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    Sektorale Verärgerung

    Sektorale Verärgerung

    „Das sektorale Fahrverbot ist wettbewerbsverzerrend“, hieß es am Montag in Bozen. Wirtschaftsverbände und Handelskammer trafen sich zu einem klärenden Gespräch mit Verkehrs-Landesrat Florian Mussner.

    Das sektorale Fahrverbot in Nordtirol, das im Herbst 2016 eingeführt werden soll, sorgt bei Südtirols Wirtschaftsvertretern für Verstimmung. Am Montag sprach man im Rahmen eines Treffens in Bozen über die negativen Folgen für die Südtiroler Transportwirtschaft. Anwesend waren die Vertreter von Handelskammer Bozen, lvh, Unternehmerverband sowie Verkehrs-Landesrat Florian Mussner.

    Vom Fahrverbot in Tirol sind bestimmte Ziel- und Quellverkehre im Rahmen von ausgedehnten Ausnahmezonen ausgenommen.

    „Diese Regelung bringt mit sich, dass der Tiroler Regional- und Lokalverkehr nicht vom sektoralen Fahrverbot für Güter mit geringer Wertschöpfung betroffen sein wird. Transportunternehmen, die nicht aus den Ausnahmezonen stammen, werden aber sehr wohl von der Regelung betroffen sein“, hieß es beim Treffen.

    Auf diese Weise würden Südtiroler Transportunternehmen gegenüber den Tiroler Unternehmen diskriminiert.

    Wünschenswert wäre, darin waren sich die Vertreter von Handelskammer und Verbänden einig, dass wenn das sektorale Fahrverbot nicht abwendbar ist, die gesamte Euregio in eine Ausnahmezone vom sektoralen Fahrverbot aufgenommen würde. Ziel- und Quellverkehr in der Euregio, so die Wirtschaftsvertreter, soll weiterhin für alle Güter auf der Straße möglich sein.

    Die Harmonisierung des Luftmessnetzes und der Werte auf der Strecke von Kufstein bis Ala/Avio um vergleichbare Messwerte zu erhalten, Anreize zur öffentlich unterstützten Flottenerneuerung und das Vorsehen des Verbots für alle Fahrzeuge der Abgasklassen Euro 2 und Euro 3 sind sinnvolle Alternativen zum sektoralen Fahrverbot.

    „Es geht um an die Realität angepasste Maßnahmen und um die Gleichbehandlung der Unternehmen in der Euregio. Angrenzende Gebiete, so auch Südtirol, werden sonst unter der großen Wettbewerbsverzerrung leiden“, unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner.

    „Umweltmaßnahmen sind wichtig, wir müssen aber das Thema Fahrverbote noch eingehender mit allen Beteiligten diskutieren, um im Sinne des europäischen Gedankens auch gleiche Bedingungen für alle Unternehmen in der Euregio zu schaffen“, betont Mobilitätslandesrat Florian Mussner.

    Wichtig sei dabei, im Dialog ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Begünstigungen und Begrenzungen zu finden, damit auch die heimischen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben können, so Mussner. Der Landesrat will das Thema in Kürze auch in der Landesregierung besprechen.

    In einer Aussendung schreibt die Handelskammer:

    „Eine Alternative zum Transport von Gütern über die Autobahn ist im Moment noch nicht marktfähig bzw. gar nicht vorhanden, da der Brennerbasistunnel erst im Jahr 2026 fertiggestellt wird, so die Wirtschaftsvertreter.

    Südtirol verfügt außerdem über keinen eigenen Verladebahnhof und der nächstgelegene Verladebahnhof in Trient ist nicht ausreichend ausgestattet bzw. verfügt nicht über die ausreichenden Kapazitäten. Somit sind die Möglichkeiten der Verfrachtung von Gütern über die jetzige Brennerbahnlinie für eine moderne Abwicklung des Güterverkehrs unzureichend.

    Der Transport von Laaser Marmor nach München wäre beispielsweise nicht mehr oder nur unter schwierigsten Bedingungen möglich.“

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    Kommentare (18)

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    • George

      Wirtschaftsverbände u. Handelskammer. Diesen geht es im Unterschied zu Nordtirol immer nur um ihren Profit, nie um die Einhaltung einer lebenswerten Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung.

    • rudi

      Immer Probleme mit Nordtirol.

    • Unternehmer

      Wie bitteschön soll sektorales Fahrverbot die Umwelt schonen. Damit werden nur Verlagerungen künstlich erzeugt, welche mehr Kosten verursachen und anderswo mehr Verkehr. Eine sinnvolle Transportpolitik in Europa würde überall die selben Bedingungen festlegen und dann sucht sich die Wirtschaft den günstigsten und somit kürzesten und schnellsten Weg. Dieser ist dann auch meistens der umweltfreundlichste. So einfach könnte Umwelt- und Verkehrspolitik funktionieren, wenn man will !!

      • pérvasion

        „Damit werden nur Verlagerungen künstlich erzeugt“

        Ja, Verlagerungen auf die Schiene. Und das ist äußerst sinnvoll.

      • Fritz Gurgiser, 6134 Vomp

        Ja, den günstigsten, kürzesten und schnellsten Weg sucht sie sich ja seit langem über den Brennerpass – weil die Länder Bayern, Nordtirol, Südtirol und Trentino im Anwendungsbereich der Alpenkonvention vom Rosenheim bis Verona den Transit und nicht die Gesundheit/Wirtschaft/Lebensraum schützen.
        Aber das wissen Sie ja ohnedies seit Anfang der 90-er Jahre und können sich bei denen bedanken, die Tag für Tag vor denen auf dem Bauch liegen, die unsere Heimat rund um den Brennerpass terrorisieren.
        LG
        Fritz Gurgiser

    • pérvasion

      „Südtirol verfügt außerdem über keinen eigenen Verladebahnhof und der nächstgelegene Verladebahnhof in Trient ist nicht ausreichend ausgestattet bzw. verfügt nicht über die ausreichenden Kapazitäten.“

      Tja, wieviel Zeit hatte man seit der Einführung des ersten sektoralen Fahrverbots, um endlich auch in Südtirol einen Verladebahnhof zu bauen? Wurde auch andiskutiert, passiert ist mal wieder nichts… weil es auch für die Frächter viel bequemer war, mit „business as usual“ fortzufahren. Das Land Tirol hat indes nie verheimlicht, dass es die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots in Einklang mit EU-Recht anstrebt, um die Gesundheit der BürgerInnen zu verbessern. Wenn die Südtiroler Wirtschaft jetzt so tut, als käme die Nachricht unerwartet, tut es mir sehr leid, aber die Krokodilstränen bleiben bei mir wirkungslos. Ich habe eure Schadstoffe satt und so wie ich zahlreiche andere SüdtirolerInnen auch… zudem gibt es einen Rechtsanspruch auf Schadstoffverringerungen, denn die entsprechenden Grenzwerte werden um ein Vielfaches überschritten. Also: Husch husch, Verladebahnhof bauen und nicht rumplärren.

      • Anton

        Sie haben recht.
        Den Flugplatz Bozen können – wenn das italienische Heer einverstanden ist – die SVP – pd Landesregierungs Damen und Herren in einen Verschiebebahnhof umbauen.

      • George

        Und mit dem BBT wird es noch schlimmer. Da fahren die schnellen Last- u. Personenzüge nur mehr durch Südtirol durch ohne etwas abzuladen. Dann muss alles wieder auf Umwegen zurück in die Provinz gekarrt werden. Ihr meint wohl, das bringt eine Besserung? Weit gefehlt, eine Besserung weder für den Geldbeutel noch für die Umwelt und Gesundheit.

    • gustl

      Immer nur Eier mit der alten fernen Verwandtschaft.

    • AL BUNDY

      Die Schlaftablette Mussner nimmt seinen Gugger und macht eine Video Konferenz mit seinem Amtskollegen nördlich des Brenners.

    • Gebi Mai

      Gibt es keine Lösungen für das Problem oder wollen manche keine Lösungen.

    • Frage?

      Sieht den von den Kammervollkoffern keiner ins Internet?

      http://www.rola.at/?lan=1&frame_content=http%3A//www.rola.at/content_selector.php%3Flan%3D1%26nav%3D28_29_0%26sel%3D29

      Die ROLA eine Novität?

      Vielleicht bei den 7 Zwergen hinter den 7 Bergen in Südtirol!

    • Frage?

      Für die „NICHTSAHNENDEN KÄMMERER“:

      http://www.rola.at/download.php?lan=1&f=2728&fd=553

      Aber beeilen, dieser Fahrplan wird im Oktober wieder erneuert!

      Man findet ihn auf der ROLA Homepage incl. der Preisliste!

      z.B. 143.- Euro statt 213.- Euro am Montag!

      Montagsaktion – 235 Kilometer schon ab € 143,-

      Am folgenden Montagszug gibt es einen Preisnachlass
      von € 70,-: ROLA Trento-Wörgl: Zug 43242 / 00:10 Uhr

      Regulärer Preis für einen 40 TONNEN LKW-Zug

      90 Cent per km, also 0,90 Euro…………per Kilometer, wow, das kostet?????

    • Frage?

      Warum soll Schrott oder Hausmüll auf dem LKW transportiert werden?

      Holz oder Stein auf langen Strecken?

      usw.

      Verdirbt etwa ein Stapel Bretter wenn er eine Tag länger am Zug unterwegs ist?

      Zersetzt sich Stahl, Schrott, Stein wenn er nicht „blitzartig“ durch den LKW zugestellt wird?

      Diese Waren betrifft das sektorale Fahrverbot!

    • Fritz Gurgiser, 6134 Vomp

      Mein Gott, was für ein sinnloser Auflauf und alles künstlich aufgebauscht – gerade so, als ob die Südtiroler, Nordtiroler und Trentiner Wirtschaft vom Mülltransit Neapel-Hamburg leben würde. Ich darf nur empfehlen, diese Damen und Herren als das zu sehen, was sie anscheinend sind: Die lokalen Lobbyisten für die internationalen Transitfrächter mit Kennzeichen und Fahrern aus aller Herren Länder – Sklaven der Landstraße – die bei uns weder Steuern noch Abgaben zahlen.
      Im Übrigen ist der Auflauf insbesondere lachhaft, da wir empfehlen werden, dieses seltsame Fahrverbot mangels Effizienz und einer Reihe von Widersprüchlichkeiten nicht umzusetzen.
      LG
      Fritz Gurgiser

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