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    Feuer am Dach

    Feuer am Dach

    Alarmstimmung bei den Südtiroler Hoteliers und Schutzhüttenbetreibern: Schon am 31. Oktober treten italienweit verschärfte Brandschutzbestimmungen in Kraft. Die Betriebe kommen damit in arge Bedrängnis.  

    Von Matthias Kofler

    Hans Berger schüttelt den Kopf: „Das ist leider typisch für die italienische Gesetzgebung – den Betrieben bleibt so viel zu wenig Zeit, um sich an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen“, ärgert sich der SVP-Senator.

    Südtiroler Hoteliers und Gastwirte sind besorgt: Bereits am 31. Oktober sollen italienweit verschärfte Brandschutzvorschriften in Kraft treten. Betrieben, die die gesetzlichen Bestimmungen nicht erfüllen können, drohen dann drakonische Strafen.

    Dies sieht ein Dekret der italienischen Regierung vom Juli diesen Jahres vor. Und: Es betrifft alle Betriebe – also Hotels und Schutzhütten – mit 25 bis 50 Schlafplätzen.

    Worum geht es?

    Laut den verschärften Bestimmungen muss jeder Betrieb, der mindestens einen Mitarbeiter im Angestelltenverhältnis beschäftigt, eine Person zum Brandschutzbeauftragten ernennen. Weiters muss der Eigentümer oder Betreiber eines Betriebes die regelmäßige und fachgerechte Instandhaltung der Brandschutzeinrichtungen gewährleisten. Dazu dient das Instandhaltungsbuch.

    In den darin enthaltenen Kontrollblättern müssen die Ergebnisse der periodischen oder außerordentlichen Kontrollen angegeben und unterschrieben sein. Das Instandhaltungsbuch muss ständig aktualisiert werden und bei Kontrollen den zuständigen Behörden und den Feuerwehren zur Verfügung stehen. Ziel der Bestimmungen ist es, „Personen und Güter vor Brandrisiken zu schützen“, so heißt es im Dekret wörtlich.

    Für Betriebe mit mehr als 50 Betten gelten bereits seit 2014 schärfere Brandschutzbestimmungen. Weil diese aber für die kleineren Hotels und Schutzhütten zu aufwändig gewesen wären, hat Rom auf Initiative des SVP-Senators Hans Berger beschlossen, eine Vereinfachungsrichtlinie zu erarbeiten. Gleichzeitig wurde der Termin für das Inkrafttreten der neuen Brandschutzbestimmungen in den Betrieben mit weniger als 50 Betten auf 31. Oktober 2015 verschoben. Die Vereinfachungsrichtlinie wurde auch entsprechend erarbeitet und von der Europäischen Union gutgeheißen.

    Das Problem: Das neue Dekret, in dem die neuen Bestimmungen enthalten sind, wurde erst im Sommer dieses Jahres von der Regierung Renzi erlassen. Damit blieb den Betrieben viel zu wenig Zeit, um ihre Brandschutzvorkehrungen zu verschärfen.

    „Die Vorgehensweise, die Rom hier an den Tag gelegt hat, ist absolut unverständlich“, kritisiert Hans Berger. In einem Schreiben, das der SVP-Senator an den zuständigen Unterstaatssekretär Francesco Boccia gerichtet hat, fordert Berger nun eine Terminverschiebung. „Ich hoffe, dass meine Intervention Erfolg hat – denn ansonsten kommen viele Südtiroler Herbergsbetriebe in große Schwierigkeiten“, so Berger.

    Eine Antwort des Unterstaatssekretärs Boccia steht noch aus. Den Hotels und Schutzhütten rennt die Zeit davon.

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    Kommentare (13)

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    • Martin

      Der Staat sorgt dafür dass uns die Häuser nicht abbrennen. So ein lieber Staat

      • walter

        die Hoteliers wollen ja bei diesem Staat bleiben, dann sollen sie auch seine Gesetze befolgen!!!
        aber wenn es um die eigenen Interessen geht wie beim Schwarzgeld (Bargeldlimit) dann sind sie die ersten die laut plärren!!!

    • Hubert

      Das ist wieder einmal ein Werk von den Versicherungen, die natürlich Zugang zu den Politikern haben. Die Finanzmafia insgesamt bestimmt das Leben des Menschen und die Vasallen dieser „Organisation“ sind die Politiker.

    • bergbauer

      als Betreiber genau so eines kleinbetriebes kann ich ihnen sagen,besser zusperren und sich anstellen lassen,bei kleibetrieben ist man schon jetzt am Limit und wenn viele betriebe könnten würden sie schon schleunigst zumachen aber viele haben schulden.bei großen kondumminien gibt es gar keinen brandschutz obwohl sie viel gefährlicher sind. eigentlich ist es nur abzocke und „ANKURBELUNG DER WIRTSCHAFT ODER ARBEITSBESCHAFFUNGSMASSNAHMEN“ . was wollt ihr noch gis,müll.wasser,abwasser,erschliessung,ortstaxe,“freiwilliger toursmusbeitrag“die liste wäre unendlich.
      BESSER IST ES ZUMACHEN !!!!

    • bergbauer

      ACH JA UND AUSSERDEM NOCH 70%DER EINNAHMEN….saubande

    • sogeatsnet

      Sagt doch mal die Wahrheit.
      Die Brandschutzbestimmungen für die lieben Hoteliers wurden Jahr um Jahr verschoben. Jetzt ist endlich Schluss damit und nun wird gejammert.
      Liebe Hoteliers, ihr hattet viele Jahre Zeit euch anzupassen – was andere Sparten bereits vor Jahren erledigen mussten – jetzt den Senator als Nothelfer anzubeten finde ich einfach lächerlich.

      • guy fawkes

        Ich bin 42 Jahre alt. Seit ich denken kann, kommt immer wieder das Thema „Verschiebung Termin Umsetzung Brandschutzbestimmungen für Beherbergungsbetriebe“ (ansonsten Schliessung, Verlust Arbeitsplätze, schluchz, heul, bla bla bla) auf den Tisch. Und immer wieder wurden die Termine verschoben. Wenn dann der neue Stichtag da war ging das Heulen wieder vorne los.

    • George

      Was wird den hier schon wieder gejammert. Senator Berger sagt nicht die Wahrheit oder er hat nicht aufgepasst. Dass jeder Betrieb einen Sicherheitsbeauftragten ernennen muss, gibt es schon lange und spätestens seit dem Gesetz Nr. 68 vom 22. Mai 2015 über die Umweltstraftaten, worin auch klar darauf hingewiesen ist, müsste es Senator Berger und seine von ihm politisch vertretenen Betriebe wissen, dass diesbezüglich etwas zu tun ist.

    • Robby

      Gott im Himmel, so eine Katastrophe. Ob jetzt das Geld in Feuerlöscher anstatt in den Flughafen investiert werden muss?

    • peter

      So eine Neidgesellschaft.
      Das sind wieder riesige Investitionen, die meisten Hotels ( 80%) verdienen überhaupt keinen Euro,
      ein Hotel kann nur Gewinn erwirtschaften, wenn die Auslastung sowie der Preis stimmt, aber bei den Meisten ist es nicht so, die Hungerleider nennen wir diese mal Gäste, erwarten ja jedes Jahr was Neues….aber der Preis sollte immer der selbe bleiben. Kurz und bündig…. ein Gastwirt muss die paar Kröten die im Jahr verdient werden wiederum investieren ansonsten bleibt er auf der Strecke.

      • joka

        Könne Sie mir bitte die Quelle nennen, woraus die von Ihnen genannte Zahl von „80%“ hervorgeht. Ich habe nämlich aufgrund der bei der Handelskammer hinterlegten Bilanzen von Hotels und Gasthäusern andere Informationen.

    • bergbauer

      feurelöscher hab ich jetzt schon 31stück,brandschäuche überall,fluchttreppe,schlaggläser……aber das reicht alles noch nicht…..und am ende wenns brennt laufen alle am Feuerlöscher vorbei

      • roadrunner

        es sollen ja alle beim Brandlöscher vorbei laufen und der/die Brandschutzbeauftragte soll den Feuerlöscher in die Hand nehmen.
        Es ist zwar aufwendig, ich finde aber, es ist nicht übertrieben. In unserem Betrieb schule ich selbst immer wieder mit den Angestellten eine Brandschutzübung. Wie man welchen Feuerlöscher für welchen Brand und wo verwendet…

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