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    Das Verschlechterungsverbot

    Das Verschlechterungsverbot

    Rund tausend Hektar der Seiser Alm sind seit 2010 den Natura-2000-Richtlinien unterworfen, die Ausbringung von Gülle ist dort weiterhin erlaubt. Zwischen den Bauern und der Landesverwaltung ist darüber ein heftiger Streit entbrannt – ebenso wie über die geplante Ausweitung der UNESCO-Zone.

    von Thomas Vikoler

    Ein Großteil der Seiser Alm, das ist vielleicht nicht allen bekannt, liegt außerhalb des 7.236 Hektar großen Naturparks Schlern-Rosengarten. Rund Tausend Hektar, vornehmlich im Gebiet Tschapit unterhalb der Rosszähne, gehören aber dazu. Die übrigen Flächen von Europas größter Hochalm sind hingegen Landschaftsschutzgebiet und „Wirtschaftsraum“, wie der verstorbene Kastelruther Bürgermeister Vinzenz Karbon immer sagte.

    Seit 2010, mit der Verabschiedung des Naturschutzgesetzes durch den Landtag, hat der Naturpark den Status eines Natura-2000-Gebiets, was insbesondere auf den landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in Tschapit für Konflikte sorgt. Die örtlichen Bauern – es sind rund 30 – kämpfen entschieden gegen zusätzliche Schutzmaßnahmen.

    „Man soll uns einfach wirtschaften lassen“, sagt der Kastelruther Vizebürgermeister Oswald Karbon, „wir wehren uns gegen weitere Einschränkungen“. Oswald Karbon ist der Sohn des früheren Bürgermeister Vinzenz Karbon und kämpft als Bauernvertreter an vorderster Front – vor allem gegen das von ihm behauptete Gülleverbot.

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    Kommentare (28)

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    • Gunti

      Was meint Karbon wohl mit Wirtschaften in Tschapit meint er vielleicht Spekulation, das würden die Bauern und Besitzer dort gerne treiben. Dort sind auch Hoteliers und Banken Besitzer von Almen und Hütten die schon lange zum verkauf stehen……Landwirtschaft ist auch eine Wirtschaft und die brauch kein Bauer Angst zu habe, word niemandem verwehrt…..

    • Einereiner

      Im hintersten Ahrntal haben die zuständigen Beamten vom Naturpark die Bauer so lange sekkiert, bis es sogar die Politik verstanden hat, dass es zuviel war. Somit wurden sie versetzt. Jetzt dürfen sie den Bauern im Oberpustertal auf die Eier gehen.
      Deswegen liebe Seiser, wehrt euch gegen jede Ausweitung der Parks, denn dann habt ihr auf eurer Wiese nichts mehr zu sagen. Die Beamten sind dann für jeden Baum und jeden Grashalm zuständig, ihr dürft nur noch arbeiten, wenn sie es zulassen.

    • Hans1

      Jeder soll seinen Garten, seine Wiese seinen Wald unter Naturschutz stellen und nicht den des anderen.

    • An Redakteur Vikoler

      Herr Vikoler, wieso schreiben Sie, das von ihm (Karbon) behauptete Gülleverbot? Tatsächlich ist es so, dass in Natura 2000 Gebieten nur die im Schutzgebiet angefallenen (erzeugte) Gülle ausgebracht werden darf. De facto ist das ein Verbot, denn wo sind denn die ganzen Ställe, wo die Gülle anfällt? Jedenfalls nicht auf der Seiser Alm im Natura 2000 Gebiet

    • rota

      Privatgrund – Zutritt verboten
      darauf sollte jeder Besitzer ob Landwirtschaft oder andere Besitztümer bestehen.
      Ich glaube es gäbe weniger Einmischung von Möchtegernen und Wichtigtuern.

    • so sich ichs

      Und wenn Förster Holzarbeiterhütten an Touristen verkaufen- kontrolliert da das Land?
      oder die Forstbehörde selbst bei den eigenen Leuten?

    • Bernhardl

      Immer mehr zerstört die Landesregierung mit ihren Interventionen bewährtes Wirtschaften. Wegen ein paar Aktien, proben die Landesregierung den Aufstand. Wenn einige Tausend Betriebe in und um die Bauernhöfe regelrecht, mit verwaltungstechnischen Mitteln zerstört werden, rühren diese „Kommunisten“ in der Landesregierung keinen Finger.
      Deswegen, jawohl diese Landesregierung verhält sich abartig.

    • Rambo

      Das Schicksal des vielgeplagten südtiroler Bauern: im Stall schafft der Tierarzt, im Wald der Förster, auf der Wiese die Fallschirmspringer, im Haus natürlich die Frau, und wieviel Geld er regelmäßig aus dem Säckel des Steuerzahler erhält, sagt ihm die Sekretärin vom Schuler.

    • BatMan

      Ich erzähl euch jetzt eine kleine Geschichte: Ich habe einen kleinen Hof. Als ich damit beschäftigt war, allerlei Gestrüpp und Dornen an der Grenze zu meinem Weingut zu entfernen damit der Weinberg mit der Zeit nicht zuwächst, tauchten zwei italienische Förster auf (auf MEINEM PRIVATEN GRUND) und sagten mir, dass ich das ohne vorhergehende Meldung nicht tun dürfe. Seit Jahrhunderten wir das so gemacht. Ich muss dazusagen, dass das Gestrüpp sonschnell wächst, dass man schon nach einem Jahr vom „Eingriff“ nichts mehr sieht. Außerdem musste ich angeben, wieviel Holz (es waren alles nur Stauden) ich hier abhacke und ob ich es mit dem Traktor
      abtransportiere. Das Gelände ist nur zu Fuß zu
      erreichen.
      Seiser-Alm-Bauern wehrt euch!
      Und informiert euch: Von wem wurde die UNESCO gegründet?

    • Yannis

      @BatMan

      >>>tauchten zwei italienische Förster auf (auf MEINEM PRIVATEN GRUND)<<<

      und Du kannst sicher sein, im Süden des Stiefels würden diese Gimpel den Versuch jemand seinen auf Privaten Grund zu sekkieren niemals machen, es sein denn sie sind Lebensmüde.

    • Hubert

      es sind einfach zu viele „Aufpasser in Uniform“ von dem bezahlt, der kontrolliert wird, denn damit kann man ja mit relativ wenigen „Arbeitslosen“ glänzen. Dass sie dabei der Gesellschaft mehr schaden als nutzen und billiger wären, wenn sie für Nichtstun bezahlt würden wird wohl (beinahe) jedem einleuchten müssen.

      • Yannis

        Ja Hubert,
        dies ist das Ergebnis der IT Arbeitsmarktpolitik, an jeder Ecke Finanzer, „Kabel“ Polizia, Stadtputze, (das sind ja die lustigsten Gimpel überhaupt, ehm Wichtigtuer) und die lieben Förster die zum Großteil so überflüssig sind wie der berühmte Kropf, ach die Jagtaufseher sind ja noch wichtiger.

      • Heri07

        Hubert, du Gschaida, man bräuchte nur den Bauern die ganzen Beiträge zu streichen, dann hätten deine „Aufpasser in Uniform“ nichts mehr zu tun. Also Bui, denken vor dem Schreiben.

    • Hoppla

      Es geht wohl nicht um das Ausbringen der Gülle… Auf der Seiser Alm wird gebaut, gebaut und gebaut… Auf welcher Alm gibt es soviele Hotels… Eine reine Spekulation, da dürgte man vieles nicht mehr bauen… Es ist ja sowieso schon zu viel verbaut auf der Seiser Alm !!!!

    • Luis

      Warum gibt es kein Verschlechterungsverbot für wirtschaftliche Tätigkeiten der örtlichen Bevölkerung?

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