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    Straflose Entblößung

    Obszöne Handlungen in der Öffentlichkeit sind ab Mitte November keine Straftat mehr. Die Hintergründe eines Bozner Strafprozesses.

    Von Thomas Vikoler

    E.D. hat sich zwei gewichtige Anwälte genommen. Beniamino Migliucci und Paolo Fava verteidigen den jungen Bozner in einem Strafprozess am Landesgericht vom Vorwurf der obszönen Handlungen in der Öffentlichkeit. E.D. hatte sich, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, im fernen Jahr 2010 vor mehreren Personen entblößt.

    Mantel auf, Mantel zu – darunter nichts.

    Mehrere Personen, darunter ältere Damen, haben den Vorfall in Bozen vor Gericht bezeugt. Dass der Prozess sich seit nunmehr drei Jahren hinzieht, hat damit zu tun, dass er wegen eines Richterwechsels neu aufgerollt werden musste. Die beiden Verteidiger beharrten auf eine erneute Einvernahme der Zeugen.

    Eine erfolgreiche Strategie, denn spätestens ab dem 17. November werden unsittliche Handlungen in der Öffentlichkeit keine Straftat mehr darstellen. Bis zu diesem Termin muss die von der Regierung beschlossene Streichung einiger geringfügiger Straftaten aus dem Strafgesetzbuch vollzogen sein. Von da an ist für die betreffenden Tatbestände lediglich eine Verwaltungsstrafe vorgesehen.

    Und was passiert mit dem Strafverfahren gegen E.D. am Bozner Landesgericht?

    Richter Carlo Busato hat die gestrige Verhandlung gegen den mutmaßlichen Exhibitionisten auf einen Termin nach dem 17. November vertagt. Auf der nächsten Verhandlung wird E.D. also freigesprochen.

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    Kommentare (18)

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    • tammi

      Am Besten hilft gegen einen Exhibitionisten, dass man auf seinen kleinen Dödel zeigen und lachen lachen lachen

    • michl

      Das Problem ist nicht der Exhibionist.Das Problem sind die Menschen und deren Einstellung.Nackt wurden wir gebohren,und nackt ist nichts Schlimmes!

      • Mann

        Alles gut un Recht Michl, aber deswegen darf niemand eine Frau oder Kinder zwingen seine Nacktheit zu „bewundern“. Sex ist auch normal, aber kann ich deshalb meine Frau am Kinderspielplatz oder in der Oper bumsen? Solche Spasten kònnen ja eine Prostituierte bezahlen und dann ihr Spielchen treiben, dann haben beide etwas davon. Diese würde sicher den Satz „Mann ist der Dickmann“ ohne Probleme heruntergeigen, das Geld einstecken und gern auf weitere Idioten dieser Art warten.

      • C

        Bin genau deiner Meinung; wir sind auch oft auf FKK Reisen. Dabei stelle ich aber nicht mein Pimp… direkt vor dem Gesicht einer Frau!!!! Aber eines ist sicher; wenn wir alle nackt wären (so wie es die Natur auch vorsieht), dann wäre dies alles natürlich und es gäbe diese Sachen nicht mehr!!! Ganz einfach.

    • Franz

      Pinkelt ein Klosterschüler an die Klostermauer und merkt nicht, dass ihn zwei junge Nonnen beobachten.
      Schließlich aber hört er ihr lautes Gekicher. –
      Ist das so lustig? – fragt er wütend.
      – Ach, nicht der Rede wert, wir lachen über jede Kleinigkeit!

    • Hubert

      wie wäre es, wenn man unter derartigen Umständen einfach wegschaut.
      Ist diese Lösung zu einfach?

    • Carlotta

      Mir ist das mit ca. 12 Jahren mal passiert.. Ein Mann mit an blauen Schurz ist mir entgegengekommen.. Schurz zur Seite gschoben und da war er…
      Ich war damals geschockt und kann mich noch heute gut daran erinnern..
      Ich wage sogar zu behaupten, dass ich noch genau weiß , wer der Mann ist.. Er rennt immer noch mit’n Schurz ummer … Mir hat er mal nimmer gezeigt , aber wer weiß wieviel anderen jungen Mädchen.. Einfach Lai grausig

    • Truegrit

      Für mich ist das auf alle Fälle eine Straftat, da es hier nicht um die Einfachheit der Nacktheit geht, sondern darum, dass die Täter sich bei diesen Handlungen erregen und somit sexuell betätigen. Diese Zwangsbeglückung will niemand haben, seine Nacktheit kann man ohne Probleme Zuhause, beim FKK, odre auch in entsprechenden Clubs ausleben. No Problem!

    • Franz

      Abgesehen von der Rechtsprechung, sind Exhibitionisten kranke Menschen die pathologische Neigungen haben von denen sie sich dringend therapieren lassen sollen, ähnlich ist es wohl auch bei Homosexuellen, so meint zumindest der Psychotherapeut aus den USA J Nikolausi Seine Therapien sollen durchaus erfolgreich sein.
      Seine Spezialitaet ist es, Leute mit homosexuellen Neigungen so zu therapieren, dass sie sich in die heile Welt der heterosexuellen Beziehung einfuegen koennen, deren Happy End und Kroenung ja bekanntlich die Ehe mitsamt dem ihr entspriessenden Nachwuchs ist,

    • Klaus

      Warum kann sich so ein „Porcellino“ so teure schlaue Anwälte leisten. Stammt wohl aus gutem Hause?

    • Oraculus

      Die Verjährung sprich – Fristenlösung – durch Weiterziehen von Prozessen auf den Nimmerleinstag – mag wohl für Advokaten ein ergiebiges Einkommen sichern, ist jedoch für die italienische Rechtsordnung – nicht nur ein moralischer Schaden, sondern schlichtweg ein Skandal !

    • Wusler

      Sind wir in dieser Tätergesellschaft schon soweit, dass man Straftaten verniedlichen darf?
      Ich finde nicht. Ob der jetzt an Ministecker hat oder an Brummer ist völlig egal – ja fehlts in der Birne oder was?

      Es ist eine Straftat und ich würde das ganze eher verschärfen als abschaffen.
      Lebenslange Sperre für öffentliche Stellen
      Therapiepflicht, die aus eigener Tasche zu bezahlen ist.
      Streichung des Sorgerechts von Kindern, falls der Täter die hat usw.
      Es geht auch härter wie man in anderen teilen der Welt mitverfolgen kann.
      Da gibt es viele Möglichkeiten.

      Wer sowas macht muss verfolgt und bestraft werden. Wer ja noch schöner wenn jeder an irgendeiner Ecke seine abartigen Gelüste ausleben darf. Man stelle isch nur all diese Fulltime-Onanierer vor.

      Es ist Armutszeugnis eines Rechtsstaates, der Straftaten aus dem Gesetzbuch streicht, wenn es aus seiner Sicht nur „Lappalien“ sind.

    • Heinz

      Da bräuchte man/frau doch glatt einen Pfefferspray, mit dem man den exhibierten Schnödel kurz besprüht…

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