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    „Mir ist das peinlich“

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    Nach einem Beschluss des Landtags: LH Arno Kompatscher streicht seinen „falschen“ Doktor-Titel aus der Internetpräsenz der Landesregierung.

    Hans Heiss

    Hans Heiss

    Es ist ein kleiner Etappensieg für Hans Heiss: Der Südtiroler Landtag hat am Mittwoch einen Beschlussantrag des Grünen angenommen, der die Landesregierung zur Überprüfung der „falschen“ Doktoren-Titel auffordert.

    Demnach muss die Landesregierung die einschlägige Rechtslage akademischer Titelführung in Zusammenarbeit mit den eigenen Rechtsämtern und der Freien Universität Bozen nochmals abklären, ein klar formuliertes Rundschreiben entwerfen lassen und dieses in der Verwaltung und in den Schulen verbreiten.

    Es komme häufig vor, dass sich Südtiroler, die in Österreich einen Bachelor- oder Magistertitel erworben haben, hierzulande als „Dr.“ ausgeben würden, begründete Hans Heiss seinen Antrag.
    Der Grund: Das österreichische Studium in Italien wird mit einer „Laurea“ und dem Titel „dottore“ bzw. „dr.“ (kleingeschrieben) anerkannt. Im deutschen Sprachraum steht „Dr.“ aber für ein Doktoratsstudium.

    „Das ist so, als würde sich eine Frühstückspension als Vier-Sterne-Hotel ausgeben“, sagte der Grüne und sprach von einem „peinlichen Etikettenschwindel“.

    Ähnlich äußerte sich Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit: Man könne hier „nicht nur von peinlichem Usus, sondern regelrecht von Missbrauch sprechen“.

    Albert Wurzer (SVP) gab Hans Heiss zwar inhaltlich recht, hegte aber Zweifel an der Formulierung des Antrags. Erstens würde kaum jemand gern den italienischen Titel „dott.“ führen. Und zweitens sei der Aufwand für die Umsetzung des Antrags sehr hoch, er würde eine Lawine ins Rollen bringen, vor allem, wenn man Titel aus verschiedensten Ländern handhaben müsse.

    Waltraud Deeg (SVP) schloss sich den Ausführungen Wurzers an. Das Land habe 18.000 Mitarbeiter, und viele von ihnen hätten akademische Titel verschiedenster Provenienz, was eine Umsetzung des Antrags schwierig mache. Daher sehe sie einen Verzicht auf Anführung des Titels realistischer.

    Die Landesregierung trete im Internet ohne akademische Titel auf, erklärte LH Arno Kompatscher. Ihm persönlich reiche der Titel „Landeshauptmann“. Es sei ihm auch peinlich, wenn er in Wien mit „Doktor“ begrüßt werde, in Rom hingegen werde nur die Funktion angeführt.

    LH Arno Kompatscher

    LH Arno Kompatscher

    So einfach hätten es aber nicht alle. Wahrscheinlich habe sich die EU deshalb zum Titelverzicht entschieden, weil es zu kompliziert wäre, Titel aus den verschiedenen Ländern korrekt zu gebrauchen. Auf jeden Fall sollte man in der Landesverwaltung einen etwas saubereren Umgang mit Titeln anstreben.

    Übrigens: Unmittelbar nach der Verabschiedung des Beschlussantrags hat LH Arno Kompatscher reagiert – und seinen „falschen“ Doktor-Titel aus der Internetpräsenz der Landesregierung gestrichen.

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    Kommentare (86)

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    • Andreas

      Ein großer Tag und Sieg für Herrn Heiss.
      Gratuliere, man(n) muss Prioritäten setzen….

      • kleiner Mann

        Traurig aber, wenn es „nur“ solche Prioritäten sind . . aber immerhin, endlich kann sich auch einmal Herr Heiss als Sieger fühlen

      • erper

        Ich finde, das ist ein ganz großer Tag für Südtirol. Danke Grüne, danke Abgeordnete Heiss, Foppa und Dello Sbarba.
        Jetzt wird alles anders in Südtirol…

        • Daniel

          Hier bei uns haben wir auch zur Genüge Ärzte die gar keinen Doktor, Dr. med, dott haben!! die sogenannten BRENNERDOKTOR.
          Sie haben in Deutschland die sogenannte ‚Approbation zum Arzt‘ aber keine Promotion im wahren Sinne… (Nicht geschafft??)
          Sogar Kinderpsychiater laufen bei uns herum ohne jegweiligen Doktortitel. Hab das aufgedeckt. Bis dahin schmückte sich dieser Kranke aber mit Dr.!!
          Verschreibt fleissig Risperdal, Ritalin und bringt unsere Kinder um ihre Gesundheit… OHNE DOKTORTITEL!!
          In Italien gar kein Strafdelikt mehr. Man bekommt nur eine Verwaltungsstrafe von max. 1.000 Euro. Nicht umsonst soviele dottori, commendatori usw auf unseren Strassen 🙂 🙂
          Bravo Heiss & Co. !!

          • Bernhardl

            Ich habe keine Ahnung von den Titeln, aber Fragen: Wenn in Italien mit einem 3 – jährigen Uni Studium, dem „Bacca Laureat“ ein doc verliehen wird, warum dem mit einem 4 – jährigen oder gar 5 – jährigen Studium in Österreich nicht?

            • Daniel

              >Bernhardl: weil die Prüfung nicht bestanden wird!
              Du kannst 10 Jahre Mittelschule gehen, wenn Abschlussprüfung nicht schaffst hast keinen Abschluss… ganz einfach!
              beim verweigerten Doktorat fehlt die ‚tesi di laurea‘ … die Diplomarbeit!!
              Ganz einfach 🙂

            • Bernhardl

              Was ist dann die Diplomarbeit und die Diplomprüfung bei einigen Studien?

    • Speik

      Die ärgsten Spießer sind halt doch die Grünen.

      • George

        @Speik
        Recht bleibt Recht und Unrecht bleibt Unrecht. Da ändert auch ‚Speik‘ nichts daran, wenn er die Grünen deshalb als Spießer betitelt. ‚Speik‘, Sie stellen sich damit nur selber bloß. Wahrscheinlich sind Sie auch so ein falscher Dr.

        • Speik

          @ George
          Natürlich hat Herr Landtagsabgeordneter Dr. Hans Heiss recht. Spießer haben fast immer Recht. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die Prioritäten oft falsch gesetzt werden.

          In Italien gibt es weit über 100.000 Gesetze. Sie würden sich wundern, gegen wie viele dieser Gesetze Sie – gewollt oder ungewollt – jeden Tag verstoßen. Nicht mal meinem ärgsten Feind würde ich wünschen, dass ihn bei jeder Abweichung ein Spießer auf die Zehen tritt.

          Und übrigens George: für Sie in Zukunft nur mehr Mag. Speik 😉

          • Zero

            @Speik
            Hans Heiss ist sicher kein Spiesser!
            Kritisieren Sie doch JENE die sich mit falschen Titeln schmücken .. diese sollten sich schämen !!

          • George

            Dr. George antwortet Mag.Speik mit einer Frage: Sind Sie noch der größere Spießer, weil Sie sich unbedingt den Mag. vorhängen wollen? Dann stinken Sie vielleicht wie die Blume ‚Speik‘ im ausgeblühten Zustand (damit ich Sie beim nächsten Vorbeigehen erkenne)? 😀

    • Walter Mair

      @Andreas
      Es gibt sehr viele Magister, mit Schnellsieder-Kurs in Brixen, die sogar darauf bestehen, dass man sie mit Frau Doktor (fast alle sind Frauen) anspricht. Kaum vom Mutters Busen weg und schon so pröpotent!
      Trotzdem gäbe es wesentlichere Probleme an zu gehen! Und da haben Sie vollkommen Recht! Heiss scheinen die hohen Temperaturen wirklich nicht gut zu tun…

    • Puschtra

      „er würde eine Lawine ins Rollen bringen“ und zwar eine typisch Südtiroler Lawine die dringend weggesprengt gehört. Seit Jahrzehnten!
      Es gibt wohl kein Land auf der Welt wo sich so viele Personen mit falschen Doktortiteln schmücken wie hier. Für ihr Selbstbewusstsein mag es sicher gut sein ein Doktor zu sein, trotzdem ist es Betrug wenn die Frau Doktor nur eine Frau Magister ist.

      • Garuda

        @Puschtra

        Schön wie du dich freust, über eine Sache, die ein kompletter Topfen ist, denn so wie es die Frau Magist(ra) in Italien nicht gibt, gibt es für die Laurea breve oder Laurea genauso ein dr. und das Dr. ist wohl dem Dottorato di ricerca reserviert.

        Also denke ich, ist dein Beitrag nun völlig daneben, aber bitte, jedem das seine!

        • Puschtra

          Oh Verzeihung, Herr oder Frau fühlt sich wohl auf den Schlips getreten. Steht auf ihrem Türschild und ihrer Visitenkarte wohl auch groß ein erschlichener Dr. vor dem Namen?

          • Garuda

            @Puschtra

            Komm mal an die Uni Innsbruck, da findest du viele viele Schilder, wo draufsteht:

            ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. XY, und weißt du, die haben nicht zwei Diplomstudien absolviert, sondern tragen sowohl den Titel des Diplomstudiums (Mag.) und des Doktoratsstudiums (Dr.) und bei gar so manchem liest du auch noch ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. habil. XY.

            Da muten die Südtiroler Diskussionen der Grünen ob dott. oder Dr. geschrieben sein sollte geradezu lächerlich an.

            Als ich auf der Uni war, hat sich eine Prof. so richtig gehen lassen, im ironisch zynischen Sinne, denn sie sei jetzt von ordentlicher zur außerordentlichen Prof. befördert worden, wo sie nicht verstehe, dass sie vorher ordentlich oder jetzt aufeinmal außerordentlich sei.

            Fands megalustig, denn sie hat es auf den Punkt gebracht, wer es nötig hat mit Titeln zu prahlen, ist eigentlich arm dran.

            Ich hoffe, dass bei den Grünen nicht der Herr Heiss dies forciert hat, sonst müsste man glatt denken, er wollte dem Landtag mal zeigen, wer hier der echte und einzige Dr. ist 😉

            Ironie aus

    • Alex2

      Dann wird man halt ab nun dottore schreiben, statt Doktor! Dottore del buco del ….

    • Einereiner

      In den Gemeindestuben gibt es viele Sekretäre, die mit einem dreijährigen Wochenendschnellsiederkurs sich nun einen Dr. vornedran schreiben.
      Und es gab da mal einen DDr. Stadtpolizisten in einer Gemeinde, mir fällt nur nicht mehr ein in welcher……

      • drago

        Da spricht ja wohl der blanke Neid. Wer einen sogenannten „Schnellsiederkurs“ absolviert hat, hat sehr viel Zeit und Aufwand investiert und auf sehr vieles verzichtet (diese Leute haben 3 Jahre lang 2/3 aller Wochenden in die Anwesenheit vor Ort und dann noch sehr viel Zeit fürs Lernen und Arbeiten schreiben zu Hause investiert). All dies neben ihrer normalen Tätigkeit. Und ich halte auch die Aussage, dass die Verwendung eines „Dr.“ anstatt eines „dott.“ Betrug sei, für gewagt und unangemessen.

        • Einereiner

          @dr. ago
          jetzt mach mal halblang:
          3 Jahre Wochenenden ist kein Vergleich zu 5 Jahre Vollzeitstudium.
          Unter 5 Jahren soll es keinen dottore und sowieso keinen Dr. geben.
          Der Austausch der Titel wird nicht schwierig sein:
          viele Dr. werden mit Mag. ersetzt,
          die Dr. Ing. mit Dipl. Ing und
          schon passt der Laden.

    • drago

      Ich weiss nicht recht, was der Sinn dieser Aktion sein soll. Die erste Konsequenz wird dann wahrscheinlich sein, dass eben alljene, deren Titel in Italien im Gleichstellungsverfahren anerkannt wurden („equipollenza“), dann das „dott.“ oder „dr.“ führen werden. Ich verstehe natürlich, dass Titelbezeichnungen wie MSc oder ähnliches ungewohnt und nicht so gut klingen und jene, die für ihren Titel in Italien keine Gleichstellung erreichen können, vielleicht etwas Neid empfinden. Der einzige Ausweg dürfte dann ja wohl der amerikanische sein, keine Titel zu führen. 🙂

      • Garuda

        @drago

        Du verstehst nicht, warum und wozu das Ganze?

        Also ich habe eine simple Erklärung (vielleicht täusche ich mich ja!):

        Wenn das Ganze nun so durchgeführt und angewendet wird, gibt es bald oder in absehbarer Zeit eben nur mehr einen Dr. im Südtiroler Landtag: nämlich ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Hans Heiss.

        Man korrigiere mich, sollte ich irren, aber eines ist schon klar: In Österreich ist das ganz klar geregelt, aber in Italien gibt es meines Wissens keinen Studientitel „Magister“.

        Und noch eines würde ich zu bedenken geben in diesem Zusammenhang: Die AbsolventInnen der Allegmeinmedizin schließen ihr Grundstudium mit dem Titel Dr. med. ab, ist ein Basisstudium und im Normalfall 5-6 Jahre, sie sind dann Allgemeinmediziner und sind sowohl in Österreich Dr. und auch genauso in Italien, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch keine Facharzt-Ausbildung haben.
        Dann schaue man sich einmal die Diplomarbeiten(!) – wohlgemerkt, Diplomarbeiten und keine Doktoratsarbeiten(!) – an und werde staunen, dass diese ehrenwerten Damen und Herren teilweise 35-seitige Arbeiten einreichen, was in jedem anderen Studiengang eine Bakkalaureatsarbeit oder früher eine einfache Seminararbeit darstellen würde.

        Ich gratuliere den Südtiroler Grünen zu diesem durchgebrachten Antrag, dass damit aber kein einziger Aslyant mehr in Südtirol ein Dach über dem Kopf hat, ist auch klar. Aber die Grünen setzen anscheinend doch auf andere Prioritäten.

      • Zero

        Man könnte ja den Titel ganz streichen und nur noch durch Leistung und Können glänzen!

    • na_bravo

      Na bravo Herr Heiss…….
      In der Theorie richtig, in der Praxis Schwachsinn.

      Verstehen die Grünen das also unter „Realpolitik“……….

      Wenn Herr LH in anderen Sachen gleich schnell reagieren würde, wäre vielen geholfen…..

    • Saggra

      Wenn der in Österreich rechtmäßig erworbene Magister von Italien als Laurea anerkannt wird, kann man sich in Italien ruhigen Gewissens als dott. oder eben auch als Dr. bezeichnen.
      In Österreich bleibt man aber Magister.
      Wo ist das Problem?

    • wtf

      Der österreichische Studientitel Mag. wird in Italien bei der Anrechnung ganz klar zum dott.
      Für den deutschen Sprachgebrauch in Südtirol, Österreich, Deutschland sollte Mag. oder Msc verwendet werden. Aber sich Dr. vor den Namen zu schreiben ist absolut nicht in Ordnung!!!
      Es stehen noch mindestens drei Jahre Studium und eine Dissertation auf dem Programm um sich als Dr. bezeichnen zu können.
      Diese ganzen falschen Doktoren gehen mir schon lange auf den Senkel!

      • Garuda

        @drago

        Du verstehst nicht, warum und wozu das Ganze?

        Also ich habe eine simple Erklärung (vielleicht täusche ich mich ja!):

        Wenn das Ganze nun so durchgeführt und angewendet wird, gibt es bald oder in absehbarer Zeit eben nur mehr einen Dr. im Südtiroler Landtag: nämlich ao. Univ.-Prof. Dr. phil. Hans Heiss.

        Man korrigiere mich, sollte ich irren, aber eines ist schon klar: In Österreich ist das ganz klar geregelt, aber in Italien gibt es meines Wissens keinen Studientitel „Magister“.

        Und noch eines würde ich zu bedenken geben in diesem Zusammenhang: Die AbsolventInnen der Allegmeinmedizin schließen ihr Grundstudium mit dem Titel Dr. med. ab, ist ein Basisstudium und im Normalfall 5-6 Jahre, sie sind dann Allgemeinmediziner und sind sowohl in Österreich Dr. und auch genauso in Italien, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch keine Facharzt-Ausbildung haben.
        Dann schaue man sich einmal die Diplomarbeiten(!) – wohlgemerkt, Diplomarbeiten und keine Doktoratsarbeiten(!) – an und werde staunen, dass diese ehrenwerten Damen und Herren teilweise 35-seitige Arbeiten einreichen, was in jedem anderen Studiengang eine Bakkalaureatsarbeit oder früher eine einfache Seminararbeit darstellen würde.

        Ich gratuliere den Südtiroler Grünen zu diesem durchgebrachten Antrag, dass damit aber kein einziger Aslyant mehr in Südtirol ein Dach über dem Kopf hat, ist auch klar. Aber die Grünen setzen anscheinend doch auf andere Prioritäten.

      • Garuda

        @wtf

        Deine Aussage ist leider nicht richtig, denn nicht nur hier in Österreich stellen die Mediziner dar, sondern wohl auch in Italien: Da ist nix mit dreijährigem Zusatzstudium und einer Dissertation, die lieben Götter in Weiß ohne Facharztausbildung tragen gleich mal das Dr. med. und das mit Freude, ganz ohne drei Jahre Zusatzstudium und Dissertation.

        Es geht auch anders.

        • wtf

          @Garuda

          Das Medizinstudium dauert 12 Semester. Das Diplomstudium der Rechtswissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften – zum Vergleich – dauert lediglich 8 Semester.
          Ich bin kein Mediziner, jedoch kann ich getrost behaupten, dass das Studium der Humanmedizin wohl ein höheres Pensum, als das der Wirtschaftswissenschaften umfasst. Schließt der Mediziner sein Studium mit Dr.med. ab, ist seine Ausbildung zur Ausübung des Arztberufes noch lange nicht abgeschlossen..

          • Garuda

            @wtf

            Das ist einzig und allein akademischer Nonsense, dass es einen Unterschied im Studium der Humanmedizin zu den Wirtschaftswissenschaften gibt. Ich kenne sogar gestandene Ärzte, die selbst bestätigen, dass das Medizinstudium nichts Besonderes im Vergleich zu anderen Studien sei, außer dass vieles halt sehr stark auswendig gelernt werden muss.

            Und wegen 4 Semester mehr oder weniger auf den akademischen Grad Dr. med. rumzureiten ist mehr als billig, denn dann muss ich auf die schwächsten und beschämensten Diplomarbeiten der Medizinfakultäten verweisen, die das Niveau einer Seminararbeit an anderen Fakiltäten haben. Von einer Dissertation kann hier nicht im geringsten die Rede sein.

            Und noch etwas: Mit dem Grundstudium ist bei vielen Ärzten und Ärztinnen schon Studienende, denn was bitte haben im Normalfall und im großen Durchschnitt die Allgemeinmediziner, in Italien Hausärzte? Na eben keine Facharztausbildung, sonst wären sie Spezialisten und nicht Allgemeinmediziner.

            Was ich hier sage ist bei Gott kein akademischer Neid, sondern lediglich der Hinweis, dass sich die Götter in Weiß erfolgreich vor den Bologna-Prozess gewehrt haben. Und warum wohl? Weil sie eben nicht nach 12 Semestern auf den Dr. verzichten wollten, was mittlerweile bei allen anderen normal ist.

            Und zu guter letzt: Kein Doktoratstudium ist mittlerweile in 4 Semestern durch das Bologna-System mehr an keiner Fakultät mehr absolvierbar. Sollte man daraus folgern, dass die anderen Doktorate, die auf das Grundstudium aufgesetzt werden, also mehr Wert seien als die Dr. med.?

            Ich glaube, hier spielt einzig und allein der akademische Neid eine Rolle.

    • geometer

      Da gibts doch noch viel exotischere Stilblüten der Titelreiterei…der Ahrntaler Bürgermeister setzt immer ein „Geometer“ vor seine Unterschrift,…

    • adobei

      Höchste Zeit, dass mit diesen falschen Dr. aufgeräumt wird. Ähnliches sollten auch mit dem Titel Prof. geschehen. Sind unsere sgn.. Professoren in den Mittel- und Oberschulen nicht alles nur Lehrer? Ein Prof. unterrichtet meines Wissens an der UNI!!!!

    • homofaber

      Es gibt ja auch eine Frau DDDr. Carmen Plaseller – Persönliche Referentin von Frau Dr. Waltraud Deeg.

    • G.

      Nur weil Hans Heiss regelmäßig in Deutschland ist, müssen wir uns nicht den Deutschen anpassen.
      Magistertitel ist in Italien Dr. und es soll auch so bleiben: Studium und Mühe sind gleich.
      Heiss go home inklusiv seine Ja-Sager.

      • Gregor Beikircher

        @G
        Nein ‚G‘. Da täuschen Sie sich eindeutig. Der österreichische Magistertitel kann in Italien als einfacher „dott“ geführt werden, jedenfalls nicht als „laurea di ricerca“, was einem Forschungsdoktorat gleichkäme und dem deutschen oder österreichischen ‚Dr‘ gleichgesetzt ist. Dieser Etikettenschwindel wird hauptsächlich bei uns in Südtirol betrieben und muss endlich aufhören.

        • THEMA

          Was soll diese Luftnummer. Jedes Jahr im Sommer die selbe.Geschichte. Muss wohl die Hitze sein.Und was schreibt sich dann der in Padua Studierende auf seine Visitenkarte ?
          Dott. con laurea di ricerca ? Es gibt kein Gesetz das den Dr verbietet, und da wird der Landtag nichts ändern, er hat keine Kompetenz . Also viel Lärm um nichts !.

          • Gregor Beikircher

            @THEMA
            Doch ‚THEMA‘, Sie liegen falsch in ihrer Annahme. Die Titelsache ist eigentlich neuerdings bereits europäisch geregelt. Außerdem muss nicht jede/r seinen Titel tragen. Wer ihn aber trägt, sollte ihn aber gemäß Norm tragen und auch dazu befähigt sein.

            • THEMA

              Eropäisch geregelt? In Italien gilt das DM 270-2004 und sonst nichts.
              Die Accademia della Crusca, höchste italienische Autorität in Sprachfragen, erklärt die beiden Bezeichnungen „dott.“ oder „dr.“ für gleichwertig.
              Also wie gesagt viel Lärm um nichts, und Verschwendung von Zeit und
              Steuergeld im Landtag.

          • Gregor Beikircher

            @THEMA
            Konvention von Padua und nachfolgende Änderungen! Sagt ihnen das etwas, sonst informieren Sie sich.

    • Pincopallino

      In südtirol sein schun a haufen Leit ummer de sich groass betiteln mit Doktor und hobn an oanfochen Magister!
      Mir persoenlich warets sauber zu bled! Und wenns mi net teischt, sein besunders die Lehrer wos grod a poor Jahrlen Pädagogik gstuckt hobn heiss auf den Titel!

      • paradise lost

        Am schlimmsten sind die Lehrer, die meinen mit ihren Titeln ihre Komplexe überspielen zu können. Das erinnert mich an einen ganz gscheiden Dorflehrer aus Afing, der im Forum der Tageszeitung damit geprahlt hat, dass er drei Doktortitel hat. Leute die sich an Titel klammern sind schon schlimm genug, aber spätestens, wenn es sich um Titel handelt, die ihnen gar nicht zustehen, weiß man wie spät es ist.

    • jetzt reichts!

      Gut, wenn man diese „Doktorspiele“ angeht! Wäre es aber nicht noch besser, wenn man einmal die Deutschkenntnisse der „patentini – Inhaber“ im öffentlichen Dienst überprüft?

      • Pincopallino

        @ jetzt reichts
        Da hast du ein sehr interessantes Thema angesprochen. ich würde sagen, wenn man dieses Thema angehen würde, würde man auf noch größere Vetternwirtschaft stoßen.

    • Luis

      In Wien können sich Deeg, Arno, Magister nennen und Achammer Student, Schuler konventioneller Obstbauer und die anderen sollen mit ihren DOC-s nicht angeben sondern aufklären.

    • anonym

      Muss man extra anführen, dass man in Italien geächtet wird, wenn man den Magistertitel nicht umrechnen lässt. Ich zahle nicht 150 Euro für den Wisch, um dann ein „dott.“ zu sein. Hab ja schon während dem Studium viel ausgegeben. Aber da gibt es viele kleinkarierte Institutionen (Schulen z.B,), die nur fragen, ob ich den Titel anerkannt habe. Ich sagte nein und wurde rausgeworfen. So geht es mir seit 2007. Danke engstirniges Südtirol.

      Was die falschen Doktorspiele betrifft, denken wir an Herrn Prader von der gleichnamigen Privatbank. Er hat ja auch nur den Magister, wurde aber in Südtirol (Italien) als Doktor vorstellig (Dr.) und wurde dann zum Zahlen verurteilt. Irreführung der Menschheit.

      Welchen Titel haben Achhammer und Kurz? Als Parteisöldner, wären sie eine Frau, könnte man meinen, haben sie sich hochgesch….. ummelt, lafen. was auch immer.

    • Robert

      Dieses Schmücken mit dem nicht zustehenden Dr. Titel ist so was von typisch für Südtirol. Sagt eigentlich alles aus über unser Selbstverständnis.

    • G.

      die Grünen, die spinnen, das reimt sich auch noch. Ich jedenfalls wähle KEINE Grünen und sonst auch niemand. Wer nichts kann und nichts weiß, geht in den Landtag.

    • hubso

      ok, ein DDDr. ist dann wohl zuviel des Guten…….
      Ich nehme an BWL, IWW und Politik, alles zusammen mit einer 1 oder 2 Diplomarbeiten und Hin-und Herrechnung von 60% der Stunden.

      Hier sollte man dann doch vielleicht ein wenig bescheidener sein. Besonders als Landesbeamtin und Assistentin einer Landesrätin.

    • hubso

      Und was da kompliziert sein soll verstehe ich auch nicht…….

      Das Land und alle Landesbediensteten werden auf Seiten des Landes usw. ohne Titel angeführt.
      Wenn jemand in einem persönlichen Schriftverkehr einen Titel anführen will, so soll er den entsrpchenden Titel verwenden den er hat.. Mag. oder Dott. , Dr. oder keine Ahnung was.

      So einfach wäre das

    • Wahl - intern

      Es war ihm Jahrzehnte lang bis heute nicht peinlich. Also wer glaubt dem LB diese Aussage heute noch?

    • barfusler

      Wenn ein Doktortitel der Garant dafür wäre dass dessen Träger was in der Birne hat, dann hätte sich Herr Hans Heiss dafür eingesetzt, dass der Doktortitel allgemein abgeschafft wird. Weil ein Dr. aber in erster Linie dazu genutzt wird sich den Lebensweg – ohne jemals den leisesten Finger für die Allgemeinheit gerührt zu haben – im Vorhinein zu ebnen, verdienen all jenen, die auf ihren Titel bestehen, ob rechtens oder nicht, sowieso keinen Respekt.

      • Jennifer

        Ein doktortitel ist immer das ergebnis ein Forschungsdoktorat. Das bedeutet für einen mikrigen Lohn als doktorand an der uni ausgequetscht zu werden. Unbezahlte überstundenden sind normal. Viele haben eine halbe Stelle und rackern 10 stunden täglich im Labor. Nicht wenige treibt das in den Wahnsinn, vom banalen Magengeschwür bis shizophrenie und depression hab ich alles gesehen.
        Also sparen sie sich solche dumme Kommentare.

        • barfusler

          Liebe Jennifer, zuallererst werden schon jene ausgequtscht die sich nicht derwehren und das sind ganz bestimmt nicht jene die nichts besseres zu tun haben als auf „ihren Titel“ hinzuweisen. Aber anscheinend wissen Sie es halt auch nicht besser oder wollen es nicht verstehen, was ja so oder anders irgendwie verständlich ist ;))

    • Anton

      Dachte immer, Heiss erzählt keinen „Scheiß“. Der soll mit seinen Doktor zum Doktor, dann sieht er wie viel sein Dr. wirklich wert ist.

    • Inge

      Europa ist voller Unterschiede und Grenzbalken. Nur Wirtschaftskonzerne schaffen sich eigene Regeln durch Lobbyisten und stoßen kaum auf Widerstände.

    • Werner

      Na bravo, wir Südtiroler haben Sorgen !!!! Ist es uns denn nicht zu blöd, solche Sachen zu diskutieren: Dr. oder dr. oder gar Dr.in ?? Macht doch bitte nicht so viel Theater wegen dieser belanglosen Sachen.

    • Boris

      Die Dr-Titel-Trägerei gehört sowieso abgeschafft, weil komplett überflüssig. Wenn einer Architekt, Ingenieur, Rechtsanwalt oder Arzt ist, wird er das entsprechende Studium gemacht haben müssen, ansonsten darf er den Beruf nicht ausüben, also braucht es den Dr.-Titel nirgends anzuführen, sondern der Berufstitel reicht vollkommen. So wird es auch in anderen Ländern z.B. England gehandhabt.

    • Franza

      Trottel gibt es mit und ohne Titel.

    • Albert

      Ach lasst doch den südtroler Doktörchen ihren titel, weiss doch eh jeder dasses nur ein übersetzungsfehler ist. Einfach nachfragen in was der Herr/frau denn promoviert habe und sich erfreuen an den verlegenen erklärungen von herr/frau dokter .
      Die ganze discussion ist sowieso 30 jahre zu spät. Mittlerweile verwendet man Ph.D.

    • walter

      Es ist wirklich beschämend, wie viele der Leserbriefschreiber dem Betrug, der Täuschung und der Hochstapelei das Wort reden. Ehrlichkeit und das Führen der korrekten, erworbenen Grade scheinen hier keine Kategorie zu sein. Wahrlich zum Schämen!

    • haxe

      Wenn dem LH schon ein Dr. peinlich ist, was ist dann bloß mit drei? DDDr.???????

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