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„Gegen die Schranken fahren“

„Gegen die Schranken fahren“

Landesrat Florian Mussner gibt einen Tipp: Wenn sich die Bahnschranken plötzlich senken und man mit seinem Fahrzeug dazwischen eingeschlossen ist, muss man gegen die Schranken fahren.

Der aufsehenerregende Unfall in Marling vom Sonntag, bei dem ein Auto zwischen den Bahnschranken eingesperrt wurde und in der Folge von der Vinschger Bahn voll erfasst wurde, sorgt für Diskussionen über das richtige Verhalten in so einem Fall. Die beiden Insassen konnten das Fahrzeug glücklicherweise rechtzeitig verlassen und blieben daher unverletzt.

Nun melden sich die Mobilitäts-Verantwortlichen des Landes zu Wort: „Wenn sich die Bahnschranken plötzlich senken und man mit seinem Fahrzeug dazwischen eingeschlossen ist, gibt es nur eins: Mit dem Fahrzeug gegen die Schranken fahren“, so Landesrat Florian Mussner und die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA).

Entlang der Vinschger Bahnlinie gibt es insgesamt 32 beschrankte Bahnübergänge, südtirolweit sind es 48. Mussner erinnert daran, dass bei jedem Überqueren der Bahnübergänge grundsätzlich größte Vorsicht seitens der Fahrzeuglenker geboten ist: „Auch wenn alle technisch möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, so trägt jeder Fahrzeuglenker und Verkehrsteilnehmer ein gewisses Maß an Eigenverantwortung.“

Wie STA-Direktor Joachim Dejaco erklärt, gilt dem Sicherheitssystem und den Bahnübergängen ein Hauptaugenmerk bei der Führung der Vinschger Bahn. Im Zuge der Wiederinbetriebnahme wurde die Anzahl der beschrankten Bahnübergänge von vorher 85 auf mittlerweile 32 reduziert. Die Ampeln bleiben laut Dejaco jeweils zehn Sekunden lang auf Rot, ehe sich die Schranken in Bewegung setzen.

Und auch bei offenen Bahnschranken sollten sich die Fahrzeuglenker vor dem Überqueren stets vergewissern, dass danach die Weiterfahrt ungehindert möglich ist.

Sollte es dennoch passieren, dass man mit dem Fahrzeug zwischen den Schranken eingeschlossen bleibt, dann ist Folgendes zu beachten: Die Bahnschranken entlang der Vinschger Bahn sind aus Sicherheitsgründen mit Sollbruchstellen ausgestattet. Wenn man mit dem Fahrzeug dagegen fährt, fallen die Schranken an diesem Gelenk mit wenig Kraftaufwand ab.

„Dadurch riskiert man zwar geringfügige Schäden am Fahrzeug, man setzt aber nicht das eigene Leben und das Leben anderer aufs Spiel“, unterstreicht Mussner.

Beim Ausklinken dieses Gelenks durch das „Dagegenfahren“ erhält der Lokführer über die Signaltechnik die Information, dass die Schranke nicht ordnungsgemäß geschlossen ist, der Zug wird angehalten.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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