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    „Striktes Verbot“

    „Striktes Verbot“

    Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz fordert ein striktes Verbot des Pflanzengiftes Glyphosat.

    In den kommenden Monaten laufen in den USA und der EU die Zulassungen für den Unkrautvernichtungsmittelwirkstoff Glyphosat aus. Für die Erneuerung der Zulassung ist eine Neubewertung der Gesundheits- und Umweltrisiken des Wirkstoffs erforderlich.

    Widersprüchliche Ergebnisse von Expertengruppen sorgen derzeit für heftige Debatten und unterschiedliche Reaktionen.

    Während Landesrat Arnold Schuler an eine einschränkende Verwendung des umstrittenen Herbizids in der Landwirtschaft denkt, fordert der Dachverband für Natur- und Umweltschutz (DVN) ein striktes Verbot für das Pflanzengift und verweist auf bewährte alternative Mittel und mechanische Methoden der Unkrautkontrolle.

    Der Dachverband schreibt in einer Aussendung:

    „Bei der erneuten Risikobewertung von Glyphosat steht viel auf dem Spiel: Für die Verbraucher geht es um ihre Gesundheit, für die Umwelt geht es um ihren nachhaltigen Schutz und für die Industrie geht es um Geld, sehr viel Geld. Vor allem für den Branchenführer Monsanto hängt etwa die Hälfte des Umsatzes direkt und indirekt von Glyphosat ab. Die entscheidende Frage aber ist: Kann der Wirkstoff das Hormonsystem beeinflussen, Embryonen schädigen und Krebs erzeugen oder nicht?

    Klauspeter Dissinger

    Klauspeter Dissinger

    Zur Beantwortung dieser Frage wurden Tausende von Studien erstellt, von unabhängigen Wissenschaftlern sowie von der Industrie selbst, die sich nachgewiesenermaßen nicht scheut zu unseriösen Mitteln zu greifen, um die Unbedenklichkeit ihres Wirkstoffes zu bescheinigen. Für das Zulassungsverfahren sieht das Gesetz leider vor, dass alle Unterlagen für die Risikobewertung vom Antragsteller, also von der Industrie selbst, bei der Zulassungsbehörde eingereicht werden. Folglich werden bei der Prüfung kaum unabhängige Studien berücksichtigt.

    Das lässt zum einen an der Objektivität des Zulassungsverfahrens zweifeln und zum anderen darf man sich fragen, wie glaubwürdig die vom Hersteller eingereichten Studien wirklich sind.

    Glyphosat, von Landwirten eingesetzt, hemmt einen lebenswichtigen Stoffwechselprozess in Pflanzen und manchen Bakterien .

    Man weiß heute, dass der Wirkstoff über die Nahrungskette in die Körperflüssigkeit von Mensch und Tier gelangt und über den Urin wieder ausgeschieden wird. Über die Langzeitfolgen wird gestritten. Man weiß aber mittlerweile auch, dass Glyphosat sich negativ auf die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben auswirkt und Oberflächengewässer belastet. Auch ein zunehmender Verlust der biologischen Vielfalt, wie etwa das rapide Bienensterben in den vergangenen Jahren, kann auf den Einsatz von Glyphosat zurückgeführt werden.

    Für den DVN ist die Sachlage klar:

    Solange die Unbedenklichkeit von Glyphosat für Mensch und Umwelt nicht eindeutig und objektiv erwiesen ist, bleibt dieser Wirkstoff potentiell gefährlich. Laut dem Naturschutzgesetz von 2010 ist der Einsatz aller Herbizide auf geschlossenen Vegetationsdecken mit Ausnahme der Intensiv-Landwirtschaft bereits verboten. Allerdings erhält der DVN immer wieder Klagen, dass dieses Verbot nicht überall eingehalten wird.“

    Hier wäre es wichtig, dass die Gemeinden vermehrt Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit leisten,“ regt Klauspeter Dissinger, Vorsitzenden des DVN, an.

    Für die Landwirtschaft fordert der Dachverband für Natur- und Umweltschutz im Sinne des Vorsorgeprinzips ein striktes Glyphosatverbot. Beispielhaft ist in der Schweiz die Reaktion der Großverteiler COOP und MIGROS, die auf die Warnung der WHO in diesem Frühjahr freiwillig alle Produkte mit Glyphosat aus dem Sortiment genommen haben. Auch in Südtirol könnte man solche Zeichen setzen und in die Vorreiterrolle schlüpfen.“

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    Kommentare (15)

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    • mike

      Ich bin auch wie der schlaue Herr Dissinger dafür dass auch in Suedtirol das Produkt aus alle MIGROS und COOP Filialen entfernt wird …….!

    • Franz Xaver

      Rauchen verbieten- krebserregend. Der Rauch stört mich
      Dieselfahrzeuge verbieten- Feinstaub krebserregend. Stört mich auch
      Offene Feuer, Kamine, Holzofen verbieten- krebserregend. Stört mich auch
      Grüne verbieten vielleicht? – medienerregend. Nein die stören nicht und ich hab was zum Lachen.

    • Franz Xaver

      dann verkaufen sie kein Brot mehr?
      Da ist das Glyphosat drinnen; nicht im Apfel und Wein da sind die Rückstände 0,00 ppm. Und der Mittelaufwand pro ha ist so gering, davon sterben die Bienen nicht. Die Imker sollten den Bienen mal den Honig lassen, damit sie mit dem die Brut aufziehen können und nicht mit billigem Zuckerwasser.Aber die Imker melken ja, Geld mal Menge. Lei weiter so! Kein Wunder dass die Bienen sterben. Da können die Grünen mal schreien und meckern, das ist die Ursache.

      • George

        Franz Xaver, sind Sie lebensmüde, weil Sie für jene plädieren, die Sie vergiften. Oder verstehen Sie so wenig von diesem Sachverhalt, dass Sie nicht verstehen, was Sie überhaupt geschrieben haben.

        • Franz Xaver

          Sehr geehrter Herr George,

          Ich bin ein Obst-, Fleisch – und Milchproduzent. Habe etliche Studienjahre hinter mir, habe in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben – von Bio bis Konventionell – gearbeitet und Erfahrungen gesammelt und leite mittlerweile meinen eigenen Betrieb. Ich erlaube mir ihnen zu unterstellen, dass Sie nicht soviel im Bezug zur Landwirtschaft vorweisen können. Ihr Wissen haben Sie wohl aus den Medien, daher auch die Wortwahl wie „lebensmüde“ und „vergiften“.
          Ich benutze auch Glyphosat, in sehr geringen Mengen und die Mengen was in Südtirol benutzt werden stellen keine große Gefahr für Gewässer, Tier und Mensch dar. Der Haupteinsatz findet im Getreideanbau statt, wo kurz vor der Ernte, Glyphosat hat eine Karenzzeit von 7 Tagen, das Getreide mit Glyphosat behandelt wird. Das Glyphosat lässt die Pflanzen „abdorren“ und man erzielt höhere Ausbeuten bei der Getreidegewinnung. Besonders im Vollkorn sind die Rückstände von Glyphosat höher. Das heisst, in Brot , Nudeln und allen Getreideprodukten ist Glyphosat drinnen, deswegen hat fast jeder Rückstände im Urin.Und falls Sie rauchen, auch Tabak wird so behandelt.
          Jedenfalls vergiften Sie mein lieber Herr George als „Getreideverspeiser“ tausendfach mehr Wasser und Boden mit Ihrem Urin als ein Südtiroler Obstbauer.
          Deswegen sind wohl eher Sie „lebensmüde“ und wollen uns „vergiften“.
          Ach ja und informieren Sie sich mal über Kupfer im Bioanbau, ich würde Kupfer verbieten. Zerstört das Bodenleben, deswegen verzichte ich darauf, ich bin ja nicht lebensmüde und vergifte meinen Boden…..
          Ohne Kupfer – Bio fast nicht möglich… Ausnahmen bestätigen die Regel, aber von der Menge kann die Menschheit nicht leben.

          • George

            @Franz Xaver
            Sie stufen mich völlig falsch ein. Die Studien und Erfahrungen, die Sie meinen zu haben, da bin ich schon längst darüber hinaus und brauche damit nicht angeben. Was spekulieren Sie über mein Wissen und meine wissenschaftlichen Grundlagen, wenn Sie mich gar nicht kennen und nur auf ein paar Zeilen ihr Urteil über mich aufbauen. Wenn sie das immer so machen, dann kann ich nur sagen: Sie armer „Franz Xaver“.

            • George

              @Franz Xaver
              Und übrigens: Wohin geben Sie ihren Urin ab? Ist ihr Urin vielleicht veredelt?

            • Franz Xaver

              @George
              Sie nannten mich lebensmüde. Sie haben mich angegriffen. Und ihr Vorname erinnert mich an einen Präsidenten…
              Falls ihr Wissen so unermesslich ist, wieso greifen Sie mich dann persönlich an? Können ja mal wissenschaftliche Grundlagen anbringen, die mein Wissenslevel überschreiten. Wissen mal Hausverstand zählt.
              Jedenfalls verzichte ich schon seit 10 Jahren auf Brot und Nudeln, ausgenommen Reis- und Maismehl. Mein Urin ist sauber, hab ihn testen lassen.
              Durch Verzicht erreichen Sie etwas und nicht durch Verbote oder Vorschriften. Das werden die in Mals schon auch noch bemerken.
              Oder transportieren die da oben Ihre Lebensmittel mit dem Karren ins Dorf, verzichten auf Strom, Auto und Internet. Keine Arzneien ( oje der Apotheker und Tierarzt ohne Antibiotika, Antibabypille usw.) Werden völlig autark und ernähren sich als Lebensgemeinschaft. Wenn dann muss alles verboten werden, nicht nur hetzen und schießen.
              Habe die Ehre oder besser Good bye George!

    • Luis

      Schuler soll den mit Glyphosat und anderen Pestiziden kontaminierten Obstkuchen selber fressen.

    • ......

      Bis zur Freigabe der Ergebnisse, wer es benutze, hatte die Ausrede „Unwissenheit“, ab jetzt ist es Mord.

    • Guenther

      Ja das wäre sinnvoll wenn man dieses Gift ausnahmslos verbietet.
      Müssen sich die industriellen Bauern halt mal um gewöhnen und andere Methoden anwenden.

    • ......

      Die Rechnung kommt unweigerlich. Es brauch nur ein Kind, oder Erwachsener Nachbar einer obstPlantage an Krebs erkranken, und er kann den Bauer aufs Leben verklagen. Wenn das anzeigengemetzel einmal losgeht, ist es nicht mehr aufzuhalten. Due Anwælte werden sich um die Fälle reisen

    • Murks

      Schuler setzt Glyphosat in seinen eigenen Obstkulturen ein. Vielleicht bereits vor dem Frühstück.

    • svp - 70 jahre käse

      Einer der größten Gift Verteiler und Befürworter ist Schuler selbst. Der macht damit seit Jahren ein Geschäft.

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