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    Die neuen Tarife

    Die neuen Tarife

    Das Bus- und Zugfahren in Südtirol wird mit 1. September teurer. „Europaweit ist unser System aber weiterhin das günstigste“, sagt Landesrat Florian Mussner. Alle Details.

    Dreieinhalb Jahre nach seiner Einführung hat sich das Konzept „Südtirol Pass“ bewährt, die Vorzüge haben überzeugt und die Nutzerzahlen sind sehr stark angestiegen. Dennoch müsse eine höhere Kostendeckung im öffentlichen Nahverkehr erzielt werden, so Mobilitäts-Landesrat Mussner: „Wichtig ist bei dieser Tarifanpassung, dass vor allem Berufspendler und Vielfahrer nicht mehr als bisher zur Kasse gebeten werden, und dass der maximale Jahresbetrag von 640 Euro bzw. 530 Euro beibehalten wird.“

    Gemäß der staatlichen und EU-Vorgaben müssen mindestens 35 Prozent der Betriebskosten im öffentlichen Nahverkehr über Tarifeinnahmen gedeckt werden. Derzeit beträgt die Kostendeckung rund 24 Prozent.

    „Eine schrittweise Anpassung der Tarife ist unumgänglich, damit der hohe Standard im öffentlichen Nahverkehr längerfristig gesichert ist und damit in den nächsten Jahren landesweit weitere nachhaltige Mobilitätsprojekte realisiert werden können“, erklärt Abteilungsdirektor Günther Burger. Mit den von der Landesregierung im vergangenen Winter beschlossenen Anpassungen will man diesem Ziel einen Schritt näher kommen.

    Ab 1. September 2015 werden die Tarife des Südtirol Pass neu gestaffelt:

    Der zu diesem Zeitpunkt angereifte Kilometerstand bleibt aufrecht und wird mit 1. September 2015 direkt in die entsprechende neue Tarifklasse übertragen. Während für die ersten 2.000 Kilometer pro Jahr künftig mehr zu bezahlen ist, wirken sich die Neuerungen auf die späteren Tarifklassen weniger bzw. überhaupt nicht aus. Ab 10.000 gefahrenen Kilometer bleiben die Kosten, aufs Jahr gerechnet, unverändert.

    gefahrene Tarif-Kilometer pro Jahr

    Südtirol Pass Normaltarif

    Südtirol Pass family-Tarif

    0 bis 1.000 km

    12 Cent/km

    10 Cent/km

    1.001 bis 2.000 km

      8 Cent/km

    7 Cent/km

    2.001 bis 10.000 km

      3 Cent/km

    2 Cent/km

    10.001 bis 20.000 km

      2 Cent/km

    2 Cent/km

    ab 20.001 km

      0 Cent/km

    0 Cent/km

    Kosten pro Jahr

    max. 640,00 Euro wie bisher

    max. 530,00 Euro wie bisher

    Bisher wurden für den Südtirol Pass keinerlei Bearbeitungs- und Ausstellungsgebühren und für die Zusendung des Kärtchens auch keine Postspesen berechnet. Mit 1. September wird für alle Neuansuchen eine einmalige Ausstellungsgebühr von 20 Euro für den Südtirol Pass fällig. Erst nach Bezahlung der Gebühr kann der Südtirol Pass aktiviert werden.

    Die Ausstellungsgebühr wird entweder, wie der postpaid-Südtirol Pass, über das Bank-K/K verrechnet und mit der ersten Rechnung angelastet, andernfalls gibt es folgende Zahlungsmöglichkeiten:

    • Barzahlung am Verkaufsschalter gegen Vorweisen des Südtirol Passes
    • Online-Zahlung mittels Kreditkarte entweder bei der Antragstellung oder in einem zweiten Schritt über das Südtirol-Pass-Benutzerkonto durch Angabe der Vertragsnummer und der E-Mail-Adresse
    • Zahlung mittels Home-Banking bei den ermächtigten Bankinstituten

    Wird der Südtirol Pass ins Ausland geschickt, muss die Gebühr von 20 Euro für die Ausstellung des Südtirol Pass im Voraus bezahlt werden. In diesem Fall ist nur die Online-Bezahlung mittels Kreditkarte möglich oder bei postpaid-Kärtchen die Abbuchung über das Bank-K/K.

    Die Gebühr für die Ausstellung eines Duplikates bei Beschädigung oder Abhandenkommens des Südtirol-Pass-Kärtchens bleibt mit 20 Euro unverändert.

    Ab 1. September 2015 wird für den Südtirol Pass ein maximaler Tagestarif von 15 Euro eingeführt, welcher dem Preis einer Mobilcard-Tageskarte entspricht. Das bedeutet: Auch wenn an einem Tag sehr viele Kilometer gefahren werden, so wird maximal ein Betrag von 15 Euro vom Südtirol Pass abgebucht. Diese Deckelung gilt nur für die Fahrten innerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Südtiroler Verkehrsverbundes, also auf den Bahnlinien bis Trient, bis zum Brenner und bis Vierschach-Helm.

    Da für die Tiermitnahme auf öffentlichen Verkehrsmitteln grundsätzlich derselbe Tarif zur Anwendung kommt wie für dessen Besitzer, gilt der Maximaltarif von 15 Euro auch für mittlere und größere Hunde. Für Hund und Besitzer werden also insgesamt maximal 30 Euro berechnet.

    Für die Tiermitnahme werden wie bisher keine Kilometer auf dem Konto des Südtirol-Pass-Inhabers gutgeschrieben.

    Bahnfahrten Brenner-Innsbruck und Innichen-Lienz, Fahrten mit den Nightliner-Bussen und die Radmitnahme werden separat verrechnet.

    Ab 1. September 2015 gelten neue Tarife für die Fahrradmitnahme auf öffentlichen Verkehrsmitteln:

    • Einheitstarif von 3,50 Euro pro Tag (unabhängig von Anzahl und Länge der getätigten Fahrten) für die Inhaber von Südtirol Pass sowie von Schüler- und Senioren-Abos mit zusätzlicher Zahlfunktion
    • Separates Rad-Tagesticket zu sieben Euro für Fahrgäste mit allen anderen Fahrscheinen und Abos.

    Die Fahrrad-Mitnahme auf öffentlichen Verkehrsmitteln wird künftig nicht mehr zum Kilometer -Konto des Südtirol-Pass-Inhabers dazu gerechnet.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (28)

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    • iPinktl

      Sehr gut, dass der Tarif für Fahrräder endlich nach unten angepasst wurde.

      • sogeatsnet

        Das ist eine falsche Feststellung!
        Wenn du jeden Tag z.B. das Rad mit dem Zug für eine kürzere Strecke mitnehmen willst, war die alte Regelung mit dem KM-Tarif wesentlich günstiger!
        Rechne mal jetzt z.B. für nur 16km so zwanzig Tage pro Monat 11 Monate im Jahr für 12Cent pro km… ergibt sauteure 422,40 Euro im Jahr.
        …jetzt mit den 3,50 Euro Tagestarif sogar 770 Euro im Jahr… das sind knapp 22Cent pro km… Da braucht mein Auto für reine Treibstoffspesen nur ein Drittel!!!
        Also nichts mit nach unten angepasst.
        Aber, wie sehen, unsere Hochwohlgeborenen fahren nicht Rad, außer mit Anzug und Krawatte, wenn die Fotografen anrücken…

    • Puschtra

      Schön dass man den Familien wieder ordentlich in die Taschen greift. Die hamm´s ja.
      Und Geld für schwachsinnige Plakataktionen am Straßenrand hat Herr Mussner ja auch genug.
      Jetzt weiß man auch wer die bezahlen darf.

    • Montagabend

      Ich bin neulich mit dem Zug von Olang nach Innsbruck und zurück. Habe 30 (!!!) Euro dafür gezahlt.
      Da wir zu zweit waren, werde ich das nächste mal das Auto nehmen.
      Ist es nicht der Sinn der öffentlichen Verkehrsmittel, dass man billiger durchkommt als mit dem eigenen Auto?

    • komment

      Lieber Herr Mussner
      Seit über 40 Jahren fahre ich mit dem Bus . Ich finde, richtig , dass auch die Schüler sowie 65 jährige einen Beitrag zahlen müssen , aber es ist traurig zu sehen wievielte Leute nicht die Karte zum Automaten halten und dagegen tut kein Mensch was . Meistens sind es Schüler , Frauen mit Kinderwagen und Ausländer , aber denen passiert ja eh nichts , weil wenn wir Ihnen die Verwaltungsstrafe schicken kommt sie sowieso wieder zurück , demnach sind wir Einheimische die Deppen ! Auch wenn zu viele Leute im Bus sind scheint es , als ob sich kein Kontrollör einzusteigen traut .Haben die Herren etwa Platzangst oder Angst Strafen schreiben zu müssen? Manchmal schauen sie zwar , aber tun so , als ob sie nichts sehen würden , aber nur bei bestimmten Leuten . Sicherlich verstehen sie wen ich meine , daher ist es auch kein Wunder wenn Gelder fehlen , oder verstehe ich nicht richtig ? Fahrern sie doch mal gegen 7 bis 12 Uhr und sie dürfen staunen !

    • Hubert

      So denken eben Politiker:
      wenn es Leute gibt, für die sich kein Kontrolleur mehr hergibt, weil es eh nichts bringt, (Ausländer, die nicht in Verantwortung gezogen werden können, weil…….) dann muss der Ausfall von der Behörde in Brüssel verordnet, eben vom an und für sich Anständigen bezahlt werden. So ist es doch, oder?
      Ein System, das von der Politik eingeführt worden ist, funktioniert also nicht.
      Ist ja egal, die Wähler des Landes vermuten ja nicht einmal, dass ihnen der Auserwählte etwas vorgaukeln könnte – nein, er wird schon tun, was rechtens ist.
      Ist es so, oder sehe ich nicht so schwarz, wie es eigentlich nötig wäre?

    • didi

      Do ischs autkfohrn longsom billliga

    • Gorgonzola

      15 euro für hunde??? Sem moch i meinign obr auf an sessl ai sitzn..
      Die schialer zohln wianiger u mochn mer hin. Net gerecht

    • Sowieso

      Und es gibt noch genügend unter 65 jährige, die ihr Abo (150,00 € im Jahr )vor einiger Zeit gemacht haben, und auch jetzt noch mit demselben Betrag fahren. Das ganze Jahr über. Warum eigentlich ?

    • anonym

      das war wieder mal ein wahlzuckerl um die masse still zu halten
      meute macht beute

    • gaga

      Bravo Schmusner, moch dei Hunte zohln

    • Armin

      Zu zweit sollte es billiger sein den Sonntagsausflug mit den Öffis zu machen als mit dem eigenen Auto.
      Ansonsten wird es immer ein Mittel für Schüler und Rentner bleiben

      • Agnes

        Im Rechnen wohl nicht der Beste, oder? Wenn sie es wirklich schaffen zu zweit günstiger mit dem Auto zu reisen als mit den Südtiroler Öffis dann schieben sie ihr Auto, betanken ist da nicht drin …

    • Euregio

      s‘ Abo muss wenigstens bis Rovereto (dort gibt es auch Fakultäten der Uni Trient) ausgedehnt werden, gerechter wäre natürlich bis Borghetto oder wenigstens bis Ala, im Sinne der sonst immer breit getretenen Euregio Tirol.

    • Snake Plissken

      @ komment
      Bin voll Deiner Meinung hinsichtlich der Kontrollen. Oft komm ich mir Saublöd vor, weil ich nebst einigen wenigen der einzige bin der stempelt und somit zahlt.

      Zum neuen Tarif ist zu sagen, dass mir der Spaß jährlich ca. 19% mehr Kosten wird (ca. 4.700 km jährlich, jeweils zwei Fahrten täglich an den Werktagen und nur im Stadtbereich). Hätte mir eigentlich gedacht, dass die Kosten sinken, wenn jetzt auch die Schüler und Senioren einen, zwar kleinen, Beitrag leisten müssen und auch für die Erstausstellung des Abo’s zu zahlen ist.

      Naja, bei diesem tollen Servie. Es sollte mal jemand mit der 3-er Sasa im Sommer die ganze Stadt durchqueren. Abgesehen vom veralteten Fuhrpark, sind die auf dieser Strecke verkehrenden alten gelben Busse entweder nicht mit Klimaanlage ausgesattet, sie funktioniert nicht, oder sie wird meistens nicht eingeschaltet. Das geht soweit, dass ich nebst nicht wenigen anderen lieber den Umweg über Gries/Krankenhaus (10b) mache und dann von der Reschenstraße noch ein Stück zu Fuß, um diesem Hitzeinferno auszuweichen.

      Nebenbei hab ich heute im „Corriere delle Alpi“ gelesen, dass irgend ein Institut berechnet hat, was jedem Bürger die Politiker jährlich kosten, wobei unsere Region (oder Provinz? kann mich nicht mehr erinnern) und das Aostatal an der Spitze liegen. Durchschnitt Italien 23 Euro / Durchschnitt Region (oder Provinz?) 63 Euro. Zahlen wir das mit dem Südtirol Abo mit?

    • störzing isch doo

      die Bettlerbanden und andere die den Kontrolleuren den Stinkefinger zeigen – fahren weiterhin GRATIS?
      Denn diese werden von manchen gar nicht mehr kontrolliert.-
      So passiert im Pustertal – ODER DER ZUG BLEIBT STEHEN WEIL SO EIN BLINDER PASSAGIER NICHT AUSSTEIGEN WILL

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