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    Tastenhelden & Maulkörbe

    Andreas Pöder

    Andreas Pöder

    Andreas Pöder von der BürgerUnion ist gegen den SVP-Vorschlag, die Online-Medien mit Fördergeldern zu disziplinieren. Wer zahlt, sollte nicht immer anschaffen.
    Skeptisch sieht der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, die Absicht der SVP, den Online-Medien über die Förderungsschiene anonyme Kommentar-Foren zu verbieten.
    Laut Aussagen von SVP-Funktionären und Landesregierungsmitgliedern will man künftig über das geplante Mediengesetz jene Medien von der Landesförderung ausschließen, die anonyme Online-Kommentare veröffentlichen.

    Andres Pöder am Sonntag:

    „Ich bin kein Freund der Idee, dass die Südtiroler Politik über das Mediengesetz und übers Geld die Medien diszipliniert. Das käme einer Art goldenem Maulkorb gleich: Wer sich anpasst, kriegt Geld. Dabei wird es schwierig eine Grenze zu ziehen. ,Brave‘ Medien erhalten weiterhin Förderungen und ,böse‘ Medien erhalten keine?

    Wer entscheidet nun, welchs ,brave´ und welche ,böse‘ Medien sind? Die ,Wer-zahlt-schafft-an-Mentalität´ sollte zumindest im Verhältnis Politik und Medien nicht gelten.
    Darüber hinaus bleibt eine solche Mediendisziplinierung nicht bei den Online-Kommentaren stehen: Irgendwann kommt die kritische Berichterstattung unters finanzielle Messer.“

    Pöder hält Maßnahmen im Bereich der anonymen Online-Kommentare durchaus für wichtig.

    „Ich denke, dass die Medien im Sinne einer Selbstregulierung Online-Kommentare ähnlich behandeln sollten wie gedruckte Leserbriefe – immer mit offenem Visier, immer mit Namen und Herkunft. Darüber hinaus sollte grundsätzlich die IP-Adresse veröffentlicht werden. Auch wenn es Instrumentarien für anonyme Pöbler gibt, die IP-Adresse zu verschleiern, gibt es gleichzeitig wieder Instrumentarien für Medien, die verschleierten IP-Adressen zu orten und auszusortieren“, so der Abgeordnete.

    „Und wenn man die IP-Adresse mit dem Kommentar veröffentlicht, ist es zumindest nicht sehr schwer festzustellen, aus welchem Gebiet jemand kommt und auch leicht nachvollziehbar, ob da jemand mit ein und derselben IP-Adresse unter verschiedenen Namen schreibt.“

    Der Abgeordnete der BürgerUnion hält bei den Online-Kommentaren ebenfalls die Grenzen der Tolerierbarkeit oft weit überschritten.

    „Aber ich nehme Leute, die nicht die Eier haben, unter ihrem echten Namen öffentlich zu schreiben einfach nicht ernst (um bei der Sprache der Pöbler zu bleiben). Anonym hinter der Tastatur hervorzukläffen ist keine Kritik sondern einfach nur Dummgeschwätz. Dabei gibt es auch viele Kommentatoren, die durchaus ernsthafte Beiträge und Kritik bringen.

    Und für jene wäre es nicht problematisch, ihren Namen zu veröffentlichen, ähnlich wie dies auch Leserbriefschreiber für die Print-Ausgaben oder Anrufer in Anruf-Sendungen im Radio tun. Und wenns zu weit geht, wird geklagt und ordentlich Geld verlangt.

    Und da werden die mutigen Tastenhelden oft recht kleinlaut, wenn ihnen plötzlich eine Klageschrift ins Haus flattert. Dennoch wäre es auch für die Medien wichtig, eine vernünftige Selbstregulierung vorzunehmen, bei der nicht nur die Klickzahlen sondern auch die Seriosität im Mittelpunkt steht.“

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