Dialog gemäßigter Muslime und Katholiken, wenn die Fundamentalisten in den Moscheen trotzdem ihre radikalen Predigten verbreiten können und dass Irakische Generäle, strategisch einen detaillierten Plan haben hast du recht.
      Dann muss man eben solche Hassprediger ausweisen und mit aller Härte gegen den IS gleich von
      wen gesteuert, vorgehen.
      Nur zuschauen und uns die Köpfe abschneiden lassen bringt auch nicht`s.
      Oder von Diebes Banden uns ausrauben und terrorisieren lassen und dann sagen sie einsperren bringt nicht’s ; wie Andreas einmal geschrieben hat.meint.
      Also würdest Du alle Kriminelle frei herumlaufen lassen , so zu sagen eine “Anti Autoritäre“ Erziehung oder was. 🙂
      Über die Ursachen die zu Arbeitslosigkeit und Degrado in bestimmten Vierteln in Frankreich führte , darüber kann man diskutieren.
      Aber nichts rechtfertigt solche abscheulichen Attentate, angefangen beim 9/11 bis zum 13.11.2015 in Paris und Mali vor 21 Stunden.
      Auch in Italien gibt es 5 Millionen Arbeitslose Italiener und 50 000 “ESODATI“ wen sollen die dann den Krieg erklären ?
      (…..) Mossad, NSA, CIA, BND, usw., alles Geheimdienste, welche mit Milliarden ausgestattet sind und dann kommen 8-9 junge Männer mit wenig militärischer Ausbildung und Ausrüstung für ein paar tausend Euro und destabilisieren einen ganzen Kontinent? ))
      . Laut einer in der „Financial Times“ veröffentlichten Studie bringt der Ölschmuggel den Jihadisten Einnahmen von 1,5 Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) täglich. –

    • michl

      Ein Link der es den Kindern erklrt was Realität ist und so manche Erwachsene heute noch nicht begreifen!
      Mit dem Link versteht es vieleicht auch ein Franz!
      http://www.bild.de/video/clip/terror-paris/zdf-erklaert-kindern-den-terror-von-paris-43480882.bild.html

    • Sigurt

      Die Religionen sind des Menschen Tragödie, warum glauben wir? http://www.giordano-bruno-stiftung.at/

    • Kassandra

      “ Im Koran mag man vieles finden, in der Bibel auch.“ Werter Mario Gretter, das Fundament des Christentums sind aber das Leben und die Aussagen von Jesus Christus. , nicht das alte Testament. Welche dieser Aussagen Jesu mit den gewaltaufrufenden Aussagen des Religionsstifters Mohamed vergleichbar sein sollen, wissen auch nur Sie selbst. Dass die katholische Kirche diese Grundlagen aus dem Wirken von Jesus nicht immer angewandt oder pervertiert hat, ist leider wahr und zum Glück Vergangenheit. Der große Unterschied zwischen muslimisch und christlich geprägten Gesellschaften ist der, dass in der muslimischen Gesellschaft der Einzelne sich immer dem Kollektiv zu unterwerfen hat und die community Vorrang hat und die Lebensweise der Mitglieder vorgibt. Im Christentum hingegen ist seit Jesus der Einzelne wichtig, kann nach Lebenssinn und Emanzipation streben (das Gesetz ist für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz), hat aber auch Verantwortung für sich selbst. Diese Ideen waren auch die Grundlagen für die Freiheitsbestrebungen des Volkes gegen die unterdrückenden Obrigkeiten und der Grundstein für Humanismus und Aufklärung. Dem Islam fehlen diese grundlegenden Ideen bis heute obwohl viele bei uns lebende Muslime sich dieser unserer Lebensart angepasst haben. Lesenswert dazu sind die Bücher von Hamed Abdel Samad, einem Insider, der über den islamischen Faschismus und über den Propheten Mohamed interessante Aussagen trifft.

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