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    „Nicht berücksichtigt“

    „Nicht berücksichtigt“

    Der Südtiroler Energieverband ist mit dem beschlossenen Gewässerschutzplan der Südtiroler Landesregierung nicht einverstanden.

    Am Dienstag hat die Südtiroler Landesregierung die Kriterien für die Ausweisung besonders sensibler Gewässerabschnitte im Rahmen des im Februar verabschiedeten Konzessionsgesetzes beschlossen.

    „Dabei wurden wesentliche Empfehlungen der Expertenrunde Energie leider nicht berücksichtigt“, kritisiert der Südtiroler Energieverband.

    Der SEV könne daher mit dieser Entscheidung keinesfalls einverstanden sein.

     

    In der Aussendung heißt es:

    „Dabei – und das möchten wir hiermit noch einmal ausdrücklich betonen – unterstützt der SEV selbstverständlich den Schutz der Umwelt und der Südtiroler Gewässer, spricht sich aber für ein flexibleres und weniger bürokratisch ausgestaltetes Vorgehen zugunsten einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Produktion von hydroelektrischer Energie in unserem Land aus.

    In zwei wichtigen Punkten ist die Landesregierung der Expertenrunde Energie nicht gefolgt. So legt die Landesregierung bei Gewässern mit einem Einzugsgebiet unter sechs Kilometern eine durchschnittliche Mindestrestwassermenge von 50 Litern pro Sekunde als Voraussetzung für die hydroelektrische Nutzung fest – der Expertentisch Energie hatte sich dagegen mehrheitlich für einen Grenzwert von 40 Litern pro Sekunde ausgesprochen.

    Der Hintergrund: Der heute festgesetzte Wert schließt – aufgrund des geringen Wasseraufkommens in den Wintermonaten – zahlreiche Südtiroler Gewässer automatisch als Standorte für neue Kraftwerksanlagen aus.

    Der zweite Punkt betrifft die Bestimmung, laut der Gewässer, deren unverbaute Fließstrecken weniger als 50 Prozent des Gesamtverlaufs betragen, in Zukunft ebenfalls von der hydroelektrischen Nutzung ausgeschlossen sind. Die Expertenrunde Energie hatte sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, auf diesen Grenzwert ganz zu verzichten. Es liege demnach am Projektanten nachzuweisen, dass eine weitere Nutzung zu keiner Verschlechterung des Gewässerzustandes führt.

    Zudem werden Kraftwerksprojekte von der Dienststellenkonferenz auf ihre Umweltverträglichkeit überprüft. Deshalb sei eine Festlegung von Grenzwerten überflüssig. Die Expertenrunde Energie sprach sich für projektbezogene Einzelentscheidungen aus – die betroffenen Gewässer sollten daher lediglich als potentiell sensibel eingestuft werden.“

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    Kommentare (4)

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    • Anton

      Wenn Theiner und diese SEL Marionetten mitmischen, dann werden andere Menschen im Land zwangsläufig das Nachsehen haben müssen.

    • George

      Herr Rienzner, Sie werden schon das erwirtschaftete Geld trinken, wenn die Bäche kein Restwasser mehr hergeben oder das Trinkwasser auch noch primär für Energie benutzt wird. Das Naturwasser scheint diesen Energieverwaltern nichts zu sagen außer Verrohrung und Strom.

    • Stefan77

      Wann werden diese profitgierigen Spekulanten endlich zufrieden sein? Wenn auch der letzte Tropfen Wasser durch eine Turbine läuft? Südtirol produziert bereits das x-fache an Energie die es selbst braucht, reicht das nicht? Kaum ein Wasserlauf in Südtirol ist auch nur annähernd naturnah, weshalb die Natur meiner Meinung nach keine weiteren Kraftwerke verträgt. Die „saubere Energie“ usw.) ist leider nicht so sauber wie diese Herren es ständig darstellen. Aquatische Lebensräume werden durch nicht eingehaltene Restwassermengen, durch Schwallbetrieb, durch Stauseespülungen, Schaffung von Hindernissen für den Fischaufstieg usw. zerstört. Wie viel Kohlendioxyd wird ausgestoßen für den Bau dieser Werke samt Stromleitungen?
      „Die Expertenrunde Energie sprach sich für projektbezogene Einzelentscheidungen aus – die betroffenen Gewässer sollten daher lediglich als potentiell sensibel eingestuft werden.” Damit wären wieder Entscheidungen wie in der Ära Durnwalder möglich. Weniger das Projekt selber wäre maßgebend, sondern einzig und allein der Projektträger (mit guten Verbindungen zur Systempartei).
      Grundsätzlich stellt sich für mich die Frage: Warum dürfen private Spekulanten mit dem Öffentlichen Gut Wasser horrende Gewinne erwirtschaften?

      • svp - 70 jahre käse

        Weil Regierungspolitiker generell gierig nach Macht, Geld, Einfluss, … sind und ihre Freunderl brauchen an der Macht zu bleiben.
        Eine Frage: „Warum wollen Mafiosi Einfluss in der Regierung“? Weil diese der Bevölkerung was Gutes tun wollen? Mitnichten!

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