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    Die TETRA-Sorgen

    Die TETRA-Sorgen

    Die Bürgerwelle Südtirol kritisiert das im Aufbau befindliche TETRA-Funknetz. Sie hat einen offenen Brief an Landesrat Arnold Schuler geschickt.

    Derzeit befindet sich in Südtirol das neue Funksystem TETRA im Aufbau. Es wird für die Landesdienste und den Zivilschutz errichtet und soll zu einer Vereinheitlichung führen.

    TAGESZEITUNG Online hat vor kurzem darüber berichtet: http://www.tageszeitung.it/2015/07/05/die-tetra-revolution

    Nun meldet sich die Bürgerwelle Südtirol zu Wort. Sie sorgt sich um die Gesundheit der Bürger und um die Sicherheit der Rettungsorganisationen.

    In einen offenen Brief an den Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler schreibt die Bürgerwelle:

    „Geschätzter Landesrat Arnold Schuler,

    die Bürgerwelle Südtirol sieht den Ausbau des Tetra-Funknetzes mit Besorgnis. Bei dieser Technik nimmt die Strahlungsbelastung in Leistung, Dosis und Wirkung zu. Die über 100 Antennen die für den Endausbau vorgesehen sind, werden, wegen des Organisationskanals, 24 Stunden ununterbrochen senden.

    Diese Strahlung kommt zu den derzeit schon hohen Belastungen aller anderen elektromagnetischen Felder und Strahlungen dazu, und stört besonders die Nachtruhe von Anrainern dieser Antennenanlagen. Die alte analoge Funktechnologie strahlt nur wenn gefunkt wird, und das passiert nachts nur sehr selten.

    Tetra-Funk hat einen viel größeren Energiebedarf, ist in seiner Art auch nicht mehr zeitgemäß, weil schon über 25 Jahre alt, und weist viele Mängel auf, die gerade bei Rettungsorganisationen gefährlich sind. Sie ist eine komplexe Technologie, schwierig in der Handhabe und anfällig für Totalausfälle, wie diese von England und auch Deutschland immer wieder berichtet werden.

    In Orten mit schwachem Handysignal kann auch Tetra ausfallen. Besonders in den Bergen, kann diese Übertragungstechnologie durch Reflektionen und Interferenzen zu Ausfällen führen.

    Bei der derzeitigen analogen Technik, können lokale Ausfälle umgangen werden, und ein totaler Systemzusammenbruch ist nicht möglich. Zuverlässige und hochwertige Geräte mit analogem Funk sind reichlich im Handel vorhanden.

    Bei diesen Voraussetzungen: alte Technologie, hohe Strahlenbelastung, hohe Betriebskosten, hoher Energiebedarf, und die Möglichkeit von Totalausfällen, sehen wir es in Ihrer politischen Verantwortung, ob Sie den Ausbau von Tetra weiter massiv forcieren, oder den Landtagsbeschluss vom 10. Juni zu WLAN, Mobilfunk und Strahlenbelastung ernst nehmen und laut Punkt 2 eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Vor- und Nachteile der Technologien abwägt, bevor eine anfällige und gesundheitsbelastende Technologie ausgebaut wird.“

     

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    Kommentare (5)

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    • Retter

      Das digitale Funksystem hat auch in Deutschland und Österreich bei den Rettungsorganisationen wegen der Berglandschaft Mängel. Immer wieder wundert es uns Retter, warum man darauf so beharrt. Herr Schuler, wer verdient damit das Saugeld? Bereits die digitalen Rufmelder sind der größte Plunder den sie eingeführt haben. Der Text schwer leserlich und man kann, im Gegensatz zu den alten analogen Rufmelder, über Funk nicht mehr mithören. Geht der Rufmelder (Pieps) während der Autofahrt ab, so muss man anhalten, Brille aufsetzen und sich informieren. Beim alten System hat man über Funk die Alarmierung und den weiteren Abgang mitgehört. Wer ist für diesen Scheiß verantwortlich? Sie, der immer die Basis vertreten wollte, setzen sich mit ein paar Schlaumeiern über die Männer und Frauen, die an vorderster Linie arbeiten, hinweg. Aber Hauptsache ein paar Landesbeamte ziehen einen Plunder weiter. Herr Schuler, gratuliere für die Verschlimmbesserung!!

    • Veit

      Donkschian!!! an die Bürgerwelle!

    • paxi

      Tetra ist reine Geldverschwendung und zudem eine zusätzliche gesundheitliche Belastung.
      Die Leute, die diese Geräte benützen müssen sollen sich dagegen auflehnen:
      http://www.diagnose-funk.org/themen/behoerdenfunk/index.php

    • Stephan Mair

      Der Haken ist der:
      bis dato wurden die techn. Anlagen (Antennen, Umsetzer usw.) der Rettungsdienste von der Landesabteilung gewartet, quasi so nebenbei weil sie diese auch benutzen oder ihre Anlagen auch dort waren, so ganz klar ist mir das jetzt nicht.
      Wie auch immer, den Rettungsorganisationen kostete das nichts und die Anlagen funktionierten.
      Doch nun will die Landesabteilung unbedingt TETRA.
      Die Rettungsorganisationen werden dazu gedrängt, gezwungen, ja ich möchte fast sagen erpresst, auf TETRA umzusteigen, mit dem „Argument/Drohung“ das die Landesabteilung nicht mehr für die Wartung der anderen Anlagen aufkommen wird und sich die Rettungsorganisationen diese dann selbst schultern müssen, was sehr teuer wird. Für die Landesabteilung mag TETRA gut gehen, für das was sie es brauchen, aber für alle anderen ist das ein Wahnsinn. Es ist allen Beteiligten von vorne herein klar das sie in Sachen Erreichbarkeit und Handhabung Abstriche machen müssen.
      Trotzdem sind die FF, WK, BR usw. gezwungen auf das schlechtere TETRA umzusteigen.

    • Spaltpilz

      TETRA wurde hauptsächlich von der deutschen Polizei gefordert um das Abhören ihres Funks zu unterbinden. Anfangs wollte man die analoge Technik einfach durch GSM-Technik ersetzen, aber durch erfolgreiche Lobbyarbeit ist es der Rüstungsindustrie gelungen den Auftrag für die Entwicklung eines komplett neuen Systems zu ergattern. Also wurde das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Alle Behörden und Rettungsdienste sollten mit verschiedenen Verschlüsselungsklassen ins Netz integriert werden können. So flossen erst mal Staatsgelder in die Kassen von EADS, Cassidian und Co. Nach X-jähriger Verspätung (natürlich auch X-mal teurer) scheint das System nun rudimentär zu funktionieren. Für die Polizei zumindest, denn die Rettungsdienste haben aber noch ihre liebe Not die Dinger ordentlich zum Laufen zu bringen.
      Was macht nun Südtirol? Ohne Not und Nutzen, schließlich haben wir keine Polizei und die Rettungsdienste waren mit der analogen Technik gut bedient und hoch zufrieden, schafft man sich ein unausgereiftes, überteuertes System an.
      Die Strahlen würden mich zuletzt erst stören, denn strahlts digital, strahlts nicht mehr analog!

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