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    Die Schwulen-Pastoral

    Bischof Ivo Muser

    Bischof Ivo Muser

    Auf der 6. Session der Synode in Brixen wurde die Einrichtung eines Arbeitskreises „Homosexuellen Pastoral“ beschlossen. Und der Bischof wurde überstimmt.

    Eine starke Rolle der Laien als Pastoralassistenten oder Pfarrverantwortlichen, eine reale Einbindung der wiederverheirateten Geschiedenen in den Pfarreien, mehr Frauen in Führungspositionen, gemeinsame Pfarrgemeinderäte in den mehrsprachigen Gemeinden, ein Arbeitskreis „Homosexuellen Pastoral“: dies sind einige der wichtigsten Maßnahmen, die Freitag und Samstag von den Synodalen im Laufe der 6. Session der Synode in Brixen beschlossen wurden.

    Wie wird die Zukunft der Pfarreien sein?

    Inwieweit fördert die Diözese das Zusammenleben zwischen den Sprachgruppen? Wendet sich die Kirche an die Menschen in all ihren Lebenslagen?

    Diese waren einige der kritischen Punkte, mit denen sich die synodale Versammlung Freitag und Samstag im Laufe der 6. Session in der Cusanus Akademie in Brixen auseinandergesetzt hat.

    Bildschirmfoto 2015-10-25 um 08.37.45Die Entscheidungen über die konkreten Maßnahmen, die von den Visionen der Synode ausgehen, haben Offenheit und Mut gezeigt, so heißt es in einer Aussendung des Synode-Sekretariates..

    Von 207 Maßnahmen und 124 Änderungsanträge, welche die Synodalen in den Herbstsessionen zu behandeln und zu verabschieden haben, betrifft fast die Hälfte die Kirche vor Ort, die vor der Herausforderung steht, lebendige Pfarrgemeinden zu schaffen, welche die Menschen anziehen, und ein bischöfliches Ordinariat, das sich als dienende Struktur für die Pfarreien und Peripherie, im Geist von Papst Franziskus versteht.

    „In diesen zwei Tagen haben wir eine Kirche erlebt, die Veränderung wagt”, sagt der Moderator der Synode Eugen Runggaldier.

    Bildschirmfoto 2015-10-25 um 08.37.23„Die Lebendigkeit der Pfarreien wird nicht nur mehr vom Pfarrer abhängen. Die Diözese wird einen Fond für die Finanzierung von hauptamtlichen Laien einrichten, die als Pastoralassistenten (Theologen, die die Pastoral in den Pfarreien unterstützen) aktiv sind. Es sollen auch verstärkt Laien als Pfarrverantwortlichen (die die Leitung der Pfarreien übernehmen, falls kein Priester verfügbar ist) zum Einsatz kommen.“

    Mit den beschlossenen Maßnahmen wird die Zusammenarbeit zwischen den Sprachgruppen verstärkt, etwa mit einer sprachgruppenübergreifenden Koordinierungsstelle der Jugend- und Kinderpastoral, oder mit den gemeinsamen Pfarrgemeinderäten in den mehrsprachigen Gemeinden, wo Menschen aus den verschiedenen Sprachgruppen zusammen arbeiten.

    Nach der territorialen Pastoral haben die Synodalen über das bischöfliche Ordinariat diskutiert und über die Gestaltung von Formen und Strukturen, die der Realität der Menschen von heute besser zu entsprechen, „indem wir zum Beispiel wiederverheiratete Geschiedene in das Leben der Pfarreien aktiv einbinden und ihnen Aufgaben und Dienste anvertrauen, oder indem wir eine Pastoral für Homosexuelle schaffen, und nicht zuletzt indem wir die Rolle der Frau in der Kirche fördern, damit die Diözese sich stärker in ihrer weiblichen Dimension zeigt“, unterstreicht der Sekretär der Synode Reinhard Demetz.

    Am Ende des Tages haben die Synodalen mit der Arbeit am Thema der Familie begonnen. In einer längeren Auseinandersetzung, in der Bischof Ivo Muser zum zweiten Mal in die Debatte der Synode eingegriffen hat, haben die Synodalen vorgeschlagen, den Titel des Arbeitspapiers zu erweitern und dieses „Partnerschaft, Ehe und Familie“ zu nennen.

    Der Bischof hat den einzigartigen und grundlegenden Wert der Ehe hervorgehoben.

    Er hat auch unterstrichen, dass der Titel „Ehe und Familie“ den Willen nicht ausschließt, eine Kirche der offenen Türen zu sein.

    Dennoch haben die Synodalen mehrheitlich für die Änderung des Titels gestimmt, mit der Absicht, diesen letzten Aspekt zu betonen.

    In der Session Ende November werden die Synodalen die Themen Ehe und Familie, Personalisierte Pastoral und Berufungspastoral, Pastorale Orte, Bildung, Christlicher Lebensstil sowie Kultur und Kommunikation behandeln.

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    Kommentare (19)

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    • Franz

      Zur Zeit wohl ein großes Thema.

      Drei Wochen haben die Bischöfe im Vatikan über Ehe und Familie beraten. Für wiederverheiratete Geschiedene zeichnen sich höchstens bescheidene Verbesserungen ab. Das strittige Thema Homosexualität dürfte im Abschlussbericht weitgehend ausgeklammert werden.

      http://www.focus.de/politik/ausland/kirche-bischofssynode-in-rom-stimmt-ueber-abschlussdokument-ab_id_5036874.html

    • Trude

      80jährige Nicht-Experten wollen normalen Menschen Verhaltensregeln vorschreiben, vollkommener Witz!

    • Lora

      Die weltweiten fürchterlichen Skandale in der katholischen Kirche ist nicht zuletzt auf ihre unmenschlichen bis menschenfeindlichen Regeln zurückzuführen.

    • tammi

      Wen interessiert, was die Kirche über wiederverheiratete Geschiedene oder Homosexuelle denkt (lach)
      Was ich mich frage: Woher kommt diese Angst vor Homosexualität
      Die Kirche ist im Mittelalter stecken geblieben und wenn die jetzige Generation 60+ weg ist und neue nachkommen ist eh schluss mit der Kirche.

    • Franz

      @tammi

      Wenn du dich da nicht täuschst,, die Kirche wird auch nach der Generation 60 + weiter bestehen.
      Außerdem , wer spricht hier von Angst vor Homosexualität ?
      selbst die Die Synodenväter bekräftigten bei der zu Ende gegangenen Bischofssynode, dass auch homosexuelle Menschen respektiert und angenommen werden müssen. bzw. man sollte ihnen mit Takt und Mitleid begegnen. Zugleich schlossen sie allerdings eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau kategorisch aus.
      Da im Gegensatz zu normalen Paaren Mann – Frau, die sexuellen Aktivitäten von Homosexuellen hinsichtlich Fortpflanzung folgenlos bleiben und Homosexuelle so gesehen keinen Beitrag für den Fortbestand der Menschheit leisten.
      Unabhängig von der Kirche wird sich diesbezüglich wohl auch nie etwas ändern.,da dies von der Natur so vorgesehen ist.

      • tammi

        Ich täusch mich nicht. Ich habe recht

      • Garuda

        Wie betonte Caramsa bei seinem Outing? Homophobe alte Männer beraten über die Schwulen-Pastoral obwohl sie mehrheitlich selber schwul seien?

        Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

        • Franz

          Garuda
          Wieso Homophobe alte Männer, was istda homophob ? wenn sie aus gutem Frund meinen, man sollte Homosexuellen mit Takt und Mitleid begegnen. Zugleich schlossen sie allerdings eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau kategorisch aus.
          Garuda nicht jeder der nicht Deine Meinung zum Thema telit, ist ein brauner Nazi oder ein homophober alter Mann.
          Rein Deine Einstellung
          Was können andere dafür , wenn Du auf Grund Deiner fehlgeleiteten Triebe frustriert bist.
          Wenn Du Denien Frust auslassen willst, kauf Dir einen Papagei. 🙂

          • Garuda

            @Franz

            Naja, der Lügen-Franz kann es nicht lassen.

            Frag mal deine so oft zitierten Bischöfe, was sie denn mit Caramsa gemacht hätten, wenn er sich nicht öffentlich geoutet hätte und weiterhin sein Doppelleben in Rom, damit die schöne Fassade gewahrt bleibe, fortgesetzt hätte?

            Solltest du es nicht wissen, er hat die Antwort gegeben: Es wäre ihm nichts passiert, im Gegenteil, er wäre noch vielleicht weiter nach oben aufgestiegen.

            Was ist nun ehrlicher: Das was die nach Caramsa homophoben alten Männer als scheinheilige Doktrin ausgeben oder das Outing und die damit verbundene Absage an ein heuchlerisches, moralisch bankrottes System?

            • Franz

              der Lügen-Franz ??? ach ja ich verstehe “NATÜRLICH“ Kann der Hassprediger beweisen wo ich gelogen habe.
              Jetzt verstehe ich was die Bischöfe meinen wenn sie in ihren Abschlusstext schreiben,man sollte Homosexuellen mit Takt und “Mitleid „ begegnen.
              Sie haben wohl recht.!

            • Franz

              @ an die Redaktion
              Dass die Redaktion solche Kommentare von Garuda, wie ( nachweisliche Rechtsbrecher – schäbige Pfaffenbock“ Franz ein braunen -xenophober… der Hosenscheißer namens Franz – dreckiges Maul ++++) http://www.tageszeitung.it/2015/10/25/das-schwulen-pastoral/#comment-305736
              Garuda
              27. Oktober 2015 um 17:30
              @Franz
              Naja, der Lügen-Franz kann es nicht lassen…….. )
              weiterhin stehen lässt ist mir ein Rätsel.
              Responsabilita’ dell’amministratore
              L’avvocato Angelo Greco, fondatore del portale “La legge per tutti”
              “ Esistono due tipi di responsabilità in questi casi: quella omissiva e quella per omesso controllo.“
              Es wurde bereits schon Strafanzeige bezüglich Beleidigungen -Verleumdungen bzw. Unterstellungen gegen den User Garuda gemäß art . 594. c.p & art.595 c.p bei der Staatsanwaltschaft Bozen erstattet.
              Eine weitere Anzeige ist nicht ausgeschlossen.

            • Garuda

              @Franz

              Bitte zeig mich 50 mal an, das ist doch mir egal. Ich denke, dass ich ein Phantom so bezeichnet habe , denn Franz kann von mir aus der österreichische Kaiser Franz II /I sein. Also wenn habe ich nun beleidigt?

              Soviel Dummheit kann nur der User namens Franz haben.

              Aber was will man mit einem Typen, der anscheinend nur zwei Hirnzellen hat, wo doch jeden Tag 100e Hirnzellen pro Tag absterben?

    • Queerblick

      Nächstes Jahr werden es 20 Jahre dass es in der Diözese Innsbruck, ganz offiziell, einen “ Diözesanen Arbeitskreis Homosexuellenpastoral – DAHOP „. Im Arbeitskreis arbeiten Priester, Lesben, Schwule, Verheiratete mit. Diese Menschen begleiten gleichgeschlechtlich Liebende auf ihren Lebensweg, wo auch der persönliche Glaube Platz haben darf. Ja, es geht um Pastoral, um eine Kirche die auf GLBT-Menschen zugeht. So wie Jesus, der alle Ausgegrenzten hereinholt bis zur Tischgemeinschaft und integriert. Damit Lesben, Schwule die bedingungs-lose, unendliche, angebotene Liebe Gottes spüren. Dieser Arbeitslkreis sieht die gelebten christlichen Werte wie Liebe, Ehrlichkeit, Verantwortung in den gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Wenn der „Arbeitskreis Homosexuellenpastoral “ bei der Diözesansynode die 2/3 Mehrheit fand, so gilt es dies zu würdigen und verbunden mit der Hoffnung, dass dieser AK mit Leben er-gefüllt wird. DAHOP hat einmal im Jahr, an einem Nachmittag, im Haus der Begegnung einen offenen Nachmittag mit einem Thema. Im letzten Jahr ging es um „Lebens-Liebesvielfalt“. Drei Menschen ( Transsexualität, Bisexualität, Travestie ) erzählten über ihr Leben. Dieses Jahr wird Pierre Stutz zu Gast sein. Ich bin Südtiroler und dieser Arbeitskreis hat mein Leben als glaubender Schwuler, der in der kath. Kirche sichtbar bleiben will, gestärkt.

    • Franz

      Ja für die Gleichgeschlechtlichen Paare schaut es nicht gut aus mit ihren Forderungen von Homo-Ehe bzw. die Eintragung in ein Homoregister in der Gemeinde.
      nachdem der italienische Staatsrat ( Gerichtshof zweiter und letzter Instanz ) mit seinen Urteil vom 08.10.2015 die sogenannten Schwulenregister in den Gemeinden als illegal erklärt hat.
      Auch Herr Bürgermeister Rösch, Bürgermeister von Meran, war da wohl etwas voreilig mit seiner Entscheidung ein solches Register ein zu richten.

      Il tweet del ministro
      «Dopo un anno di polemiche #ConsigliodiStato mi dà ragione: sindaci non possono trascrivere #nozzegay e spetta ai Prefetti vigilare. Bene!». Lo scrive su Twitter il ministro dell’Interno Angelino Alfano a proposito della decisione del Consiglio di Stato che ha annullato la trascrizione fatta dal comune di Roma di alcune nozze gay celebrate all’estero.
      27 ottobre 2015 | 07:47

      http://roma.corriere.it/notizie/cronaca/15_ottobre_26/nozze-gay-giudici-bocciano-sindaci-3ac1feca-7c27-11e5-9069-1cf5f2fd4ce8.shtml

      Nozze gay, i giudici bocciano i sindaci
      «Le loro trascrizioni sono illegittime»

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