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    Die Franz Thaler-Straße

    Der Südtiroler Heimatbund schlägt vor, die Cadorna-Straße in Bozen in Franz Thaler-Straße umzubenennen. 

    Der Südtiroler Heimatbund begrüßt den Vorschlag einiger Südtiroler Historiker, die Straße, die in Bozen nach Luigi Cadorna benannt wurde, umzubenennen.

    (Lesen Sie dazu den Bericht in der Samstag-Ausgabe der TAGESZEITUNG.)

    In vielen Städten sei das bereits geschehen. Es wäre, so der SHB, ein sehr aussagekräftiger Schritt, die Straße nach dem kürzlich verstorbenen Sarner Widerstandskämpfer Franz Thaler zu benennen.

    Luigi Cadorna sei ein blutrünstiger General gewesen, der viele italienische Soldaten im Ersten Weltkrieg durch seine Befehle in den sicheren Tod schickte.

    Der SHB ist sich bewusst, wie viele bürokratische Probleme eine Änderung einer Straßenbezeichnung für die Anrainer bedeutet. Sie müsste deshalb so unkompliziert wie nur möglich und ohne Kosten für die Betroffenen durchgezogen werden.

    In der Aussendung des SHB heißt es:

    „Vor einigen Tagen ist im Sarntal Franz Thaler verstorben.

    Der einfache Handwerker lehnte es aus innerer, christlicher Überzeugung ab, in den Krieg zu ziehen. Er versteckte sich in den Bergen. Als seine Familie bedroht wurde, stellte er sich. Dies war ein sehr mutiger Schritt.

    Denn er wusste, was ihn vor dem Kriegsgericht erwartete. Zu 10 Jahren Haft in einem Konzentrationslager verurteilt, kehrte er 1945 als seelisch und körperlich zerschundener Mensch zurück.

    Franz Thaler ist bereits Ehrenbürger der Stadt Bozen und wurde 2012 zur ,politischen Persönlichkeit des Jahres‘ ernannt. Sein Weg war auch nach seiner Heimkehr still und einfach, nur mit seinen Vorträgen und seinem Buch ,Unvergessen‘ versuchte er, die Menschen vor menschenverachtende Diktaturen zu warnen.

    Eine Straße, die den Namen eines blutrünstigen Generals und Militaristen trägt, mit dem Namen eines Pazifisten und Widerstandskämpfers zu ersetzen, wäre für Bozen ein mutiger Schritt und ein wesentlicher Beitrag für das friedliche Zusammenleben in der Stadt“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (4)

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    • P

      Sie können es einfach nicht lassen, ständig zu versuchen, von der Strahlkraft diese Persönlichkei, gewissermaßen als Trittbrettfahrer des Todes, profitieren und politisches Kapital gewinnen zu wollen. So berechtigt dieser Vorschlag auch sein mag, es wäre besser gewesen, wenn er von einer höheren Instanz und in jedem Falle nach Erledigung der Trauerarbeit der Familie und auch der Öffentlichkei tgekommen wäre als von diesen emotional überreagierenden, übereifrigen Personen, die man schon allein aufgrund dieser Tatsache nicht ernst nehmen kann.

    • Dr. Engelbert Dollfuß

      Ich plädiere für eine Dr.-Engelbert-Dollfuß-Straße!

      • P

        „2012 kam es in Mank, einer Nachbargemeinde von Dollfuß’ Geburtsort Texing, zu einer ergebnislosen Debatte um den dort befindlichen Dr.-Dollfuß-Platz, die letzte in Österreich nach Dollfuß benannte Verkehrsfläche.[51]“ Zitat WIKIPEDIA

    • Garuda

      Sagte ich scon lange : wie können in Bozen solche Strasennamen bestehen, wo man in Bruneck sich wegen Bruder Wilram wandte.

      Das mit Dollfuß ist Mist, wenngleich in Graz eine der größten Straße Conrad von Hötzendorf Straße heißt. Auch ein Fanal

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