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Erneuter Angriff auf Jesus

In Reschen im Vinschgau wurde am gestrigen Donnerstag erneut eine beschädigte Jesus-Figur entdeckt. Bürgermeister Heinrich Noggler glaubt an einen Kinderstreich.

von Judith Gatterer

Nachdem der Dorfbewohnerin Helene Ambach bereits am Mittwoch eine vom Wegkreuz abgetrennte Gottesdarstellung aufgefallen war, haben die Carabinieri der Gemeinde Graun in Reschen noch andere beschädigte Wegkreuze vorgefunden.

Gestern wurde schließlich eine weitere, sehr große Jesus-Figur entdeckt, vor dem die unbekannten Täter ebenfalls nicht Halt gemacht hatten: Diesmal war nicht der ganze Körper abgetrennt worden, sodass nur noch die Arme am Kreuz hingen, sondern umgekehrt: Dem Korpus waren die Arme abgeschnitten worden. Was hat das alles zu bedeuten?

Während man in der Pfarrei von Reschen keine Aussagen zu den Vorfällen machen will, meldet sich Heinrich Noggler, Bürgermeister der Gemeinde Graun, zu Wort: „Ich finde das alles ganz schrecklich. Es ist mir völlig unverständlich, wie so etwas passieren kann. Am Ehesten rechne ich damit, dass es sich bei den Kreuzbeschädigungen um einen Kinderstreich handelt.“ Die Vermutung, dass Ausländer etwas mit dem Vergehen zu tun haben könnten, schließt Noggler entschieden aus: „Wir haben in unserer Gemeinde kaum Ausländer bzw. ausländische Familien; die können es nicht gewesen sein, das kann ich mir nicht vorstellen.“

Laut Ambach gäbe es in Reschen zurzeit das Gerücht, dass dort eine satanische Sekte zirkuliere. Davon hat Bürgermeister Noggler jedoch noch nie etwas gehört. Außerdem finde er es sehr schwierig, Vergehen dieser Art in Zukunft zu verhindern: „Erstens muss man sicher wissen, wer dafür verantwortlich ist, zweitens kann man nicht immer alles abschirmen – man kann nicht überall alles mit Videoüberwachungen kontrollieren. Wichtig ist aber die Aufklärung der vergangenen Geschehnisse. Dass so etwas möglicherweise aus Jux passiert, finde ich tragisch.“

Die Carabinieri beschäftigen sich weiterhin mit den Ermittlungen. Zurzeit ist noch nicht bekannt, wie viele Jesus-Darstellungen insgesamt beschädigt wurden.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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