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    Unseriöse Angebote?

    Unseriöse Angebote?

    Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) warnt in Sachen Strompreis vor bestimmten „Exklusiv-Angeboten“ von Banken.

    Der Strompreis ist und bleibt ein heißes Thema für alle VerbraucherInnen, die zusätzlich von den teilweise widersprüchlichen Informationen aus zu vielen verschiedenen Quellen verwirrt werden. Viele von ihnen wenden sich an die VZS, um hier neutrale und vor allem präzise Informationen zu erhalten, und sich so im Dschungel der Angebote und falschen Auskünfte zurechtzufinden.

    In letzter Zeit, so berichten die Verbraucherschützer, mischen hier scheinbar auch die Banken mit, und zwar die Südtiroler Volksbank.

    Diese schickt an ihre Mitglieder und Kunden „exklusive Angebote“, über deren effektive Günstigkeit es vielleicht etwas zu sagen gibt.

    In ihrer Newsletter „News4you“ schreibt die Bank von einem Abkommen mit einem großen Energieanbieter (die Etschwerke), durch welches neue und alte Mitglieder der Bank sowie deren Privatkunden Anrecht auf ein exklusives Angebot hätten, so sie vom geschützten Markt zum freien wechseln.

    Dazu schreibt die VZS:

    „Der Skonto von 10% auf den Energiepreis (und Vorsicht – das sind nicht die Gesamtkosten, die man auf der Stromrechnung bezahlt!) erhalten nämlich auch alle alten und neuen Kunden der Etschwerke, die vom geschützten auf den freien Markt wechseln, unabhängig davon, ob sie Kunden der Volksbank sind oder nicht.

    Die Gutschrift von 50 oder 100 Euro (je nach Typologie) kann zwar ein weiterer Vorteil sein, aber die grundlegende Frage bleibt ob das Angebot der Etschwerke das beste Angebot am Markt ist.

    Und soweit uns bekannt ist, ist es das nicht.

    Begutachtet man nämlich die Ergebnisse des Vergleichsrechners Trovaofferte der Aufsichtsbehörde AEEGSI sieht man:

    * ein Haushalt (Erstwohnung) in Bozen mit einer Leistung von 3 kW und einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh zahlt im “geschützten Markt” 613,97 Euro pro Jahr, und das aktuell beste Angebot für den Standardkunden in Bozen kostet 556,47 Euro (Seltrade): Ersparnis von 57,50 Euro;

    * ein Haushalt (Erstwohnung) in Bozen mit einer Leistung von 4,5 kW und einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh zahlt im “geschützten Markt” 874,75 Euro pro Jahr, und das aktuell beste Angebot für den Standardkunden in Bozen kostet 794,49 Euro (Seltrade): Ersparnis von 79,95 Euro.

    Das Angebot der Etschwerke scheint im Vergleichsrechner überhaupt nicht auf.

    Wäre es das günstigste oder unter den günstigsten, warum veröffentlicht man es dann nicht im offiziellen Vergleichsrechner für die Haushaltskunden?“

    Die VZW warnt auch vor Skonti in Werbung und Werbeanrufen.
    Vorsicht sei geboten, wenn Werbebotschaften oder eifrige MitarbeiterInnen der Call-Center von Skonto sprechen. „Da der Energie-Gesamt-Preis aus mehreren Komponenten besteht (Energiepreis, Verteilungskosten, Systemkosten, usw.), fragen Sie stets nach ob der Skonto (die Prozent) auf den Energiepreis oder auf alle Komponenten des Tarifs angewandt werden. Der Unterschied ist beträchtlich!“

    Die VZS gibt auch zu bedenken, dass der Energiepreis in Italien und damit in Südtirol immer noch nachweislich unter den höchsten Europas ist. Die VZS hatte diesbezüglich bereits im Sommer vom Land verlangt, dass endlich auch die BürgerInnen in den Genuss der Vorteile laut Art. 13 des Autonomiestatuts kommen sollen. Passiert sei bislang nichts.

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