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    Maestro und Melodiker

    Herbert Blomstedt: Bei Blomstedt wird Bruckner nie als Mystiker zelebriert (Foto: Gregor Khuen Belasi)

    Herbert Blomstedt: Bei Blomstedt wird Bruckner nie als Mystiker zelebriert (Foto: Gregor Khuen Belasi)

    Das Gustav Mahler Jugendorchester kommt diesmal ohne Starsolisten nach Bozen – aber dafür mit einem umso herausragenderen Dirigenten: Dem großen Herbert Blomstedt.

    Im ersten seiner beiden Konzertbeiträge zum Programm von Bolzano Festival Bozen steht das GMJO wie zuletzt 2010 unter der Leitung des 1927 in den USA geborenen und in Schweden aufgewachsenen Herbert Blomstedt, der als einer der großen „Kapellmeister“ unserer Zeit gilt. Seine Karriere ist dabei ebenso lang wie ungewöhnlich – nicht zuletzt der Umstand, dass er von 1975 bis 1985 Chefdirigent der Staatskapelle Dresden war, und das, obwohl sein Weltbild als tiefgläubiger Mensch – er ist praktizierender Siebenten-Tags-Adventist – wahrlich nicht den Vorgaben des sozialistischen Regimes entsprach.

    Anders als manchem Vertreter seiner Generation war Blomstedt nie der quasi diktatorische Stil eigen, den viele seiner Kollegen Mitte des 20. Jahrhunderts noch praktizierten. Für ihn steht die Kooperation mit dem Orchester an erster Stelle, er gilt als kluger, respektvoller, sanfter Verwirklicher großer klanglicher Visionen. Blomstedt, der mit den Gustav Mahler Jugendorchester Symphonien von Bruckner, Mozart und Dvorak zur Aufführung bringen wird, stand im Jahr 1954 das erste Mal als Dirigent vor einem großen Orchester, der Stockholmer Philharmonie. Auch 60 Jahre später dirigiert er noch an die 80 Konzerte im Jahr. Bruckners 8. Symphonie, die im ersten der beiden Programme am 19. August im Stadttheater Bozen zu hören ist, brachte er im Januar dieses Jahres in einem umjubelten Konzert mit den Berliner Philharmonikern zur Aufführung. Der Tagesspiegel schrieb „Die Grundstimmung des Kopfsatzes hat man „todunglücklich“ genannt, dieses c-Moll mit der „Totenuhr“. Bei Blomstedt wird Bruckner nie als Mystiker zelebriert […], alles ist große Melodie, fließend, Konzentration, bis sich alle Themen türmen: bei Herbert Blomstedt kein Rausch à la Wagner, sondern liedhafte Struktur.“

    Gustav Mahler Jugendorchester im Stadttheater Bozen, 19.8. & 30.8., 20:30 Uhr

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