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Schaels Rechnung

Markus Marsoner, Thomas Schael, Marco Cappello, Ernst Paul Huber (v.l.n.r.)

Markus Marsoner, Thomas Schael, Marco Cappello, Ernst Paul Huber (v.l.n.r.)

Sanitäts-„General“ Thomas Schael erklärt: Die Kostensteigerung im Südtirol Sanitätsbetrieb habe eingedämmt werden können. Aber: Es seien strukturelle Maßnahmen vonnöten.

Die Spitze des Südtiroler Sanitätsbetriebes hat sich am Dienstag mit den Führungskräften zum Plan-ist-Vergleich getroffen.

Das Resümee: Die Kostensteigerung habe eingedämmt werden können; um die künftige Finanzierung der Gesundheitsversorgung aber zu sichern, seien strukturelle Maßnahmen nötig.

Nach dem ersten Treffen zu diesem Thema im vergangenen August wurde am Dienstag das dritte Quartal 2015 beleuchtet. is Ende September liegt der Südtiroler Sanitätsbetrieb um rund 3,7 Millionen Euro über der berechneten Kostensteigerung. Diese, so hieß es am Dienstag, sei weiterhin auf die außerordentlichen Steigerungsraten im Bereich der sanitären Güter wie auch der Medikamentenversorgung sowie der Flugrettung zurückzuführen.

Bis Jahresende werde diese Summe auf rund fünf Millionen Euro ansteigen.

„Das ist die schlechte Nachricht“, so Sabes-Generaldirektor Thomas Schael.

„Die gute: In Sachen Kostensteigerung konnten wir eine Trendwende erreichen, wodurch die Steigerung des ersten Halbjahres eingebremst wurde. Wir haben in den letzten Monaten an verschiedenen „Schrauben“ gedreht, sprich die Ausgaben noch genauer unter die Lupe genommen, und damit einiges an Kostenreduzierung erreicht“.

Leider genüge das aber nicht: „Um unseren gesamten Bedarf an zusätzlicher Finanzierung in den kommenden Jahren zu decken, sind strukturelle Maßnahmen nötig oder – alternativ dazu – eine Erhöhung der Zuweisungen von Seiten des Landes Südtirol“.

Bereits jetzt, so Schael, flössen, über zwei Drittel aller Ausgaben im Gesundheitsbereich in die Betreuung chronisch kranker Menschen.

Künftig werde deren Zahl weiter ansteigen.

Zudem steigen die Kosten von neuen Therapien und Medikamenten.

Es gibt schlussendlich auch die Notwendigkeit Innovationen im Sanitätsbetrieb, insbesondere im Bereich der EDV, zu tätigen. „Vor diesem Hintergrund“, so Thomas Schael, „ist klar, dass wir entweder strukturelle Reformen benötigen, die es uns als Betrieb erlauben, Ressourcen freizuspielen, um den Herausforderungen gewachsen zu sein, oder zusätzliche Finanzmittel von Seiten des Landes erhalten.“

Dieser Befund wird auch klar angesichts der laufenden Pro-Kopf-Ausgaben für die Gesundheitsversorgung in Italien und Südtirol. In Südtirol belief sich diese Summe zuletzt (2014) auf 2.254 Euro, im Rest Italiens hingegen auf 1.849 Euro.

Die zwei „Ausgabenkurven“ haben sich im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr angenähert. „Wenn wir das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung in Südtirol beibehalten wollen“, so Generaldirektor Schael, „dann kommen wir nicht umhin, weiter zu investieren. Falls nicht strukturelle Änderungen durchgeführt werden, sprich: falls die Reform des Gesundheitssystems in Südtirol nicht angegangen wird, dann benötigt – und das kann man jetzt schon sagen – der Südtiroler Sanitätsbetrieb für das Jahr 2016 wie bereits 2015 eine zusätzliche Finanzierung.“

 

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