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Schlechte Preise

Das Geschäftsklima in der Landwirtschaft hat sich heuer wesentlich verschlechtert. Verantwortlich dafür sind vor allem die niedrigen Apfelpreise in der Obstwirtschaft. Auch in der Weinwirtschaft sind die Erwartungen verhaltener.

Das Geschäftsklima in der Landwirtschaft hat sich heuer nach vielen guten Jahren stark verschlechtert. Nur zwei Drittel der Genossenschaften werden ihren Mitgliedern befriedigende Auszahlungspreise gewährleisten können. Die Situation ist aber zwischen Obst-, Wein- und Milchwirtschaft sehr unterschiedlich.

Das geht aus dem jüngsten Wirtschaftsbarometer des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.

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Die getrübte Stimmung im Sektor ist vor allem auf die schwierige Marktlage in der Obstwirtschaft zurückzuführen. Die Rekordernte in Europa im vergangenen Herbst und der Importstopp Russlands nach der Krimkrise haben ein Überangebot an Äpfeln verursacht.

Die Obstgenossenschaften haben auf diese veränderten Rahmenbedingungen mit einer starken Diversifizierung der Absatzmärkte reagiert: Der Wert der Obst-Exporte in Nicht-EU-Länder ist schon 2014 um 35 Prozent gestiegen und im ersten Quartal 2015 wurde ein weiteres Wachstum von 12 Prozent verzeichnet.

Dennoch war die Preisentwicklung sehr ungünstig. Bei der meistverkauften Sorte „Golden Delicious“ sind die Großhandelspreise derzeit um 17 Prozent niedriger als im Vorjahr. Dementsprechend negativ ist die Stimmung bei den Obstgenossenschaften. Drei Viertel von ihnen befürchten, dass die Auszahlungspreise an die Bauern und Bäuerinnen 2015 nicht zufriedenstellend sein werden.

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Das Geschäftsklima hat sich auch in der Weinwirtschaft verschlechtert. 2014 waren 96 Prozent der Kellereien mit den Auszahlungen an die Weinbauern zufrieden, heuer sind es nur 77 Prozent. Grund dafür ist die Weinproduktion des vergangenen Herbstes, die um 17 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahr.

Die Stimmung bei den Milchhöfen und Sennereien bleibt hingegen sehr positiv. Alle werden voraussichtlich zufriedenstellende Milchpreise an die Landwirte auszahlen können.

Handelskammerpräsident Michl Ebner weist auf die Folgen der ungelösten Russlandkrise hin: „Russland hat den Einfuhrstopp von Lebensmitteln aus der Europäischen Union um ein weiteres Jahr verlängert. Dies wird die Normalisierung der Preise für Agrarprodukte auf dem europäischen Markt verzögern und erschweren. Eine politische Lösung dieser Krise ist notwendig.“

Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler sagt: „Die Landwirtschaft ist seit jeher ein Sektor, der volatiler ist als andere Bereiche, anderen Konjunkturzyklen folgt und vor allem von der Witterung abhängig ist. 2015 sind zudem einige weitere ungünstige Faktoren, wie eine hohe Erntemenge und der Importstopp zusammengekommen. Für 2016 schauen die Prognosen in der Obst- und Weinwirtschaft deutlich besser aus. Ich bin auch überzeugt, dass die Milchwirtschaft weiterhin stark bleibt.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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