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    Verurteilter Gewerkschafter

     

    troger-gerichtDer Gewerkschafter Christian Troger wird am Landesgericht wegen Rufschädigung verurteilt. Er muss 9.000 Euro Schadenersatz zahlen.

    (tom) Der Fall beschäftigt Christian Troger, Landessekretär der Gewerkschaft SGK/UIL, und das Landesgericht Bozen seit nunmehr vier Jahren. Ein auch ironisch gemeinter Artikel in der Gewerkschaftszeitung über eine entlassene Angestellte des Meraner Nobelhotels Palace, der ihm eine dreifache Strafanzeige einbrachte.

    Auf den Schlips getreten fühlten sich der damalige Palace-Direktor Massimiliano Sturaro (inzwischen selbst entlassen), der dort wirkende Arzt Henri Chenot und der örtliche HGV. Sie fühlten sich durch Aussagen wie „nicht vorhandenes soziales Gerechtigkeitsempfinden“ verunglimpft. Sturaro wurde im Artikel als „aufstrebender Mann christdemokratischer Vetternwirtschaftsprägung“ bezeichnet.

    Nach acht Verhandlungen sprach Richter Ivan Perathoner am Freitag das Urteil: Schuldig.

    Christian Troger wurde wegen Rufschädigung zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt, er muss zudem den Zivilparteien insgesamt 9.000 Euro Schadenersatz zahlen: 4.000 für Sturaro und Chenot, 1.000 für den HGV in der Person des damaligen Präsidenten Walter Meister, alle vertreten von Rechtsanwalt Gerhard Brandstätter. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls einen Schuldspruch beantragt.

    „Ein ungerechtes Urteil“, kommentiert Toni Serafini, Generalsekretär der SGK/UIL. Troger selbst reagierte ebenso mit Unverständnis wie sein Anwalt Nicola Canestrini. „Es gehört zur Essenz der Demokratie, dass Gewerkschafter Arbeitgeber kritisieren“, findet Canestrini, „das Urteil ist eine Abschreckung für junge Gewerkschafter“.

    Troger wird nun Berufung gegen den Schuldspruch einlegen.

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    Kommentare (15)

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    • Helmuth

      Schade nur, dass die UIL dieses gewerkschafts- und arbeitnehmerfeindliche System immer verteidigt hat. Jahrelang hat man stillschweigend zugesehen, wie die minimalsten Arbeitnehmerrechte mit Hilfe der lokalen Großkopfteten abgebaut werden. Man wollte sogar den ASGB eliminieren. Jetzt bekommt auch der Ableger der UIL in Südtirol die Rache der Macht und der chaotischen, italienischen Gesetzgebung zu spüren. Sagt Euch endlich Los von Italien.

      • Walter Mair

        @Helmut
        Ich bin bei Gott kein Freund von Gewerkschaften! Diese harmlosen Aussagen Trogers geben nur Tatsachen wider, die eh schon jedem bekannt sind und.die im heiligen Land Tirol nicht erst ab jetzt gehandhabt werden. Dass unsere Meinungsfreiheit so aufs Minimalste beschränkt wird und die wässrigen Gesetze, die von Ihnen treffend genannten „Großkopfeten“ benutzt werden um „lästige Genossen“ mundtot zu machen, ist ebenfalls ein Fakt!

        • Hubert

          @ Walter Mair

          ich kann Dir hier beim besten Willen nicht widersprechen.
          Auf der einen Seite spricht man von Meinungsfreiheit, auf der anderen Seite untergräbt man sie. Ich finde an den Aussagen Trogers absolut keine Beleidigung in Sicht – im Gegenteil eher eine persönlich empfundene Meinungsäußerung. Aber wenn man sich einen „guten“ Rechtsanwalt leisten kann, dann schaut das Recht aus einem anderen Loch, oder?
          Und das sage ich als einer, der die Gewerkschaftsleistung eher als unbefriedigt einstufen möchte.

    • Sarnerbluat

      Sehr gut! Knastet alle Gewerkschaftler bitte ein. Braucht eh niemand dieses Volk…

    • epolus

      Diese Typen von der Gewerkschaft glauben, sie brauchen sich an keine Spielregeln zu halten… ( bin selber Unternehmer )

    • Erich 1

      als arbeitgeber wirst du von den gewerkschaftlern behandelt wie der letzte dreck, ob du in recht oder in unrecht bist, das ist denen egal, die verstehen es, recht in unrecht zu verwandeln und umgekehrt.

    • störzing isch doo

      feine Nachrichten?
      so oder so

    • Nappi

      die Gewerkschafter sollten selbst mal einen Produktionsbetrieb mit Angestellten führen. Bin sicher nach einem Jahr sind sie Pleite

    • aam

      In den anderen Zeitungen steht hingegen er sei zu 6000 € Schadensersatz … und 400 € Geldstrafe verurteilt worden. Im it. Strafgesetz Art. 595 steht aber:

      Se l’offesa è recata col mezzo della stampa o con qualsiasi altro mezzo di pubblicità, ovvero in atto pubblico [c.c. 2699] (5), la pena è della reclusione da sei mesi a tre anni o della multa non inferiore a euro 516 (6)

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