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    „Rassisten fliegen raus“

    „Rassisten fliegen raus“

    Matthias Hofer von der Jungen Süd-Tiroler Freiheit stellt klar: „Wir vertreten einen gesunden Patriotismus. Rassismus hat bei uns nichts verloren.“

    TAGESZEITUNG: Wie viele Mitglieder zählt die Junge Süd-Tiroler Freiheit?

    Matthias Hofer: Derzeit verfügt unsere Bewegung über 1.700 Mitglieder. In den letzten Jahren konnte ein starker Zuwachs verzeichnet werden: Pro Monat sind zwischen zwanzig und dreißig neue Mitglieder zu uns gestoßen. Bemerkenswert ist auch, dass rund 15 Prozent der Mitglieder unter 18 Jahre alt sind. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich schon 14-Jährige für das tagespolitische Geschehen interessieren.

    Wie begeistern Sie die Jugendlichen für Ihre Partei?

    Im Vergleich zur Jungen Süd-Tiroler Freiheit hört man von anderen politischen Jugendorganisationen relativ wenig. Uns hingegen nimmt man wahr, bei uns ist immer etwas los. Jeder will sich aktiv einbringen, etwas bewegen und Teil einer Gemeinschaft sein. Bei anderen Jugendorganisationen fehlt leider oft das Engagement. Wir diskutieren viele Probleme, die vor allem die junge Generation betreffen. Derzeit liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Südtirol bei besorgniserregenden 11 Prozent und dagegen wollen wir etwas unternehmen.

    Werben sie auch in den Diskotheken?

    Eine junge Bewegung wie die unsere sollte nicht immer nur im Radio oder in den Zeitungen auftauchen. Wir sind alle junge Leute, wir gehen aus, warum sollten wir der Jugend also nicht in den Diskotheken nahe kommen? Vor den Landtagswahlen waren wir jedes Wochenende in einer anderen Disko unterwegs. Wir machten eine Tour durch das Vinschgau bis ins Pustertal und haben überall nur positive Rückmeldungen bekommen. Eine weitere Diskotour ist in Planung.

    Mit welchen Themen wollen Sie sich in nächster Zeit befassen?

    Das nächste große Projekt wird sicherlich die alljährliche Veranstaltung am Brenner bezüglich der „Unrechtsgrenze“ sein. Diese wird heuer allerdings nicht so ablaufen wie in den vergangenen Jahren. Wir haben eine Überraschungsaktion der besonderen Art geplant. Mehr kann ich dazu leider noch nicht sagen.

    Was halten Sie von der Errichtung von Asylheimen im Pustertal?

    Zu den Flüchtlingen in Südtirol habe ich eine klare Meinung: Ihnen muss geholfen werden. Die Menschen kommen zu uns, weil in ihrer Heimat das Überleben nicht mehr möglich ist. Es gibt keine Garantie, dass Derartiges nicht auch bei uns in Südtirol passieren kann. Am Wochenende war ich selbst bei den Flüchtlingen im Fischerhaus zu Besuch und ich fand es bemerkenswert, wie gut sie sich in dieser kurzen Zeit bei uns eingelebt haben. Bis die Probleme in Afrika und Syrien nicht gelöst sind, liegt es an uns, diese Menschen zu unterstützen und ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Die Flüchtlinge müssen allerdings auch ihren Beitrag leisten, denn ich sehe es nicht ein, dass wir sie unterstützen, wenn sie sich gegen unsere Kultur sträuben und jegliche Integration verweigern.

    Wie stehen Sie zu rassistischen Äußerungen im Internet? Häufig deuten die Profile auf eine Nähe zu Ihrer Partei hin.

    Die Junge Süd-Tiroler Freiheit distanziert sich ganz klar von jeglichen Hetzrufen im Internet. Hitler, Gaskammern und so weiter – es ist beängstigend, was man da alles zu lesen bekommt. Meiner Meinung nach sind solche Leute einfach nur saublöd und ihre Aussagen inakzeptabel. Sollten wir dahinterkommen, dass irgendjemand solche feindseligen Kommentare schreibt, wird dieser sofort aus unserer Bewegung geworfen. Wir vertreten einen gesunden Patriotismus. Rassismus – ganz egal in welcher Form – hat bei uns nichts verloren.

    Interview: Ruth Kronbichler

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