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    Die Finanz-Autonomie

    Die Finanz-Autonomie

    Ein Freikauf von Italien über eine „Südtiroler Zentralbank“? Eine Südtiroler Parallelwährung für stärkere regionale Kreisläufe? Die Bewegung Human Economy hat eine interessante Alternative zum derzeitigen Geldsystem ausgearbeitet.

    von Heinrich Schwarz

    Als Aufhänger nimmt die Bewegung Human Economy die Zinsen für die Verschuldung der öffentlichen Körperschaften in Südtirol her: Laut dem Landesstatistikinstitut ASTAT zahlten die öffentlichen Körperschaften allein im Jahr 2012 insgesamt 493.997.000 Euro an Passivzinsen – also knapp eine halbe Milliarde. Jeder Bürger hat sich demnach mit rund 1.000 Euro an der Zinslast für ein Jahr beteiligt.

    „Der Staat muss pro Jahr rund 80 Milliarden Euro an Zinsen zahlen“, sagt Paul Kircher, Kopf von Human Economy, der erklärt: „Der Staat hat das Geldschöpfungsrecht an die Banken übergeben. Diese leihen dem Staat Geld für die Deckung der Staatsschulden. Und die Bürger und Unternehmen müssen Steuern zahlen, um die anfallenden Zinsen zu decken.“

    Die Bewegung, die über das auf Schulden basierte Geldsystem aufklären will (siehe unten), hat sich mit alternativen Geldsystemen für eine Südtiroler Komplementärwährung befasst. Dabei spielt eine „Südtiroler Zentralbank“ eine zentrale Rolle.

    „Wir hätten eine noch größere Autonomie und das derzeitige Geldsystem würde der Vergangenheit angehören“, so Paul Kircher.

    Die Eckpunkte, die als Grundlage für eine breitere Diskussion dienen sollen:

    Die Südtiroler Zentralbank soll laut Human Economy eine Genossenschaftsbank sein – mit allen Bürgern und öffentlichen Körperschaften als Mitgliedern. Mit 1.000 Euro pro Person könne man schnell auf ein Eigenkapital von einer halben Milliarde Euro kommen.

    „In einem ersten Schritt könnte das Land dem Staat ein Geschäft anbieten: Südtirol bezahlt einen Teil der Staatsschuld und erhält im Gegenzug die Finanzautonomie. Das dafür nötige Geld kann die Südtiroler Zentralbank schöpfen“, erklärt Kircher.

    Anschließend könne die Zentralbank Geld für das Land schöpfen, die man für die Finanzierung von Infrastrukturen benötigt. Zu einem Zinssatz von etwa zwei Prozent. „Dadurch ergibt sich eine größere Flexibilität im Landeshaushalt. Auf schwerwiegende Einsparungen könnte man verzichten. Die Zinsen fließen indes wieder zur Zentralbank und somit in die Bevölkerung zurück“, so Kircher.

    Der weitere Gedankengang von Human Economy: Die Zentralbank kann als Schnittstelle zwischen dem alten Geldsystem und dem neuen Südtiroler Geld dienen, wobei der Aufbau der Komplementärwährung ebenfalls über eine Genossenschaft mit allen Bürgern als Mitgliedern erfolgt.

    „Die Vorteile wären enorm“, betont Paul Kircher. „Regionale Kreisläufe werden gestärkt, die Verrechnung mittels Komplementärwährung innerhalb der Mitglieder erfolgt zins- und steuerfrei, bei Krisen im Euroraum ist man abgesichert und Südtirol hat autonome Gestaltungsmöglichkeiten.“

    Jeder Einzelne könne selbst entscheiden, wie die Relation zwischen Euro und Komplementärwährung aussehen soll. Schließlich müsse man außerhalb Südtirols mit dem Euro bezahlen.

     

    Hintergründe über die Bewegung Human Economy und die Kritik am Geldsystem:

    (hsc) Eleonora Brugger, Mitglied der Südtiroler Initiativbewegung Human Economy, stellt klar: „Es geht nicht darum, die Banken oder Personen anzugreifen – sondern wir wollen die Menschen über das Geldsystem aufklären, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“

    Die Bewegung organisiert seit vergangenem Winter Vorträge, Diskussionsabende und weitere Aktionen. Im Zentrum steht dabei das auf Schulden basierende Geldsystem, das Reiche immer reicher mache und 90 Prozent der Menschen benachteilige.

    Human Economy weist darauf hin, dass Banknoten und Münzen nur drei Prozent des „Geldes“ ausmachen. Der Rest sei Giralgeld, das Banken bei der Kreditvergabe aus dem Nichts schaffen. „Privatbanken verleihen mit wenigen Ausnahmen nicht das Geld der Sparer, sondern ‚schöpfen’ im Zuge der Kreditvergabe neues Geld. Die Mindestreserve bei der EZB beträgt nur ein Prozent“, erklärt Paul Kircher mit Bezug auf ein Dokument der Deutschen Bundesbank. Das neue Geld entstehe durch eine sogenannte Bilanzverlängerung, indem Forderung nach Verbindlichkeit gebucht werde.

    „Die Banken verlangen dazu noch Sicherheiten und Zinsen. Da aber nur der Betrag des Kredites geschaffen wurde und nicht auch jener der Zinsen, kommt es zwangsweise zu einer Überschuldung von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen“, betont Kircher.

    In den letzten Wochen organisierte Human Economy auch Flugblattaktionen. Die Flugblätter wurden auch Landespolitikern aller Parteien gegeben.

     

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    Kommentare (69)

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    • Hotelier

      Ja, und die Gäste kommen dann sicher immer noch zu uns und wechseln in Alpen-Dollars! Träumer!

      • Hofnarr

        Zuerst verstehen und sich Wissen aneignen, dann Komentare schreiben, denn wer der Träumer ist wird sich noch heraustellen.

      • BatMan

        @Hotelier,
        und mit was ist dein (?) Euro gedeckt?
        Ich sage es dir: MIT GAAAAAAAAR NIX!

        • Andreas

          Doch, mit Hoffnung 🙂
          Wie auch jede andere Währung.

          Also bitte Batman, die Party läuft noch, wenn Du so sicher bist, dass sie bald Zuende ist, bring Deine Schäfchen ins Trockene.

          • walter

            Ja Batman, hör aufs Anderl, kauf dir Aktien der Sparkasse, damit hat der Senfomat ein riiiiesen Vermögen gemacht!!!! 🙂

            • BatMan

              @walter
              Als die Sparkasse, vor ein paar Jahren mit 17 Mio. im Plus lag, habe ich jeden geraten die Aktie zu verkaufen. Wahrscheinlich gehört Andreas nicht zu meinen Kunden, sonst wäre er
              mit 238€ pro Aktie ausgestiegen. Das kommt davon, wenn man Bilanzen nicht lesen kann und die Entwicklung der Wirtschaft nicht voraussieht und vom Geldsystem keine Ahnung hat.

            • walter

              ja der Senfomat meint eben nur wie schlau er doch ist, aber jetzt sitzt er auf einem Haufen unverkäuflicher Aktien!!!! 🙂

        • Bernhardl

          Mit Schuldscheinen zugedeckt?

      • repaki

        Hotelier, Kompliment dass du um 5 Uhr früh die Tageszeitung schon gelesen hast! Auch ein Kompliment an diese, vielmehr noch an Herrn Schwarz der sich traut über dieses Thema zu schreiben! Schriebe er für die Dolomiten wäre es wohl sein letzter Arbeitstag gewesen! Dieses verfehlte Geldsystem ist übrigens nur ein, wenn auch wichtiges Thema! Aber es ist mehr als ein Anfang und wenn ihr so weiter macht wird auch so manche(r) seine bisherige Meinung überdenken! Tipp tolles Lied für die Gäste ! Joe Kreissl “ bist du blank geh zu Bank!

      • Martin

        Wow Hotelier Schon um 5 auf?? Schlecht geschlafen, Dir liegt wohl die Bank im Nacken ;-)))

      • Touri

        Oh ja !!!
        Und vielleicht bleibe ich sogar!

    • aMBedue

      Gute Idee.
      Ah, da gibt es doch einige, die so denken wie Yanis Varoufakis, sogar hier in Südtirol. Das freut mich. Varoufakis ist ein Finanzgenie, mindestens 10 Jahre im Denken voraus, schade dass der EU Clan nichts davon lernt.

    • Einereiner

      Die regionale Parallelwährung ist ein Blödsinn. Warum eine eigene aufbauen wenn man schon einen Euro hat? Auch mit dem Euro kann man regionale Produkte kaufen, da bringt ein Alpendollar gar nichts.
      Der Freikauf von Italien ist allerdings eine Superidee. Dafür kriegt ihr von mir sofort 1000 Euro.

      • Bluechip

        @Einereiner,
        du Finanzgenie! Hast du noch nicht verstanden, dass eine REGIONALwährung in der Region bleibt und nur hier zirkuliert, nicht „abwandern“ kann und somit die regionale Wirtschaft stärkt.

        • Einereiner

          @soweit die dumme Theorie lieber Bluechip. Aber in dem Moment, wenn einer etwas aus dem Ausland kaufen will, wird er die Regionalwährung in Euro umtauschen (oder denkt ihr, es geht ohne Wechselstuben?). Und somit ist die Regionalwährung nichts anderes als ein Marketinggag.

          • Bernhardl

            Aber bei weiten nicht nur. Sie hat viele positive Effekte.

            • Einereiner

              Sie hat bis auf Marketingsprüche keine, aber auch gar keine positiven Effekte. Jeder Mensch würde beide Währungen in der Tasche haben und das kaufen, was er will. Egal, ob das nun regional und nur gegen Alpendollar zu haben ist oder international gegen Euro.
              Wer eine Regionalwährung haben will, soll aufs Brixner Altstadtfest gehen. Dort im Hofgarten bezahlt man mit Mittelalter-Talern. Beim Reingehen wechseln, beim Rausgehen wieder zurück in Euro. Und das wars!

          • Hofnarr

            Hat es nicht in Nordtirol nach dem zweiten Weltkrieg eine solche Währung gegeben, bis die gierige Nationalbank eingriff? Es hat auch super funktioniert.

      • Erwin

        Arno hat die Südtiroler mit einem fixen Prozentsatz an den Staatsschulden gebunden und Rom Milliarden Südtiroler Steuergelder geschenkt.

      • Bernhardl

        Italien mit diesen Schulden ist ein bisschen früher oder später Bankrott.

    • Rolf

      Fanatismus treibt kuriose Blüten.

    • Puschtra

      Ich kann mir dieses ganze System leider noch nicht bildlich vorstellen, aber ich finde es gut, wenn man darüber nachdenkt, wie man aus diesem Staatsbankrott rauskommt.
      Ich bin für Lösungen am Geldsystem immer zu haben, denn jeder weiß, dass es irgendwann kracht und da muss man gerüstet sein.
      Leider spielt bei solchen Sachen die Politik nie oder selten mit, denn die Politiker (generell die Südtiroler) haben immer Angst gegen den Italienischen Staat zu arbeiten.
      @Hotelier, du bist ein wie ein Murmeltier im Winter, schlaf weiter, dann träumst du gut und irgendwann wird alles wieder gut.

    • Andreas

      Hat nicht schon ein Dorf im Vinschgau eine alternative Währung?

      An sich guter Ansatz, doch weder neu noch praktisch umsetzbar, denn würde es Schule machen jedes Dorf, Gemeinde, Provinz, Staat oder weiß ich wer seine eigene Währung haben möchte, da sie annehmen, schlauer als der Rest der Welt zu sein.
      Nebenbei dient es anscheinend zur Abschottung des eigenen Marktes was ich zwar befürworte, doch weltweit enorme Schäden durch Zerstörung von Industriezweigen und Landwirtschaft in den ärmeren Ländern verursacht hat.
      Die Annahme, dass Südtirol das Zentrum der Welt wäre, ist falsch.

      @Batman
      Endlich hast Du Mitstreiter bei Deinen revolutionären Revolutionsversuchen 🙂

      • dana

        Andi der Aktionär will natürlich weiter seine möglichst hohe Dividende per Gesetz lebenslang und darüber hinaus abgesichert wissen. Dass dabei andere für ihn arbeiten und bezahlen müssen, lässt den svParteiknecht und Senfomaten ganz cool.

    • Anton

      Die Banken? Wer hält bei den Banken Aktien? Aktionäre der Banken bekommen den Kuchen der Zinsen heißt, ohne einen Finger zu rühren.
      Kein Wunder, dass Italien mit 80 Milliarden an Zinszahlungen von den Banken mit ALLEN Mitteln in diesem Teufelskreis gehalten wird.
      Wer hätte nicht gerne 80 Milliarden Euro ohne nennenswerte Leistungen erbringen zu müssen? Wie viele Menschen profitieren von diesem ungerechten System? Wie viele müssen dafür bezahlen? Die meisten Menschen werden ausgebeutet.

    • BatMan

      Ich befürchte, mit seinem System wird der Herr Kircher bei unsere Politikern auf taube Ohren stoßen. Diesen Bereitet es mehr Freude, uns mit Steuern auszurauben und es den Reichen hinterzuwerfen.

    • Puschtra

      Dieses Problem löst sich in den nächsten Jahren von selbst. Eine Währungsreform ist für Italien unausweichlich. Das ist nichts besonderes, ein Blick in die Geschichtsbücher genügt.
      Die in die Banken eingezahlten Euros sind dann einfach weg.
      Die Beste Möglichkeit dem auszuweichen ist Gold, das z. Z. mit allen Mitteln im Preis gedrückt wird und eigentlich ganz günstig zu haben ist. Aber lassen Sie es nicht in einem Bankschließfach liegen.
      Diese werden im Notfall immer konfisziert.

    • Gebi Mai

      Italien, mit ca. 80 Milliarden jährlicher Neuverschuldung (heuer 2015 vielleicht auch 100 oder mehr) muss jedes Jahr mehr an Zinsen bezahlen. Das heißt, die Neuverschuldung Italiens, wird etwa 4,5 bis 5% des BIP ausmachen. Die 3% Kriterien von Maastricht werden nicht eingehalten.

      Italien zahlt ca. jährlich 80 Milliarden Zinsen. Das müssen die Italienischen Steuerzahler leisten. Diese Zinszahlungen steigen einmal jedes Jahr mit der Neuverschuldung und ein weiteres Mal mit dem Zinssatz.
      Derzeit wird ein durchschnittlicher Zinssatz von ca. 3,5 Prozent schlagend. Würde dieser auf ca. 6% steigen müsste Italien 160 Milliarden (10% des BIP) bezahlen. EIN AUSWEGLOSER TEUFELSKREIS!

      • Inge

        Sie vergessen, dass viele Haushalte, Betriebe und Unternehmen Kredite bei Banken mit Zinsenzahlungen bedienen müssen. Diese kommen als zusätzliche Belastungen hinzu. Während sich die Inhaber der Finanzinstitute oder Anteilseigner derer darüber freuen.

        Das Finanzsystem wird von einem geringen Prozentsatz an Menschen kontrolliert, diese haben kein Interesse, dass die Mehrheit der Menschen sich nach dem Prinzip von „Raiffeisen“ untereinander helfen.
        Was früher die „Feudalherren“ waren, sind heute die Finanzinstitute – Banken – die sich vom Gesetzgeber ihre Stellung bezahlen und per Gesetz erhalten lassen.

    • Luis

      Arno macht alles mögliche um Südtirol an Italien zu binden. Mit dieser Landesregierung werden die meisten Südtiroler sehr viel ärmer.

    • checker

      Endlich erreicht die Öffentlichkeit auch der Succus der ganzen weltweiten Misere, die zum Grossteil ganz eindeutig im Schuldgeldsystem begründet ist. Regionalwährungen können unter Umständen eine Alternative sein, am Ende wird natürlich politisch entschieden und das alte System wird sich auf Teufel komm raus verteidigen, lieber schlachtet man Leute ab, siehe Griechenland.
      Kurz zum Verständnis des Systems:
      Alles Guthaben das auf der Welt existiert hat auf der anderen Seite eine Schuld, sodass sich beides im Gesamtsystem exakt auf Null addiert. Wenn ich mir von jemandem 100 Euro leihe, muss ich es mit Zinsen wieder zurückbezahlen und diese Zinsen muss ich mir wiederum mit jemand anderem verdienen. Wäre ja kein Problem kann jemand denken aber: Durch das Zinseszinssystem, das eine exponentielle Funkion ist (also immer schneller immer stärker steigt; das Wachstum ist aber nicht exponentiell), landet am Ende immer mehr Geld bei immer weniger Menschen. Für dieses Geld muss natürlich Zinsen bezahlt werden. Dies geht solange, bis die restlichen Teilnehmer des Systems diese Zinslast nicht mehr tragen können und es IMMER in der Geschichte zu einer Umverteilung von oben nach unten kommt (ca alle 70 Jahre), per Inflation, per Währungsreform oder per Besteuerung der Reichen. An diesem Punkt sind wir gerade. Denn für den Bürger ist es vollkommen egal wo im Sytem die Schulden liegen, er zahlt sie immer, die Eigenen sowieso, die der Industrie über die Produktpreise und die des Staates über die Steuern. Die Schulden steigen also im Gesamtsystem immer und können nie zurückbezahlt , sondern nur mit Guthaben gegeneinander neutralisiert werden. Siehe Griechenland als Extrembeispiel und die weltweite Verschuldung, die konstant steigt.
      Diese Zusammenhänge sind ausserordentlich wichtig zu verstehen und stellen die Grundlage unseres Schuldgeldsystems dar.
      Wenn also Renzi sagt, er wolle die Steuern senken, wird das nicht gehen, denn die Schulden sind in Italien so hoch wie nie und damit auch die Zinslasten. Auch jeder weitere Ministerpräsident wird daran nichts ändern können.

      • Erwin

        Viele Politiker halten sich mit Lügen an der Macht.

      • Andreas

        @checker
        Kennst Du ein besseres d.h. auch umsetzbares System?
        Regionalwährungen können nicht eine weltweite Lösung sein, da diese Problematik jede Währung hat.

        In Griechenland wurde niemand geschlachtet, außer vielleicht ein paar Schafe, das weiß ich jetzt nicht, diese Situation ist primär eine Folge der jahrlangen Mißwirtschaft des griechischen Staates, durch welche er erpressbar wurden.
        Ich teile nicht alle Maßnahmen der EU gegen Griechenland, doch so zu tun als könnten die Griechen nichts für diese Situation ist etwas einseitig.

        Steuern zu senken, um damit Investitionen zu fördern, durch welche mehr Steuereinnahmen generiert werden, ist jetzt nicht so außergewöhnlich. Ich nehmen an dies wäre das Ziel von Renzi.

    • Hansjörg Kofler

      Interessanter Beitrag, bin mir sicher, dass es innerhalb der nächsten 5-7 Jahren als Ersatz zum Euro, Dollar, … eine neue Weltwährung geben wird.

    • nix phil

      Die SVP belügt die Südtiroler mit „Vollautonomie“, dabei wäre eine Finanzautonomie der wichtigere Schritt. Kompatscher hat leider dafür viele Wege versperrt.

    • Murks

      Die Klicke um den Völser Vokabel Dreher, ist ein höriges Anhängsel Roms.

    • schorsch

      Geld ist kein Wert an sich, sondern nur Diener und Vermittler. Geld ist jedoch real zur Religion der Jetztzeit geworden. Bereits der alte John D. Rockefeller sagte:
      „Gott hat mir mein Geld gegeben“.
      Der Vorsitzende der Union Oil Company, Mr. Rubel, erklärte am 5.12.1965:
      „Profite sollten den Rang von so geheiligten Begriffen wie Heimat und Mutter haben“.
      Selbst eine blutige Geldhyäne vom Format eines Morgan, der zusammen mit Rockefeller in den zwanziger Jahren über ein Drittel des gesamten Volksvermögens der USA verfügte, verband in seinen Aussagen voll Lüge und Heuchelei Geld und Gott.
      Amschel Rothschild prägte den wahren Satz:
      „Wer die Währung des Volkes kontrolliert, der kontrolliert das Volk“.
      Ein Geldschein besteht aus Papier und ARBEITET NICHT!
      Die Werbung: „Lassen Sie das Geld für sich arbeiten“ ist Lüge und Verbrechen.
      Für die versprochenen Zinsen am Konto arbeitet nicht der Papierschein, sondern schuften MENSCHEN, teilweise unter schrecklichsten Bedingungen – vor allem in den asiatischen Ländern. Das ist das Gesicht unseres „Werte-Systems“ – wir alle machen am Verbrechen mit.
      Der Versuch, aus der Weltherrschaft der Bank auszusteigen, wurde schon vielfach gestartet, u.a. war der 2. Weltkrieg im Kern das Ergebnis eines gescheiterten Ausstiegsversuches.
      US-Präsident Kennedy wurde ermordet, weil er die Notenpresse wieder der Bank entreißen und unter seine Gewalt bringen wollte.
      Der Philosoph Oswald Spengler sah die Wahrheit:
      „DURCH DAS GELD VERNICHTET DIE DEMOKRATIE SICH SELBST, NACHDEM DAS GELD DIE FREIHEIT VERNICHTET HAT!“

      • dana

        Deswegen begründet regionale Kreisläufe und damit sind diejenigen ein Stück unabhängiger.

        • schorsch

          Sie sollten die Realität sehen: So ein idealistischer und sicher begrüßenswerter Versuch ist immer ein totale Kriegserklärung.
          Bevor man in den Krieg gegen das Bankenkartell eintritt, sollte man das Arsenal der eigenen Mittel und Möglichkeiten und jenes des Gegners wissen.
          Man hängt sehr schnell am Galgen, weil man sich gegen die „Humanität“ versündigt hat.

    • Robert

      Ein sehr interessanter Denkansatz.

    • Bernhardl

      Solange Politiker Diener der Vermögenden sind und bleiben, werden die Völker es auf dieser Erde immer schwerer haben.

    • Andreas

      Ein neues Argument für die großen Denker Südtirols, sie könnten sich ev. mit der Ma.fia solidarisieren… 🙂

      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sueditalien-verarmt-sogar-die-mafia-macht-sich-davon-a-1046651.html

    • Kathi

      Human Economy? Auch dahinter steckt vermutlich reine „economy“… Frage: Wieviel wird für Vorträge und sogenannte Aufklärungsarbeit von seiten dieser Bewegung verlangt? Wie hoch sind die Honorare? Bin leider sehr skeptisch und finde, dass es nicht genügt, auf ein allgemein brisantes Thema aufzuspringen und auf diesem Terrain dann den gut bezahlten Lehmeister zu spielen. Tut mir leid, aber in Sachen „Südtiroler Dachverband Beraterberufe“ musste ich leider dieselben Erfahrungen machen.

    • Spaltpilz

      Die Idee an sich finde ich gut. Endlich ein Vorschlag der nicht von Fanatikern kommt und auf Argumenten basiert. Allerdings wenn die Subventionitis weiter so grassieren würde wie bisher wären wir bald in einer noch größeren Scheiße als wir es schon sind, denn weil klein, würde man uns fallen lassen wie eine heiße Kartoffel.
      Apropos italienische Staatsverschuldung, welches europäische Land hat keine? Schaut euch doch mal die Lage Kärntens an!

    • Josef Kaufmann

      An alle, die sich hier an der Komplementärwährung reiben wollen:

      Komplementärwährungen sind nicht die Lösung der aktuellen Finanzkrise aber würden die regionalen Kreisläufe stärken. Die Idee einer autonomen Zentralbank nur für Südtirol ist im aktuellen Kontext vielleicht nicht umsetzbar. Sie hat aber den großen Charme, dass die Menschen beginnen über Geld zu reden, was sie bisher nicht taten!!

      Realistische Ideen, und durchaus schon bei HE angedacht sind:

      1. die Entschuldung der Banken und Staaten im aktuellen Geldsystem durch den bekannten „Debt Equity Swap“ (Info auf http://humaneconomy.it/deutsch/ oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=3G65qokJvvg);

      2. Die Einführung eines positiv geschöpften Vollgeldes (Entsprechende Initiativen gibt es bereits in England, Deutschland, Österreich und Schweiz), das im Übrigen auch der IWF fordert (100% Money nach Irving Fisher), dann tun Banken endlich das, was wir denken, dass sie es heute schon tun, nämlich unser Geld treuhänderisch verwalten;

      3. Die Überwindung des Geldes als Tauschmittel bzw. der echte Entwicklungsschritt wäre aber, wenn sich eine demokratische Gesellschaft ihre Regel zur Verteilung von Waren und Dienstleistungen, denn nichts anderes ist Geld, in einem demokratischen Entscheidungsprozess selbst geben würde.
      Visionäre sind in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und weiteren 8 Ländern schon mit einer geeigneten Genossenschaft aktiv. Wenn es interessiert hier der Link:

      http://www.osbeee.com

    • roadrunner

      Aus Banane und Apfel wird Banapfel. Da werden einfach verschiedene, richtige und falsche, selbstverständliche, menschliche, historische und wirtschaftliche Argumentationen / Aspekte in einem Topf geworfen und als „falsch“ deklariert. Naja, viel abgewinnen kann ich denen nicht, btw. habe ich mir einige Artikel auf der Homepage durchgelesen.

    • AL BUNDY

      Die neue Südtiroler Währung wäre dann der „Durnthaler“ und das Zentralbank Gebäude stünde auf dem Kaiserberg.

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