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    „Schluss mit der Schneckenpost“

    01-Poste_italianeDie Verbraucherzentrale schreibt einen offenen Brief an die Handelskammer. Sie soll sich dafür einsetzen, dass die Post für Bürger und Betriebe auch in Zukunft täglich zugestellt wird.

    Hier der Inhalt des offenen Briefes der Verbraucherzentrale Südtirol an die Handelskammer Bozen:

    „Mit dem Stabilitätsgesetz 2015 wurden neue Grundlagen für den Universaldienst der Post geschaffen. Die Aufsichtsbehörde Agcom hat dazu eine Entscheidung getroffen (395/15/CONS) die sehr weitreichend ist und de facto laufend zu weiteren Kürzungen im hiesigen Postdienst führen wird.

    In der letzten Anwendungsphase der Poste Italiane zugestandenen Ausnahmen gibt es für ganz Südtirol – außer Bozen – die Möglichkeit, die Post nur mehr an alternierenden Tagen zuzustellen. Damit wäre die Ausnahme vom Universalpostdienst auf über 80% der Südtiroler Bevölkerung ausgedehnt. Weiters wird die Zustellungszeit für die Universaldienste mit 4 Tagen zusätzlich zum Aufgabetag festgelegt, mit Ausnahme der prioritären Post.

    Dies führt dazu, dass die „Schneckenpost“ zur Regel wird und beispielsweise auch die Zustellung von Tageszeitungen, wenn nicht ein eigener Dienst aufgebaut wird, nicht mehr möglich ist.

    Die Verbraucherzentrale Südtirol ersucht deshalb den Kammerrat der Handelskammer sich eindeutig dafür auszusprechen, dass die Mindeststandards des Universalpostdienstes wie sie europaweit festgelegt sind, für ganz Südtirol eingehalten werden und dass es nur wenige Ausnahmen davon geben darf.

    Obwohl die elektronische Kommunikation zunimmt, kommt auch dem klassischen Postdienst eine beträchtliche Bedeutung zu. Rechnungen, wichtige Angebote, Fälligkeitsanzeigen oder Bewerbungen: Funktionierende Abläufe in der Geschäftskommunikation sind ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor.

    Kleine und mittele Unternehmen sowie private Haushalte wünschen sich gute, flächendeckende und in der Nähe erreichbare Dienstleistungen der Post. Notfalls sollte das Land diesen essentiellen Dienst für das Territorium sicherstellen.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (8)

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    • Stephan Mair

      Mein Gott was soll die Handelskammer den noch alles tun.
      Jetzt steckt sie schon das so schwer ersparrte Geld in den maroden Flughafen, das muss reichen!
      Für die marode Post ist nun wirklich kein Geld mehr da.

    • sogeatsnet

      Unbestätigten Meldungen zufolge soll es auch schon eine ebenso unbestätigte Antwort dazu gegeben:
      Aufgrund anderweitiger Geschäftsfelder und damit zusammenhängender fehlender Ressourcen, sowohl finanzieller als auch technischer Natur, sehen wir uns derzeit leider außer Stande, der Anfrage und einer zielführenden Lösung des angesprochenen Problems gerecht zu werden.
      Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir Sie auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten müssen, an dem wir uns selbstverständlich sehr gerne um die gegenständliche Angelegenheit kümmern werden.
      Sollten wir jedoch in absehbarer Zeit, eine eventuelle Anhebung der Gebühren beschließen, können wir Ihnen schon heute unseren vollen Einsatz zur Verbesserung der derzeit wahrhaft untragbaren Situation versichern.
      Gleichzeitig sollte wir aber auch eine sofortige Privatisierung, in erster Linie der Postbankdienste, auf dem kurzen Amtswege in die Wege leiten. Dabei müsste allerdings der Bereich Brief- und Paketsendungen ausgenommen und somit in öffentlicher Hand verbleiben.
      In diesem Sinne, und mit großer Freude einem neuen gewinnbringenden Geschäftsfeld entgegenblickend grüßen wir freundlichst (:D).

    • Demosthenes

      Zukunftstaugliche Post wirds in Italien nie geben.
      Überteuert, schneckenlangsam, bürgerfeindlich, umständlich und einsprachig, das ja.
      Wenn wir wirklich eine wirtschafts- und bürgerfreundliche Post haben wollen, dann muss sie zum Land!

      Angenommene Beschlußanträge im Landtag und Versprechen der Regierungsparteien gabs ja genug, nun müssen endlich Taten folgen!

    • Meister

      Viel besser war „Schluss mit der Post“ – hon geschtern (mit ca. 20 ondere Leidtrogende) 25 min gwortet a Kuvert aufzugeben – super Dienstleistung von der 80er Johre Karnevalstruppe!

    • Joe

      Die Handelskammer hat leider wichtigeres zu tun, als sich um die Interessen der Bürger und kleinen Unternehmer zu kümmern…z.B. öffentliche Gelder in den Flughafen zu stecken

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