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    1915 – 2015

    Andreas Zingerle zeigt 20 gemalene Porträts von Journalisten.

    Andreas Zingerle zeigt 20 gemalene Porträts von Journalisten.

    Die Siegerprojekte des Wettbewerbs „1915 – 2015“, die sich mit dem ersten Weltkrieg auseinandersetzen, werden in einer Ausstellung in der Galerie Prisma präsentiert.

    Acht Künstlerinnen und Künstler haben sich intensiv mit historischen Ereignissen und aktuellen Anlässen befasst: Ob vergangene oder gerade geführte Kriege, die Schicksale der Zivilbevölkerung, die Emotionen zwischen Mitleid und Hass, die Motive und Rechtfertigungen sind kaum unterscheidbar. So verweist Andreas Zingerle mit seinen 20 gemalenen Porträts von Journalisten, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind, auf die zivilen Opfer des Kriegs und gibt diesen nicht nur einen Namen sondern ein Gesicht. Mit einem in geschichtetem Glas verbautem Gewehr und einem Spazierstock werden bei Paul Feichter Macht und Wehrlosigkeit gegenübergestellt und gleichsam in der Zeit verharrend dargestellt. Geschichte in eine skulpturale Form zu übertragen gelingt der jungen Künstlerin Silvia Hell. Die geografische Veränderung von Italien und Österreich im Zeitraum von 1915 – 2015 wird dreidimensional erfasst und analytisch auf einen Blick für den Betrachtenden lesbar und greifbar gemacht.

    Annemarie Laner: Die Seilschaften der Mächtigen

    Annemarie Laner: Die Seilschaften der Mächtigen

    Seilschaften von Mächtigen und Verkettungen von Ereignissen in der Geschichte zeigt Annemarie Laner durch ein prächtiges Schmuckstück, einem Collier aus Herrscherporträts, Weichenstellern zu Beginn des 1. Weltkrieges und Amuletten. Walter Pancheri rückt mit einem in Holz geschnitzten Brief an den Vater die Kämpfenden an der Front ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

    Durch Anaglyphenbrillen betrachtet zeigt die Videoarbeit von Leander Schwazer entfremdetes, über 100 Jahre altes Videomaterial. Während das ursprüngliche Material die posttraumatischen Belastungsfolgen, das sogenannte Kriegszittern, zeigt, werden durch das Dreidimensionale die Körpersilhouetten zu tänzelnden Hybriden. Das Ziehen von Grenzen und das Errichten von Mauern sind derzeit in der Auseinandersetzung mit Flüchtlingen aktueller denn je. Stacheldraht, der nicht nur erstmalig vor 100 Jahren eingesetzt wurde sondern heute genauso in heimischen Gärten zum Schutz wie in Kriegsgebieten zur Abwehr dient, wird bei Martina Stuflesser zum Symbol für Abschottung und Ausgrenzung.

    Den Pulsschlag der alpinen Schauplätze des Ersten Weltkrieges zeigt Letizia Werth in einer Videoarbeit. Die heroisierende Berglandschaft, die Mitte des19. Jahrhunderts vom Tourismus erschlossen wurde gepaart mit den Heldengeschichten der Soldaten veranschaulicht die bewegte Geschichte einer von Kriegsgräuel genauso wie von Idylle gezeichneter Landschaft.

    Die von Lisa Trockner kuratierte Ausstellung wird am 9. Oktober, um 19 Uhr in der Galerie Prisma des Südtiroler Künstlerbundes eröffnet.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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