Du befindest dich hier: Home » Politik » Geheimer Bericht

    Geheimer Bericht

    Die Bewertung der vom Land an der Brennercom gehaltenen Aktien hat 35.000 Euro gekostet. Den Schätzungsbericht hält der Landeshauptmann geheim.

    Die Bewertung der vom Land an der Brennercom gehaltenen Aktien hat 35.000 Euro gekostet. Durchgeführt wurde die Bewertung vom Wirtschaftsprüfer- und Consultingunternehmen Deloitte aufgrund eines Auftrages, der noch von der früheren Landesregierung im Jahr 2013 gegeben wurde.

    Dies geht aus der Beantwortung einer Landtagsanfrage des Abgeordneten Andreas Pöder (BürgerUnion) hervor.

    Pöder beantragt in der Anfrage auch die Aushändigung des Schätzungsberichtes oder wenigstens die Einsichtnahme.

    Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt die 35.000 Euro teure Schätzungsbericht zum vertraulichen Dokument und verweigert die Herausgabe. Der LH schreibt in der Anfragebeantwortung, Pöder möge doch bitte beim Amt für Finanzaufsicht einen Termin vereinbaren, dort könne er dann in das Dokument Einsicht nehmen.

    „Mir geht diese Geheimniskrämerei so langsam auf den Geist“, reagiert Pöder verärgert.

    „Das war jüngst schon mit dem Autonomiegutachten der Professoren Obwexer und Happacher so, dass der Landeshauptmann mir die Herausgabe verweigert hat, obwohl für das Gutachten über 80.000 Euro Steuergelder berappt wurden.“

    Pöder sähe kein Problem darin, wenn der Schätzungsbericht einem Abgeordneten, der darum anfragt, ausgehändigt wird.

    „Es handelt sich nicht gerade um ein Staatsgeheimnis oder um private Daten einer Person. Wenn wir Anfragen zu Personen machen, werden uns die Antworten auch übermittelt, allerdings mit dem Privacy- bzw. Vertraulichkeitshinweis“, so Pöder.

    Pöder will auf jeden Fall in den Schätzungsbericht Einsicht nehmen, um herauszufinden, wie viel die Aktienbeteiligung des Landes an der Brennercom wert ist.

    Die Aktienbewertung um 35.000 Euro bewertet der Landtagsabgeordnete seinerseits als zumindest fragwürdig.

    „Warum lässt man eine Aktie bewerten, wohl nur, wenn man sie verkaufen will. Die Bewertung bleibt jetzt aber offensichtlich ohne Folgen, weil das Land um die Brennercom-Beteiligung streitet und sie sich auf keinen Fall nehmen lassen will.“

    In einer weiteren Anfragebeantwortung unterstreicht Landeshauptmann Kompatscher, dass man vor dem Rausschmiss des Landes durch den Brennercom-Verwaltungsrat sehr wohl immer wieder das Gespräch mit den Brennercom-Verantwortlichen gesucht und auch Gespräche geführt habe, so unter anderem unmittelbar eine Woche vor dem Verwaltungsratsbeschluss am 19. Juni 2015.

    Die Landesregierung habe nichts vom drohenden Rausschmiss des Landes aus der Brennercom gewusst.

    Auch habe man der Brennercom wiederholt vorgeschlagen, Teile des Netzes zu kaufen, ohne positive Rückmeldung.

    Die Landesregierung werde sich jedenfalls weiter gegen den Rausschmiss wehren, so Kompatscher.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (10)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Hubert

      wenn nicht einmal ein Landesabgeordneter offizielle Unterlagen bekommt, dann kann man sich ausmalen, inwieweit die Wahlversprechungen in Hinsicht Transparenz umgesetzt werden.
      Na dann…..schön weiter Einheitspartei wählen, oder?

    • svp - 70 jahre käse

      Wie weit ist Südtirols Benito ein Demokrat?

    • Anton

      Die Geheimniskrämerei geht nicht nur ständig weiter, sie verschärft sich maßlos.

    • Martines

      Geheimloge A.K. allseits nicht bekannt?

    • Erwin

      Wirklich nichts neues. In den Foren wird andauernd über Stasi ähnliche Zustände geschrieben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Fall publik wird.

    • Monika

      Hopp es sischt nix zu tian, es Rearer?

    • Informatiker

      Die Brennercom hat eine strategische Bedeutung, daher will sie das Haus Athesia:.wer die Medien kontrolliert hat die Macht.

      Gewinn ist mit diesem Unternehmen aber nicht zu machen, da die Brennercom von der Preis/Leistung her nicht mit internationalen Anbietern konkurrieren kann. Jeder Unternehmer, der seine Dienste bei Brennercom einkauft, zahlt doppelt soviel als nötig. Dies steht wahrscheinlich auch im Bericht von Deloitte – ein guter Grund ihn zu verstecken.

      • Andreas

        Es gibt Unternehmen, welche sich.für die Brennercom entscheiden, da deren Service besser ist. Der Preis ist bei manchen Dienstleistungen zweitrangig, so auch bei dieser, da die Beträge überschaubar sind.
        Was nüzt es mir, wenn es billig ist, ich aber bei Problemen stundenlang keine kompetente Person ans Telefon bekomme?
        Die Aussage „doppelt so viel wie nötig“, ist schon mal falsch, da Du dafür die Notwendigkeit und Erfahrung mit anderen Anbietern eines jeden Unternehmens kennen müsstest.
        Ich zahle momentan bei einem Vertrag sogar mehr als das Doppelte an Vodafon, was es bei TIM kosten würde, da Vodafon stabiler ist und mir dies mehr wert ist als ein paar Euro zu sparen.

        • Informatiker

          Das mit „doppelt“ war als Durchschnittswert gemeint. Brennercom bietet Dienste an die gleich viel kosten wie anderswo und solche, die das fünffache kosten. Ich muss oft IT-Dienste einkaufen oder weiterempfehlen und vergleiche daher die Preise lokal, national und international. Ich bevorzuge lokale und nationale Anbieter (schon allein um beim Intrastat zu sparen), aber noch nie konnte ich mich für Brennercom entscheiden – deren Dienste sind einfach nicht konkurrenzfähig. YMMV
          Mailboxen, Domains, Housing- und Cloud-Angebote sind zu teuer – die kann ich überall zu einem Bruchteil der Kosten im Internet mieten – der Anbieter muss nicht in Bozen sitzen. Mit zunehmender Globalisierung wird das für die Brennercom zum Problem, denn dieses Preisniveau können sie nicht halten. Lokal-gebundene Dienste wie das physische Verlegen von Glasfaser zu den einzelnen Häusern, die werden kaum Konkurrenz von Auswärts bekommen, und auf diese sollte sich die Brennercom besinnen, was auch ihr ursprünglicher Zweck war. Und für diese Aufgabe ist die Brennercom auch für das Land strategisch wichtig.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen