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Ungewohnt bürokratisch

SchutzhütteDie Schutzhütten-Ausschreibung: Langjährige Hüttenwirte dürften keine große Konkurrenz haben. Doch einigen erscheint die Ausschreibung äußerst bürokratisch – und man hat Angst vor Formfehlern, die zum Ausschluss führen könnten.

von Heinrich Schwarz

Als die 26 landeseigenen Schutzhütten im Sommer 2014 im Paket ausgeschrieben wurden, wollte das Land die Hüttenwirte über ein Punktesystem bestimmen, bei dem die Preisangebote zu 40 Prozent und die qualitativen Kriterien zu 60 Prozent beachtet werden. Die Ausschreibung ging bekanntlich leer aus, da die Alpenvereine AVS und CAI aus Protest kein Angebot einreichten.

Jetzt wurden 21 der 26 Schutzhütten einzeln ausgeschrieben. Der Großteil der Interessenten hat die dazugehörigen Unterlagen bereits durchstudiert. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 11. Dezember.

Um langjährige Hüttenwirte noch stärker vor finanzkräftiger Konkurrenz zu schützen, werden für das höchste Preisangebot nur noch 20 anstatt 40 der 100 Punkte vergeben.

80 Punkte werden nun anhand der qualitativen Kriterien vergeben. Die Details: Maximal 20 Punkte gibt es für Erfahrung in der Schutzhütten-Führung, 15 Punkte für Ortskenntnisse, je zehn Punkte für Erfahrung im Gastgewerbe, Bergerfahrung im Hochgebirge, handwerkliche Fertigkeiten und Erste-Hilfe-Kenntnisse – sowie fünf Punkte für einen kurzen Überblick darüber, wie man die Schutzhütte führen würde.

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„Wer schon jahrelang als Hüttenwirt tätig war, wird unter normalen Umständen auch oben bleiben können“, ist Stefan Perathoner, Vorsitzender der Schutzhütten-Fachgruppe im HGV, überzeugt.

Im Hintergrundgespräch mit erfahrenen Hüttenwirten zeigt sich allerdings, dass die Ausschreibung zum Teil eine bürokratische Herausforderung ist – vor allem für jene, die seit Jahrzehnten auf einer Schutzhütte tätig sind und eine derartige Prozedur nicht gewohnt sind.

Zwischen dem Nachweis einer Bankbürgschaft, den zu bearbeitenden Anlagen und den Nachweisen für die einzelnen qualitativen Kriterien kommen gar einige Zettel zusammen.

„Es geht aufgrund der fehlenden Erfahrung ein bisschen die Angst um, dass sich bei diesen ganzen Zetteln ein Formfehler einschleicht, wegen dem man ausgeschlossen wird. Wir versuchen natürlich, alles so gut wie möglich zu machen“, sagt ein langjähriger Hüttenwirt.

Stefan Perathoner meint: „Ich habe mir die Ausschreibung zwar noch nicht angesehen, aber im Vorfeld hat man uns versichert, dass es von der Bürokratie her für jeden zu schaffen ist und Formfehler ausgeschlossen sind.“

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