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    4 Hände 88 Tasten

    Rafaela Selhofer und Josef Haller: Ein vierhändiger Abend

    Rafaela Selhofer und Josef Haller: Ein vierhändiger Abend

    Das Klavierduo Rafaela Selhofer und Josef Haller führt im Stadtheater Sterzing Werke zu vier Händen von Mozart, Schubert, Corigliano und Brahms auf.

    Der 1993 geborene Sterzinger Josef Haller und die 1991 geborene Salzburgerin Rafaela Selhofer studieren Klavier am Tiroler Landeskonservatorium bei Prof. Euler und Prof. Huang und musizieren seit drei Jahren zusammen im Klavierduo. Der Abend wird eröffnet mit dem ersten Satz aus der Sonate KV 521 von W.A. Mozart. Der kleine Mozart soll, seinem Vater zufolge, der erste gewesen sein, der Sonaten für Klavier zu vier Händen komponiert hat. Nach diesem spritzigen Auftakt folgt die Sonate Grande Sonate für Klavier zu vier Händen in B-Dur D. 617 von Franz Schubert. Der junge Schubert komponierte sie 1818 während seines ersten Dienstjahres als Musiklehrer für die beiden Töchter des Grafen Johann Esterhazy in Zseliz. Für diesen Anlass schrieb Schubert mehrere Stücke für Klavier zu vier Händen, insbesondere für die talentierte Caroline, in die er einige Jahre später für den Rest seines Lebens unglücklich verliebt sein sollte.

    Als drittes Werk kommen zwei Sätze aus den Gazebo Dances des 1938 in New York geborenen Komponisten John Corigliano zur Aufführung. Ursprünglich für Klavier zu vier Händen geschrieben wurde es später für Orchester und Blasorchester arrangiert. Der Titel, Gazebo Dances, ist inspiriert von den typischen Pavillons, die oft in amerikanischen Parks und Grünflächen stehen und dort Gazebo genannt werden. Dort werden im Sommer öffentliche Konzerte veranstaltet, zu denen die flanierenden Parkbesucher oft tanzen. Die Stücke lehnen sich stilistisch an die hier dargebotene Musik an.

    Die zweite Konzerthälfte ist ganz dem Werk von Johannes Brahms gewidmet. Als erstes dessen Variationen op. 23. In diesem Werk verarbeitet Brahms ein Thema von seinem langjährigen Freund und Mentor Robert Schumann. Das Thema stammt aus dem letzten Werk Schumanns, den sogenannten „Geistervariationen“. Dieser Name stammt von Schumanns Frau Clara, die in ihrem Tagebuch dazu folgendes notierte: „Robert wähnte sich in jenen Tagen von Geistern umgeben, die ihm teils wundervolle, teils grässliche Musik darboten, die ihm herrlichste Offenbarungen verhießen, ihn aber auch in die Hölle zu werfen drohten.“ Als letztes Stück führen sie den dritten Satz (Allegro) Brahms´ 1. Klavierkonzert, d-moll, op. 15 auf. Die Uraufführung war ein Desaster, das Werk fiel auch in zwei weiteren Aufführungen komplett durch. Trotz der anfänglichen Kritiken zählt es heute zu einem der meistgespielten Klavierkonzerte und ist gerade wegen seines imposanten Finalsatzes beim Publikum sehr beliebt.

    Termin: 12. August um 2.30 Uhr im Stadttheater Sterzing. Eintritt: Freiwillige Spende.

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