Du befindest dich hier: Home » Kultur » Strenger Austausch

    Strenger Austausch

    Strenger Austausch

    Weil zu viele Südtiroler Schüler ein Schuljahr in einer anderssprachigen Klasse verbringen wollten, verschärft das Land die Kriterien.

    Das Projekt „Zweitsprachjahr“ zielt darauf ab, Schülern der Oberschule ein Jahr oder ein Semester lang den Besuch einer Oberschule mit einer anderen Unterrichtssprache zu gestatten.

    Dieses „Zweitsprachjahr“ wurde in den letzten Jahren fleißig genutzt – zu fleißig offenbar.

    Die neue, strenge Regelung, die die Landesregierung am Dienstag genehmigt hat, ersetzt jene aus dem Jahr 2008. Die wesentlichsten Änderungen beziehen sich auf die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, die Aufgaben und die Verpflichtungen der betreffenden Klassenräte sowie die Kriterien und die Durchführungsverfahren.

    So können beispielsweise nur jene Schüler am Projekt teilnehmen, die im vorangegangenen Schuljahr die Lernziele in allen Fächern vollständig erreicht haben.

    Vorausgesetzt wird zudem ein positives Gutachten des Klassenrates. Die Anzahl der am Projekt teilnehmenden Schüler darf außerdem nicht höher sein als ein Drittel der Schüler der Herkunftsklasse und der aufnehmenden Klasse. Die Anträge müssen bis 20. März eingereicht werden. Bis Ende Juni wird dann eine Rangliste der zugelassenen Schüler sowie der verfügbaren Plätze erstellt.

    Clip to Evernote

    Kommentare (18)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Puschtra

      Wenn man nach 13 Jahren Unterricht nicht in der Lage ist, eine Fremdsprache perfekt zu beherrschen, könnte man auch einmal das System hinterfragen, wie hier Sprachen vermittelt werden.
      Offensichtlich besteht absolut kein Interesse moderne Unterrichts- Methoden einzuführen und es wird weiterhin Grammatik gepaukt bis zum Kotzen.
      Jeder kleinste Versuch einen Weg aus diesem finstersten Mittelalter der Sprachen- Lehre zu finden, wird sofort vorsorglich verhindert.
      Zahlen die Anbieter von Sprachkursen so hohe Parteispenden?

      • kurz und bündig

        Bravo Puschtra, genau das sage ich auch immer, In den Schulen wird bis zur 3.Mittelschule immer nur Grammatik gepaukt. Die sollen doch sprechen lernen. Meine Tochter hatte in der 3. Grundschule einen Lehrer, dort wurde gesprochen und so viel wie bei ihm, hatte sie dann nie mehr italienisch gelernt. Dieser Lehrer wurde aus dem Schulsystem rausgeworfen und ist jetzt Kellner, weil er einigen vielleicht zu gut war?
        Das selbe ist in Geschichte, hier werden Sachen geleert, welche kein Mensch auf der Welt braucht, aber wenn es um die Südtiroler Geschichte geht, weiß niemand Bescheid. Ich bin keiner vom Heimatbund oder Schütze, ich möchte nur, dass meine Kinder in der Schule von unserer Geschichte beleert werden, aber anscheinend ist das Aufgabe der Eltern. Unser Schulsystem ist einfach nur blamabel.
        Übrigens, ich bin im Elternrat und dort hört man von allen Seiten, dass die meisten sowieso lieber Englisch reden als Italienisch und auch deshalb, weil man da von Anfang an spricht und nicht Grammatik macht.

      • Gabbagandalf

        ein vernünftiger einwand bis auf den letzten satz.

    • Gwendy

      Toll: sobald ein Angebot genutzt wird, wird beschränkt!??

    • tammi

      Waren die Klassen zu leer? Was wohl der Grund dafür ist?

    • Antonia A.

      Von was ist da die Rede. Nur vom Austauschjahr in einer italienischen bzw. deutschen Schule oder auch von jenen die ins Ausland möchten?

    • LUDWIG

      Stimmt, das System zu Erlernen der italienischen Sprache ist veraltet und gehört durch ein modernes zu ersetzten. Durch eine Bekannte, welche letztes Jahr die 5. Klasse einer Oberschule besuchte, habe ich erfahren, dass Sie deutsche Geschichtstexte vom 1. und 2. Weltkrieg in die italienische Sprache übersetzen musste und jede Menge anderen Geschichtsstoff dazu.
      Realitätsferner geht es wohl nicht – und dann spricht man von moderner Schule, einfach lächerlich!

    • Josef Lazzari

      @kurz und bündig
      Treffender kann man es nicht formulieren.

    • Kassandra

      Wenn der Italienischunterricht in der Schule effizient sein soll und die Stunden nicht wie bisher großteils verschwendet werden sollen, dann muss das Konzept GRUNGLEGEND geändert werden. Anstatt den Kindern Italienisch mittels Zweisprachdidaktik beizubringen, muss Italienisch mittels Fremdsprachdidaktik von einer Lehrerin/ Lehrer, deren Muttersprache auch die des Schülers ( in diesem Fall Deutsch) ist, unterrichtet werden. Kinder lernen nur gut, wenn die emotionale Komponente passt, wenn sich ein Kind bei einem Lehrer der eigenen Muttersprache vertraut fühlt. Diese frühe emotionale Prägung wirkt sich auf die Akzeptanz für das Fach LEBEBNSLANG aus.
      Italienisch als Fremdsprache erlaubt bei kleinen Kindern Erklärungen in der Muttersprache der Kinder, die mit zunehmenden Sprachkenntnissen auch zunehmend zurückgenommen werden kann. Auch Vergleiche und Unterschiede mit der bereits bekannten Muttersprache sind von enormer Bedeutung.
      Solange das Konzept eines Fremdsprachunterrichts nicht umgesetzt wird, wird es auch keinen effizienten Italienischunterricht geben. Dass es so ist, ist für jeden Insider klar. Wer hören will der höre, aber leider ist dies politisch wieder einmal nicht durchsetzbar. Um das geht es nämlich, ob die Kinder besser lernen ist zweitrangig.

      • Andreas

        Der beste Unterricht bringt nichts, wenn die Eltern zuhause sagen, „Walsch isch eh net wichtig“.
        Wenn die „Dem Land Tirol die Treue“ T-Shirt Träger nicht wollen, dann wollen sie halt nicht, was soll´s.
        Auch ohne irgend welchen „GRUNGLEGENDEN Konzeptänderungen“ gibt es Leute, welche die Sprache gut können und der Grund war bzw. ist der, dass sie es lernen wollten.

        Diese andauernde Suche nach Schuldigen, da heutzutage anscheinend erwartet wird, dass sogar der Dümmste ein kleines Genies sein muss, ist lächerlich. Wenn jemand nicht der Hellste ist, dann kann man ihn fördern, doch man sollte auch akzeptieren, dass er unüberwindbare Grenzen hat.

    • Did

      Das beste Modell ist die Zweitsprache wie eime Fremdsprache zu unterrichten? Das sehe ich nicht so… man sollte eine Sprache von „Muttersprachler“ lernen die eine gute didaktische Vorbereitung haben… klar nur Grammatik nützt nichts…aber eine Basis braucht es. Sprachlehrer sollten viel mehr mit anderen Lehrpersonen zusammenarbeiten…zb CLIL.
      Aber ja wir hätten das Glück zweisprachig aufzuwachsen, leider sind wir meistens selbst schuld wenn wir es nicht sind…viele sind zu faul oder man macht Sprachkurse nur damit man 100€ mehr verdient. Das kanns doch nicht sein.
      Möglichkeiten gibt es viele, Lehrer können da wenig beeinflussen… da gibt es ja noch Politik, Eltern usw…

    • HoschMe?

      Wenn der Kopf a Tepp isch hot die ganze Krippe zu leiden.

    • Kassandra

      @Andreas
      @Did
      Auch wenn es viele nicht glauben wollen, ich WEISS dass die Gründe, die ich angeführt habe, die ausschlaggebenden sind. Kleine Kinder lernen AUSSHLIESSLICH über die emotionale Schiene, ob der Lehrer da ein Muttersprachler ist, ist zweitrangig, bzw, eher kontraproduktiv, weil er dem Kind „fremd“ ist. Begründung für meine These:
      1. Bestätigung durch ALLE Hirn- und Lernforscher
      2. Der bisherige Unterricht nach der „herkömmlichen“ Zweitsprachenmethode funktioniert nachweislich nicht, aus dem einfachen Grund, da beim Zweitsprachenunterricht ja die Kenntnis einer Zweitsprache vorausgesetzt wird (was nicht der Fall ist), und der Ansatz ein ganz anderer ist.
      3. Der Englischunterricht erfolgt nach der, unserer Realität entsprechenden Fremdsprachdidaktik, in der Grundschule durch einheimische Lehrer, die in derselben Klasse oft noch ein anderes Fach (z.B. Mathematik) unterrichten. Wieso zwei Sprachen nach verschiedenen Konzepten unterrichtet werden, ist wohl mehr als seltsam.
      4. Dass Eltern ihre Kinder vom Italienischunterricht abhalten, mag in Einzelfällen vorkommen, ist aber nicht die Regel und schon gar nicht der Grund für das flächendeckend schlechte Abschneiden ( nach unzähligen Stunden in sovielen Jahren). Im Gegenteil, die Eltern machen sich meist große Sorgen und bestellen Nachhilfelehrer.

      Aber vielleicht muss das ganze Konzept noch viel weiter überdacht werden. Man hört zunehmend Stimmen (beileibe nicht von Patrioten), sondern von Intellektuellen, deren Kinder eine universitäre Ausbildung anstreben, die da lauten: Italienisch gut und recht um sich mit unseren Mitbürgern zu unterhalten und die Zweisprachigkeitsprüfung zu bestehen, aber der Fokus muss mehr auf das Englische gelegt werden, die internationale Sprache einer zunehmend globalisierten Welt.

      • Andreas

        Ich stelle Deine Aussagen ja nicht in Frage, in der Realität ist es aber so, dass manche nicht wollen und manche nicht können.
        Ich sage nicht, dass die Eltern sie abhalten, sondern dass diese teilweise wenig Wert darauf legen und die Kinder deshalb auch kein Interesse zeigen, umgekehrt natürlich genauso.
        Und dass nicht alle dieselbe Auffassungsgabe haben, ist nun mal so.
        Neulich hat mir eine Berufsschullehrerin erzählt, dass in ihrer Klasse ca. die Hälfte ein Atest hat, dass sie sozusagen irgend einen Dachschaden haben.
        Rechtschreibschwäche, Leseschwäche, hyperaktiv, fauler Sack, usw. und sie bei der Benotung auf alle Rücksicht nehmen muss. Das kannst doch auch nicht sein.

    • Tresl

      Ist ja klar und wurde bisher immer mit Erfolg praktiziert, die teitschdialektsprachigen südtiroler Kinder sollen nicht wallisch lernen, dafür werden alle möglichen Schikanen erfunden, damit sich die Kinder mit dieser Sprache hart tun und erfolglos bleiben. Da steckt Strategie dahinter, politische.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen