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    Heterologe Befruchtung

    Landesrätin Martha Stocker mit Primar Bruno Engl

    Landesrätin Martha Stocker mit Primar Bruno Engl

    Auch in Südtirol wird jetzt die sogenannte heterologe Befruchtung, das heißt eine Befruchtung mit der Samen- oder Eizellenspende eines Dritten angeboten.

    Wenn ein Kinderwunsch sich nicht erfüllt, so steht betroffenen Paaren dank der modernen Medizin eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten offen. Zukünftig kann in Südtirol dabei auch auf eine Samen- oder Eizellenspende zurückgegriffen werden. Bei einer Medienkonferenz am Freitag stellten LRin Martha Stocker und Primar Bruno Engl die neuen Richtlinien für die künstliche Befruchtung vor.

    Mit dem Urteil 162/2014 des Verfassungsgerichtshofes ist das Verbot der heterologen Befruchtung mit der Spende eines Dritten in Italien für unrechtmäßig erklärt worden, weshalb die Südtiroler Landesregierung in ihrer Sitzung vom vergangenen Dienstag neue Richtlinien für die medizinisch assistierte Fortpflanzung festgelegt und dabei den Zugang zu den verschiedenen Behandlungsmethoden, die Information der betroffenen Paare und den Schutz des Embryos  geregelt hat.

    „Der Wunsch nach Kindern ist Ausdruck des Bedürfnisses nach einer eigenen Familie und daher zutiefst menschlich“, erklärte Landesrätin Stocker bei der heutigen Medienkonferenz. „Die Hoffnung auf Erfüllung eines Kinderwunsches ist daher mehr als verständlich“, so Stocker.

    Man müsse sich aber auch der Tragweite einer jeden Entscheidung bewusst sein und könne nicht um jeden Preis ein Kind haben, verwies die Gesundheitslandesrätin auf eine Reihe von ethischen und moralischen Fragen in Zusammenhang mit der heterologen Befruchtung. Es sei ein Weg, der gut begleitet werden müsse. „Wir haben eine große Verantwortung in der Information betroffener Paare, die über Chancen und Risiken, Nebenerscheinungen und rechtliche Konsequenzen aufgeklärt werden müssen“, so Stocker.

    Die Landesrätin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Stellungnahme des Landesethikkomitees, die unter http://www.provinz.bz.it/gesundheitswesen/komitees/stellungnahmen-lebensbeginn.asp nachgelesen werden kann.

    Der Primar der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Bruneck Bruno Engl stellte die Entwicklung der künstlichen Befruchtung vor und ging auf die Situation in Südtirol ein. „Wir sprechen von einem unerfüllten Kinderwunsch, wenn sich innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft einstellt“, so Engl.

    Dies sei bei etwa 10 bis 15 Prozent aller Paare der Fall.

    „In Bruneck können wir derzeit etwa 1000 bis 1500 Paare jährlich betreuen“, so Engl.

    Dabei kommen etwas mehr als 60 Prozent aus Südtirol, etwa 12 Prozent aus dem Trentino und die restlichen 28 Prozent aus den anderen Regionen Italiens.

    Die Erfolgsquote liegt dabei je nach Verfahren durchschnittlich bei 25 bis 26 Prozent.

    Mit der neuen Regelung können betroffene Paare zukünftig neben den bisher angebotenen Behandlungsmethoden auch auf die so genannte heterologe Befruchtung, das heißt eine Befruchtung mit der Samen- oder Eizellenspende eines Dritten zurückgreifen.

    Das Höchstalter für die Behandlungen des Landesgesundheitsdienstes wurde um ein Jahr auf 42 Jahre und 364 Tage angehoben. Änderungen gibt es auch bei der maximalen Anzahl der Zyklen: Für die so genannte intrauterine Insemination sind nun nicht mehr nur drei, sondern insgesamt vier Versuche möglich, die sowohl homolog als auch heterolog sein können. Neuerungen gibt es auch für Krebspatienten, die nun im Vorfeld einer Operation sowie Bestrahlung und Chemotherapie ihre Samen bzw. Eizellen einfrieren lassen können.

    Die Kosten pro Behandlung liegen zwischen 1500 und 4000 Euro.

     

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    Kommentare (66)

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    • Inge

      Da läuft seit Jahrzehnten was schief im Lande. Viele können sich aus verschiedensten Gründen keine Kinder leisten. Die Regierungspolitiker haben wiederholt versagt.

      • walter

        wozu auch Kinder?
        kosten nur Geld, stinken und machen Probleme und Lärm!!!

        Holen wir uns doch Fachkräfte aus dem fernen Süden!! Kosten nichts, kommen von ganz alleine und wenn wir in ein paar Jahren keine Lust mehr haben übernehmen sie gerne den ganzen Laden hier!!! 🙂

      • svp - 70 jahre käse

        Vor und in den Ferien werden von Regierungen gerne einige umstrittene Gesetzesbeschlüsse durchgeboxt in der Hoffnung, dass es wenige lesen und mit bekommen.

    • ......

      Ist das wirklich ein Problem das Priorität hat? Jetzt? Ich glaube die verarschen alle nur mehr nach Strich und Faden.

      • Dr. Engelbert Dollfuß

        Für die „Heterologe Befruchtung“ hat das Land Geld, für die Geburtenabteilungen nicht. Das ist Paradox!

        • Garuda

          Dem katholischen Taliban Dollfuß alias Tilly ist nie Reht getan, denn im nächsten Satz wird er doch anklagen, dass man heterologe Befruchtung und Abtreibung auf Kosten des Steuerzahlers betreibt.

          So ein fundamentalistischer Trottel (frei nach Armin Wolf)

    • woge

      Nein Irrtum. Es gibt einen gutgehenden Geschäftszweig, wonach S?dtiroler Paare nach Spanien oder Tschechien fahren, um sich mit Fremdspende befruchten zu lassen, wenns in Bruneck nicht klappt.
      Ist alles organisiert wie bei den Zahnarztreisen nach Ungarn.
      Da scheint es wohl besser, dass die Leute hier ein Angebot bekommen, ohne Abzocke und mit guter Beratung über die Folgen. DIe ja nicht so ohne sind.

    • Erwin

      Ethik von Frau Stocker ist zu vergessen.

    • Gebi Mai

      Mit dieser Politik werden viele Bürger nicht nur biologisch krank und unfruchtbar sondern auch wirtschaftlich stark eingeschränkt.

    • kleiner Mann

      Gibt es immer noch Paare die auf Teufel komm raus unbedingt Kinder wollen ? In der heutigen Zeit ? Denn wie wir wissen, sind das dann die Arbeitslosen von morgen . . .aber auch ansonsten sehe ich keinen Antrieb ein Kind in die Welt zu setzen, schon gar nicht nach dem Motte: koste es was es wolle ! Da ist eine Weltreise wohl viel interessanter als die nächsten 20 Jahre opfern zu müssen. Boh, aber zum Glück denkt ja nicht jede(r) wie ich 🙂

      • C

        Bin gonz deiner Meinung! Ober so ist es: ein Haus, ein paar Kinder, ein Hund im Garten und wir sind alle Glücklich! Oder doch nicht?

        • Dr. Engelbert Dollfuß

          Wenn viele so denken, dass es lustiger ist keine Kinder in die Welt zu setzen, dann wundere ich mich über die demographische Entwicklung nicht mehr. Wir sterben aus und keinen interessiert es. Aber es gibt sicher genug muslimische Einwanderer, um den Laden zu übernehmen und vielleicht gleich dem „Islamischen Staat“ anzugliedern.

          • Garuda

            @Dollfuß

            Weitere Dummheiten!

            Jüngste Schätzungen zeigen auf, dass zwar Europa nur mit Zuwanderung überlebt, ist doch wurscht welches Bekenntnis oder welche Religion dann in Europa mehrheitlich sein wird, da bist aber längst schon tot und in der katholischen Hölle.

            Aber weiter schnell wachsen wird Indien und China bald überholen, meines Wissens alles keine Muslime.
            Außerdem wachsen die USA genauso schnell durch Zuwanderung aus Südamerika, also theoretisch alles Christen (mehrheitlich).

            Warum solche Sorgen wegen Islam oder Katholische Religion? Ist doch egal wer an wen oder was glaubt, wichtig ist nur dass dieser fundamentalistische Katholizismus durchwegs aussterben darf, sofrn die Kirche nicht wandlungsfähig wird.

    • uschi glas

      was sagt denn dir kirche dazu?
      das ist ja teufelswerk!

      • Dr. Engelbert Dollfuß

        Die Kirche verurteilt das, aber wer will schon auf die Kirche hören.

        „Techniken, die durch das Einschalten einer dritten Person (Ei- oder Samenspende, Leihmutterschaft) die Gemeinsamkeit der Elternschaft auflösen, sind äußerst verwerflich. Diese Techniken (heterologe künstliche Insemination und Befruchtung) verletzen das Recht des Kindes, von einem Vater und einer Mutter abzustammen, die es kennt und die miteinander ehelich verbunden sind. Sie verletzen ebenso das Recht beider Eheleute, „daß der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird.“ (KKK 2376; zweites Kapitel, Artikel 6, „III Eheliche Liebe“).

    • lillli

      im gegensatz zu zentren in anderen teilen italiens zahlt das paar in bruneck lediglich die ticketgebühren. viele paare kommen von weit her, verbringen ein paar tage im pustertal und nehmen diesen dienst in anspruch, da sie bei sich zuhause die kosten alleine tragen müssten. je nach behandlung geht es um einige 1000 euro. somit ist es nicht verwunderlich, dass „nur“ 60% südtiroler sind.
      verwunderlich ist jedoch, dass für diesen dienst genügend geld vorhanden ist (auch für nicht provinzansässige), für die geburtenabteilungen jedoch nicht….

    • Inge

      Die Erfolgsquote liegt bei 25%. Bei vier Eingriffen führt im Durchschnitt eine zum Erfolg. Und ein „Erfolg“ kostet dann durchschnittlich 6.000 bis 16.000 Euro.

    • Anton

      Kassenschlager Ei- und Samenbanken und künstliche Befruchtung wie bei den Rindern?

      Wieso wurde im Bereich der Zahnbehandlung nie etwas ähnliches für die Sicherheit der Patienten aufgebaut und ausgebaut, damit Patienten nicht ins Ausland flüchten müssen?
      Die Sicherheit wird von Stocker einmal groß geschrieben und als Argument verwendet und ein anderes Mal nicht beachtet.

    • C

      I hat net a Freud, wenn meine Tochter mit die Samen von jemand anders entstanden wäre. Aber bitte, die Welt ist Bunt…
      Und i denk a wenn eines Toges dei Kinder draufkemmen, dass sie zum Teil von Unbekannte stammen…. sehr schön!

    • Bernhardl

      Was unterscheidet diese Techniken noch von jenen die in der Tierzucht angewendet werden?

    • ......

      Und bei diesem Naturputch sagt der Bischof nix? Katholisch nur bei Bedarf?

      • Dr. Engelbert Dollfuß

        Nicht umsonst sagen auch schon manche Priester hinter vorgehaltener Hand: „Der Bischof soll endlich katholisch werden“.

        • Garuda

          @Dollfuß

          Du musst aber viele Priester kennen, um zu wissen, was jene hinter vorgehaltener Hand sagen.

          Ich würde meinen, du bist wohl mehr altkatholisch, wenn deiner Meinung nach der Bischof endlich katholisch werden müsste.

          Aber abdererseits kann das auch nicht sein, denn die Altkatholiken haben eine etwas liberalere Familien- und Sexualmoral. Also bist schon eher einer von der schismatischen Piusbruderschaft, die ja anscheinend die Existenz von Gaskammern verleugnen.

          Was will man also von solchen Schwachköpfen halten, wenn sie meinen, der Bischof solle endlich wieder katholisch werden?

    • Luis

      Gibt es keine gesundheitlichen und ethischen Risiken? So zu sagen alles unbedenklich?
      Kann und darf damit von Menschen – Kinder „Zucht“ gesprochen werden?

    • Murks

      Wer garantiert, dass Spender nicht Geschäftsmänner und Geschäftsfrauen sind.
      Hat George Orwell mit dem gläsernen Mensch recht behalten. Wer hat dann mit dieser Reproduktion von Menschen recht behalten.

    • Wahl - intern

      Wird die Befruchtung nur unterstützt oder wird diese mit Samen und Eizelle durchgeführt?

    • Helga

      Wenn man viele dieser Kommentare liest,dann merkt man wieviele ignorante Typen auf diesem Forum schreiben, bzw. einfach zu gewissen Themen ihr „Maul“ halten sollten, weil sie keine Ahnung haben!

    • svp - 70 jahre käse

      Seit wann gibt es die in vitro Fertilisation in Bruneck?

    • Kassandra

      Eines verstehe ich nicht: Wenn ich nur mit einer fremden Eizelle und mit fremden Samenzellen befruchtet werden kann, ist es biologisch doch ein total fremdes Kind. Da kann ich ja gleich eines adoptieren. Da wäre mehr geholfen.

    • michl

      Manche lassen sich künstlich schwänger,die Anderen treiben ab,die einen stecken sie dann in Kitas oder oranisieren eine Ziehmutter,und andere stecken sie in Heime,oder Montags Judo,Dienstag Fußball,Mittwochs Musikschule,Donnerstags schwimmen……
      Und alle wollen nur das Beste für…..

    • Kassandra

      So leicht bekommt man kein Kind zum Adoptieren. Wird wohl kein Geschäft sein. Nur gut dass es mit den fremden Ei- und Samenspenden „leichter“ geht. Natürlich gezeugte Kinder ohne Eltern auf der ganzen Welt können ja in den Heimen bleiben.

    • nix phil

      Jedes Jahr werden in Südtirol ca. im Mittel 550 – 600 Schwangerschaften abgebrochen. Was auch immer die Gründe sein mögen. Es gibt zwei entgegen gesetzte Trends.

    • Kritiker

      Künstliche Befruchtung, Social Freezing, Abtreibungen, Präimplantationsdiagnostik. Der Mensch mag es Gott zu spielen; fragt sich nur, wie lange das noch ethisch vertretbar ist. Krank finde ich schon, dass man sich die Augen & Haarfarbe aussuchen kann, was eindeutig zu weit geht. Kinderlosen Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen ist ok, aber ein maßgeschneidertes Kind zu bestellen gehört verboten.

    • hoihoi

      ……. in der Tierzucht siecht die Kuh oder a Sau in den selteschten Fällen an Stier oder an Eber , de Mandlen werden vorher gmolchn und s‘ Weibele siecht lei in Tierortz . Bei di Lait wenns so weitergeht ähnlich ,am anfang gleich … mit un großen Unterschied sollte später die Beziehung scheitern evtl. a moralisch ethnisch oder sonstigen werd’s mandl weiter gmolchn :-)) gruß an alle lieben Frauen

    • Tussi

      Niemand kann sich seine Eltern aussuchen, leider, wohl aber die Schwiegereltern, da ist man dann selber schuld.

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