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    Tolomeis Liste

    Tolomeis Liste

    Am 16. August 2015 wäre Ettore Tolomei 150 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum veranlasst Cristian Kollmann, Pressesprecher der Süd-Tiroler Freiheit, auf die Ortsnamenfrage hinzuweisen.

    Kollmann schreibt: „Ettore Tolomei, der Erfinder des ‚Alto Adige‘, steht für beispiellose Nachhaltigkeit, die über die Zeit des italienischen Faschismus hinausreicht: Dank der drei faschistischen Namensdekrete haben seine unzähligen konstruierten Orts- und Flurnamen – und daneben ca. 200 echte italienische Namen – bis heute alleinige amtliche Gültigkeit, während die deutschen und ladinischen Namen nur von Roms Gnaden geduldet sind. Die Funktion von Tolomeis pseudoitalienischen Bezeichnungen besteht bis heute darin, die Siedlungs- und Sprachgeschichte des Gebiets des heutigen Südtirols und seiner Bewohner zu manipulieren.“

    Diese Manipulation habe, so Kollmann, mittlerweile sogar eine Steigerung erfahren: „Besonders von den italienischen Parteien und den Verdi-Grünen-Vërc wird Tolomeis Kulturverbrechen als sprachlich-kulturelle Bereicherung und als friedenserhaltende Maßnahme reinterpretiert. Als wäre es geradezu eine Selbstverständlichkeit, wird der Name ‚Südtirol‘ reflexartig und unreflektiert mit ‚Alto Adige‘ übersetzt.“ Genau dies seien laut Kollmann die Symptome der „Altoatesinisierung“, d. h. „einer speziellen Form der Assimilierung der Südtiroler Bevölkerung, in deren Köpfen sich Tolomeis ‚Alto Adige‘-Virus und vieles, was mit diesem Virus verbunden ist, gewissermaßen als trojanisches Pferd fest installiert hat.“

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    Der Politik wirft Kollmann mehrheitlich „völliges Versagen“ vor. Er fragt sich: „Was muss noch geschehen, damit bei den Politikern endlich der Funke überspringt und sie den kulturellen Wert einer historisch fundierten Orts- und Flurnamengebung in ihrer Gesamtheit erkennen?“ Der Toponomastikexperte kündigt an: „Die Süd-Tiroler Freiheit wird nicht müde werden, Anfragen und Beschlussanträge der Süd-Tiroler Freiheit im Landtag einzubringen, damit das Thema Toponomastik endlich wissenschaftlich und faschistisch unbelastet angegangen wird, so dass Tolomeis trojanische Pferde aus den Köpfen deinstalliert werden.“

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    Kommentare (88)

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    • Luis

      Italien hat den Faschismus „aufgearbeitet“? Wo, wann und wie?

      • Susanna

        Ach herrje, der selbsternannte Toponomastikexperte der STF macht sich mal wieder lächerlich. „Alto Adige“ hat nicht Tolomei erfunden, sondern lediglich wieder verwendet. Vielleicht sollte der Herr mal die Festplatte in seinem Kopf mit einem Virenscanner prüfen lassen, da scheint Einiges im Argen zu liegen. Also einer hätte nur Arbeit damit, den ganzen Müll den die Rechtsaußenfraktion tagtäglich produziert richtigzustellen

        • schorsch

          Liebe Susanna, zunächst einmal – und vordergründig – haben Sie Recht!
          Sie hätten sich jedoch besser wappnen müssen.
          Im Jahre 1810 wurde durch die böswillige napoleonische Zerreißung Tirols der Süden dem Königreich Italien unter dem Namen „Alto Adige“ angegliedert. Dies war nur eine kurze Zeitspanne.
          Somit war dies bereits damals ein brutaler Akt der Barbarei, gegen den Willen der Tiroler.
          Diesen Kunstbegriff übernahm der Tolomei, als er 1906 die Zeitschrift „Archivio per l‘ Alto Adige“ gründete. Ab diesem Zeitpunkt verwendeten die Nationalisten/Faschisten den unhistorischen Begriff.
          Bekanntlich wurde Tolomei ehrenhalber zum Senator ernannt und es gibt Fotos, wo er mit Pomp an der Seite des Faschistenführers Mussolini auftrat.
          Also, liebe Susanna: Sie können das mit ihrem sprichwörtlichen Sinn für Gerechtigkeit sicherlich nicht für gut befinden!

          • Woll. Pertinger

            Die Franzosen haben Alto Adige (Haute Adige) allerdings nur für Welschtirol (Trentino) verwendet. Die Übertragung des Namens auf Südtirol ist daher eindeutig eine Erfindung Tolomeis

          • Susanna

            Ja Schorsch, so ist es, aber ist es nicht eine Frechheit, was sich dieser selbsternannte Toponomastitkexperte der STF da erlaubt? Da appelliere ich jetzt mal an deinen Hausverstand, denn
            1) wenn er schon ein Experte auf dem Gebiet sein will, dann sollte er wissen, dass der Begriff nicht von Tolomei stammt und er betreibt bewusste Täuschung, oder
            2) Er ist kein Experte auf dem gebiet und gibt sich als solcher aus
            Ich weiß nicht was schlimmer wäre. Noch was, wie kommt man denn dazu den historisch gewachsenen Begriff „Südtirol“
            willkürlich so zu verunstalten? Ich schreib auch nicht Bo-Zen, nur weil ich Zen toll finde, und dann will er uns noch was von „unbelastet“ und „wissenschaftlich“ vorgaukeln, also bitte, wer soll denn solche Leute ernst nehmen??

          • helmut

            Liebe Susanna!

            Woll.Pertinger hat schon darauf hingewiesen, dass der von Schorsch erwähnte Süden, der in der napoleonischen Zeit an das Königreich Italien angegliedert wurde, nicht deckungsgleich mit dem heutigen Südtirol ist.

            An das napoleonische Königreich Italien wurden Welschtirol und der südliche Teil des heutigen Südtirol einschließlich Bozen angegliedert. Das dauerte von 1810 bis 1814.
            Die Grenze querte das Etschtal zwischen Bozen und Meran und das Eisacktal zwischen Bozen und Brixen.

            Der Name „Dipartimento Alto Adige“ war geschaffen worden, um alle geschichtlichen Erinnerungen an Tirol auszulöschen.

            Nach der napoleonischen Zeit verschwand der künstliche Name in der Vergessenheit.

            Erst 1886 griffen Trentiner Irredentisten den Namen „Alto Adige“ wieder auf, indem sie eine von ihnen gegründete Zeitung so benannten.

            Diese Zeitung trat für die Angliederung Welschtirols an Italien ein.
            Mit dieser Bezeichnung war das heutige Südtirol nicht gemeint.

            Den inhaltlichen Bedeutungswechsel führte Ettore Tolomei herbei. Er verwendete nun für Welschtirol (Tirolo Meridionale) die Bezeichnung Trentino.

            Dafür verwendete er den Begriff „Alto Adige“ nun für das Gebiet zwischen Salurn und Brenner.

            Es ist also richtig, dass die Bezeichnung „Alto Adige“ mit ihrem heutigen Bedeutungsinhalt eine Schöpfung des Tolomei ist.

            Lustig anzumerken ist hierbei, dass Tolomei damals in der italienischen Publizistik eine heillose Verwirrung auslöste, weil ständig Südtirol und Welschtirol miteinander verwechselt wurden, wenn der Ausdruck „Alto Adige“ gebraucht wurde.

            Und bitte, liebe Susanna, schimpfen Sie den Kollmann nicht so!

            Dieser Mann ist einer der wenigen, die heute eine gute Kenntnis von der Toponomastik haben.

            • Susanna

              Danke für die detallierte Geschichtsauffrischung, ich wusste nicht wo die Grenze genau verlief, nur dass Bozen noch zum Distrikt oder Department Alto Adige gehörte und somit die Behauptung von Wollpertinger, dass nur das Welschtirol (Trentino) damit gemint war, nicht stimmen kann. Aber auch wenn „Alto Adige“ vor Tolomei nicht das heutige Südtirol umfasste kann man doch nicht hergehen und sagen: „Tolomei, der Erfinder des Alto Adige“, denn das ist irreführend. Wenn ein Sprachwissenschaftler so etwas sagt, dann muss ich annehmen, dass er das bewusst macht und deshalb komm ich ums Schimpfen einfach nicht drum rum. Warum kann man nicht einfach bei den Fakten bleiben, die würden reichen, so ordne ich es als parteipolitische Propaganda ein.

              Um ein höheres Wohlbefinden zu erreichen und weniger zu schimpfen versuche ich mich in Zukunft mehr mit Zen als mit der STF zu beschäftigen 🙂

            • Ortler

              Susanna, du verlierst dich in Details. Ob erster, zweiter, dritter ist nicht so relevant. Ein Unrecht bleibt ein Unrecht bleibt ein Unrecht.

            • Mark

              Also noch einmal und bitte aufpassen, um sich die wahre Geschichte dieses Begriffs endlich einmal zu merken.

              — als Napoleon das gesamte Land Tirol an Bayern verschenkt hat, haben die Bayern alles was an Tirol erinnert hat, gänzlich verboten, die Landesteile wurden nach dem bayrischen Vorbild in ganz Tirol in Kreise aufgeteilt, so z.B. in Inn- Drau oder Eisack, oder Etsch-Kreis, damit war allerdings nur der Kreis gemeint und keineswegs ein ganzes Land.

              — Nach den zuerst gewonnen aber später doch verlorenen Befreiungskriegen der Tiroler gegen die Bayern nach 1809 unter Andreas Hofer haben die Franzosen die Landkarte in diesem Raum neu gestaltet. Die neue geschaffene Provinz fr. Haute Adige, also Hoch Etsch als Teil des Königreichs Italien von Napoleons Gnaden umfasste nur das heutige Trentino und die Gegend nördlich davon über Salurn, Leifers bis knapp nach Bozen. Der Rest ist abermals dem Königreich Bayern zugeschlagen worden, bzw. dort verblieben.

              — Also fr. Haute Adige oder Alto Adige hat geschichtlich fast Null mit dem jetzigen Land ST zu tun. Damals war damit nur das italienischsprachige Trentino mit kleinen Abweichungen gemeint.

              — Wenige Jahre später hat Napoleon beim Waterloo den langen Krieg gegen die Gegenseite endgültig verloren und am Wiener Kongress 1815 wurden die alten Grenzen in Tirol wiederhergestellt, diese haben dann bis 1919-1921 Bestand gehabt, also bis zur formellen Annexion des südlichen Teiles von Tirol im römischen Parlament. So war das und nicht anders.

              — Der italienische Faschist Tolomei hat mit seiner „Erfindung“ von AA nur eine Anleihe in der Napoleonischen Zeit gemacht, obwohl diese in Hinblick auf das heutige ST überhaupt nicht stimmig war, was war aber bei dem Irren schon stimmig, denn nach 1809 war damit, wie bereits oben erwähnt, nur das italienischsprachige Trentino bis knapp nach Bozen vor allem aus strategischen Gründen gemeint und nicht die deutschsprachigen Teile des Landes Tirol südlich des Brenners.

              Ich halte das übrigens für ein kühndreistes Stück hier einem Experten seine Kompetenz in solchen Fragen abzusprechen, der immerhin ein Doktorat in diesem Fach gemacht hat. Wenn man also fachlich aus Unwissenheit oder Ignoranz den Argumenten eines Experten nichts zu entgegen hat, greift man in die unterste Schublade der persönlichen Beleidigungen, wirklich sehr schäbig! Wenn man also andere Meinungen nicht zum Schweigen bringen kann oder auch früher bringen konnte, etwas, was man z.B. aus der Zeit in Italien vor 1945 in der faschistisch italienischen „Geschichtsschreibung“ dieser Zeit sehr gut kennt, dann bedient man sich solcher Methoden bei diesem Lager. Wenn man das aufzeigt, kommen die schon mit neuen Lügen und mit dem nächsten Kübel ihres trüben Wassers angelaufen, wetten? Diesmal funktioniert das aber nicht, weil sich alle Menschen überall frei und objektiv zu solchen Fragen informieren können, wenn sie nur ein Interesse daran haben.

            • Mark

              …noch etwas zur Geschichte des namens Südtirol

              In der Zeit der Landeseinheit von Tirol vor 1919 war das allein ein geografischer Begriff.

              Damit war keineswegs das heutige Südtirol gemeint, sondern vor allem Welschtirol, z.B. unter dem Namen Welsch Südtirol. Damit war aber auch das südliche Flair dieser Landschaft gemeint, etwas was in z.B. in Vinschgau oder im Puster- und Eisacktal völlig fehlte. Nördlich, westlich und östlich von Bozen war der Name Südtirol kaum bekannt.

              Dieser Name in Hinblick auf das Land Tirol südlich des Brenners wurde nach 1919 aus der Not geboren, um die neue politische Faktenlage treffend zu beschreiben, dieser Name war aber in Italien bis nach 1945 verboten, sogar in den 60er Jahren gab es für ähnliche Bekundungen des Tirol-Patriotismus in Italien Knast und exorbitante finanzielle Strafen, wie z.B. öffentliches Spielen oder Singen der Tirol patriotischen Lieder, oder Aushängen der Tiroler Landesfahne in der demokratischen Wirklichkeit des damaligen italienischen Staates, was man aber Italien später von der Seite der EU kategorisch untersagt hat, denn in Brüssels Europa kennt man angeblich keinen Kolonialismus, wie in der tiefsten Dritten Welt.

    • schorsch

      Ja, wo bleibt der Widerstand und Aufschrei all Jener, die angeblich gegen den allgegenwärtigen Faschismus/Nazismus auftreten?
      Ich erkenne weit und breit nur tiefes Schweigen, vor allem in der SVP.
      Hier ist der geplante, kulturelle Völkermord greifbar. Was ist hier mit der breiten Mehrheit der Südtiroler los, die ganz sicher ihren Nachkommen kein italianisiert/faschistisiertes Land hinterlassen möchten. Der Kampf und Widerstand gegen Tolomeis wahnsinniges Verbrechen an Tirol dar nicht zu Ende sein.

    • THEMA

      Auf geht’s in die nächste tägliche Runde der aufgeregten Kameraden. Eines muss man sagen.Jeden
      Tag ein Thema finden, um das man sich furchtbar aufregen und streiten kann, ist auch eine Leistung.
      Und das seit 40 Jahren.Es hat zwar nie zu irgendeinem Erfolg geführt, aber man kann nicht alles haben.

      • schorsch

        Die „Kameraden“ haben diesen Artikel nicht geschrieben – hier müssen Sie die Redaktion um die Motive fragen.
        Ich finde es lobenswert, daß wieder einmal das faschistische Verbrechen thematisiert wird.
        Warum fällt Ihnen das so schwer, ein faschistisches Verbrechen zu erkennen und zu bekämpfen?
        Sind sie heimlicher Sympathisant, NEO-Faschist, Verharmloser?
        Kommen Sie bitte nicht mit der Ausrede, wir hätten heute andere Probleme.
        Der Faschismus ist in Italien nie wirklich bekämpft worden, in Deutschland wäre so etwas nicht denkbar.

      • Garuda

        @Thema

        Ist denn ein historisches Unrecht an einer indigenen Bevölkerung nicht Grund genug, sich jeden zweiten Tag aufzuregen?

        Komisch, dass die Welt nie vergessen kann, was Hitler-Deutschland angerichtet hat.

        Was Mussolini und Tolemei angerichtet haben, kann man ja vergessen, oder so ganz nebenbei unter den Teppich kehren.

    • sogeatsnet

      In diesem Zusammenhang ein kurzer Ausflug nach Rom…

      Dort wird in Kürze ein Platz nach „Martin Luther“ benannt. Soweit alles in Ordnung.
      Aber wie lautet die offizielle Bezeichnung des Platzes wirklich?
      Richtig „Piazza Martin Lutero“…

      Umgekehrt gibt es z.B. in München eine „Leonardo da Vinci“ Schule oder in Berlin/Potsdam eine Leonardo-da-Vinci-Straße.
      Komisch, warum haben unsere „deutschen Freunde“ diesen Namen nicht übersetzt? Zumindest das „da“ in „von“?

    • Hubert

      Der endgültige Verkauf der Heimat geht einher mit der „Verleugnung“ der historischen Namen oder beginnt vielleicht sogar damit.
      Wenn die Oppositionsparteien nicht da wären, die Einheitspartei würde entgegen dem Willen der Väter dieser Partei alles, aber auch gar alles mit sich machen lassen.
      Wo ist der Kampfeswille geblieben ?

    • Alter Egon

      Ich esse ab heute keine Marende (ital.: merenda) mehr, zu Ostern gibts auch keinen Fochatz (focaccia) mehr, und meine Kinder spielen endlich wieder mit dem Kasperl statt mit dem Bajazz (pagliaccio).
      Auch werde ich den Touris weiterhin erklären, dass die Stilfserjochstraße unter der k&k Monarchie erbaut wurde, nicht aber, dass der Ingenieur ein gewisser Donegani aus Brescia war.

    • Luis

      Wer veranstaltet eine Feier zum Gedenken dieses Herrn?

    • bergbauer

      die südtiroler Politik kriecht vor den italianiserten namen mit Rücksicht auf die wirtschaft…könnten ja weniger gäste kommen…dabai ist lienz in Osttirol voller Italiener die wissen wie man lienz sagtwie man defreggen sagt….sogar mehr ital.touristen sind da wie in toblach…die Politik sind allasamt idioten,man kann namen nicht ändern weder italianisieren noch eindeutschen..aber die liebe SVP bringt uns ja immer vor den wahlen die toponomastikfrage und danach hört man bis zu nächsten Wahl nix mehr…wie immer. dabei haben die aostaner heute noch die franz. gewachesnen namen die auch Italiener fleßig benutzen…wie gesagt politikversager, allesamt…

    • ......

      Tolomei hätte seine Arbeit beenden sollen. Wär dann Südtirol auch die Nr. 1? Oder hängt der Fleiss mit der Sprache zusammen? Dann dürfte Österreich nicht bereits den 7. Staatsbankrott hinter sich haben. Oder Südtirol war immer nur die Nr. 1 im Absahnen, das Ergebnis zeugt eher dieser Theorie.

    • Kassandra

      @Alter Egon
      Ihre Enthaltsamkeit in allen Ehren, aber was haben unwillkürlich im Laufe der Zeit eingedeutschte Begriffe mit absichtlich konstruierten Pseudonamen zu tun? Richtig, gar nichts. Ortsnamen entstehen, weil sie VON DEN DORT WOHNENDEN Menschen so benannt werden. Jetzt erklären sie uns einmal warum ein Ort, an dem nahezu kein Italiener wohnt, einen italienischen Namen tragen sollte. Kein dort wohnender hat den Ort italienisch benannt. Anders bei den Namen der oben aufgeführten Liste, z .B. Merano, Bolzano usw. wurde sehr wohl von dort lebenden Menschen benannt. Die Benennung von dort lebenden Menschen ist das Kriterium und nicht willkürliche Übersetzungen. NAMEN ÜBERSETZT MAN NICHT! Das machen nur Faschisten. Oder nennt sich jemand, der Waldner heißt etwa Bosco wenn es mit Italienern redet? In dieser Frage gibt es keine faulen Kompromisse, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse müssen das Kriterium sein. Dabei geht es immer um die Amtlichkeit und um die Bezeichnung auf Ortstafeln. Im privaten Sprachgebrauch steht es aber jedem frei den jeweiligen Ort, den er besucht zu nennen wie es will. Da spricht auch der Pariser Vertrag eine deutliche Sprache, da geht es um die verpflichtende Zweisprachigkeit , von Zweinamigkeit ist keine Rede. Ein Ortsschild schaut also so aus: Dorf-Paese-Sarnthein. Oder: Gemeinde-comune- Sarnthein. Der Zweck der Zweisprachigkeit ist erfüllt.
      Übrigens, wenn sie so gerne erklären: Der Suezkanal wurde vom Tiroler Ingenieur Alois Negrelli, der in Wien lebte, geplant. Den Ortsnamen dürfte dies allerdings egal sein, genauso wie der Planer der Stilfser Joch Straße.

      • stefan77

        Sehr guter Beitrag, doch mit Argumenten kommen Sie den Italophilen in diesem Forum leider nicht bei.

      • roadrunner

        Kassandra, wie nur die Faschisten übersetzten Ortsnamen?? Was ist mit Munich, Milan, …. Hat die auch Tolomei übersetzt? Werden diese von den betroffenen Komunen nur geduldet? Sind sie amtlich? Jedenfalls habe ich erst vor Kurzem eine Werbebroschüre der Stadt München in die Hände gekriegt – und siehe da, auf Englisch und mit der Bezeichnung Munich…..
        Ich glaube bei dieser Debatte geht es hauptsächlich um den Fascist Tolomei, als um die „falsch“ übersetzten Ortsnamen. Hätte sie der Beppe von Trentin übersetzt, würde sich niemand darum scheren…

        • Luis

          Oberflächliche Bemerkungen, bestätigen auf alle Fälle mangelhaftes Wissen über das Leben der Südtiroler unter dem Faschismus bis heute.

        • Ortler

          Exonyme gibt es überall. Es geht bei Tolomei aber nicht um Endonyme versus Exonyme, sondern um historisch gewachsen versus aufgezwungen.

        • Senoner

          Kassandra hat 100%-ig Recht.
          @roadrunner: wo bitte steht in Mailand ein Schild mit der Aufschrift „Milan“ oder in München mit „Munich“? Die Exonyme existieren überall auf der Welt, aber sie sind nicht verpflichtend oder amtlich.
          Bei uns haben wir hingegen den Widersinn, dass Exonyme und erfundene Namen amtlich sind, und die eigentlichen Namen nur geduldet.

      • Leopold

        Ing. Negrelli kam aus dem Trentino, das damals wie Südtirol unter österreichischer Besatzung war (https://it.wikipedia.org/wiki/Luigi_Negrelli)

        • Woll. Pertinger

          Ing. Alois Negrelli war ein Tiroler, seine Schwester Giuseppina war eine äußerst patriotische Tirolerin. Wenn sie den Unsinn von der „österreichischen Besetzung“ Welschtirols gelesen hätte, dann hätte mir der Schreiber dieser Zeilen leid getan, denn sie war eine sehr energische Frau.

          • Mike

            Mein Gott, sogar ein Genie wie Negrelli wird für diese ewig in die Vergangenheit blickenden STF Dinosaurier missbraucht.
            Dem Luigi Negrelli, in Fiera di Primiero geboren, der in Padua und Innsbruck die Universität besuchte und später eben auch als Alois Negrelli aus Primör(!) diese Ingenieurleistungen vollbrachte, wäre diese Diskussion echt am Arsch vorbeigegangen.

            • Federica

              Fiero di Primiero wollte die Besatzermacht Österreich in Primör (!) verdeutschen, das schon ist reine Fantasie!

            • Luis

              Negrelli war Ingenieur und hat seine Arbeit gemacht. Das Wort „Genie“ steckt schon im Ingenieur, Sie müssen dies nicht extra anführen.
              In welche Vergangenheit blicken Mikes als Italiener?

        • Ortler

          Sicher und die Toskana ist unter italienischer Besatzung.

      • Francine

        Südtirol war ursprünglich eine rätoromanische Provinz, wie etwa Graubünden in der Schweiz, und wurde durch die jahrhundertelang andauernde Besetzung durch Österreich immer mehr eingedeutscht, aber die Orts- und Geländenamen in Südtirol kann man auch heute noch den vordeutschen Ursprung erkennen (siehe dazu z.B. den Aufsatz von Egon Kühebacher über die Vordeutsche Namen in der Kastelruther Gegend in:
        Gemeinde Kastelruth – Vergangenheit und Gegenwart. Ein Gemeindebuch zum 1000-Jahr-Jubiläum der Erstnennung der Orte Seis und Kastelruth, Kastelruth: Gemeinde Kastelruth, 1983).
        Tolomei war ein Wissenschaftler (Geograf) und natürlich später auch ein Politiker. Als Wissenschaftler hat er die wissenschaftliche Forschungszeitschrift „L’Archivio per l’Alto Adige“ gegründet (http://www.jstor.org/stable/27939787?seq=1#page_scan_tab_contents). Sein Ziel war es die Eindeutschung der südtiroler Namen unter der österreichischen Domination zu beweisen, dazu hat er bereits lange vor der Machtübernahme in Italien durch den Faschismus den „Prontuario dei nomi locali dell’Alto Adige“ verfasst. (Sempre nel 1906 cominciò la stesura del Prontuario dei nomi locali dell’Alto Adige, pubblicato poi dalla Reale Società Geografica Italiana nel 1916. Al contrario di come spesso viene affermato, la toponomastica italiana dell’Alto Adige non è dunque opera fascista, infatti la stesura avvenne diversi anni prima dell’avvento di Mussolini al potere. Anche la realizzazione del programma tolomeiano non fu voluta dal fascismo, come spesso erroneamente si crede, ma dal governo democratico di Giovanni Giolitti che assegnò l’incarico al presidente dell’Istituto geografico italiano di rilevare ed elencare i toponimi italiani in Alto Adige. La redazione della toponomastica ufficiale fu dovuta ad una decisione del Governo Giolitti V, perfezionata durante i governi Bonomi e Facta e portata a compimento con un regio decreto del marzo del 1923, quando il primo governo Mussolini si era instaurato da meno di 5 mesi.) https://it.wikipedia.org/wiki/Ettore_Tolomei, https://it.wikipedia.org/wiki/Prontuario_dei_nomi_locali_dell%27Alto_Adige

        • Susanna

          Sehr interessant Francine, den Aufsatz von Egon Kühebacher werd ich mir anschauen, könntest du „ursprünglich“ zeitlich etwas eingrenzen? Wurde rätoromanisch nicht nur einigen Tälern (Gröden, Gadertal etc) und umliegenden Gegenden gesprochen? Danke schon mal für die Info.

          • Francine

            Bezüglich deinen Fragen verweise ich auf den zitierten Aufsatz von Egon Kühebacher „Vordeutsche Flur- und Geländenamen im Gemeindegebiet von Kastelruth“ auf Seite 95 des genannten Buches, um aus berufenerem Munde fachliche Antworten zu erhalten. (von E. Kühebacher gibt es dann ja auch „Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte“ 3 Bde).
            Zum Thema kann man vielleicht noch sagen, dass auch durch normale Verwaltungsabläufe Eindeutschungen stattfanden, da der Richter und der Gerichtsschreiber meistens aus anderen besser entwickelten Kronländern kamen und die Verständigung mit der einheimischen analphabetischen tiroler Bevölkerung sicher nicht einfach war.

      • alter egon

        ja haste recht, aber ich kann den ganzen Schwachsinn einfach nicht mehr hören. Ich verwende im Gespräch mit Italienern seit Jahren nur noch die deutschen Namen, damit hat sichs.

    • ......

      Was meint ihr, was die in Rom kratzt, wie die Pfade hier benannt werden? Gar nicht. Es geht immer nur darum, den Konflikt aufrecht zu erhalten. Wer würde sonst die Zechpartei svp wählen? Und die svp ist der direkte Handelspartner der Ausbeuter in Rom. Das Volk Südtirols ist sehr dumm, und der elvistschopf hier, ist auch nur ein Konflikt ausführer, im Auftrag der Svp. Dummes Völkchen….das kann doch nicht so schwer sein…

    • BatMan

      Das Problem ist, dass wir jeden Idioten mit kollektiver Macht ausstatten! Bei den nächsten Wahlritual, rennt wieder alle fleißig hin und wählt einen von diesen Idioten, damit ihr zu ihm aufschauen könnt und er euch sagt, wie ihr eure Schnursenkel zuzubinden habt!

      „Am schlimmsten finde ich, dass sich aus den Handlungen der Herrschenden, die die Erde zu zerstören drohen, ablesen lässt, dass sie durchgedreht sind, zu jedem Frevel bereit; und sie werden Verderben über sich und alle jene bringen, die mit ihnen verbunden sind. Manchmal befällt mich eine abergläubische Angst, zum selben Stamm wie sie zu gehören und auf ihrem Boden zu wandeln. – Doch nein. Die Menschen haben ein Recht darauf, verrückt, dumm oder anmaßend zu sein. Darin besteht ja gerade unsere Eigenart. Wir machen nur den Fehler, jeden mit kollektiver Macht auszustatten . ANARCHIE IST DIE EINZIG SICHERE POLITIK “

      Paul Goodman, Stoßgebete Nr. 19

    • Kassandra

      @roadrunner
      Befassen sie sich einmal seriös mit Toponomastik, dann brauchen Sie nicht einen solchen Blödsinn daherschreiben. Lernen Sie einmal den Unterschied zwischen Endonymen, Exonymen und Toponymen, das ist die Voraussetzung jeder Diskussion. Es geht in jedem Fall um gelebte natürlich entstandene Begriffe und nicht um willkürliche Übersetzungen, schon gar nicht um jene die zum Zweck der Auslöschung der deutschen Sprache erfunden wurden.

      • roadrunner

        Ich verweise hier gerne auf den Beitrag von Francine. Und hören Sie bitte auf mir zu unterstellen, ich würde mich mit dem Thema nicht „auskennen“. Sie schreiben über Toponomastik, nennen aber im selben Atemzug die willkürlichen Übersetzungen von Personennamen in der Faschistenzeit. Entschuldige, Sie nennen mir drei Ausdrücke, welche Grundlage einer Diskussion sein sollten, vermischen aber die Toponomastik mit den willkürlichen Übersetzungen (und Aufzwingungen) der Personennamen in der Faschistenzeit und behaupten nur Faschisten würden namen übersetzen. Hey, gehts noch? Wie es scheint sind Sie mal keine Expertin….

    • Felix Austria

      Die Roten Kreise auf der Karte, was
      bedeutet das ??

    • exegate@gmx.com

      Mit ein Grund dem Psychopathen auf’s Grab zu pinkeln

    • bergbauer

      die italienischen iredentisten haben woh über das ziel eine sprache,ein land etwas hunausgeschossen,denn Südtirol hätte niemals zu Italien kommen dürfen und wird irgendwann auch wieder von diesem Staat weg kommen…..

    • christian waschgler

      Wozu des Geburtstages eines geistigen Gartenzwerges gedenken ?

    • christian waschgler

      Wenn man die obigen Kommentare liest kommt eins zum Vorschein. Kein einziges Volk außer die Deutschen bewerfen sich dauernd selbst mit Dreck. Dabei gibt es kein einziges Land mit einer weißen Weste.

    • Lex

      Man kann uns Namen aufdringen, Kultur und Sprache verbieten, doch Italiener werden wir niemals

    • MT

      Bressanone: warum soll das ein echter italienischer Name sein? Nur, weil niemand genau weiß, wann und von wem er eingeführt wurde? War Brixen jemals italienisch? Und an alle Aufwiegler: immer schön Roma und Milano sagen! Diese Orte sind italienisch!!!!

    • Kassandra

      @roadrunner
      Empfehle Ihnen die Schriften Egon Kühebachers. Dieser Experte kann Ihnen besser erklären warum ich erzähle, dass ich nach Florenz fahre und nicht nach Firenze, ja dass wenn ich sagen würde, dass ich nach Firenze fahren würde, dies gänzlich falsch wäre. Trotzdem ist nur Firenze der amtlich gültige Namen.

    • Vittorio

      Dass die österreichische Besatzung in Italien nicht besonders zimperlich war, konnte ich erst letzthin im Beiheft “Sette” des Corriere della Sera vom 31.Juli 2015 Nr. 31 auf Seite 46 – unter anderem – lesen: “Sermide* era già stato teatro di una carneficina, quella ordinata dal generale Radetzky tra il 27 e il 29 luglio del 1848: donne, bambini e vecchi vennero messi al muro, la città saccheggiata e bruciata.”
      (* Sermide ist eine Gemeinde der Provinz Mantua am Po gelegen und sollte übrigens auf Deutsch “Freiburg an der Pfad” heißen.)

    • Bartl

      Italien ist ein großzügiges humanes Land und hat uns eine sehr große Autonomie gewährt, Österreich hingegen hat dem Trentino unter Österreich nie eine Autonomie gewährt. (Siehe dazu: Richard Schober, Der Kampf um das Autonomieprojekt 1900-1902 für das Trentino, aus der Sicht österreichischer Quellen. La lotta sul progetto d’autonomia per il Trentino degli anni 1900-1902, secondo le fonti austriache. Società di studi trentini di scienze storiche Trento (Collana di Monografie 31), Trento 1978.(Zweisprachig deutsch-italienisch)

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