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    Io e Lei

    Während der Vatikan in einer Synode über Familie spricht und sich ein polnischer Geistlicher mutig geoutet hat, läuft in italienischen Kinos “Io e Lei”.

    von Renate Mumelter

    Bisher gab es im italienischen Kino nur “Io e Lui”, eine “commedia” nach einem Roman von Alberto Moravia. Erzählt wird in diesem Fall von einem Regisseur und dessen ruinöser Libido, von seinem Geschlecht, nix Homosexuelles, ganz im Gegenteil.

    In “Io e Lei” hingegen erzählt Maria Sole Tognazzi von zwei Frauen, die in einer lesbischen Beziehung leben. In Italien ist dieses Thema immer noch heikel. Der Clou an Tognazzis Film ist, dass sie zwei italienische Vorzeigefrauen für die Hauptrollen gewinnen konnte, die sexy Sabrina Ferilli und die elegante und melancholische Margherita Buy. Beide werden in der italienischen Öffentlichkeit als sehr weiblich wahrgenommen. Für Tognazzi werden sie aber zu Federica und Marina, die in einer lesbischen Beziehung leben. Federica ist Architektin, sie war mit einem Zahnarzt verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Marina war erfolgreiche Schauspielerin und ist inzwischen Unternehmerin in der Gastronomie. Marina ist stolz darauf lesbisch zu sein, Federica hat die Liebe zu einer Frau erst spät entdeckt und tut sich schwer, damit umzugehen. Daraus entwickeln sich eigentümliche Situationen, lustige ab und zu. Das Hausmädchen der beiden ist ein schwuler Philippino. Federica ist mit einem Carsharing-Auto unterwegs und kann nicht einparken. Einige unterhält das. Zu einer exzessiven Lachkomödie wird “Io e Lei” aber nicht. Erzählt wird von den Schwierigkeiten, die ein Liebesleben, egal ob homo oder hetero, so mit sich bringt. “Io e Lei” ist als Film nichts Aufregendes, auch die Hauptdarstellerinnen sind so glatt wie bei ihren anderen Auftritten, und das muss man mögen. Trotzdem verdient der Film Beachtung, weil er ein Tabuthema mit heiterer Nonchalance angeht.

    Io e Lei (I 2015), 102 Min., Regie: Maria Sole Tognazzi, mit Margherita Buy und Sabrina Ferilli. Bewertung: Leicht 

    Was es sonst noch gibt:
    Am Montag, Dienstag und Mittwoch Filme von der “Settimana della Critica” der diesjährigen Mostra del Cinema. Meist die einzige Gelegenheit, diese Filme im Kino zu sehen

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    Kommentare (4)

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    • Lukas

      Und die durchwegs mehr als 80-jährigen “Experten” der katholischen Kirche, die nie eine eigene Familie hatten, weil sie das laut eigenen Regeln nicht haben dürfen, debattieren nun in Rom wie eine Familie auszuschauen hat, natürlich – wie üblich in diesen tristem Verein – hinter verschlossenen Türen, damit die Nachrichten für die Öffentlichkeit vom eigenen Presseamt gefiltert werden können, um allzu große Peinlichkeiten zu vermeiden. Complètement fou.

    • Klartexter

      Vatikan-Synode in Rom: mafiöser Altherrenverein!

      Lesbischer Kinofilm: freimaurerische, neuzeitliche Lobby-Propaganda!

    • Garuda

      Komisch dass sich hierzu Franz nicht äußert.

      Warum hat er denn eine solche Homophobie und lesbische Frauen gehen ihm am A…. vorbei?

      Wenn das Nikolausi wüsste….

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