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    Der graue Markt

    Der graue Markt

    Die Mitwohnplattformen im Internet sind den Hoteliers ein Dorn im Auge. In Italien werden derzeit 176.000 Wohnungen bzw. Zimmer angeboten. Der HGV spricht von einem Graumarkt.

    Die gesamtstaatliche Hoteliersvereinigung Federalberghi hat sichmit dem stark wachsenden Phänomen der Unterkunftsvermittlung im Internet befasst. Dazu hatte die Federalberghi auch Daten und Fakten zur Entwicklung dieser Mitwohnplattformen in Italien vorgestellt.

    Demnach wurden im Oktober rund 176.000 Wohnungen bzw. Zimmer zur Vermietung angeboten. Laut dem staatlichen Statistikinstitut ISTAT seien aber nur rund 117.000 nichtgewerbliche Strukturen für Kurzzeitvermietungen bekannt. „Die international tätigen Plattformen fördern somit einen Graumarkt. Eine gesetzliche Regelung ist deshalb dringend notwendig“, fordern Bernabò Bocca, Präsident der Federalberghi, und Manfred Pinzger, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV).

    Pinzger nahm jüngst an der Vorstandssitzung der Federalberghi in Rom teil, wo eine Studie über die Entwicklung der Unterkunftsanbieter im Internet vorgestellt worden ist.

    Demnach kann keine Rede davon sein, dass die Anbieter nur selbstgenutzte Domizile für Kurzzeitvermietungen anbieten.

    Ein gewisser Daniel bietet beispielsweise 527 Wohnungen in Italien zur Vermietung an und eine gewisse Bettina 420 Wohnungen, 140 davon in Mailand, 80 in Rom und 88 in Florenz. Auch Südtirol kennt dieses Phänomen. So bietet ein gewisser Ivan 14 Wohnungen für Kurzzeitvermieter in verschiedenen Ortschaften an.
    „Wer verbirgt sich hinter diesen Namen, welche insgesamt ein Millionenvermögen verwalten?“, fragen sich die Präsidenten der beiden Verbände. Sicherlich sind dies keine Menschen, welche einen Raum in ihrer Wohnung vermieten, um das Haushaltseinkommen etwas aufzubessern, heißt es in der Presseaussendung weiter.

    „Diese Zahlen widerlegen zudem die Behauptung der Mitwohnplattformen, dass der Besitzer der Wohnung die Gäste an seinem Leben teilhaben lässt und der Gast durch ihn die Gegend kennenlernt“, unterstreicht Pinzger.
    Weiters verweisen Federalberghi und der HGV auf den unlauteren Wettbewerb, der durch die Tätigkeit dieser Online-Anbieter entsteht.

    Durch die Tausenden Wohnungen, die in diesen Portalen zur Vermietung angeboten werden, wird die gewerbliche Beherbergung geschädigt und preislich unter Druck gesetzt. Während letztere zahlreiche gesetzliche Auflagen und Steuern im Rahmen ihrer Tätigkeit zu erfüllen haben bzw. an den Fiskus zu zahlen haben, operieren die Anbieter von privatem Wohnraum größtenteils ohne gesetzliche Auflagen. „Deshalb fordern wir die Gesetzgeber auf, die Kurzzeitvermietungen gesetzlich zu regeln und den Auflagen der gewerblichen Beherbergungsbetriebe anzupassen“, sagen Pinzger und Bocca.

    Zudem, so die beiden Verbandspräsidenten, müsse gewährleistet sein, dass die privaten Gastgeber auch die anfallenden Hotelsteuern, wie die Ortstaxe und weitere kommunale Abgaben, entrichten müssen.
    Das Ergebnis dieser Entwicklung in Italien ist Teil eines gesamteuropäischen Monitorings dieses Phänomens, an dem die Hotelverbände von Frankreich, Deutschland, Niederlande, Großbritannien und Spanien mitgewirkt haben. Der europäische Dachverband der Beherbergungsbetriebe, Hotrec, hat diese Erhebungen zum Anlass genommen, um einen Maßnahmenkatalog an die europäischen Regierungen zu stellen, heißt es abschließend in der Presseaussendung des HGV.

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    Kommentare (11)

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    • Patrick

      Wenn man bedenkt, dass der Tourismus bei uns zum Großteil mit Zimmervermietungen von Privaten begonnen hat und die Entwicklung der Hotels durch Schwarzbauten bis zum nächsten „Condono“ geprägt war, kommt einen schon zu schmunzeln.

    • AHA

      unlauterer Wettbewerb ???? Ich würde sagen, wenn Hoteliers Kleinbusse kaufen um damit Ihre Gäste vom Hausmeister fahren zu lassen, weder über eine Ermächtigung für den Personentransport noch einen entsprechenden Führerschein zu besitzen, das ist unlauterer Wettbewerb

    • Peter

      Wer diese Portale (airbnb, villas, usw.) kennt, der weiß, dass diese Form der Vermietung vorwiegend in Städten (gut) funktioniert und das Buchungsprozedere sehr einfach ist.
      Der HGV sollte seinen Mitgliedern Online-Buchungsportale schmackhaft machen und nicht ihren Mitbewerbern, die ein zeitgemäßes Vertriebsinstrument nutzen, Sand ins Getriebe schütten.

      • Andreas

        Es geht nicht um das „zeitgemäße Vertriebsinstrument“, wie Du es nennst, sondern um die, welche die Betten anbieten und weder gesetzliche Regelungen einhalten und auch keine Steuern bezahlen.
        Anscheinend hast du den Artikel nicht erstanden, denn die Kritik des HGV ist sehr wohl berechtigt.

        Hättest Du eine Pension oder Hotel und Du würdest Gäste an Privatvermieter, welche nicht mal Steuer bezahlen, verlieren, wäre Dir das auch nicht egal.

        .

        • Peter

          Die gesetzlichen Bestimmungen sind astrein und legal. Die Gäste entrichten ihre GAA und die Vermieter bezahlen Steuern. In Bozen erhalten die Gäste dieser „Betriebe“ sogar die Gästekarte und genießen die damit verbundenen Vorteile. Ich sehe überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung, denn die gastgewerblichen Betriebe bieten ja Services an, die ein Airbnb nicht hat.
          Der wesentliche Unterschied ist der, dass die meisten HGV-Mitglieder zu knausrig sind Agenturprovisionen abzugeben, weil sie noch vom alten „Stammgästepotential“ schöpfen. Da sind die neuen Web-Vermittler mit ihren „coolen“ Wohnungen in den Herzen der Städte schon längst auf der Überholspur.

          • Hans

            Selten so einen Quatsch gelesen.
            Wie wär s einfach mal mit nix posten und ein schlaues Buch lesen.
            Wär für alle besser.

            • Peter

              Danke für die produktive Empfehlung!

            • Andreas

              @Peter
              Du verwechselst anscheinend Expedia, Booking und Konsorten mit airbnb und wenn nicht, würde auch ich Dir empfehlen ein schlaues Buch zu lesen.
              Du scheinst das Geschäftsmodel von airbnb oder Uber nicht recht verstanden zu haben.

            • Peter

              Nein, ich verwechsle sie nicht und nütze sie sogar. Aber ist egal … Bücher lese ich trotzdem gerne.

    • Yannis

      ist es nicht vielleicht auch die „Raffgier“ der Hoteliers die airbnb & Co die Fliegen ins Netz treibt ?

    • LUDWIG

      Yannis: Kommst dir mit deinem Kommentar wohl sehr klever vor – sorry, aber von Tourismus hast du keine Ahnung!
      Neidisch?

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