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    „Versprochen und nicht gehalten!“

    Klaus Gasperi: Die Politik steckt ihren Kopf in den Sand und versucht das Problem auszusitzen.?

    Klaus Gasperi: Die Politik steckt ihren Kopf in den Sand und versucht das Problem auszusitzen.

    Die „Europäische Theaterschule Bruneck“ steht vor dem definitiven Aus. In einem offenen Brief wirft der Leiter des Stadttheater Bruneck Klaus Gasperi ?der Politik Untätigkeit und falsche Versprechungen vor.

    Die „Europäische Theaterschule Bruneck“, ein international anerkanntes Ausbildungs-Vorzeigebeispiel und Spitzenreiter bei den Prüfungserfolgen vor der Österreichischen Paritätischen Schauspielkommission in Wien, steht nun wegen Eurer „Vogel-Strauß-Politik“ vor dem definitiven Aus!

    Da waren wir gut genug!?Solange die Schule vom ESF finanziert wurde, waren wir für Euch stets ein willkommener Partner. Über Jahre hinweg haben nicht nur die Südtiroler Theater, Filmproduzenten, Kultur- und Jugendzentren, Schulen und Tourismusorganisationen, sondern auch politische Institutionen, Gemeinden und Landesämter (Jugendamt, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Gesundheitsamt usw.) vom Know-how unserer Schule profitiert. Versprochen und nicht gehalten!

    Dann der ESF-SKANDAL! Und alles war blockiert. Durch die Schuld anderer wurden alle Auszahlungen eingefroren – auch unsere: wir warten immer noch auf ca. 150.000 Euro. Und von Seiten der Politik… nichts als großes Schweigen! Ihr habt im Vorjahr den Schülern zwar das dritte Jahr für den Abschluss ermöglicht, vom zugesagten Beitrag für unsere drei „Quereinsteiger“, die noch die Abschlussprüfungen in Wien nachholen müssen, hört man jetzt aber plötzlich nichts mehr! Deshalb haben wir im September 2015 bei der Region Trentino Südtirol angesucht. Die Antwort war, dass das Gesuch erst im April 2016 behandelt wird. Eine beachtenswerte, bürgernahe Effizienz, wenn man 7 Monate braucht, ein Gesuch zu lesen! Also: Die Region ist auch zum Vergessen!

    Wo soll man denn ansuchen??Das ESF-Chaos besteht weiterhin – neue Ausschreibungen sind in weiter Ferne. Der Landesrat für Kultur beschwichtigt, beruhigt und verspricht Unterstützung – die dann vom Amt nicht gewährt wird. Die restliche Politik steckt ihren Kopf in den Sand und versucht das Problem auszusitzen anstatt Möglichkeiten einer Fortsetzung der Schule in Bruneck zumindest anzudenken.

    Und es scheint, dass auch die Stadtgemeinde Bruneck die kulturelle Bedeutung und den wirtschaftliche Nutzen dieser international geschätzten Ausbildungsstätte nicht gecheckt hat – sonst würde sie sich ein bisschen mehr dafür einsetzen. Eins aber ist sicher: ?Wenn nicht in Bruneck, dann wird es früher oder später halt irgendwo anders in Südtirol eine Theaterschule geben.

    Schlauer ist man allemal in Innsbruck, wo man gerade heute in Zeiten einer gesteigerten Filmförderung die Notwendigkeit ausgebildeter Fachkräfte erkannt hat. Den Nordtirolern kommt die Südtiroler Unschlüssigkeit gerade zurecht: man hat schon mal eine 2. Schauspielschule gegründet.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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