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    Wider den Krieg

    "Purzinigile": Auch beim Käseverkauf spielte ich eine große Rolle, weil ich gewöhnlich darauf zahlte

    „Purzinigile“: Auch beim Käseverkauf spielte ich eine große Rolle, weil ich gewöhnlich darauf zahlte

    Bis 1. November zeigt das Bozner Stadtmuseum im Erdgeschoß eine Ausstellung unter dem Motto „Wider den Krieg. Schmunzeln mit Albert Stolz“.

    Albert Stolz war einer der drei malenden Söhne des Bozner Dekorateurmalers Ignaz Stolz d.A. Er ist am 19. November 1875 geboren, war der jüngste Stolz-Sohn. Mit knapp 40 Jahren zog er nach Kriegsausbruch im Mai 1915 an die Südfront, um als Kriegsmaler die Aktivitäten des Bozner Standschützenbataillons zu dokumentieren.
    Die ausgestellten 39 Zeichnungen sind vermutlich erst im Nachhinein 1918-1919 entstanden. Sie sind von Stolz selbst mit Textkommentaren versehen worden und haben nichts mit seinem offiziellen Auftrag als Kriegsmaler zu tun.
    Stolz gab diesen Blättern eine sehr persönliche Note. Es geht nicht vordergündig um Kriegshandlungen. Der Maler schlüpft, seinem heiteren Gemüt entsprechend und so, wie er gewachsen ist, klein, mit dichten natürlichen Haarlocken, in die Rolle von „Purzinigile“ und reflektiert alles, was den Krieg bedingt und auch ausmacht. Er rechnet ab mit militärischem, wichtigtuerischem Gehabe und in gewisser Weise auch mit den einheimischen „Helden“ der Verteidigung der Heimat.
    Die „Leidensgeschichte des Purzinigeles als Standschütze am Tombio“ erweist sich nach nunmehr fast einem Jahrhundert als ein privates Manifest von Albert Stolz, das mit seiner subtilen Kritik an allem Militärischen die vielleicht tiefgründigste Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema „Krieg und Menschen im Krieg“ darstellt.
    Die Ausstellung ist bis 1. November 2015 im Erdgeschoß des Stadtmuseums zu sehen.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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