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    Tagung für den Doppelpass

    Tagung für den Doppelpass

    Die Süd-Tiroler Freiheit will sich das Projekt Doppelte Staatsbürgerschaft nicht von der politischen Mehrheit mies machen lassen – und kündigt nun eine wissenschaftliche Tagung an. Schauplatz: Der Landtag.

    Der Landtagsklub der Süd-Tiroler Freiheit veranstaltet eine wissenschaftliche Tagung mit dem Titel „Doppelte Staatsbürgerschaft als Mittel des Minderheitenschutzes im europäischen bzw. internationalen Vergleich“. Die Tagung wird am Freitag, den 16. Oktober 2015 im Südtiroler Landtag stattfinden. Auf einer Pressekonferenz hat die Süd-Tiroler Freiheit nun das Programm vorgestellt.

    Namhafte internationale Experten, Universitätsprofessoren und Vertreter von ethnischen Minderheiten werden in Kurzreferaten darüber berichten, wie in ihren Ländern die doppelte Staatsbürgerschaft zur Anwendung kommt bzw. wie insgesamt die Rechtslage ist.

    Folgende Volksgruppen, die bereits die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft besitzen, werden von den insgesamt 15 Referenten direkt vertreten sein: Die Deutschen in Schlesien, die Deutschen in Nordschleswig, die Ungarn in Siebenbürgen, die Italiener in Slowenien, die Italiener in Kroatien, die Slowenen in Friaul-Julisch-Venetien, die Schweden in Åland, sowie – von außerhalb der EU – die Österreicher in Dreizehnlinden.

    Außer Brasilien werden weitere Nicht-EU-Länder, die die doppelte Staatsbürgerschaft erlauben, in den Vorträgen zur Sprache kommen, und zwar Mazedonien, Moldawien und Armenien.

    Um die Objektivität der Tagung zu wahren, wird auch über Negativbeispiele zu hören sein, also über Länder, in denen für die autochthonen Minderheiten die doppelte Staatsbürgerschaft (noch) nicht Realität ist. Zu diesen gehören die Slowakei, Ungarn und Griechenland.

    Ein allgemeiner Überblick über die rechtliche Situation im Zusammenhang mit der doppelten Staatsbürgerschaft wird von je einem namhaften Universitätsprofessor von der Universität Montréal sowie von der Universität Innsbruck geboten werden. Ebenfalls von einem österreichischen Rechtsexperten werden schließlich die juridischen Aspekte einer doppelten Staatsbürgerschaft für die Südtiroler zur Sprache gebracht.

    Mit der Tagung soll, so die Süd-Tiroler Freiheit, aufgezeigt werden, dass die doppelte Staatsbürgerschaft in vielen Ländern der EU und darüber hinaus ein gängiges und selbstverständliches Modell ist. Gleichzeitig solle die Tagung dazu beitragen, dass Fehlinformationen, Irrmeinungen und Vorurteile, die in Südtirol zu diesem Thema immer wieder verbreitet werden, beseitigt werden.

    Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll: „Bewusst haben wir als Tagungsort den Südtiroler Landtag gewählt, damit das Thema der doppelten Staatsbürgerschaft auf eine überparteiliche Ebene gestellt wird und alle Abgeordneten die Möglichkeit haben, sich vor einer Entscheidungsfindung eingehend objektiv und wissenschaftlich zu informieren“.

     

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    Kommentare (12)

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    • ÖZzi

      Nein danke, brauch ich nicht.
      Ich gehören der Minderheit an und fühle mich bereits mehr als geschützt, fast wie unter „Naturschutz“…
      Die einzig wahre Gefahr hierzulande ist die Massenverblödung.

    • Da andre Hofer

      Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe. Dies sei der SVP und der ÖVP ins Stammbuch geschrieben. Es gibt keinerlei Gründe, von den rechtlichen Voraussetzungen für eine Verleihung ganz zu schweigen, warum den altösterreichischen Süd-Tirolern die Doppelte Staatsbürgerschaft versagt bleiben sollte. Die Italiener verleihen eine solche bereits auch an Kroaten. Und es stimmt einfach nicht, dass sich Österreich gegen eine Doppelte Staatsbürgerschaft für Süd-Tiroler sträubt. Allein der Wunsch muss vom offiziellen Süd-Tirol artikuliert werden. Was bis dato bis auf einige anlassbezogene Lippenbekenntnisse allerdings unterblieben ist. Die einzigen, die der Doppelten Staatsbürgerschaft im Wege stehen, sind allerdings die beiden Volksparteien dies und jenseits des Brenners. Solange die SVP und die ÖVP nicht abgewählt werden, wird die Klärung dieser Fragen von eben diesen behindert werden. Auch wenn rechtlich alles für eine doppelte Absicherung der Süd-Tiroler im fremden Staat Italien spricht.

    • Synas

      Andere bekommen nicht mal einen, und wir sollen 2 bekommen? btw, was soll das überhaupt bringen? Dürfen wir dann je nach belieben das beste von 2 Staaten herauspicken?

    • Erwin

      Da müsste sich die SVP Regierung in Südtirol wirklich ins Zeug legen und arbeiten. Anträge in Wien stellen und von mir aus vorher die Südtiroler befragen ob die den österreichischen Pass wollen.
      Anstatt daran zu arbeiten, lässt diese Landesregierung ein zweites Mal über einen „Sport-Militärflugplatz“ abstimmen, was etwa 4.000.000 Euro kosten wird.

    • wert

      Synas , Sie haben nichts verstanden ,gleich wie die svp ! Überhaupt ,wer hat was von „herauspicken “ behauptet ??? Sind das alles Dumme ,die bereits Doppelstaatsbürger sind ??? Ich glaube eher ,dass die Reg. von Österreich an die italiemische Reg . irgendetwas gegen die doppelte Staatsbügerschaft versprochen hat , ich stell mir sowas vor ,vielleicht täusche ich mich !

    • Luis

      Gestern in der Sendung „Pro und Contra“ hat Steger keine Gegenargumente liefern können. Er selbst hätte auch gerne einen österreichischen Pass.
      Die SVP sind anscheinend fast die Einzigen in einer Regierung in der EU, die sich dagegen aussprechen.

      • BRAT KARTOFFEL

        Ich will mit den altösterreichischen Landsleuten, jene die den 1. Weltkrieg direkt und den 2. indirekt durch ihren Landsmann A.Hitler verantworten müssen, absolut gar nichts zu tun haben.

        • Da andre Hofer

          Es darf bezweifelt werden, ob Sie überhaupt genealogisch überhaupt wären!
          Abgesehen davon, wäre Ihnen schon aufgrund des geistigen Dünnschisses, den sie hier absondern, die Doppelte Staatsbürgerschaft nicht zuzuerkennen!

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