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    Ebner kann ruhig schlafen

    Das römische Parlament streicht allen Handelskammer-Präsidenten ihr Gehalt. Michl Ebner ist von der Maßnahme nicht betroffen – wegen unserer Autonomie.

    Von Matthias Kofler

    Manfred Schullian

    Manfred Schullian

    Die Abgeordnetenkammer in Rom hat das Ermächtigungsgesetz zur Neuregelung der öffentlichen Verwaltung verabschiedet. Darin enthalten ist auch ein vielzitierter Passus zu den Handelskammern: Zum einen werden kleinere Handelskammern, in denen weniger als 70.000 Unternehmen eingeschrieben sind, zusammengeschlossen. Dadurch soll die Zahl der Handelskammern in Italien von derzeit 105 auf 60 reduziert werden. Zum anderen erhalten die Verwaltungsräte, die Mitglieder des Kammerausschusses sowie die Präsidenten der Handelskammern künftig keine Amtsentschädigung mehr, sondern müssen ihre Tätigkeit auf freiwilliger Basis verrichten.

    Doch Südtirol ist (wieder einmal) eine Extrawurst: So hat die Kammer in Rom einen Abänderungsantrag des SVP-Abgeordneten Manfred Schullian angenommen, der die Beibehaltung der Handelskammern von Bozen und Trient vorsieht – obwohl beide Kammern nicht die notwendige Anzahl an eingeschriebenen Unternehmen aufweisen. Schullian spricht von einer „vernünftigen und sinnvollen Maßnahme“.

    Erstens sei die Handelskammer von Bozen eine zweisprachige Struktur und damit mit anderen italienischen Handelskammern nicht zu vergleichen. Und zweitens stelle die Handelskammer für die Unternehmen wichtige Daten und Zahlen zur Verfügung, die sie anderswo nicht erhalten würden.

    Auch die zweite Neuregelung, nämlich die Streichung des Gehalts des Handelskammerpräsidenten, wird sich auf Südtirol nicht auswirken – weil die Provinz in diesem Bereich über autonome Gesetzgebungskompetenzen verfügt. Michl Ebner wird also weiterhin eine Entschädigung von 120.000 Euro im Jahr beziehen.

    Die SVP-Politiker Karl Zeller und Daniel Alfreider haben jeweils einen Abänderungsantrag eingereicht, der Südtirol von der Regelung befreit. „Ich bin der Meinung, dass man für seine Arbeit auch bezahlt wird – denn sonst finden wir bald keinen mehr, der diese Tätigkeiten übernehmen will“, erklärt Zeller.
    Die Anträge wurden von der Kammer zwar abgelehnt. Im Gesetz ist aber eine Schutzklausel für die Region Trentino-Südtirol enthalten. Demnach ist es der Regionalrat, der darüber zu befinden hat, ob die staatliche Regelung übernommen wird oder nicht.

    Dass die Abgeordneten dem Handelskammerpräsidenten ihr Gehalt streichen, ist sehr unwahrscheinlich. Michl Ebner kann also ruhig schlafen.

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    Kommentare (30)

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    • michl

      Was die Autonomie für unsere Väter ein Nutzen war, missbraucht jetzt die Südtiroler Politik das Volk zu melken und vielen ihr goldiges Einkommen zu sichern.Die Autosteuer könnte teoretisch abgeschafft werden,die Kraftstoffsteuer könnte gesenkt werden,usw.
      Aber nichts des gleichen ist passiert!
      Im Gegenteil ,sie benutzen die Autonomie so zu herrschen wie es nur in einer Diktatur vorkommt.Abgestimmt wird offiziell demokratisch,dann kann auch keiner dafür zu Rechenschafft gezogen werden!
      Dem Berlusconi warfen sie vor sich die Gesetze so zu schmieden wie es für ihn am besten war.Im Grunde macht die SVP doch das selbe!
      Keiner von ihnen ist antastbar, auch wenn ihnen offiziel ein Prozess gemacht wird.Am Ende wird der Staasanwalt nicht viel finden!
      Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!Besonders wenn man das Recht hat Sonderregeln zu erfinden!
      Beiträge für das,Abschreibungen für jenes,alles von unserm Steuergeld.

      • walter

        Was glaubt ihr denn wieso diese Typen die Autonomie verteidigen obwohl es keine echte Autonomie ist? Weil sie sich die Taschen voll stopfen können!!!!

        An unserem Land liegt denen schon lange nichts mehr, die verkaufen uns an Rom oder an wen auch immer, solange sie die besten Plätzen am Futter-Trog behalten können!

        Da macht die Partei oder so ein christlicher Unternehmer keinen Unterschied!!

      • Josef

        QMichl – alles genau getroffen. Bravo

    • Erich

      Es sind genau diese Maßnahmen wo der Hass der anderen Regionen gegen die Sonderautonomien steigt. Kein Wunder, eine Autonomie soll die angestammten Rechte der Bürger schützen und nicht die Privilegien einzelner.

    • Verwunderlich

      so wie wir alle herrn Ebner kennen….. wird er sicherlich auf so einen geringen gehalt verzichten können….. oder ihn für einen guten zweck spenden….

    • Andreas

      Charlie rettet Michls Gehalt 🙂
      Da kann man mal sehen wie uneigennützig und nicht nachtragend Zeller ist.

    • Gunti

      Da würde sich ja glatt rentieren die Autonomie aufzulösen, um dass Ebner kein Geld mehr verdiene ala HK Präsident. Oder man könnte als Autonomie andere Möglichkeiten anstreben um Ebner in den Arsch zu treten…es gäbe genügend, nur traut sich keiner….

    • Heini

      Die Autonomie kostet zu viel Geld und fördert das Wachsen und Gedeihen von mächtigen Familien-Clans, die dann alles kontrollieren und sich immer mehr bereichern, wie in Sizilien, deshalb Autonomie abschaffen.

    • komment

      Bin ich froh, dass sich Michel Ebner seinen Arsch retten konnte, gerade durch die AUTONOMIE , welche aber auch für uns geltende Regelungen haben sollte . Ich möchte Herr Ebner fragen warum er ein Jahreseinkommen von 120.000€ braucht , wo ein Normalbürger oft weder ein noch aus weis . Diese HOHEN TIERE WERDEN JA EH NIE SATT . Ich bin seit 1990 Landesangestellte , arbeite schon nur 75% und samt Familienzulagen verdiene ich jährlich laut CUD 17.000 € .Wenn wir Normalbürger mit diesen Herrn nur ein Jahr lang tauschen könnten dann würden EINIGE STERBEN und die anderen würden sich für die kommenden Jahre viel Geld auf das Konto einlegen und somit ein paar Jahre besser als sonst leben können. Womit die GROSSKOPFETEN noch nicht so ganz zufrieden sind, aber uns Normalverdiener würden 200€ monatlich mehr schon reichen um leichter über die Runden zu kommen . Ebner freut sich über die Autonomie und ich freue mich wegen der herschenden Diktatur . Schönen Tag.

    • PROF:

      @komment
      ………..dann würden EINIGE STERBEN, dann verdient der Ebner schon wieder!!

    • Oberwind

      Wenn man es auch nicht für möglich hält, die Autonomie entpuppt sich mittlerweile als gewaltiger Selbstbedienungsladen. In der Tat, von unseren Volksvertretern kann selbst die Mafia noch etwas dazu lernen.

    • Gynne

      Der Schulian rettet dem Ebner den Arsch,der Planger rettet den Gemeindesekretären das goldene Einkommen , auch den 28.000 Förstern in Sizilien und den 6.000 Förstern auf Sardinien hat die SVPD den Allerwetesden gerettet. Da soll noch einer sagen diese Geldverschleuderer Partei leistet nichts ! Schön das wir solche kommpetente Leute in Rom haben die nur das sparen ,sparen und nochmals sparen in ihren Schädel haben !!! Jetzt wird es aber schon langsam Zeit euch gegenseitig ein paar blechene um den Hals zu hängen ,euch gegenseitig zu Gratulieren ,auf die Schulter zu klopfen und dazu noch saudämlich in die Kammeras zu grinzen .Ach ja ,und ja nicht vergessen ein sau teueres Festessen mit den teuersten Wein zu organisieren ,habt es euch ja verdient ,das das blöde Volk euch das spendiert,währe ja noch schöner !!!!!

    • uschi glas

      was hat das volk eigenlich noch von der autonomie?
      was interessiert mich die handelskammer? ist ja auch nit ein zwang für die unternehmen. wer zahlz
      denn schon gerne freiwillig die einschreibegebühr.
      aber vor den wahlen gross von entbürokratisierung und steuererleichterung reden

      • *Karl*

        @Uschi glas . Leider ist es für Unternehmer PFLICHT in der Handelskammer eingetragen zu sein und auch die Beiträge zu zahlen. Von irgendwo müssen die Gehälter der ganzen Angestellten dort, inkl. jenes von Michl Ebner, ja herkommen. Es ist eben eine moderner Art von Raubrittertum und solche gut bezahlte Posten für „Auslaufmodelle“ in der Politik gibt es sehr viele in Südtirol und überall auf der Welt.

    • komment

      Stimmt schon , dass die Mafia in Südtirol sehr stark vertreten sein soll . Ach ja und es ist auch wahr, dass wenn zu viele Großkopfete sterben dann verdient der Ebner . Wie wir Bürger das Blatt auch drehen würden , einfach ausgedrückt , -wir sind und bleiben die kloanen Scheisserlen und sind dann gefragt wenn zu wählen ist , sonst ganz brav sein und fest Steuern zahlen .

    • sepp

      komment sie als landesangestellte verklag mal deinen Arbeitgeber wie do ebner noa konsch dein Kugelschreiber nehmen und gehen ein gewisser michl ebner scheint unantastbar sehr schwach herr lb und herr achhammer solchen leuten gehört a tritt in arsch und ob oans no dozui noa kriegen sie no a guite Abfindung letzer wie die geier hoben nie ginui

    • sepp

      nebenbei brauch mo in Südtirol koan landeskammer Präsident wie a koane gemeinde sekritäre wie in gonz walisch man konn lei mehr lachen

    • Insp. Columbo

      Dieser Herr braucht dieses Gehalt schon…. vielleicht kuendigen zahlreiche Südtiroler das Abo der Dolom…. ich für meinen Teil kaufe die Sachen nicht mehr bei Athe…

    • paulus

      stellt ech vor südtirol wäre ein eigener staat, ebners gehalt wäre dann sicher 250.000 €

    • Frage?

      120.000.- bezahlt von den ZWANGSMITGLIEDSCHAFTSBEITRÄGEN!

    • Walter Frei

      Eine Vollautonomie könnte den Mißbrauch von Steuermittel bzw.Zwangsabgaben u.U.stoppen, zumal die betreffenden Herren aus Rom für Ihre verräterischen Tätigkeiten keine Rückendeckung mehr zu erwarten hätten.

    • wellen

      Schullian rettet Ebner, Plangger rettet die Gemeindesekretäre und die Förster, die 25.000 sizilianischen noch dazu….
      Ja für was glaubt ihr haben wir eine Autonomie? ETwa für die B?rger, Steuern zu senken, Gemeindegebühren senken, Benzin und Strom verbilligen, vernünftige Gehälter zu zahlen..die Kleinspitäler zu retten…Denkste.
      Diese Autonomie für den Ebner-Clan kann uns gestohlen bleiben.Pfui!

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