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Deutscher Korb

Deutscher Korb

Eine Delegation des DFB war in Reischach, um zu klären, ob dort der Trainingsaufenthalt vor der EM stattfinden könnte. Aber dann kam die Absage. Die deutsche Elf trainiert nicht in Südtirol.

von Silke Hinterwaldner

„Mir ist es einerlei, welche Farbe die Leibchen haben“, sagt Martin Huber, „wichtig ist, dass die Wertschöpfung stimmt.“ Der Präsident des Tourismusvereines Bruneck hat gerade alle Hände voll zu tun: tausende von Jongleuren streifen durch die Stadt, Fußballfans strömen nach Reischach, um ihre Mannschaft Inter Mailand zu sehen und im August ist das Pusteral auch ohne Events eine beliebte Feriendestination.

All das hält den Präsidenten des Tourismusvereines nicht davon ab, darüber zu berichten, was in Zukunft geplant ist. Nur: Ein Scoop ist geplatzt.

Die Hintergründe: Ende Juni war eine Delegation des Deutschen Fußballbundes nach Reischach gekommen, um sich Hotels und Sportstätten anzuschauen. Denn: Für das Trainingslager der deutschen Elf im kommenden Jahr wäre freilich wieder Südtirol in Frage gekommen.

Nach dem schönen Aufenthalt im Passeiertal 2014 und dem folgenden WM-Sieg dachte Trainer Jogi Löw wieder darüber nach, sich in Südtirol auf die EM 2016 vorzubereiten. Genauer gesagt: Sowohl in Reischach als auch in Naturns hatte die DFB-Delegation alles in Augenschein genommen.

Aber wenige Wochen nach der Stippvisite kam der Brief mit der Absage. Es sei alles wunderbar, in Reischach gäbe es hervorragende Voraussetzungen, aber die deutsche Elf habe sich gegen ein weiteres Trainingslager in Südtirol entschieden. Der Grund – vielleicht – das Passeiertal habe ihnen Glück gebracht, aber dieses Glück soll nicht überstrapaziert werden.

Ja, auch Fußballprofis sind abergläubisch! So wird sich die deutsche Mannschaft im nächsten Jahr wohl in der Schweiz oder in Frankreich auf die Europameisterschaft vorbereiten.

„Sie haben sich für eine andere Region entschieden“, sagt Martin Huber und lässt durchaus Bedauern durchklingen, „aber allein der Brief mit der Absage gibt uns Grund genug, stolz zu sein. Er war voll gespickt mit Komplimenten.“

Die Südtiroler sollten die Absage sportlich nehmen, so stand da. Und Huber tut das auch. Trotzdem weiß er, dass sich im Pustertal viele Fans über das Kommen der deutschen Elf gefreut hätten. Und die Reischacher Hoteliers auch: Immerhin hätten die Fußballer mitsamt ihrem Tross im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni 500 Zimmer gebucht, das halbe Dorf wäre so am Wochenende nach Pfingsten 2016 fest belegt gewesen.

Aber für die Fußballfans hätten genauso wie im Passeiertal strenge Regeln gegolten. Nur 15 Minuten pro Tag wären Pressevertreter zugelassen worden, die Spieler selbst werden von den Fans weitgehend abgeschottet. Sie brauchen eben Ruhe, um sich auf eine Meisterschaft vorbereiten zu können.

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