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    Verlorene Ehre

    Benito Mussolini ist nach 91 Jahren nicht mehr Ehrenbürger von Salurn. Die Süd-Tiroler Freiheit begrüßt die Entscheidung des Gemeinderates von Salurn.

    Die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit begrüßt die Entscheidung des Gemeinderates von Salurn, welcher am Freitagabend die Ehrenbürgerschaft des faschistischen Diktators Benito Mussolini gestrichen hat.

    Die Bewegung hatte den neuen Bürgermeister Roland Lazzeri auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass Mussolini 1924 zum Ehrenbürger gemacht wurde und lobt ihn dafür, nun den Schritt der Aberkennung getan zu haben.

    Bozner Nachrichten (Ausgabe vom 2. Juni 1924)

    Bozner Nachrichten (Ausgabe vom 2. Juni 1924)

    „Wie italienische und deutsche Zeitungen im Juni 1924 berichten, hatte der damalige Vize-Regierungskommissär von Salurn (Podestà), Josef Tonini, dem faschistischen Ministerpräsidenten den Titel eines Ehrenbürgers von Salurn verliehen“, so Werner Thaler, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit im Unterland und Überetsch. „Die Aberkennung ist ein wichtiges Symbol, auch im Hinblick auf die mangelnde Aufarbeitung der Zeit des Faschismus in Italien.“

    Werner Thaler von der Süd-Tiroler Freiheit

    Werner Thaler

    „Eine Aberkennung der Ehrenbürgerschaft ist in den letzten Jahren auf Anregung der Süd-Tiroler Freiheit auch in mehreren Gemeinden des Unterlandes passiert“, ergänzt Stefan Zelger von der Ortsgruppe Tramin.

    „So ist Mussolini nicht mehr Ehrenbürger in Montan, Tramin, Kurtatsch und Auer.

    Der Faschismus war für die Süd-Tiroler ein sehr leidvolles Kapitel, weshalb es ohnehin nicht akzeptabel sein kann, dass Mussolini Ehrenbürger einer Süd-Tiroler Gemeinde ist!“

    Die Süd-Tiroler Freiheit geht davon aus, dass Mussolini heute noch Ehrenbürger weiterer Südtiroler Gemeinden ist.

    Die Ernennung zum Ehrenbürger erfolgte jeweils im Mai bzw. spätestens im Juni 1924.

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    Kommentare (29)

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    • lois

      Und wie schauts mit dem Adolf und seinen bekannten Anhängern aus?

      • schorsch

        Eine gute und berechtigte Frage. Nachdem jedoch in der BRD, Österreich + Südtirol öffentlich keine nazistischen Tempel, Erinnerungsstätten, Ehrenbürgerschaften etc. mehr bestehen, kann man die wenigen ideellen Nachläufer gut isolieren.
        Im Staat Italien sieht es leider noch anders aus, vor allem hier im Lande.

        Hier grüßt man dank der SVP täglich noch immer den Geßler-Hut.

    • Karl

      Und warum hat man 91 Jahre dafür gebraucht? In Deutschland wäre ein solcher Zustand auf Adolf Hitler gemünzt undenkbar! Bananenstaat Italien eben!

    • BERGBAUER

      nun stellen sie sich mal vor Adolf H. hätte in Deutschland bis vor kurzem eine Ehrenbürgerschaft inne gehabt………..aber bei uns durchaus möglich(ITALIEN)

    • helmut

      An Lois!

      In Österreich gibt es bekanntlich eine ganze Reihe von einschlägigen Denkmälern für A.

      Auf dem Finanzamt in Wien, dem früheren Hauptquartier seiner Partei, reitet er mit erhobener rechter Hand.

      Mitten in der Stadt befindet sich ein Denkmal für all seine Siege, dessen Säulen mit Kreuz-Haken verschönt sind.

      Diese Denkmäler werden mit Steuergeldern instand gehalten und immer wieder restauriert und geputzt.

      Sie werden elektronisch geschützt und gut bewacht, denn es gibt ja leider einige Unbelehrbare, welche solche objektiven Zeugnisse der Geschichte ablehnen und glatt imstande sind, sie zu beschmieren. Linke Zecken !!!

      Neulich hat man die Denkmäler noch mit Erklärungstäfelchen versehen, um ihren musealen Charakter zu unterstreichen.

      In Braunau liegen die verehrten Reste von A. in einem schönen Mausoleum und jährlich finden feierliche Prozessionen zu seinem Gedenken dorthin statt.

      Erst vor einigen Jahren hat ein österreichischer Bundeskanzler unter großem Beifall erklärt, dass A. ein guter Mensch war, der seine Widersacher nur zur Erholung aufs Land geschickt habe.

      Lieber Lois, ist Ihre Frage damit beantwortet ?

      • schorsch

        Ergänzend: Auf dem Friedhof in Leonding, wo Vater Alois Schicklgruber und Mutter in einem bescheidenen Grab ruhen, wurde nun auf Kosten der Kommune ein großes Mausoleum errichtet. Das gäbe es doch in Italien nicht?

    • Mann

      Ich würde in jedem Kuhdorf eine Gedenkstatue für den fetten Glatzkopf aufstellen. Und zwar so eine, wie sie ihn kopfüber bei den Beinen aufgehängt haben. Und jeder darf ihn anspucken.

      • schorsch

        Schöner Gedanke, doch wäre der reale Widerstand gegen reale Personen und Monumente zielführender. Es bräuchte nur den Willen!
        Bringen wir das immer noch lebende Monster hier im Lande gemeinsam zu Fall.

    • Karl

      Ohhhh, da hat unser Alex mit seinen Recherchen wieder mal was tolles gefunden. Ein bayerisches oder österreichisches Dorf oder noch besser den Geburtsort Hitlers mit Südtirol zu vergleichen ist wieder mal nach Alex Logik vollkommen legitim. Es ist doch logisch, dass in Bayern und Österreich, wo die Leute sehr nationalistisch eingestellt sind, es solche Zustände noch gibt. Hitler ist in diesen Ländern mächtig geworden und viele Menschen bewundern dort ihren Adolf trotz der Verbrechen die er verübt hat. Ist leider so. Aber Mussolini hat die Südtiroler gedemütigt, verfolgt, unterworfen, Ihrer Kultur und Sprache beraubt. Das kann man schwer vergleichen. Wenn man hingegen Orte in Deutschland vergleicht, die gegen Hitler waren und das sind die Länder außerhalb Bayerns sind jegliche Symbole der Nazis sofort nach dem Krieg zerstört und verboten worden. Italien hat hingegen als Staat sehr wenig den Faschismus unternommen. Außerdem, seien wir mal ehrlich. Ist Südtirol nicht immer noch eine italienische Kolonie?

      • Alex

        Es ist nicht akzeptabel, dass Diktatoren, die Millionen von Menschenleben auf ihrem Gewissen haben, noch Ehrenbürgerschaften besitzen.
        Da ist es egal, dass Hitler mächtig war und ihn viele Menschen bewundern und dass es sich um den Geburtsort von Hitler handelt.
        Du suchst verbissen nach Gründen, um diese Ehrenbürgerschaften zu rechtfertigen, die es aber nicht gibt.

      • Peace

        @Karl
        In Italien haben Partisanen – also das eigene andersdenkende Volk, die Resistenza – den Duce gefasst und eliminiert, in Deutschland hingegen waren die meisten mit Hitler, oder trauten sich nicht gegen ihn zu kämpfen.
        Sind Ladiner für dich römische Kolonialisten?

    • Helmuth

      Das nimmt alles nichts an der Tatsache, dass die Brüder im Geiste Mussolini und Hitler schon Anfang der 30iger Jahre in einem geheimen Pakt an Italien verschachert haben. Das Ziel beider brutalen Diktaturen und Massenmörder war es die Südtiroler total auszurotten – durch Verweigerung oder Zurückziehung der Staatsbürgerschaft, Verfolgung, Ausweisung und Assimilierung. Und was tut Italien heute? Es versucht mit anderen Mitteln (mit Scheinheiligkeit, und Freunderlwirtschaft und vor allem mit viel Geld) die Südtiroler in den italienischen Staat zu integrieren und langsam, aber sicher zu assimilieren: über den Sport (Tricolore), die Kultur, die Wirtschaft, die Zweisprachigen Schulen, Festigung der italienischen Ortsnamen, Förderung des privaten und sozialen Wohnbaus und allerlei Grundenteignungen in den Städten (vor allem in Bozen), Straßen- und Schulbenennungen nach erklärt südtirofeindlichen, erklärt linksradikal und italophil orientierte Personen (Meran, Bozen, Sterzing..), gezielte und sehr schlaue Förderung der Zuwanderung von Italienern und „italienischen“ Immigranten (bei der Volkszählung haben sie beinahe alle Italienisch erklärt), Fälschung der Geschichte (siehe Kellermuseum am Siegesdenkmal, wo sogar der Trentiner Widerstandskämpfer Giuseppe Tovazzi falsch dargestellt wird), Aushöhlung des bisschen Landesautonomie das wir haben, Negierung der doppelten Staatsbürgerschaft und Verhinderung mit allen Mitteln der legitimen Selbstbestimmung usw.
      Hitler und Mussolini haben mehrere Deutsch-Südtiroler auf dem Gewissen, auch jene die von Opfern zu Tätern (Verbrechern) geworden sind. Hitler hat auch antinazistische Reichsdeutsche und Deutsch-Südtiroler umbringen lassen, die entschieden gegen die Unrechtsgrenze am Brenner kämpften, darunter auch Antifaschisten die sich noch 1944 in Wort und Schrift für einen „Freistaat Südtirol“ einsetzten. An diese mutigen, freiheitsliebenden Menschen erinnert keine Schule, keine Straße (die Ausnahmen sind Mayr – Nussser und Innerhofer) – sie passen nicht in die italophile und Geschichtsauffassung die z.Z. das politische und ideologische Denken der neuen, politischen Machthaber in Südtirol beherrscht.
      „Memini meminisse“- Vergiss nicht, dich zu erinnern,- bevor es wieder zu spät ist. Denn „der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch“, sagte Bert Brecht.

      • Alessia

        Bereits die österreichische Besatzung in der Lombardei mit Radetzky hat es vorexerziert: Sermide, eine italienische Gemeinde am Po gelegen in der Provinz Mantova. „Sermide é stata teatro di una carneficina, quella ordinata dal generale Radetzky tra il 27 e il 29 luglio 1848: donne, bambini e vecchi vennero messi al muro, la città saccheggiata e bruciata“ (Corriere della Sera 31 luglio 2015 nr. 31 allegato Sette).
        Siehe auch: https://it.wikipedia.org/wiki/Sermide:
        Durante la prima guerra di indipendenza (1848-1849) Sermide insorse contro gli occupanti austriaci (come fecero le città di Milano, Brescia, Venezia e molte altre). La reazione dei marescialli Radetzky e Von Welden fu spietata: il 29 luglio 1848 le truppe austriache annientarono la resistenza dei sermidesi, saccheggiarono il centro storico e bruciarono molte case. Il 10 settembre 1899, re Umberto I decorò Sermide con una medaglia d’oro e la insignì del titolo di città.

    • lois

      Hier ein Spiegel für die zahlreichen sich hier tummelnden pseudo-antifaschistischen gestrige Träumer von gott-sein-dank verlorenen Schlachten: http://www.raetia.com/de/shop/item/2511-suedtiroler-in-der-waffen-ss-casagrande.html

      • schorsch

        Ja Loisl, auch Südtiroler wurden in die Waffen-SS gezogen, sehr wenige waren freiwillig dort und freiwillig im Krieg, auch nicht mein christlicher Vater.
        Mich irritiert nur ein wenig Ihre Benennung „pseudo…“.
        Sagen Sie einmal Loisl: bestimmen das Sie, wer echt und/oder „pseudo“ ist, wer maßt sich das an, ohne den Anderen und dessen vielleicht schweres Familienschicksal zu kennen?
        Ich würde mir persönlich nicht gestatten, Sie als „Pseudo“ zu diffamieren.
        Berthold Brecht, den ich ungemein schätze, schrieb einmal etwas sehr Wichtiges:
        „Der schlimmste Analphabet ist der politische Analphabet.“
        Dieser Meinung bin auch ich.
        MfG

    • milf

      Und warum wird nicht erwähnt, dass sich M5S enthalten hat?

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