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    „Jetzt wird’s lustig“

    „Jetzt wird’s lustig“

    Die Freiheitliche Ulli Mair ist über Francesco Palermos Aussagen nicht überrascht. Die „zweifelhafte Haltung“ des Senators zur Autonomie sei bekannt gewesen.

    „Wenn Senator Francesco Palermo nun mit den Worten aufhorchen lässt, dass er sich ein Staatswesen wünscht, in dem es keinen Minderheitenschutz mehr brauche, weil allen Bürgern gleiche Rechte zugestanden werden, dann ist das natürlich für Matteo Renzi & Co. wunderbar, die jetzt mit ihrem Zentralismus erst recht über Südtirol drüberfahren können“, so Ulli Mair am Samstag.

    Die Freiheitlichen-Abgeordnete weiter:

    „Francesco Palermo ist ja ein Südtiroler Senator, gewählt und unterstützt durch das SVP-Umfeld. Man muss Achammer und Kompatscher allerdings in ihrer medialen Betroffenheit daran erinnern, dass es gerade von freiheitlicher Seite von Anfang an große Vorbehalte und Zweifel an der Kandidatur von Francesco Palermo auf der SVP-Liste gab.

    Es ist bekannt, dass Palermo in seiner grün-linken Sichtweise am liebsten alle besonderen Bestandteile unseres Volkstumsschutzes abschaffen und eine territoriale Autonomie verwirklichen will. So gesehen ist die vermeintliche Erzürntheit von Achammer und Kompatscher nicht glaubhaft, sondern eine Schmierenkomödie!“

    Lustig werde es jetzt, wenn Senator Karl Zeller in altgewohnter Manier vor die Kamera treten werde und saet, das sei alles halb so schlimm, das seien sowieso alles PD-„Hinterbänkler“ und der PD sei ein großer Freund Südtirols und der SVP und wenn Achammer und Kompatscher das 1:1 nachsagen.

    Diese Worte seien jetzt wohl hinfällig, so Mair, und Zeller, Achammer und Kompatscher sollen das Verhältnis zum PD endlich einmal in Frage stellen. Andernfalls müsse man davon ausgehen, dass die SVP andere Versprechungen in Richtung PD abgegeben habe.

    Gespannt sein dürfe man auch auf die Reaktion der SVP Unterland und Überetsch, die damals großspurig erklärt hatte, dass Francesco Palermo als Senator ein Kämpfer für den „deutschen Süden“ sei. „Dies war wohl ein Mega-Flop und Unterlandler Stimmen sind deshalb für einen zentralistischen PD-Kandidaten missbraucht worden, was Wählerbetrug sei“, so die F-Abgeordnete.

    Das dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben, so Mair, und man muss gespannt sein, ob endlich auch SVP-Funktionäre auf Bezirksebene sich gegen ihre Parteiführung auflehnen.

    „Schlussendlich darf man auch daran erinnern, dass Francesco Palermo der ,Vater‘ des Autonomiekonvents ist. Dieser Autonomiekonvent war ein Zugeständnis der SVP in Richtung PD. Während die SVP so getan hat, als würde man mit diesem Konvent die Autonomie ausbauen, wollte der PD von Anfang an unseren Volksgruppenschutz aushebeln, die Autonomie territorialisieren und an anderer Regionen angleichen.

    Achammer und Kompatscher sollen aus ihrer Betroffenheit nun Ernst machen und den Autonomiekonvent schnellstens absagen! Zudem wäre es angebracht, wenn sie sich ein wenig mit der Frage beschäftigen, ob es nicht auch am politischen Verhalten von uns Südtirolern liegt, dass Italien kein Verständnis mehr für die Sonderautonomie hat. Auf jeden Fall ist jetzt ein Südtirolkonvent einzuberufen als politischer Ausdruck unserer Minderheit, die einen Sonderstatus hat und haben muss, und die SVP soll endlich ihre Ausreden beiseite schieben, die seit 70 Jahren die Politik dieser Altpartei kennzeichnen.“

    Eine Reaktion liegt nun auch von Eva Klotz vor.

    Eva_KlotzDie Grande Dame der Südtiroler Volkstumspolitik bedankt sich bei Senator Francesco Palermo.

    In der Aussendung von Eva Klotz heißt es:

    „Ich danke Senator Francesco Palermo für die klaren Worte hinsichtlich der Erwartungen Südtirols im Staat Italien.

    Er sagt so unmissverständlich, was auf Südtirol zukommt, dass kein Südtiroler mehr behaupten kann, nicht rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Palermos Feststellung, die Zeit sei vorbei, als man glaubte, ,das Überleben und Wohlergehen von kleinen Volksgruppen durch Regionalautonomien sichern zu können‘, ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten.“

    Die Reaktion der Verantwortungsträger in der beherrschenden SVP bezeichnet Eva Klotz als Ausdruck von Schwäche, politischer Unkenntis und Hilflosigkeit. Was Obmann Philipp Achammer dem entgegen hält, nämlich „die Erfahrung habe gezeigt, dass sprachlich – kulturelle Minderheiten durch Schutzrechte die Möglichkeit haben, ihre Existenz und ihre besondere Eigenart abzusichern“, bezeichnet Eva Klotz als leichtfertig, ja, regelrecht gefährlich.

    Die Südtiroler seien nämlich nicht „eine sprachlich-kulturelle Minderheit“, sondern der fremdbestimmte Teil des Tiroler Volkes, wenn schon, dann österreichische Minderheit im Staat Italien, welcher das Selbstbestimmungsrecht zusteht und nicht nur sprachlich- kulturelle Rechte!

    Eva Klotz weiteR:

    „Allein schon diese Begriffsverirrung ist ein Beweis dafür, dass sich die SVP- Führungsspitze bis heute nicht ernsthaft mit völkerrechtlichen Grundlagen befasst hat.

    Es ist höchste Zeit, dass die Südtiroler aufwachen und das Selbstbestimmungsheft in die Hand nehmen, mit weiterer Treue zur SVP wird Süd- Tirol sehr bald eine ganz gewöhnliche italienische Provinz bzw. assimilierter Bestandteil der Großregion ,Triveneto‘ sein!“

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    Kommentare (21)

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    • Luis

      Da hat die SVP den Südtirolern eine Konventgrube gegraben.

    • Bernd

      Ach was!!! Das ist ja Alles nicht wahr!!
      Wahr ist: Wir haben die weltbeste Autonomie – Europa ist noch nie so stabil gewesen wie jetzt – und die Millionen Flüchtlinge sind alles Facharbeiter im besten Mannesalter die für uns arbeiten werden.
      Also nicht aufregen! Relaxen & „keep cool“ !
      .

      • helmut

        Und nicht zu vergessen:

        Die Autonomie ist felsenfest international abgesichert.
        Das hat doch die wunderbare SVP-Schwesterpartei ÖVP im Jahr 1992 mit der Streitbeilegungserklärung so vorbildlich besorgt.

        Und das von der Schwesterpartei ÖVP geleitete Außenministerium in Wien ist jederzeit bereit, sich heldenhaft und selbstlos für die Schwestern und Brüder im geliebten Südtirol einzusetzen,

        So wahr ihnen Gott helfe!

        P.S.: Lügen sind lässliche Sünden, wenn man nachher beichten geht. Und beichten gehen die doch alle.

    • Franz

      In der Tat, das wird ja immer lustiger. ( oder trauriger ) 🙂
      Ulli Mair hat wohl nicht ganz Unrecht.
      Dass sie recht hat zeigt schon die Tatsache , dass sie in Sachen Sicherheit und Einwanderung gemeinsam mit Pöder die einzigen sind die auf Volkes Stimme hören.
      SVP & PD von den Grünen wollen wir gar nicht reden, sie haben diesbezüglich scheinbar Stöpsel in den Ohren.

    • Mali

      Ja, was ist jetzt Sache? Was ist dran an Palermos Stellungnahme? Was hat er in Wien gesagt bzw. nicht gesagt?
      Offenbar können nicht nur die Dolomiten-Journalisten kein Englisch, sondern auch die Politiker quer durch die Parteien, oder? Aber ja fest schreien und oberklug kommentieren.

      Ich kann auch kein Englisch, aber ich muss ja nicht.

    • Bärbl

      Naja, ein Politiker mit einem gewissen intellektuellen Niveau hat es in Südtirol nun wirklich nicht leicht sich zu verständigen, das fängt anscheinend bereits bei den Möchte-Gern-Kollegen-Politikern an.

    • Hubert

      Wahr oder nicht wahr, das ist hier die Frage.
      Aber Wahrheit von einem Politiker zu erfahren, dürfte wohl ein Ding der Unmöglichkeit sein, oder?

    • bergbauer

      die assimillierung durch den ital.Staat und dessen Volk ist in südtrítol in vollem gange und die svp ist selber tatkräftig dabei und hält sich pd Senatoren…..was für Patrioten sind das denn,haupstache es gibt ordentlich kohle….

    • P

      Frau Mair! Kommentieren Sie, wenn schon, die in Englisch gehaltene Rede Senator Palermos Wort für Wort. Halten Sie sich zurück, falls Sie ihre Infos nur de relato aus einer Provinzzeitung bezogen haben. Sollten Sie des Englischen nicht mächtig sein, halten Sie sich bitte zurück und werden Sie sich der Tatsache bewusst, dass diejenigen, die Ihnen an Ihren Lippen hängen, irgendwann draufkommen könnten, von Ihnen an der Nase, vielleicht sogar in guter Absicht, herumgeführt worden zu sein.

      • helmut

        Liebe(r) P!

        Wo kann man die Palermo-Rede lesen?

        Der von Palermo mitgeteilte „link“ führt nur zur Einladung zu Tagung. Die Rede ist dort nicht wiedergegeben.

        Bitte sehen Sie also selber zuerst einmal nach, bevor Sie obergescheit andere Leute belehren!

    • Ladi

      Ja, jetzt wird’s aber echt lustig.
      Ist Mair dem Tagblatt etwa voll auf den Leim gegangen? Glauben und kommentieren unsere Politiker eigentlich alles, ohne Hinterfragung und Kontrolle, was in der Zeitung steht?

    • Franz

      Abgesehen davon ob Frau Mair bzw. Herr Pöder in dieser Angekegenheit recht haben bzw ob das richtig oder falsch ist was in der Zeitung steht, schon die Tatsache , dass sie in Sachen Sicherheit und Einwanderung gemeinsam mit Pöder meiner Meinung nach, die einzigen sind die auf Volkes Stimme hören. hat Frau Mair und Herr Pöder zumindest diesbezüglich recht.
      SVP & PD von den Grünen wollen wir gar nicht reden, sie haben diesbezüglich scheinbar Stöpsel in den Ohren.

    • alfred frei

      Volksjustiz oder Haberfeldtreiben in Südtirol 2015 > Aufschrei: auf den Galgen mit ihm; Moment mal: hat er das auch getan; gibt es Beweise dafür ? – Was die Dolomiten schreibt ist Beweis genug ! und dazu schreibt er sich Palermo,
      was wollt ihr mehr – auf den Galgen mit ihm !
      liebe Ulli und Eva: sollte das eine Ente sein – wie steht es mit euer Schamhaftigkeit
      (Substantiv, Feminin)

    • Alter Egon

      Wenn der Frau Klotz und der Frau Mair die deutschsprachigen Südtiroler so am Herzen liegen, dann sollten sie sich darum kümmern, dass die Einwanderer Deutsch lernen, und somit ihre Kinder dann der dt. Gruppe angehören. Ansonsten brauchen wir mittel- bis langfristig weder Proporz noch Autonomie.

    • Garuda

      Also dass hier die Südtiroler Opposition und allen voran die rechte Opposition auf die Falschmeldung der Dolomiten aufspringen, ist nicht nur lächerlich und „lustig“ zuglech, sondern regelrecht traurig!

      Die Dolomiten blasen zum Angriff gegen Senator Palermo, eine durch und durch integere Person, nicht nur als Politiker, sondern auch als Rechtsgelehrter und als Privatmann, und die ganze rechte Südtiroler Opposition stimmt in den Chor des Weinbergs ein.

      Einfach nur mehr traurig, dass es nicht mehr möglich ist, ganz unabhängig von der Südtiroler Thematik und Situation, eine internationale Diskussion über die zeitlich angemessene Form von Minderheitenschutz auf internationaler Ebene zu diskutieren, ist doch allerhand.

      Man denke nur daran, welche aktuellen Genozide es nicht nur in Afrika sondern auch in Europa gegeben hat. Und da ist auf internationaler Ebene sicherlich richtig die Fragen des Minderheitenschutzes weiterzuentwickeln, denn hätte nur irgendein Autonomiestatut das Massaker in Srebeniza verhindert? Wäre das internationale Eingreifen im Völkermord in Ruanda verhindert?

      Also es ist beschämend, wie hier in der tiefsten Provinz eine wissenschaftlich renommierte Person und politischer Vertreter im italienischen Senat der „Kampf“ angesagt wird, und im stillen Kämmerlein sich so mancher Michl oder Toni ins Fäustchen lacht.

      Einfach nur traurig.

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