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    Mustang

    Die türkische Regisseurin Deniz Gamse Ergüven hat mit ihrem Erstlingsfilm „Mustang“ in Cannes für Überraschung gesorgt. Niemand hatte einen so guten Film erwartet.

    von Renate Mumelter

    Wie Mustangs, jene wild lebenden Pferde Nordamerikas, wirken die fünf Schwestern Lale, Nur, Ece, Selma, Sonay. Langbeinig und ungebändigt, ihre langen Haare fliegen im Wind. Das ist Freiheit, Leichtigkeit, Lebensfreude. Aber es dauert nur einen Wimpernschlag, und alles ist vorbei. Und damit beginnt eine Geschichte, die in der Türkei angesiedelt ist. Die fünf Schwestern haben vor zehn Jahren ihre Eltern verloren und werden von der Großmutter großgezogen. Ihr zur Seite steht ein zwielichtiger Onkel. Solange die Mädchen Kinder sind, geht alles gut, sobald sich aber abzeichnet, dass sie zu jungen Frauen werden, wird alles anders. Die Gesellschaft fordert ihren Tribut. Die Mädchen haben sich an Regeln zu halten, dürfen keine Shorts mehr tragen, sich nicht mit Buben balgen, die Familie muss auf ihre Jungfernhaut achten.

    Mit liebevoller Strenge versucht Großmutter die Regeln durchzusetzen. Auch sie steht unter Druck, möchte ihre Enkelinnen vor Schlimmerem bewahren. Das morbide Verhalten des Onkels gegenüber seinen Nichten zeigt die Verlogenheit des ganzen Systems. Stück für Stück werden die Mädchen verheiratet. Bei der Ältesten wird begonnen. Jedes der fünf Mädchen geht mit seinem Schicksal anders um.

    Der Film von Deniz Gamse Ergüven bleibt nicht im Jammern stecken, zeigt, dass Alternativen möglich sind

    Erzählt wird das Geschehen aus der Sicht von Lale, der Jüngsten. Sie schaut zu, macht sich so ihre Gedanken, sucht eine Perspektive, zieht Konsequenzen. Das ist das Schöne an Deniz Gamse Ergüvens Film. Er zeigt zwar einerseits, wie es jungen Frauen in der Türkei immer ergehen kann, und das ist für unsereins ebenso unerträglich wie unverständlich, aber der Film bleibt nicht im Jammern stecken. Er zeigt auch, dass eine Alternative möglich ist. Dazu braucht es allerdings Mut und Glück.

    Mustang (F, T, D 2015), 94 Min., Regie: Deniz Gamse Ergüven. Mit:  Güne? ?ensoy, Do?a Do?u?lu, Elit ??can, Tu?ba Sunguro?lu, ?layda Akdo?an, Nihal Kolda?. Bewertung: Ernst und heiter

    Sehen Sie sich den TRAILER an.

    Was es sonst noch gibt:
    „The Programm – Um jeden Preis“ von Stephen Frears, SA und SO in Kaltern

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